Veranstaltungen

16. Februar 2018 – Jour fixe

Einladung zum Jour fixe am Freitag, 16. Februar 2018, 19 Uhr im KOHTAKTbI-Domizil.

Mikroben, Märsche, Meditationen –
Frühe sowjetische Klaviermusik

Foto: Ragna Vogel.

In der russischen Musik liegt der große Einschnitt nicht bei der Oktoberrevolution von 1917, sondern schon 1908, als Alexander Skrjabin begann, atonal zu schreiben und ihm viele folgten mit Zwölftonversuchen, Mikrointervallen, elektronischer Musik – alles lange vor ähnlichen Experimenten im Westen. Diese Avantgarde verließ zum großen Teil nach der Revolution das Land. Was blieb, war ein buntes Spektrum aus spätromantischen Meditationen, kühn dissonanten Visionen und plakativer Musik aus sowjetischem Geist. Gottfried Eberle wird den Flügel diesmal  nicht nur für Zwischenspiele bedienen, sondern flächendeckend einen Kontakte-Abend lang.

Wir bitten um Anmeldung per Email info@kontakte-kontakty.de, Telefon: 78 70 52 88

 

12. Januar 2018 – Jour fixe

Einladung zum Jour fixe am Freitag, 12. Januar 2018, 19 Uhr im KOHTAKTbI-Domizil.

„Hab verirrt mich im Himmel“
Der Dichter Ossip Mandelstam

Foto: Datenbank pixabay

1891 ist er in eine jüdische Kaufmannsfamilie in Warschau hineingeboren, wächst in St. Petersburg auf, schließt sich dem Kreis der Akmeisten um Anna Achmatowa an, der dem herrschenden Symbolismus eine diesseitigere Dich­tung entgegensetzte. Er, der sich als Europäer fühlt, reist viel, liebt besonders den Kaukasus. Sein „Epigramm gegen Stalin“ führt zu seiner Verhaftung und Verbannung nach Woronesh, wo er seine letzten Gedichte schreibt. Am 27. Dezember 1938 ist er auf dem Weg in ein sibirisches Lager umgekommen. Erst in den 60er Jahren konnten seine Gedichte wieder erscheinen.

Michael Hanemann wird aus ihnen lesen. Gottfried Eberle durchstreift die Biografie Mandelstams und durchwebt sie mit Musik auf Klavier und Bratsche.

Wir bitten um Anmeldung per Email info@kontakte-kontakty.de, Telefon: 78 70 52 88

 

17. November 2017 – Jour fixe

Einladung zum Jour Fixe am Freitag, 17. November 2017, 19 Uhr, im KOHTAKTbI-Domizil:

Viktor Schklowskij: Empfindsame Reise

Foto: Datenbank pixabay

„Wenn du fällst wie ein Stein, solltest du nicht denken, wenn du denkst, solltest du nicht fallen. Ich habe zwei Tätigkeiten vermischt.“
Das war das Resümee des Literaturwissenschaftlers und Sozialrevolutionärs Viktor Borisowitsch Schklowskij (1896-1984), der als Mitbegründer der formalistischen Schule in der Literaturwissenschaft des 20. Jahrhunderts einen wichtigen Platz einnimmt. 1923 beschrieb er im unmittelbaren Rückblick, ohnmächtiger Beteiligter und exakter Beobachter zugleich, Revolutionsereignisse und Bürgerkrieg – ein Panorama elementarer Gewalt, die der Steuerung weitgehend entglitten war.

Einführung und Lesung: Peter Jahn

Wir bitten um Anmeldung per Email info [at] kontakte-kontakty.de, Telefon: 78 70 52 88

 

6. November 2017 – Kino

“Montagskino” am 6. November 2017, 19 Uhr, im KOHTAKTbI-Domizil:

1917 – 2017 Oktoberrevolution
„Das Ende von St. Petersburg”

UdSSR 1927, 105‘, Regie: Wsewolod Pudowkin, Stummfilm

Foto: Igor Ovsyannykov (Datenbank unsplash)

Der Film beschreibt die Entwicklung eines Landarbeiters zum Revolutionär, den Sturm auf das Winterpalais und die Wandlung von St. Petersburg in Leningrad. Der Film entstand zum 10. Jahrestag der Oktoberrevolution und konkurrierte mit Eisensteins „Oktober“. Pudowkins Film wurde deshalb nur selten gezeigt. Unverdient, denn es gelang Pudowkin »die absolute Filmdichtung«, wie der Schriftsteller Heinrich Mann anlässlich der deutschen Erstaufführung lobte.

Gottfried Eberle begleitet am Klavier.