{"id":3246,"date":"2019-10-25T14:40:08","date_gmt":"2019-10-25T12:40:08","guid":{"rendered":"https:\/\/kontakte-kontakty.de\/?p=3246"},"modified":"2020-06-25T16:05:06","modified_gmt":"2020-06-25T14:05:06","slug":"wladimir-iwanowitsch-tschirkow-neuer-freitagsbrief-nr-103","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kontakte-kontakty.de\/ru\/wladimir-iwanowitsch-tschirkow-neuer-freitagsbrief-nr-103\/","title":{"rendered":"Wladimir Iwanowitsch Tschirkow &#8211; Freitagsbrief Nr. 103"},"content":{"rendered":"\n<p>Dieser\nFreitagsbrief stammt aus dem Jahr 2011, einem Zeitpunkt, an dem an eine\nhumanit\u00e4re finanzielle Anerkennungsleistung an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene\ndurch die BRD noch\nnicht zu denken war. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wladimir Iwanowitsch Tschirkow <\/strong><br><strong>Ukraine, Gebiet Saparoshje<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>01.02.2011<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Guten Tag, sehr\ngeehrte Mitarbeiter der wohlt\u00e4tigen Organisation \u201eKontakte-\u041a\u043e\u043d\u0442\u0430\u043a\u0442\u044b\u201c, die sich f\u00fcr eine Rehabilitierung der\nsowjetischen Kriegsgefangenen einsetzt, die gegen ihren Willen in\nGefangenschaft geraten sind \u2013 sie wurden von der sowjetischen Armeef\u00fchrung\neinfach unbewaffnet in den Tod geschickt, an die deutschen Nazitruppen\nausgeliefert. In der Gefangenschaft starben sie millionenfach den Leidenstod in\nFolge von Hunger und K\u00e4lte. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich, Waldimir\nIwanowitsch Tschirkow, bin Augenzeuge ihres qualvollen Todes. Ich selbst habe\nauch die Gr\u00e4uel des Todes durchlebt, bin aber am Leben geblieben, weil ich\nvorher wusste, dass die Gefangenschaft unausweichlich war und mich darauf\nvorbereitet hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte mir\nZivilkleidung und Lebensmittel besorgt, hatte in meinem Armeesack Zwieback und\nGrie\u00df, was ausreichte, dass ich etwa zwei Wochen keinen Hunger leiden musste.\nDas hat mich vor dem Tod bewahrt. Nachdem wir in Gefangenschaft geraten waren,\ntrieben sie uns in einer Kolonne von mehr als 1000 Personen Richtung Westen, zu\nessen bekamen wir verschiedene Tierkadaver. Ich a\u00df das nicht. Unter meinem\nMantel versteckt trug ich warme Kleidung. Als wir die Station Wolnowacha\nerreichten, passte ich einen g\u00fcnstigen Moment ab, warf meinen Mantel hin und\nrannte durch den noch nicht fertigen Stacheldrahtzaun. So konnte ich mich\nretten.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrte\nGr\u00fcnder der Stiftung, ich w\u00fcnsche Ihnen ein Frohes Neues Jahr 2011 und Frohe\nWeihnachten, und ebenso dem ganzen deutschen Volk und seiner Regierung. Ich\nw\u00fcnsche dem Bundestag und der Kanzlerin, dass sie eine humane Entscheidung in\nBezug auf die sowjetischen Kriegsgefangenen f\u00e4llen und sie als Opfer des\nZweiten Weltkrieges anerkennen. [&#8230;]<\/p>\n\n\n\n<p>Sie haben\ngeschrieben, dass f\u00fcr die sowjetischen Kriegsgefangenen ein Mahnmal aufgestellt\nwerden sollte. Ich m\u00f6chte einen Vorschlag machen, wie es aussehen k\u00f6nnte. Es\nmuss erh\u00f6ht stehen: auf einem Sockel von etwa drei Meter H\u00f6he steht eine etwa\nzwei Meter gro\u00dfe Skulptur. Zu beiden Seiten des Denkmals stehen Pf\u00e4hle aus\nMetall, zwischen denen Stacheldraht gespannt wird. In der Mitte ist eine\n\u00d6ffnung, die der Soldat auseinander biegt, in der rechten Hand h\u00e4lt er eine\nFeldm\u00fctze mit dem Sowjetstern, seine linke Hand ist leer, blut\u00fcberstr\u00f6mt. Er\ntr\u00e4gt eine Soldatenuniform, man sieht darunter sein gestreiftes Hemd, an den\nF\u00fc\u00dfen Soldatenstiefel. Auf der Brust und auf dem R\u00fccken hat er zwei Buchstaben\nin roter Farbe, \u201eSU\u201c. Am Kopf tr\u00e4gt er einen blutigen Verband. Auf dem Sockel\nsteht in Goldlettern das Wort \u201eAljoscha\u201c. Die Inschrift auf dem Sockel sagt: In\newigem Gedenken an die sowjetischen Soldaten, die in der Nazi-Gefangenschaft\ngestorben sind. Am Fu\u00dfe des Denkmals brennt ein Ewiges Licht. Neben dem Mahnmal\nstehen Vitrinen, in denen Fotos und Filme von den sowjetischen Gefangenen\ngezeigt werden. [&#8230;]<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche\nIhnen allen das Allerbeste,<\/p>\n\n\n\n<p>Wladimir\nIwanowitsch Tschirkow<\/p>\n\n\n\n<p><em>Aus dem\nRussischen von Valerie Engler<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Freitagsbrief stammt aus dem Jahr 2011, einem Zeitpunkt, an dem an eine humanit\u00e4re finanzielle Anerkennungsleistung an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene durch die BRD noch nicht zu denken war. 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