Jugend- und Bildungsprojekte

„75 Jahre Chatyn – „Vergessene“ NS-Opfer in der deutschen Erinnerungskultur. Ein Pilotprojekt mit Podiumsdiskussion unter Einbeziehung von Berliner Studierenden“

Gedenkstätte Chatyn: Friedhof der Dörfer, Foto: Nadin Klomke

Projektlaufzeit: 1.4.-30.6.2018, gefördert von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung.

Am 22. März 2018 jährt sich die Vernichtung des belorussischen Dorfes Chatyn und seiner Bewohner zum 75. Mal – ein Anlass den Verbrechenskomplex der „Verbrannten Dörfer“ verstärkt in das öffentliche Bewusstsein zu rücken und unsere heutige Erinnerungskultur um eine vergessene Opfergruppe zu ergänzen.
Dies will unser Projekt auf zwei verschiedenen Wegen erreichen. Einerseits sollen auf zwei öffentlichen Veranstaltungen sowohl die historischen Ereignisse rund um den Verbrechenskomplex der „Verbrannten Dörfer“ erörtert werden als auch diskutiert werden, wie ein angemessenes Gedenken die Erinnerungskultur heute erweitern könnte.
Da es uns gerade im Angesicht der aktuellen nationalistischen Tendenzen als unabdingbar erscheint auch nachrückenden Generationen ein historisches Bewusstsein für die Gesamtheit der nationalsozialistischen Verbrechen näher zu bringen, soll andererseits ein zweiteiliger Workshop mit Studierenden der Geschichtswissenschaft, Osteuropaforschung und verwandten Fachbereichen durchgeführt werden. Hierbei geht es uns nicht nur um die Vermittlung der historischen Kenntnisse. Vielmehr wollen wir anregen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und zeitgemäße Ideen zur aktuellen Erinnerungskultur zu entwickeln. Im Dialog mit jungen Erwachsenen soll die Frage nach dem zukünftigen Gedenken gestellt und verschiedene mögliche Formen der Erinnerung diskutiert werden.

Die Veranstaltungen werden am 3. Mai 2018 im Haus der Demokratie und Menschenrechte und am 26. Juni 2018 im „Ort der Information“ der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas stattfinden. Das Projekt wird von KONTAKTE-KOHTAKTbI (Rosanna Dom und Ragna Vogel) und der Initiative Gedenkort für die Opfer der NS-Lebensraumpolitik durchgeführt (Florian Wieler).

Gefördert durch:

 

 

„Post für dich! Ein inklusives Bildungsformat für Jugendliche zu den „vergessenen“ NS-Opfern“

Briefe von ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, Foto: privat.

Projektlaufzeit: 15.2.-15.5.2018, gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Wir möchten Berliner Schülerinnen und Schülern die Briefe von ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, die diese dem Verein ab 2004 schrieben, zugänglich machen. Daher arbeiten wir einen Workshop für Jugendliche ab Jahrgangsstufe 9/10 aus. Anhand der Briefe befassen sich die Jugendlichen mit einem ganz persönlichen Schicksal eines Betroffenen und mit seiner Sicht auf die Geschichte. Dadurch soll eine Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus gefördert werden, die auch die Brücke in die Gegenwart und zur Rolle der heutigen Generation schlägt. Dieser Workshop wird zusätzlich in Einfacher Sprache und für Menschen mit Hörstörungen angeboten und in das Bildungsangebot des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst aufgenommen.

Das Projekt wird von KONTAKTE-KOHTAKTbI (Rosanna Dom und Ragna Vogel) in Kooperation mit dem Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst durchgeführt.

Geförder durch: 

 

 

Memory-Wiki – Auf den Spuren der Erinnerung an „vergessene“ NS-Opfer in der Ukraine, Russland und Deutschland

Denkmal im Kiewer Bezirk Darnitsa, Foto: privat.

Projektlaufzeit: 1.4.2018 bis 30.9.2019, gefördert von der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ und der Stiftung Erinnerung Lindau.

KONTAKTE-KOHTAKTbI setzt sich mit dem geplanten Projekt „Memory-Wiki – Auf den Spuren der Erinnerung an ‚vergessene‘ NS-Opfer in der Ukraine, Russland und Deutschland“ erneut dafür ein, dass an das Unrecht an den sowjetischen Kriegsgefangenen erinnert wird. Im geplanten Projekt soll der Fokus auf Frauen unter den sowjetischen Kriegsgefangenen liegen, da sie noch weniger öffentlich beachtet werden als ihre männlichen Kameraden. Bestehende Gedenkorte sollen dokumentiert und auffindbar gemacht und u.a. daraufhin betrachtet werden, ob auch an das Leid der weiblichen Opfer gedacht wird.
Mit der Auswahl von Universitäten als Projektpartner verfolgen wir das Ziel, dass das Thema auch auf wissenschaftlicher Ebene behandelt wird. Durch den trilateralen Ansatz (Deutschland, Russland, Ukraine) des Projekts möchten wir Brücken für ein Verständnis vielfältiger Erinnerungskulturen in Europa bauen und durch gemeinsame Projektarbeit zu einer (Wieder-) Annäherung der drei Länder auf der zivilgesellschaftlichen und vor allem zwischenmenschlichen Ebene beitragen.
Studierende aus Deutschland, der Ukraine und Russland werden den Auftrag bekommen, in Bremen (Deutschland), Dnipro (Ukraine) und Rostov am Don (Russland) die Erinnerungskultur auf verschiedenen Ebenen (Topographie, Museum, Akteure, öffentliche Debatten in Medien, Gedenkrituale) zu analysieren. Die Ergebnisse sollen in eine interaktive Plattform eingepflegt (Memory-Wiki) und auf öffentlichen Veranstaltungen vorgestellt werden. Das „Memory-Wiki“ ist eine interaktive Plattform, an der jede Bürgerin und jeder Bürger mitarbeiten kann.
Um dies zu erleichtern wird ein Leitfaden für MultiplikatorInnen entwickelt, der zur Mitwirkung am „Memory-Wiki“ aufruft und Methoden zur Auseinandersetzung mit der lokalen Erinnerungskultur bereitstellt. Die aktive Mitwirkung an dem Wiki stellt eine niedrigschwellige historische Lernform dar, die sich für die schulische wie auch außerschulische Bildung sehr gut eignet. Auf diesem Wege hoffen wir, dass sich die Erinnerungsarbeit an vielen Orten in Deutschland und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion fortsetzt und sich die junge Generation mit ihrer lokalen Geschichte vertraut macht.

Das Projekt wird durchgeführt von KONTAKTE-KOHTAKTbI (Rosanna Dom, Ragna Vogel). Projektpartner sind die Universität Bremen, die Nationale Universität Dnjepropetrovsk „Oles Honchar“, die Südliche Föderale Universität Rostov am Don und die Higher School of Economics in Moskau. Die Begegnungen finden in Bremen, Dnipro und Rostov am Don statt.

Gefördert durch:

Stiftung Erinnerung Lindau