Unser Vorstandsmitglied Verena Meier wurde für ihre Dissertation „Kriminalpolizei und Völkermord. Die nationalsozialistische Verfolgung von Sinti und Roma in Magdeburg und die Aufarbeitung dessen unter den Alliierten sowie in der DDR“ an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit dem Preis der Dr. Karl A. Lamers Friedens-Stiftung ausgezeichnet.

Mit diesem Preis würdigt die Universität Heidelberg herausragende wissenschaftliche Beiträge im Bereich Frieden, Freiheit und Sicherheit, welche von hoher gesellschafts-politischer Relevanz sind. Verena Meier teilt sich in diesem Jahr den Preis mit der Politologin Dr. Carmen Wintergerst, die autokratische Tendenzen politischer Führungs-persönlichkeiten in drei südostasiatischen Demokratien – Indonesien, den Philippinen und Thailand –analysiert hat.
Die Jury betonte, dass beide Dissertationen auf eindrucksvolle Weise eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft schlagen und aufzeigen, wie fragil Demokratien sind und wie sie weiterhin von innen heraus erodieren können. Die Auszeichnung der Dissertation von Verena Meier stärkt insgesamt die Stimmen einer lange marginalisierten Minderheit für Gerechtigkeit und deckt die tief verwurzelten Polizeipraktiken auf, die Antiziganismus über Epochen und Systeme hinweg reproduziert haben.
Zudem betonte die Jury, dass Verena Meier eine sozial und gesellschaftspolitisch sehr vielfältig engagierte Person ist, die sich der Auseinandersetzung der verdrängten Kapitel unserer Geschichte gerade in Hinblick auf Minderheiten wie der deutschen Sinti und Roma verschrieben hat. Dieses Engagement setzt sie auch in unserem Verein um, wo sie federführend an der Initiierung des Hilfsnetzwerk für Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine in Folge des vollumfänglichen russischen Angriffs auf die Ukraine im Frühjahr 2022 beteiligt war. Außerdem initiierte sie das aktuelle Oral-Hsitory Projekt “Safeguarding oral history of the genocide of Roma in Ukraine“, welches wir zusammen mit der ukrainischen Roma-Organisation ARCA und dem Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies an der Yale University umsetzen. Bis Ende 2026 werden wir 45 neu aufgezeichnete Interviews mit überlebenden ukrainischen Romnja und Roma in einer online Datenbank zur Verfügung stellen.
Die Dissertation erscheint Mitte 2026 im Open-Access Format sowie in Druckform als Band 9 der Schriftenreihe „Antiziganismusforschung interdisziplinär“ im Verlag Heidelberg University Publishing (HeiUp).
Von Herzen gratulieren wir unserer Kollegin Verena Meier zu dieser besonderen und wohlverdienten Auszeichnung!
