{"id":5029,"date":"2023-02-09T12:04:12","date_gmt":"2023-02-09T11:04:12","guid":{"rendered":"https:\/\/kontakte-kontakty.de\/?p=5029"},"modified":"2023-02-09T12:04:27","modified_gmt":"2023-02-09T11:04:27","slug":"aleksandra-nikiforowna-st-freitagsbrief-nr-224","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kontakte-kontakty.de\/ru\/aleksandra-nikiforowna-st-freitagsbrief-nr-224\/","title":{"rendered":"Aleksandra Nikiforowna St.\u2013 Freitagsbrief Nr. 224"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Belarus, Gebiet Mogiljow<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Lieber Bernhard Blankenhorn und Ragna Vogel!<\/p>\n\n\n\n<p>Vielen Dank f\u00fcr den Brief, den Sie mir geschickt haben. Auch ich m\u00f6chte Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr w\u00fcnschen. Ich w\u00fcnsche Ihnen Gesundheit und Erfolg bei Ihrer schwierigen Arbeit f\u00fcr den Frieden, und dem deutschen Volk w\u00fcnsche ich Frieden und Wohlergehen. Und vielen Dank an alle, die f\u00fcr den Frieden spenden. Richten Sie ihnen meine Gr\u00fc\u00dfe aus und danken Sie ihnen in meinem Namen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin Belarussin mit einigen polnischen Wurzeln. Ich bin 88 Jahre alt, verwitwet und gl\u00e4ubig. Zu Beginn des Jahres 1941 war ich 6 Jahre und 5 Monate alt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist es, was mir in Erinnerung geblieben ist:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Krieg traf uns auf dem Bahnhof Miloye der belorussischen Eisenbahn. Wir wohnten in einer Kaserne in der N\u00e4he der Eisenbahnbr\u00fccke. Meine Mutter brachte fr\u00fch die Kuh auf die Weide. Der Zug hielt an, und der Lokf\u00fchrer verk\u00fcndete, dass der Krieg ausgebrochen sei und dass wir hier wegm\u00fcssten, weil sie die Br\u00fccke bombardieren k\u00f6nnten. Ich habe damals bei Verwandten in einem anderen Dorf \u00fcbernachtet. Meine Gro\u00dfmutter wurde geschickt um mich zu holen. Sie kam und erz\u00e4hlte mir, dass der Krieg begonnen hatte. Das Milit\u00e4r hatte sie in einen Karzer gesperrt, um sie daran zu hindern, eine Panik auszul\u00f6sen. Denn dort war ein Artillerie-Schie\u00dfplatz. Er wurde aus einem Flugzeug beschossen, ebenso wie die Hirten, die nachts die Pferde weideten. Dann wurde meine Gro\u00dfmutter entlassen. Wir fuhren in unsere Heimat im Dorf Sin\u2018kov.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Zeit der Besatzung lebte ich mit meinen Eltern im Dorf Sin\u2018kov im Gebiet Mogiljow. Zu Beginn des Krieges war in unserem Dorf nichts besonders Schlimmes zu h\u00f6ren. Die Dorfbewohner brachten die Ernte der Kolchose ein und verteilten sie. Meine Gro\u00dfmutter, meine Mutter und mein Vater halfen auch bei der Ernte, aber man lie\u00df f\u00fcr uns nur Krumen \u00fcbrig. Im Winter hungerten wir schon, und im Fr\u00fchjahr 1942 herrschte Hungersnot. Wir waren nur zu froh, wenn wir ein St\u00fcckchen Brot bekamen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die neuen Beh\u00f6rden stellten eigene Regeln und Gesetze auf. Das war alles im Jahr 1941. Sie w\u00e4hlten oder ernannten Obleute. Ein anderer Befehl: keine Juden, Zigeuner und Soldaten der abziehenden Armee ins Dorf lassen. Bei Zuwiderhandlungen war die ganze Familie \u201ekaputt\u201c. Also hatten alle Angst. Ich hatte vor allem Angst vor der Bombardierung. Die Tante meiner Mutter kam aus dem Dorf Bolshiye Belevitshi und erz\u00e4hlte, ihr Dorf sei zerbombt und niedergebrannt worden. &nbsp;Es hatte sehr viele Opfer gegeben, und es herrschte Trauer um die Menschen, die jetzt obdachlos waren, und um die Angeh\u00f6rigen, die vom Flugzeug aus erschossen worden waren. Es war irgendwie entsetzlich. Diese Trag\u00f6die ereignete sich wahrscheinlich Ende 1941 oder Anfang 1942.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis Juni 1942 war fast alles normal. So sah es jedenfalls f\u00fcr mein kindliches Gem\u00fct aus. Aber schon 1941 wurde mein Onkel Pjotr Efremowitsh Alshewskij get\u00f6tet. So machten wir Bekanntschaft mit den neuen Machthabern. Wie es zu dieser Trag\u00f6die kam, will ich nicht beschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die schrecklichsten Vorkommnisse in unserem Dorf geschahen im Juni 1942. Mir blutet das Herz, wenn ich an diese Trag\u00f6die denke. Sechzehn weitere Dorfbewohner wurden umgebracht. Sie wurden zusammen in einer Grube verscharrt. Sie m\u00fcssen das Loch selbst gegraben haben, und dann wurden sie erschossen. Ich war zwar klein, aber ich kannte sie alle. Wir trauerten mit dem ganzen Dorf um sie. Dabei wurden dort auch unsere Verwandten get\u00f6tet. Ich wei\u00df nicht, weshalb sie verhaftet wurden. Ich wei\u00df nur etwas \u00fcber eine Familie aus unserer Verwandtschaft. Der \u00e4lteste Sohn war Mitglied der Partei. Seine Frau war schon zuvor abgeholt worden. Sie hatte ein zwei Wochen altes Baby. Wie grausam und herzlos waren die, die das getan haben! Am n\u00e4chsten Tag wurde die Gro\u00dfmutter abgeholt. Sie nahm das M\u00e4dchen auf den Arm, niemand hatte Mitleid mit ihr oder dem Kind. Der Gro\u00dfvater wurde zusammen mit der Gro\u00dfmutter get\u00f6tet. Diese Frau hinterlie\u00df f\u00fcnf Waisenkinder.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erz\u00e4hle Ihnen von noch einem Verbrechen. Eine andere Mutter von vielen Kindern wurde ebenfalls ermordet. Sie hatte vier T\u00f6chter und f\u00fcnf oder sechs S\u00f6hne. Zwei S\u00f6hne, wahrscheinlich Komsomolzen, flohen in den Wald, w\u00e4hrend der Rest der Familie zu Hause war: &nbsp;der \u00e4lteste Sohn mit seiner Familie und seinen Kindern und j\u00fcngeren Br\u00fcdern, und ein Neffe mit seiner Familie. Alle wurden erschossen, au\u00dfer den T\u00f6chtern. Ein Verwandter von ihnen war B\u00fcrgermeister, der freiwillig diente oder vielleicht unter Zwang. Sie fragten ihn, was sie mit den Br\u00fcdern machen sollten, wenn sie aus dem Wald zur\u00fcckkehren w\u00fcrden. Als die zweiw\u00f6chige Einkesselung aufgehoben wurde, kehrten die Jungen nach Hause zur\u00fcck. Ihre Schwester rannte los und informierte ihren Schwager, den B\u00fcrgermeister. Kaum hatte sie die Schwelle des Hauses \u00fcberschritten, kamen die Bestien auf ihren Motorr\u00e4dern angerast. Die Jungen st\u00fcrzten hinaus, einer wurde in der N\u00e4he des Hauses, der andere am Brunnen get\u00f6tet. Ich habe es selbst gesehen und war sehr erschrocken. Die Jungen waren vielleicht f\u00fcnfzehn oder siebzehn Jahre alt. So tat sich der diensteifrige Verwandte hervor. Ich denke: W\u00e4ren sie nicht weggelaufen, h\u00e4tte man sie vielleicht aufgegriffen und als \u201ePolizaj\u201c [einheimische Helfer der Besatzer \/ d.\u00dcbers.] rekrutiert oder nach Deutschland verschleppt. Aber es war eine brutale. Tat. &nbsp;Und die j\u00fcngeren Knaben wurden get\u00f6tet, weil sie Pioniere waren. Gott ist Zeuge davon, was dieser Familie geschehen ist. Ich wei\u00df es nicht genau, aber so wurde es erz\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wohnten in einer H\u00fctte an einem Feldweg etwa zweihundert Meter vom Dorf entfernt. In der N\u00e4he unserer H\u00fctte war ein solches Schlagloch in der Stra\u00dfe, dass jedes Auto vor ihm langsamer fuhr, und uns das Herz in die Hose rutschte, weil wir f\u00fcrchteten, es wollte uns abholen. &nbsp;Aber Gott sei Dank haben sie uns nicht anger\u00fchrt. In unserem Garten wurde ein gro\u00dfes quadratisches Loch gegraben. Hier wurde eine deutsche Artilleriebatterie aufgestellt, und dort befanden sich auch die Besatzungssoldaten, die sie bedienten. Wir hatten sogar Angst, zum Brunnen zu gehen, um Wasser zu holen. Alle hundert Meter sa\u00dfen schlie\u00dflich deutsche Soldaten. Die Deutschen schossen aus dieser Batterie auf den Wald. Ich konnte nicht schlafen und hatte gro\u00dfe Angst. Meine Mutter sagte: \u201eHab keine Angst, mein kleines M\u00e4dchen, die Geschosse fliegen sehr weit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Mein Vater versteckte sich auf dem Heuboden. Niemanden interessierte das, und niemand suchte nach ihm. Aber einmal geschah Folgendes: Einer der Soldaten brachte ein Huhn und sagte meiner Mutter, sie solle es kochen. Das Huhn war alt und wurde nicht recht gar. Als er wiederkam, meinte er, meine Mutter w\u00fcrde sich weigern zu kochen, wof\u00fcr sie einen Tritt in den Hintern bekam. Dann a\u00df und trank er und wollte Mama dazu zwingen, mit ihm zu schlafen. Mama sagte, sie sei hungrig. Er brachte ein St\u00fcck Brot und verlangte immer wieder dasselbe. Da sagte Mama, sie w\u00fcrde sich bei seinem Vorgesetzten beschweren. Er gab auf und zog ab. Wahrscheinlich durften die einfachen Soldaten die Bev\u00f6lkerung nicht schikanieren. Alle Gr\u00e4ueltaten wurden von der Gestapo und der Polizei begangen, Hitlers Handlangern.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1943 wurde erlaubt, die als Grab dienende Grube zu \u00f6ffnen und die Toten zu bestatten. Das ganze Dorf und die Verwandten aus anderen D\u00f6rfern kamen und gruben. Einige hoben Gr\u00e4ber auf dem Friedhof aus, andere suchten nach den Erschossenen und nahmen sie mit. Wir Kinder wollten trotz des \u00fcblen Gestanks auch sehen, wie sie herausgeholt wurden. Und ich habe gesehen, wie meine Mutter das M\u00e4dchen Maria mit Hilfe anderer herausgezogen hat. Ihr Vater, ihre Mutter und ihr \u00e4lterer Bruder waren ebenfalls get\u00f6tet worden. Der j\u00fcngere Bruder hatte sich im Wald versteckt. Ihr Familienname war Boroditsch. Der \u00e4ltere Bruder hinterlie\u00df drei Waisenkinder. Dann kam auch die Mutter dieser Kinder irgendwo um: entweder durch Banditen oder durch Deutsche. Niemand wei\u00df, wie und wo.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen Herbst 1943 schlachteten Partisanen die K\u00fche, stellten W\u00fcrste her und lagerten sie in einem Trockenger\u00fcst im Vorratshaus. Aber es fand sich wohl ein Verr\u00e4ter, der ausplauderte, was wo zu finden war. Das Ger\u00fcst wurde in Brand gesteckt und auch die anderen H\u00e4user und Geb\u00e4ude.&nbsp; Sie sch\u00fctteten ein brennbares Gemisch darauf &#8211; die D\u00e4cher der H\u00e4user waren mit Stroh gedeckt. Auch unsere H\u00fctte wurde niedergebrannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Partisanen informierten uns, wann welche milit\u00e4rische Einheit der Hitleristen in unsere Richtung zog. Sie warnten uns, wenn wir uns vor den Bestrafern verstecken mussten. Dann gingen alle Familien in den Wald. Im Wald durften keine Feuer angez\u00fcndet werden, aus Angst vor den Faschisten. So sa\u00dfen wir da und verbrachten die N\u00e4chte in der K\u00e4lte und hungrig. Die Familien waren weit voneinander entfernt: Wenn der einen Familie etwas zustie\u00df, konnte sich die andere noch retten. Wir bejammerten uns gegenseitig.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun werde ich Ihnen von den Verlusten unserer Familie und Verwandten berichten.<\/p>\n\n\n\n<p>1941 wurde mein Onkel auf dem Bahnhof von Miloye get\u00f6tet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Onkel meiner Mutter und seine Frau wurden in Mogiljow auf dem Sowjet-Platz wegen Kontakten zu Partisanen geh\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der 1926 geborene Bruder meiner Mutter, Iwan Potapowitsch, wurde nach Deutschland verschleppt und kehrte nie zur\u00fcck. Er war noch sehr jung. Meine Gro\u00dfmutter und alle meine Verwandten trauerten lange Zeit sehr um ihn. Als diejenigen, die mit ihm in Haft gewesen waren, zur\u00fcckkehrten, sagten sie, er sei in den Westen geflohen. Vielleicht war er noch irgendwo am Leben, denn die Verschleppten wurden [nach der R\u00fcckkehr \/ die \u00dcbers.] nicht gerade freundlich behandelt. Ich wei\u00df nicht, als was die Nazis diese Gewaltma\u00dfnahme dokumentierten: als freiwillig oder irgendwie anders. Sie schafften es, die Menschen bei der Verschleppung zum Lachen zwingen, wenn sie weinen wollten, und sie machten Fotos davon. Meine Gro\u00dfmutter war dabei, als sie verladen wurden, und schluchzte und flehte so sehr, dass sie fast erschossen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Papier und Gesundheit reichen nicht aus, um all das zu beschreiben. Das Ganze fand im Dorf Zhurowok, Bezirk Berezinskij, Gebiet Minsk, statt. Und wie viele meiner Verwandten sind an der Front umgekommen! Ich kann die Opfer nicht mehr z\u00e4hlen. Sehr viele!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich werde noch eine Gr\u00e4ueltat der Faschisten schildern, die mir noch jetzt die Tr\u00e4nen in die Augen treibt, wenn ich mich an diese Trag\u00f6die erinnere, die sich Ende 1941 oder 1942 zutrug: Ein Vater, seine beiden S\u00f6hne, seine beiden T\u00f6chter und seine Schwiegertochter flohen in den Wald und versteckten sich dort. Dann gingen sie zu den Partisanen. Und seine Frau (die Mutter dieser S\u00f6hne und T\u00f6chter) blieb mit ihrer j\u00fcngeren Tochter und den Enkelkindern zu Hause. Eines Tages gingen sie alle in den Wald und setzten sich an den Weg um auszuruhen. \u00a0Die j\u00fcngste Tochter Maria ging Heidelbeeren suchen. Die drei Enkelkinder waren M\u00e4dchen. Eins von ihnen hatte eine Tasse in der Hand und wartete darauf, dass Maria Beeren bringen w\u00fcrde. Pl\u00f6tzlich h\u00f6rte Maria Maschinengewehrfeuer. Nachdem sie eine Weile gewartet hatte, lief sie zu dem Haus, in dem die Mutter und die Kinder waren. Mutter und Kinder waren tot. Das Blut des M\u00e4dchens, das die Tasse hielt, lief in die Tasse. Welches Grauen und welches Leid musste Maria ertragen! Nur Unmenschen und Bestien konnten so etwas tun! Als Maria selbst mir von dieser Trag\u00f6die erz\u00e4hlte, habe ich sehr geweint, denn ich kannte die Familie sehr gut. Der Vorfall ereignete sich im Dorf Zalitshinka im Bezirk Klitshewskij im Gebiet Mogiljow.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab noch ein schreckliches und brutales Ereignis. Beim R\u00fcckzug der deutschen Armee \u00fcber die Minsker Chaussee (Mogiljow-Minsk), warnten uns die Partisanen, wir sollten uns in den W\u00e4ldern verstecken. Weil die Nazis auf dem R\u00fcckzug w\u00fctend seien und Zivilisten t\u00f6ten k\u00f6nnten. In der Nacht vom 27. auf den 28. Juli versteckten sich meine Mutter, Verwandte und andere Dorfbewohner und ich im Wald. Die Partisanen blockierten die Stra\u00dfe und es kam zu einem furchtbaren Kampf. Es gab viele Opfer auf beiden Seiten. Daf\u00fcr r\u00e4chten sich die Faschisten an den Zivilisten, die ihnen auf ihrem Weg begegneten, und zwar im Dorf Rubezh im Bezirk Belynick im Gebiet Mogiljow. Die M\u00e4nner und einige junge Menschen flohen in den Wald, Frauen mit Kindern und alte M\u00e4nner versteckten sich in Unterst\u00e4nden (gro\u00dfe Gruben, die von oben mit Baumst\u00e4mmen und Erde abgedeckt wurden). Die Nazis warfen Granaten und feuerten Maschinengewehrsalven in diese Unterst\u00e4nde. Ich kannte viele dieser Menschen. Sie waren von den Bauernh\u00f6fen im Dorf Sin\u2019kow umgesiedelt worden. Das ist einen oder eineinhalb Kilometer von unserem Dorf entfernt. Das war ein wahres Blutbad.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Tag der Befreiung war nah, und es wurde noch so viel Blut vergossen. Alle das, was ich weiter oben geschrieben habe, erfuhr ich von Menschen, die mir nahestehen \u2013Maria&nbsp; Todorowna Malashko \u2013 sie erlitt eine Verletzung am Bein, ihre Mutter und ihr Bruder wurden ermordet. Au\u00dferdem berichtete mir ziemlich ausf\u00fchrlich Aleksandra Wasil\u2019yewna Boroditsh.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich k\u00f6nnte noch mehr schreiben, aber ich sehe schlecht, und diese Erinnerungen sind nichts f\u00fcr mein krankes Herz. Vor Kurzem wurde ich an der rechten Wange operiert.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe alles auf Russisch mit belorussischen Einschiebseln aufgeschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>November \u2013 Dezember 2022. 9. Dezember 2022 \u2013 Tag des Gedenkens<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erlaube die Ver\u00f6ffentlichung meiner Erinnerungen \u00fcber die tragischen Tage w\u00e4hrend des Gro\u00dfen Vaterl\u00e4ndischen Kriegs, die ich auf dem Gebiet von Belarus\u2018 durchgemacht habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich best\u00e4tige pers\u00f6nlich, durch meine Unterschrift, dass ich, Aleksandra Nikiforowna St.<\/p>\n\n\n\n<p>den Text geschrieben habe.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>(Unterschrift)<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00dcbersetzung: Karin Ruppelt und Igor Makarow<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Belarus, Gebiet Mogiljow Lieber Bernhard Blankenhorn und Ragna Vogel! Vielen Dank f\u00fcr den Brief, den Sie mir geschickt haben. Auch ich m\u00f6chte Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr w\u00fcnschen. Ich w\u00fcnsche Ihnen Gesundheit und Erfolg bei Ihrer schwierigen Arbeit f\u00fcr den Frieden, und dem deutschen Volk w\u00fcnsche ich Frieden und Wohlergehen. 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