{"id":370,"date":"2017-11-14T13:40:18","date_gmt":"2017-11-14T12:40:18","guid":{"rendered":"http:\/\/kontakte-kontakty.de\/?page_id=370"},"modified":"2025-09-23T22:16:22","modified_gmt":"2025-09-23T20:16:22","slug":"sowjetische-kriegsgefangene","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kontakte-kontakty.de\/ru\/sowjetische-kriegsgefangene\/","title":{"rendered":"\u041f\u043e\u043c\u043e\u0449\u044c \u0431\u044b\u0432\u0448\u0438\u043c \u0441\u043e\u0432\u0435\u0442\u0441\u043a\u0438\u043c \u0432\u043e\u0435\u043d\u043d\u043e\u043f\u043b\u0435\u043d\u043d\u044b\u043c"},"content":{"rendered":"\n\n\t<p><em>&#8220;Der entscheidende Ansto\u00df zur Kampagne war der explizite Ausschluss von Kriegsgefangenen aus dem Fonds f\u00fcr Zwangsarbeiter, der 2000 per Gesetz beschlossen worden war. Dies geschah, obwohl speziell die sowjetischen Kriegsgefangenen Zwangsarbeit unter unmenschlichen und v\u00f6lkerrechtswidrigen Bedingungen hatten leisten m\u00fcssen. Viele \u00fcberlebten die Strapazen nicht. <\/em><em>Gegen dieses Versagen der Politik stemmten wir uns als kleiner Verein. Wir wollten den wenigen noch lebenden ehemaligen Kriegsgefangenen in den L\u00e4ndern der ehemaligen Sowjetunion wenigstens mitteilen, dass nicht alle Deutschen sie vergessen haben<\/em>.&#8221; Vereinsmitglied Hilde Schramm am 09. Mai 2025<\/p>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kontakte-kontakty.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Bild3-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"294\" height=\"220\" \/>\n<p>Von 2003 bis zum April 2025 warb KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. im Rahmen des Projekts \u201eB\u00fcrger-Engagement f\u00fcr vergessene NS-Opfer in Osteuropa&#8221; fast <strong>7 Millionen Euro<\/strong> Spenden ein und zahlte bis zur Beendigung der Unterst\u00fctzung von ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen im Mai 2025 <strong>an 7.404 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene<\/strong> knapp <strong>4,5 Millionen<\/strong> <strong>Euro<\/strong> aus. Sie lebten in Armenien (550), Belarus (775), Estland (46), Georgien (651), Kasachstan (2), Moldowa (9), Russland (3 .129) und der Ukraine (2.250). Die Unterst\u00fctzung endete 2025 mit dem Tod des letzten uns bekannten ehemaligen sowjetischen Kriegesgefangenen in Armenien.<\/p>\n<p>Zum B\u00fcrgerengagement f\u00fcr vergessene NS-Opfer geh\u00f6rte nicht nur die finanzielle Unterst\u00fctzung, sondern auch der Briefaustausch mit tausenden Kriegsveteranen und deren Familienangeh\u00f6rigen. Alle Spendenempf\u00e4nger erhielten ein pers\u00f6nlich adressiertes Scheiben, in dem unter anderem um die Schilderung ihrer Biografie gebeten wurde, insbesondere zu: Herkunft und Vorkriegszeit, Kampfeinsatz und Gefangennahme, Aufenthalt in den deutschen Lagern und Zwangsarbeit, Befreiung, ggf. Verfolgung unter Stalin und Reintegration in die sowjetische Nachkriegsgesellschaft. Einige der Empf\u00e4nger brachten in einer Kurznotiz ihre Dankbarkeit zum Ausdruck. Andere sandten an den Verein mehr oder weniger umfassende Zeitzeugnisse, woraus h\u00e4ufig ein mehrj\u00e4hriger Briefkontakt entstand. Mitte 2024 umfasste die Sammlung etwa <strong>8.500 Zuschriften<\/strong> datiert aus den Jahren 2004-2013. Einige dieser Briefe wurden als <a href=\"https:\/\/kontakte-kontakty.de\/briefe-von-ns-opfern\/\">&#8220;Freitagsbriefe&#8221;<\/a> ins Deutsche \u00fcbersetzt und ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Am 8. Mai 2008 wurden durch KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. erstmals am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Tiergarten jene sowjetischen Soldaten geehrt, die als Gefangene der Deutschen Wehrmacht starben. Das Engagement des Vereins setzte sich auch auf politischer Ebene fort und wurde begleitet von Reisen und pers\u00f6nlichen Begegnungen mit ehemaligen sowjetischen Kriegesgefangenen.<\/p>\n<h3><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kontakte-kontakty.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/kranzniederlegung_8_mai_2008-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"283\" height=\"212\" \/>\u00a0 \u00a0<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kontakte-kontakty.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Bild2-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"319\" height=\"212\" \/><\/h3>\n<h3>Das Verbrechen an den sowjetischen Kriegesgefangenen &#8211; historischer Hintergrund<\/h3>\n<p>Der lange im Voraus geplante Krieg gegen die Sowjetunion stand im Zentrum deutscher Eroberungspolitik zur Schaffung \u201eneuen Lebensraums&#8221;. Deren Bewohner klassifizierten die Nazis als \u201eminderwertiges Menschenmaterial&#8221;, ihr Lebensrecht wurde beschnitten auf die Verwertbarkeit ihrer Arbeitskraft f\u00fcr die deutschen Eroberer. Die Mehrheit sollte verhungern oder \u00fcber den Ural vertrieben werden. Die Sowjetsoldaten galten als Hauptfeinde, die man \u201eerbarmungslos&#8221; vernichten wollte. In Auschwitz wurden die ersten Vergasungen mit Zyklon\u00a0B an 600 sowjetischen Kriegsgefangenen durchgef\u00fchrt. In den ersten 10\u00a0Monaten des Vernichtungskrieges starben zwei Drittel der drei Millionen Gefangenen. Generalquartiermeister Eduard Wagner im November 1941: \u201eNichtarbeitende Kriegsgefangene in den Gefangenenlagern haben zu verhungern.&#8221; Wie lesen beispielsweise in den <a href=\"http:\/\/www.kontakte-kontakty.de\/deutsch\/ns-opfer\/freitagsbriefe\/index.php\">Freitagsbriefen<\/a>, dass sich die Menschen in den Lagern um die Besch\u00e4ftigung als Totengr\u00e4ber bewarben, weil es daf\u00fcr 600\u00a0Gramm Brot gab. Die R\u00fcstungsindustrie rief nach Arbeitskr\u00e4ften. Weil die zivilen Zwangsarbeiter aus allen besetzten L\u00e4ndern Europas nicht ausreichten, wurden auch sowjetische Kriegsgefangene unter versch\u00e4rften Bedingungen eingesetzt, in der Industrie, im Bergbau, im Steinbruch. Auch der v\u00f6lkerrechtswidrige Einsatz im Kriegsgeschehen, z.B. beim Minenr\u00e4umen und beim Bau von Sch\u00fctzengr\u00e4ben, war \u00fcblich. Die von KONTAKTE-KOHTAKTbI Beg\u00fcnstigten hatten zumeist \u00fcberlebt, weil sie nach dem \u201eAufp\u00e4ppelungsprogramm&#8221;, wie es zynisch hie\u00df, der Arbeit in der Landwirtschaft zugef\u00fchrt worden waren. Dort kamen sie wieder zu Kr\u00e4ften und konnten f\u00fcr die weitere Zwangsarbeit\u00a0&#8211; etwa bei Krupp in der Eisengie\u00dferei\u00a0&#8211; verwertet werden. Denn bei der unerwartet langen Kriegsdauer musste pfleglicher mit der \u201ekostbaren Kriegsbeute Arbeitskraft&#8221; verfahren werden, als es die Rasseideologen um Alfred Rosenberg vorsahen.<\/p>\n<p>Die Sterberate bei sowjetischen Kriegsgefangenen blieb im Verh\u00e4ltnis zu anderen Gefangenen der Wehrmacht trotzdem enorm hoch. Starben von westalliierten Milit\u00e4rangeh\u00f6rigen in deutscher Gefangenschaft 3,5 %, so starben von 5,7\u00a0Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen mehr als die H\u00e4lfte in deutscher Gefangenschaft. Neben den europ\u00e4ischen Juden erlitten die sowjetischen Kriegsgefangenen w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges das schlimmste Schicksal.<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Der entscheidende Ansto\u00df zur Kampagne war der explizite Ausschluss von Kriegsgefangenen aus dem Fonds f\u00fcr Zwangsarbeiter, der 2000 per Gesetz beschlossen worden war. 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