Wiki-Memory: Zweite Projektbegegnung in Rostow am Don

„Zmijovskaj Balka“: An diesem Ort wurden im August 1942 27.000 Personen erschossen. Die Hauptopfergruppe machten Juden aus, aber auch mehrere Hundert sowjetische Kriegsgefangene kamen hier um. Heute befindet sich dort ein Gedenkensembel aus sowjetischer und postsowjetischer Zeit.

Vom 21. bis 27. Februar 2019 fand unsere zweite Projektbegegnung in Rostow am Don an der Südföderalen Universität statt. In verschiedenen Workshops diskutierten wir über unser Projektergebnis, die online-Plattform. Dabei versuchten die Teilnehmenden zu definieren, was für sie „vergessen“ (vergessene Opfer) bedeutet und welchen vergessenen Opfer, außer den den sowjetischen Kriegsgefangenen, sie die Plattform widmen wollen. Dabei stellten sie fest, dass viele Faktoren hierbei eine Rolle spielen. Ferner lernten sie während Exkursionen, die Erinnerungskultur an vergessene NS-Opfer in Rostow am Don kennen.

Am 25. Februar 2019 fand eine Konferenz mit dem Titel „Sowjetische Kriegsgefangene und zivile sowjetische Opfer des Nationalsozialismus: Erinnern und Vergessen in Deutschland und Russland“ statt. Während dieser stellten Studierende aus Bremen und Rostow die Zwischenergebnisse ihrer Recherchen zu Erinnerungsorten an sowjetische Kriegsgefangene und andere vergessene NS-Opfer vor. Ferner schilderten J. V. Alekseev und A. L. Kozhin in Vorträgen ihre Arbeit im Bereich Gedenkkultur. J. V. Alekseev ist Leiter der kleinen Stiftung „Verbürgte Geschichte“ in Pskov. Er setzt sich dafür ein, dass an dem Ort, an dem ein Lager für sowjetische Kriegsgefange während des Zweiten Weltkriegs bestand, eine Gedenkstätte eingerichtet wird. Der zweite Referent, A. L. Kozhin, ist Leiter der Rostower Abteilung der Allrussischen Gesellschaft für den Schutz von historischen und kulturellen Denkmälern. In seinem Vortrag skizzierte er den schwierigen Weg von der Denkmalidee bis zur Umsetzung. Dabei gibt es oft nicht nur viele bürokratische und finanzielle Hürden, sondern auch Konflikte von Interessensgruppen.