{"id":2768,"date":"2019-04-15T14:40:41","date_gmt":"2019-04-15T12:40:41","guid":{"rendered":"http:\/\/kontakte-kontakty.de\/?p=2768"},"modified":"2020-06-25T16:21:04","modified_gmt":"2020-06-25T14:21:04","slug":"jelena-fjodorowna-s-80-neuer-freitagsbrief","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kontakte-kontakty.de\/ru\/jelena-fjodorowna-s-80-neuer-freitagsbrief\/","title":{"rendered":"Jelena Fjodorowna S. \u2013 Freitagsbrief Nr. 80"},"content":{"rendered":"\n<p> Die Briefschreiberin beschreibt den Verlust von H\u00e4usern durch den Beschuss durch die Wehrmacht. Ihr Heimatdorf, Moschtschaniza, geh\u00f6rt trotzdem auch zu den offiziell anerkannten&nbsp; verbrannten D\u00f6rfern d.h., dass nachweislich mindestens 25% der H\u00e4user in Folge deutscher Razzien abbrannten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>80. Neuer Freitagsbrief<\/strong><br><strong>Jelena Fjodorowna S.<\/strong> <br><strong>Belarus, Gebiet Mogiljow<\/strong> <br><strong>Februar 2019<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Im Gro\u00dfen Vaterl\u00e4ndischen Krieg mussten wir viel Schweres, Verluste und M\u00fchsal ertragen. Unser Vater, Fjodor Sacharowitsch, zog 1941 in den Krieg und k\u00e4mpfte bis 1945, bis zum Tag des Sieges. Wir waren vier Kinder, eins, eine Schwester, starb w\u00e4hrend des Krieges durch Hunger und Krankheit. <\/p>\n\n\n\n<p>Seit den ersten Kriegstagen erlebten wir ganz Schreckliches. Bombardierung der friedlichen Bewohner, Beschuss. Infolge des Bombardements durch die deutschen Truppen brannten unsere H\u00e4user. Im Wald am Rande der D\u00f6rfer gruben wir Erdh\u00f6hlen zum Schutz f\u00fcr etwa 20 Menschen und versteckten uns in ihnen w\u00e4hrend der Bombardierungen. Wenn ein Haus abbrannte, lebten wir in einer \u00fcbriggebliebenen Scheune oder Banja. Nachbarn kamen dazu. Tiere, wenn es welche gab (K\u00fche, Schweine, H\u00fchner), nahmen uns die deutschen Soldaten weg. Wenn es Kartoffeln gab, vermischten wir sie mit verbrannten Holzresten und machten so etwas wie Brot. Und als zum Fr\u00fchling hin alles zu Ende ging, sammelten wir auf den Feldern die vom Winter \u00fcbriggebliebenen erfrorenen Kartoffeln , vermischten sie mit Kr\u00e4utern, und Mama buk uns daraus Pfannkuchen. Die konnte man unm\u00f6glich essen, so knirschte der Sand zwischen den Z\u00e4hnen. Wir hielten sie im Mund wie Eis, bis es taut, und schluckten sie hinunter. Wir machten sie aus verschiedenen Pflanzen. <br> <br> Im Sommer gab es im Wald Beeren und Pilze, die wir sammelten. Wenn jemand Getreidek\u00f6rner hatte, s\u00e4ten wir sie auf einem St\u00fcckchen Erde aus und teilten die Ernte, und wenigstens ein kleines bisschen Brot zu haben. Wir beteten zu Gott, dass die kleinen Felder nicht w\u00e4hrend der Bombardements abbrannten. Und wir sammelten auch noch Schalen und Essensreste, die die deutschen Soldaten wegwarfen. <br> <br> Wenn es Razzien gab und die Deutschen Partisanen suchten, versteckten wir uns in den W\u00e4ldern, tranken Wasser aus den S\u00fcmpfen und aus feuchten Stellen im Wald. Die Partisanen und die Sowjetarmee brachten Mehl auf Fuhrwagen und verteilten sie heimlich an die Bev\u00f6lkerung. Und wir, Erwachsene wie Kinder,&nbsp; halfen so gut wir konnten unserer tugendhaften Armee, den Tag des Sieges n\u00e4herzubringen. Wir gaben den Partisanenabteilungen Hinweise auf die Standorte der Milit\u00e4rtechnik des Feindes und deren Menge. So erlebten wir mit der Hilfe Gottes und unserer Armee den Tag des Sieges im Jahr 1945. Wir m\u00f6chten, dass sich den Menschen diese f\u00fcrchterliche Lektion eingepr\u00e4gt hat und sie nie wieder etwas \u00c4hnliches tun. <br> <br> Danke f\u00fcr Ihr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die \u00dcberlebenden des Krieges. <br> <br> Hochachtungsvoll. E.F. S. <br> <br> <em>\u00dcbersetzung aus dem Russischen von Karin Ruppelt <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Briefschreiberin beschreibt den Verlust von H\u00e4usern durch den Beschuss durch die Wehrmacht. Ihr Heimatdorf, Moschtschaniza, geh\u00f6rt trotzdem auch zu den offiziell anerkannten&nbsp; verbrannten D\u00f6rfern d.h., dass nachweislich mindestens 25% der H\u00e4user in Folge deutscher Razzien abbrannten. 80. Neuer FreitagsbriefJelena Fjodorowna S. 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