KONTAKTE-KOНTAKTbI ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für einen engen Austausch im Geiste des Humanismus mit den Ländern des östlichen Europas, Zentralasiens und des Kaukasus einsetzt. Der Verein fördert vor allem im internationalen Austausch interkulturelle Toleranz, Aufklärung über Geschichte und Zuwendungen für die Opfer der NS-Zeit im östlichen Europa, dem Kaukasus und Zentralasien. Humanitäre Hilfe und wissenschaftliche Vermittlung werden geleistet, wo das Gesundheitswesen in den Partnerländern diese benötigt.

Wir verurteilen den Überfall auf die Ukraine!

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Freundinnen und Freunde von KONTAKTE-KOHTAKTbl,

am 24. Februar, auf den Tag genau 32 Jahre nach der Gründung unseres Vereins, wurde der Gründungsgedanke in seinen Grundfesten erschüttert. Völkerrechtliche Prinzipien wie die staatliche Souveränität und die territoriale Integrität wurden durch den Angriffskrieg des Präsidenten der Russischen Föderation gegen die Ukraine bedroht – mit verheerenden Folgen für die dortige Zivilbevölkerung. Der neue Krieg in Europa hat unermessliches Leid für alle gebracht und ist durch nichts zu rechtfertigen.

Von Beginn an hat sich KONTAKTE-KOHTAKTbI e. V. der Förderung des Humanismus, der Verständigung und interkulturellen Toleranz sowie der Aufklärung über Geschichte und Zuwendungen für die Opfer der NS-Zeit in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion verschrieben. Gerade vor diesem Hintergrund können wir die zynische Umdeutung der Geschichte durch Vladimir Putin, die Gleichsetzung des ukrainischen Staates mit NS-Deutschland zur Rechtfertigung der Aggression, nicht hinnehmen. Diese Umdeutung von Geschichte zur Legitimation eines illegitimen Kriegs ist verwerflich und zutiefst beleidigend für das Gedenken an Millionen von Opfern des Nationalsozialismus und an diejenigen, die gegen ihn gekämpft haben, darunter russische und ukrainische Soldatinnen und Soldaten der Roten Armee.

Unsere Solidarität und unser Mitgefühl gilt den Menschen in der Ukraine, die um ihr Leben fürchten. Unsere Solidarität gilt aber auch allen Menschen in Russland und der ganzen Welt, die ungeachtet aller Repressionen den Mut haben, sich gegen diesen Krieg zu stellen.

Terra Oblita – Open Memory Map ist eine internationale Plattform, die geschaffen wurde, um die Erinnerung an NS-Opfer wachzurufen, die keine oder wenig Berücksichtigung in der öffentlichen Erinnerungskultur finden. Die Plattform möchte dazu motivieren, sich für die lokale Erinnerung an die NS-Opfer einzusetzen, nach Informationen über weitgehend unbekannte Erinnerungsorte zu recherchieren. Sie ist eine interaktive Karte, auf der Besucher*innen eigene Recherchen zu einem Erinnerungsort veröffentlichen können. Terra Oblita entstand als Teil des Projektes Memory-Wiki.

Die Unterrichtsentwürfe für das Fach Geschichte zum Thema „Vernichtungskrieg in der Sowjetunion aus der Perspektive von ‚vergessenen‘ NS-Opfern“.

Die Unterrichtsentwürfe sind im Rahmen des Projekts „New views on history – Geschichtslehrkräfte aus Russland, Belarus, der Ukraine und Deutschland erarbeiten Unterrichtsentwürfe zu NS-Vernichtungskrieg“ 2019 bis 2021 entstanden.

Die Unterrichtsentwürfe stehen zum kostenlosen Download für die Nutzung von nicht kommerzieller Bildungszwecke bereit.

Ein Anliegen von KONTAKTE-KOHTAKTbI ist die Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen in Osteuropa. Die dem Verein verbundene Initiative Gedenkort für die Opfer der NS-„Lebensraum“-Politik setzt sich in diesem Sinne für eine Erweiterung des Gedenkens im Zentrum Berlins ein.

Ziel der Initiative ist die Schaffung eines Informations- und Gedenkortes, der an die Opfer des deutschen Vernichtungskrieges und der daraus folgenden Besatzungsherrschaft erinnert und so eine bestehende Leerstelle in der bisherigen Erinnerungskultur füllt.

Die Geschichte der Beziehungen zwischen unseren Ländern ist reich an nachwirkenden Verletzungen und geteilten Erfahrungen. Es bedarf des dichten Austauschs von Ideen und der persönlichen Begegnungen zur Überwindung unserer Klischees und Fehlwahrnehmungen. Das geschieht in unseren multinationalen Projekten zur Geschichtserinnerung, durch Vorträge, Workshops, Ausstellungen und Publikationen.

Unsere Solidarität gilt vergessenen NS-Opfern in Ländern der ehemaligen Sowjetunion: sowjetischen Kriegsgefangenen, KZ- und Ghettoüberlebenden, minderjährigen Zwangsarbeitern und Überlebenden der „verbrannten Dörfer“. Im Rahmen des Projekts „Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer“ haben wir seit 2003 über 10.000 Personen 5 Mio. € übergeben.

Seit 1990 unterstützen wir im Projekt „Partnerschaft für leukämiekranke Kinder in Russland und Belarus“ das Moskau-Berlin-Protokoll, nach dem jährlich viele hundert leukämiekranke Kinder in Russland und weiteren Ländern behandelt werden.

In unserem Berliner Domizil finden regelmäßig Veranstaltungen zu Kultur, Geschichte und Politik von Ländern der ehemaligen Sowjetunion statt, die allen Interessierten offenstehen.

Büro KONTAKTE-KOHTAKTbI

Unser Verein erhält keinerlei institutionelle Förderung. Für unsere Arbeit sind wir deshalb auf Fördermitglieder angewiesen, die diese regelmäßig und verlässlich unterstützen. Auch unsere humanitären Projekte werden fast ausschließlich durch Einzelspenden ermöglicht.

KONTAKTE-КОНТАКТЫ bat ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, Überlebende der verbrannten Dörfer in Belarus sowie Überlebende der Schoah in der Ukraine, denen der Verein eine Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts übermittelte, ihre Erinnerungen an das ihnen durch die deutschen Besatzer zugefügte Leid aufzuschreiben. Um die Öffentlichkeit in Deutschland über diese NS-Verbrechen aufzuklären, veröffentlichten wir von Juni 2006 bis Ende Dezember 2016 insgesamt 526 Briefe ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener als "Freitagsbriefe". Seit Juni 2017 veröffentlichen wir Briefe der Überlebenden verbrannter Dörfer in Belarus und der Überlebenden der Schoah aus unserem Archiv. Seit Februar 2020 widmen wir uns noch einer Gruppe von NS-Opfern in der Ukraine – ehemaligen "minderjährigen Häftlingen". Auch ihre Geschichten erreichen uns und können auf unserer Webseite und Facebook-Seite gelesen werden.

Das Massaker von Babyn Jar 1941: Zeitzeuginnengespräch mit Switlana Petrowskaja am 27.01.2026

13. January 2026

Anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus laden dieStiftung Topographie des Terrors, die Stiftung Denkmal für die ermordeten JudenEuropas und der Verein KONTAKTE-KOHTAKTbI zu einem Zeitzeugingespräch ein. Vor dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion lebten in Kyjiw, der Hauptstadt der Ukrainischen Sowjetrepublik,…

Preis der Dr. Karl A. Lamers Friedens-Stiftung für Dissertation von Verena Meier verliehen

7. January 2026

Unser Vorstandsmitglied Verena Meier wurde für ihre Dissertation „Kriminalpolizei und Völkermord. Die nationalsozialistische Verfolgung von Sinti und Roma in Magdeburg und die Aufarbeitung dessen unter den Alliierten sowie in der DDR“ an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit dem Preis der Dr. Karl A. Lamers Friedens-Stiftung ausgezeichnet.  Mit diesem Preis würdigt die Universität Heidelberg herausragende wissenschaftliche Beiträge…

Gefühlserbschaften und Umgang mit Trauma: Workshop für Nachkommen von NS-Verfolgten in Berlin am 22.11.2025

14. November 2025

„Welche Stimme haben wir?“ – Familiengeschichten erzählen, verstehen, weitergeben: Gefühlserbschaften und Umgang mit Trauma – Dialog zwischen Nachkommen von Verfolgten und Nachkommen von Täter:innen/ Mittäter:innen/ Mitläufer:innen Am Samstag, den 22. November 2025 von 10:00 bis 16:00 Uhr lädt der Bundesverband zum Workshop in Berlin ein….

JENSEITS VON PUTIN: Wie tickt die russische Gesellschaft? Jour fixe am 24.10.2025

7. October 2025

Vorstellung des SPIEGEL-Bestsellers mit Gesine Dornblüth und Thomas Franke am 24.Oktober 2025 um 19:00 Uhr bei KONTAKTE- KOHTAKTbI e.V., Feurigstraße 68, 10827 Berlin-Schöneberg am S1-Bahnhof Julius-Leber-Brücke Als Russland am 24. Februar 2022 die Ukraine angriff, schien das großen Teilen der russischen Gesellschaft egal zu sein….