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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Archiv älterer Meldungen.

2015.

2015.

Anerkennungsleistung für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene.

(Juli 2015) Am 24.07.2015 veröffentlichte die für die Begünstigung ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener zuständige Arbeitsgruppe des Bundesamts für zentrale Dienste folgende Meldung:

Der Deutsche Bundestag hat am 21. Mai 2015 beschlossen, dass ehemalige sowjetische Kriegsgefangene eine symbolische finanzielle Anerkennungsleistung erhalten sollen.

Angehörige der sowjetischen Streitkräfte, die während des Zweiten Weltkrieges in der Zeit vom 22. Juni 1941 bis 8. Mai 1945 als Kriegsgefangene in deutschem Gewahrsam waren, können eine einmalige Leistung in Höhe von 2500 € erhalten. Auf die Leistung besteht kein Rechtsanspruch, sie ist nicht übertragbar und auch nicht vererblich. Nur der Betroffene selbst oder ein von ihm Bevollmächtigter können einen Antrag stellen. Die Einzelheiten werden in einer Richtlinie geregelt. Der Antrag kann bereits zum jetzigen Zeitpunkt formlos gestellt werden und ist schriftlich an das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen, DGZ-Ring 12, 13086 Berlin zu richten. Ein Antragsformular in deutscher, englische rund russischer Sprache sowie Hinweise auf die nähere Ausgestaltung der entsprechenden Richtlinie werden voraussichtlich Anfang September 2015 im Internet (www.badv.bund.de) zur Verfügung stehen.

25 Jahre KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V..

(Juli 1015) Im August 1990 erhielt der im Januar des Jahres unter dem Namen „Deutsch-Sowjetische Kontakte“ gegründete Verein seine Gemeinnützigkeit. Erster Vereinsvorsitzender war der spätere Kultursenator Roloff-Momin, der das größte Musikprojekt in der Vereinsgeschichte förderte: Zum 50. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion luden wir hundert Studierende des Leningrader Konservatoriums und Solisten der Leningrader Philharmoniker ein zur Aufführung der 7. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch im Konzerthaus am Gendarmenmarkt.

Jetzt feierten die Mitglieder des Vereins in der Steglitzer Schwartzschen Villa ihr Jubiläum. Zwei Festredner Eberhard Radczuweit und Helmut Ruppel spiegeln die Eigenarten dieses Vereins.

Ausstellung in Witebsk eröffnet.

(Juni 2015) Am 22. Juni 2015 jährte sich der deutsche Überfall auf die Sowjetunion zum 74. Mal. An diesem Gedenktag erreichte unsere russischsprachige Ausstellung „Gefangenschaft und Heimkehr. Sowjetische Kriegsgefangene in Deutschland 1941–1945“ Belarus. Sie wurde im Witebsker Schmyrew-Museum eröffnet. Die Museumsleiterin Irina Schischkowa sagte in ihrem Grußwort: „Man nimmt an, wir wissen sehr viel über den Krieg. Tatsächlich wissen wir immer noch sehr wenig. Gerade das Thema sowjetische Kriegsgefangene in deutscher Hand war für uns ein weißer Fleck“. Im anschließend organisierten Runden Tisch haben sich FachhistorikerIn, MuseumswissenschaftlerInnen und lokale ForscherInnen über die aktuelle Situation in der Historiographie zum Themenkomplex Krieg und Kriegsgefangenschaft, Erinnern in West und Ost sowie über den Geschichtsunterricht in Belarus und Russland ausgetauscht. Ein belarussisches Kamerateam filmte die Ausstellungseröffnung. Im Gespräch sind derzeit zwei weitere Stationen der Ausstellung in der Region Witebsk.

Das Schmyrew-Museum (der Namensgeber war Kommander eines großen sowjetischen Partisanenverbandes während der deutschen Besatzung) ist in die internationalen musealischen Netzwerke gut integriert und praktiziert neue Methoden der Aufklärungs- und Informationsarbeit. Die Anzahl der MuseumsbesucherInnen hat sich in den letzten fünf Jahren verdreifacht.

Dr. Dmitri Stratievski

Neuer Rundbrief zum Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer.

(Juni 2015) Diese Ausgabe zum 70. Jahrestag der Befreiung steht im Zeichen der Entscheidung des Bundestages, den noch Lebenden unter den ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen symbolische Anerkennungsbeträge zu übermitteln. Wir werden die Auszahlungsprozedur sehr genau verfolgen und jede Verzögerung kritisieren, hier.

Solidarität 70 Jahre nach Kriegsende.

(Juni 2015) Aus den Spendeneingängen überwiesen wir Ende Mai wieder 20 000 € auf das Konto des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges. Davon werden größtenteils Medikamente, medizinische Hilfsmittel und med. Behandlungskosten bezahlt, darunter sind Überweisungen von Spendern, die Patenschaften zu bestimmten Mitgliedern dieses NS-Opferverbandes pflegen. In der Summe sind drei Monatsüberweisungen eines unserer Mitglieder enthalten, das die laufenden Verwaltungskosten + Büromiete des Opferverbandes trägt.

Am 3. Juni überwiesen wir 31 200 € auf das Konto unserer belorussischen Partnerorganisation für 104 Überlebende von Massakern in belorussischen Dörfern. Pro Person sind es 300 €, was in Begleitbriefen als Geste der Anerkennung des erlittenen Unrechts bezeichnet wird.

Ausstellungseröffnung in Witebsk.

(Juni 2015) Am 22. Juni wird im Schmyrew-Museum von Witebsk / Belarus unsere russische Wanderausstellung eröffnet: „Пленивозвращение. Советские военнопленные в Германии 1941–1945 гг.“ (Gefangenschaft und Heimkehr. Sowjetische Kriegsgefangene in Deutschland 1941–1945).

Es ist nach Moskau, Arsamas, Pskow, St. Petersburg die fünfte Station dieser von Dmitri Stratievski und Sibylle Suchan-Floß gestalteten Ausstellung. Bei unserer Eröffnungsrede wird die endlich erfolgte Anerkennung der ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen durch den Deutschen Bundestag und Zahlung von "symbolischen Anerkennungsbeträgen" eine Rolle spielen.

Danke!

(Mai 2015) Die Regierungskoalition billigt den ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen Anerkennungsbeträge zu und stellt dafür zehn Millionen Euro zur Verfügung. KONTAKTE-KOHTAKTbI hat mit dem von Hilde Schramm und Eberhard Radczuweit vor zwölf Jahren initiierten „Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer“ ebenso einen Anteil an dieser Entscheidung wie Herr Günter Saathoff (EVZ). Wir danken den Bundestagsabgeordneten, die unsere Forderung nach Anerkennung beharrlich unterstützten, besonders Herrn Stefan Schwartze, Herrn Gernot Erler (SPD), Volker Beck und Frau Cornelia Behm (Bündnis 90/Grüne). Wir danken allen Förderinnen und Förderern des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer, die mit ihrem zivilgesellschaftlichen Widerspruch den Neinsagern im Bundestag die Argumente widerlegten.

Vorstand des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.

Wer nicht feiert, hat verloren!.

(Mai 2015) Bericht über eine von KOHTAKTbI organisierte Kundgebung vor dem Sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Tiergarten zum 70. Jahrestag des Kriegsendes hier.

Die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz Rot
Fotos: Daniel Ziemer.

Die Polizei nannte 1500 Kundgebungsteilnehmer/innen.

Podiumsdiskussion mit Bundestagsabgeordneten.

(Mai 2015) Am 6. Mai 2015 diskutierten wir mit Bundestagsabgeordneten im Berliner Gewerkschaftshaus über die fehlende Anerkennung ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener durch die Bundesrepublik Deutschland. Unser Beiratsmitglied Dr. Hilde Schramm moderierte die Diskussion mit Herrn Gernot Erler (SPD), Frau Ulla Jelpke (Die Linke), Herrn Stephan Mayer (CSU) und unserem Beiratsmitglied Dr. Peter Jahn. Frau Marieluise Beck (Bündnis 90/Grüne) hatte zugesagt, entschuldigte sich aber kurzfristig, Herr Philipp Missfelder (CDU) konnte aus Termingründen der Einladung nicht folgen. Wir bedauern wegen seines besonderen Engagements für unsere beiden Petitionen sehr, dass der SPD-Sprecher im Petitionsausschuss, Herrn Stefan Schwartze, nicht teilnehmen konnte. Mehr

Solidarität 70 Jahre nach Kriegsende.

(Mai 2015) Überweisungen an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene: am 23. April 10 000 € via Russland; am 28. April 12 000 € via Georgien, am 7. Mai 10 000 € via Ukraine.

Aleksandr Ambroladze erhält Ende April Medikamente von der georgischen Tranche.

Unser georgischer Projektpartner Nugsar Andguladze bei der Spendenübergabe an den 92jährigen ehemaligen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter Nodar Roinischwili..

20. Workshop zur Geschichte und Gedächtnisgeschichte in Minsk.

(April 2015) Vom 7. bis zum 12. April 2015 fand der 20. Workshop zur Geschichte und Gedächtnisgeschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager „Besatzung, Zwangsarbeit, Vernichtung“ in Minsk statt. Diese seit 1994 regelmäßig stattfindende Veranstaltung hat den Charakter einer interdisziplinären Forschungswerkstatt und war in diesem Jahr zum ersten Mal im postsowjetischen Raum zu Gast.

Insgesamt 26 NachwuchswissenschaftlerInnen aus sechs europäischen Staaten haben ihre Forschungsarbeiten zur Shoah in Osteuropa, der deutschen Besatzungspraxis, zur Behandlung und Ermordung sowjetischer Kriegsgefangener im deutschen Machtbereich sowie verwandten Themen fachlich und in einer kollegialen, hierarchiefreien Atmosphäre diskutiert. Darüber hinaus wurde ein Rahmenprogramm mit thematischen Stadtführungen in Minsk, einem Besuch der Geschichtswerkstatt, einem Gespräch mit einer Überlebenden des Minsker Ghettos, ein Treffen mit der Leiterin der NGO „Verständigung“ sowie Besuche der Gedenkstätten Chatyn und Malyj Trostjanec organisiert.

Unser Verein war gemeinsam mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin, IBB Minsk und Geschichtswerkstatt Minsk Kooperationspartner des Workshops. Gefördert wurde der Workshop durch die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, die Fondation pour la Memoire de la Shoa, das Auswärtige Amt und die Fritz-Thyssen-Stiftung für Wissenschaft.

Solidarität 70 Jahre nach Kriegsende.

(April 2015) Seit Januar 2015 übermittelten wir für leukämiekranke Kinder in Russland und die Therapiestudie „Moskau-Berlin-Protokoll“ insgesamt 16.950 €. Bei einer KOHTAKTbI-Veranstaltung im April nannte unser Beiratsmitglied Prof. Dr. med. Günter Henze die Gesamtzahl aller leukämiekranker Kinder, die nach dem MB-Protokoll therapiert wurden: 6000 Patienten.

Das Bürger-Engagement für „vergessene“ NS-Opfer: Für 100 Überlebende von Massakern in Belarus (Kennwort „Verbrannte Dörfer“) überwiesen wir am 20. Januar 30 000 €; Ghettoüberlebende in der Ukraine erhielten am 2. April 10 000 €; ehemalige sowjetische Kriegsgefangene insgesamt 65 350 €, zuletzt schickten wir am 6. März 20 000 € auf das Konto des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges. Davon wurden 104 Personen begünstigt, vorwiegende Spendenverwendung waren der Erwerb von Medikamenten, zwei ehemalige Kriegsgefangene konnten sich stationär behandeln lassen. Unser Partner Prof. Dr. Hayruni mailte zur Dokumentation der Spendenübergaben wieder Fotos, unter anderem diese drei.

Artasches Sarakjan

Artasches Sarakjan, Jahrgang 1919, vier Jahre Lagerhaft und Zwangsarbeit

Gegham Dawtjan

Gegham Dawtjan, Jahrgang 1923, zweieinhalb Jahre Lagerhaft und Zwangsarbeit

Papik Papjan

Papik Papjan, Jahrgang 1924, zweieinhalb Jahre Lagerhaft und Zwangsarbeit

KOHTAKTbI in St. Petersburg.

(Februar 2015) Am 16. Februar wurde in St. Petersburg unsere Ausstellung „Пленивозвращение. Советские военнопленные в Германии 1941–1945 гг.“ (GefangenschaftundHeimkehr. Sowjetische Kriegsgefangene in Deutschland 1941–1945) im Staatlichen Museums der politischen Geschichte Russlands eröffnet. Bericht hier.

Alle Museumsbesucher sehen im Eingangsbereich unsere Ausstellung.

Eine Stunde vor der Eröffnung.

Das Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer geht weiter.

(Januar/Februar 2015) Im Dezember wurden 113 000 Euro für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene und andere NS-Opfer gespendet. Die erste Auszahlung erfolgte am 8. Januar: 12 000 Euro an 40 georgische ehem. Kriegsgefangen, Verwendungszweck: Heizmaterial; am 20. Januar wurden 30 000 Euro überwiesen für hundert Überlebende von Massakern in belorussischen Dörfern. Am 4. Februar wurden unseren Partnern in Minsk 18 000 Euro überwiesen zur Auszahlung an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, Verwendungszweck: individuelle soziale Hilfsmaßnahmen.

Der ehemalige sowjetische Kriegsgefangene Wahagn Mowsesjan mit seinem Urenkel Wardan. Das Foto entstand im Januar 2015 während der Auszahlung unserer letzten armenischen Spendentranche von 20 000 € an 108 bedürftige Mitglieder des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges.
Foto: privat.

Pawel Pajtschadse vor seinem Geschenk aus Deutschland. Im Januar erhielten die meisten der von uns begünstigten Georgier wieder Brennholz – drei Kubikmeter pro Hütte.
Foto: privat.

Übersicht früherer Meldungen.

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