{"id":3342,"date":"2019-12-13T12:46:41","date_gmt":"2019-12-13T11:46:41","guid":{"rendered":"https:\/\/kontakte-kontakty.de\/?p=3342"},"modified":"2020-06-25T16:02:39","modified_gmt":"2020-06-25T14:02:39","slug":"powerin-stepan-wasiljewitsch-neuer-freitagsbrief-nr-108","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kontakte-kontakty.de\/ru\/powerin-stepan-wasiljewitsch-neuer-freitagsbrief-nr-108\/","title":{"rendered":"Powerin Stepan Wasil&#8217;jewitsch &#8211; Freitagsbrief Nr. 108"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ukraine, Gebiet Donezk<\/strong><br><strong>Powerin Stepan Wasil\u00b4jewitsch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dieser Brief stammt aus dem Jahr 2006. Eine Anmerkung: Es ist  nicht wahrscheinlich, dass die Kriegsgefangenen mit Lastwagen nach  Deutschland transportiert wurde, daf\u00fcr wurden G\u00fcterwaggons genutzt.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>Ich, Powerin Stepan Wasil\u00b4jewitsch, wurde \neinberufen am 13. Juni 1941 aus dem Gebiet Gorkij, Bezirk Luk\u00b4janowskij,\n Dorf Salmajdan, wo ich lebte und im Kolchos \u201eWoschod\u201c arbeitete. <\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt wurden aus unserem Dorf etwa 50 Menschen einberufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle  Rekruten wurden ins Lager \u201eOzero Il&#8217;ino\u201c geschickt, dort brachte man  ihnen den Umgang mit Waffen und das Schie\u00dfen bei. Danach wurde man in  die Stadt Gorki geschickt. Dort begann man, Truppen f\u00fcr die Front zu  formieren, Waffen und Munition zu laden, und mit dem Zug schickte man  uns dann an die Wei\u00dfrussische Front. <\/p>\n\n\n\n<p>Man \nbrachte uns in die Stadt Gausy, lud die Waffen aus, und dann gingen wir \nin den Kampf. Eines Tages gerieten wir in einen Kessel, \u00fcber 100 Leute, \nund am 28. August 1941 wurde ich in der Stadt Kritschewo [Gebiet \nWitebsk] gefangen genommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Alle \nGefangenen wurden zu einer Flachsfabrik getrieben, dann zu Fu\u00df nach \nMogilew, wir marschierten einen Tag lang. Man lie\u00df uns in Mogilew \narbeiten, wir \u00fcbernachteten in Fliegerkasernen eines Flugplatzes. Zur \nArbeit trieben uns deutsche Soldaten auf die Felder nach einer Schlacht,\n wo wir M\u00fcll und Beute sammelten, die zu einer Sammelstelle gebracht \nwurden. In Mogilew blieben wir bis 1942. In dieser Zeit \u00fcberstand ich \nTyphus, war einen ganzen Monat krank, mich behandelten deutsche \u00c4rzte. \nIm Lager waren ca. achtzig Tausend Menschen, zwanzig Tausend starben am \nTyphus. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1942 brachte man alle in Autos nach Wilna. In Wilna gab es eine dreiw\u00f6chige Quarant\u00e4ne, wir lebten in Baracken.<\/p>\n\n\n\n<p>Danach \nwurden alle auf Lastwagen geladen und in ein Lager nach Deutschland in \nder N\u00e4he von Gro\u00df-Umstadt [Hessen] gebracht. Nach einiger Zeit fuhr man \nuns ins Dorf Raibach zur Arbeit, wo wir in einem zweist\u00f6ckigen Haus \nwohnten. Die Gefangenen wohnten im zweiten Stock, die \nSoldaten-Wachm\u00e4nner im ersten. Der Herr, bei dem wir arbeiteten, hie\u00df \nOndrisch Fischer, seine Frau \u2013 Krecha, die Kinder Ondrisch und Ilsa. \nInsgesamt arbeiteten dort 12 Gefangene. <\/p>\n\n\n\n<p>Es gab Menschen aus Leningrad, Wei\u00dfrussland und  anderen Orten. Wir machten alles, was der Herr befahl: pfl\u00fcgten, eggten, s\u00e4ten und m\u00e4hten. Der Gutsherr hatten in seinem Besitz: 20 K\u00fche, 2  Pferde, Schweine und H\u00fchner. Als die Kapitulation erkl\u00e4rt wurde, kamen  die Amerikaner und luden alle auf die Lastwagen in Gro\u00df-Umstadt,  anschlie\u00dfend brachte man uns nach Torgau. Dort wurde ich verh\u00f6rt, wie  ich in Gefangenschaft geriet. Nach dem Verh\u00f6r sagte man, wir sollten zu  Fu\u00df nach Hause gehen, so kam ich in das St\u00e4dtchen Kamenka, wo wir in  Zelten wohnten, und von dort aus wurde ich zum Wiederaufbau der  Bergwerke nach Donezk geschickt, wo ich heute lebe.<\/p>\n\n\n\n<p>22.06.05 <em>[Unterschrift]<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ukraine, Gebiet DonezkPowerin Stepan Wasil\u00b4jewitsch Dieser Brief stammt aus dem Jahr 2006. Eine Anmerkung: Es ist nicht wahrscheinlich, dass die Kriegsgefangenen mit Lastwagen nach Deutschland transportiert wurde, daf\u00fcr wurden G\u00fcterwaggons genutzt. Ich, Powerin Stepan Wasil\u00b4jewitsch, wurde einberufen am 13. 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