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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Archiv älterer Meldungen.

2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010.

2014.

Neues vom „Moskau-Berlin-Protokoll“.

(November/Dezember 2014) Am 14. und 15. November 2014 fand die von KOHTAKTbI unterstützte Jahrestagung der ALL-MB-Ärztekooperative in Moskau statt. Die Bedeutung dieses Treffens von Kinderonkologinnen und –onkologen aus Russland, Belarus, Armenien, Usbekistan und Gästen aus mittelasiatischen Staaten beschreibt unser Beiratsmitglied und Ideengeber wie Berater des „Moskau-Berlin-Protokolls“, Prof. Dr. Günter Henze hier.

15.11.2014: Die Mitglieder der multizentrischen Studiengruppe ALL-MB grüßen die Mitglieder von KONTAKTE-KOHTAKTbI
Foto: Alexej Slinin.

Neuer Rundbrief zum Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer ist erschienen.

(November 2014) Dieser Rundbrief wird an 3900 bisherige Förderinnen und Förderer geschickt, denen bisher 7385 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene und 1069 andere „vergessene“ NS-Opfer insgesamt 3,5 Millionen Euro als „Gesten der Anerkennung erlittenen Unrechts“ sowie soziale Hilfsleistungen verdanken, hier.

Neuer Rundbrief zur Partnerschaft für leukämiekranke Kinder in Russland und Belarus ist erschienen.

(November 2014) In diesem Monat beschließen die Mitglieder der von uns geförderten multizentrischen ALL-MB-Studie – Ärztinnen, Ärzte aus 49 kinderonkologischen Zentren in ganz Russland, Belarus, Usbekistan und Armenien – die neue Studie „ALL-MB 2014“. Dies geschieht in Auswertung der Daten von 3461 leukämiekranken Kindern, die seit sechs Jahren nach der Studie ALL-MB 2008 behandelt wurden. Neues aus dieser einzigartigen deutsch-russischen Partnerschaft hier.

Pressemeldungen über unser Engagement für „vergessene“ NS-Opfer.

(Oktober 2014) Zu den Begleitveranstaltungen der Bremer Ausstellung über sowjetische Kriegsgefangene gibt es mehrere Berichte, wir empfehlen diesen Artikel im Weser Kurier.

Das Fernsehprogramm „LexiTV“ im MDR sendet am 28. Okt. 15:00 Uhr einen Bericht über sowjetische Kriegsgefangene und unsere Forderung an den Bundestag, den letzten noch Lebenden einen angemessenen Anerkennungsbetrag zu gewähren.

KOHTAKTbI-Spendenvergabe vom August bis Oktober.

(Oktober 2014) Im August überwiesen wir nach Georgien 18 000 €: medizinische Hilfe für ehemalige Kriegsgefangene. Wir übergaben in Berlin dem Vorsitzenden der Ukrainischen Assoziation jüdischer Ghetto- und KZ-Überlebender für bedürftige Mitglieder der Assoziation 10 000 €. Im September überwiesen wir 30 000 € nach Belarus für hundert Überlebende verbrannter Dörfer im Grenzgebiet zu Lettland. Im Oktober überwiesen wir 10 000 € auf das Konto des Armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges, Verwendungszweck: Erwerb von Heizmitteln für den Winter zugunsten Not leidender Mitglieder dieser Organisation ehemaliger Kriegsgefangener.

Partnerschaft für leukämiekranke Kinder: Im September gaben wir 17 000 € zur Förderung der multizentrischen Studie ALL-MB 08. Im Oktober gaben wir dem Studienleiter Prof. Karachunsky 7500 € für den selben Zweck.

Insgesamt vergaben wir in diesem Zeitraum für beide Projektbereiche 92 500 €. Damit sind unsere Mittel nahezu erschöpft und wir hoffen auf neue Spenden zu den Kennwörtern Bürgerengagement und Kinderleukämie!

Zwei Ausstellungen in Bremen und Pskow.

(September 2014) Am 18. September wurde in Bremen die Ausstellung „RUSSENLAGER“ UND ZWANGSARBEIT und am 25. September in der russischen Garnisonsstadt Pskow die russische Ausstellungsvariante über sowjetische Kriegsgefangene eröffnet. War schon in Bremen der Zuspruch und die Aufmerksamkeit der Medien ungewöhnlich groß, so übertraf in Pskow das Medienecho alle Erwartungen. Der ausführliche Bericht steht hier.

Mitwirkende der Bremer Ausstellung „Russenlager“ und Zwangsarbeit“ im Haus der Wissenschaft vom 18.09.-30.10.2015

Organisation der Ausstellung aus Berlin und Bremen und des Begleitprogramms: KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. und der Bremer Freundeskreis von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.: Karl Marten Barfuß, Inge Bertzbach, Kim Böse, Klaus von Freyhold, Eike Hemmer, Dorothea Hoffmann, Wolfgang Linder, Barbara Matuschewski, Hedwig Ortmann, Petra Redert, Susanne Schunter-Kleemann, Wolfram Thiemann, Kerstin True-Biletski, Hannelore Wellmann-Witte, Edgar Zimmer
Rahmenprogramm: Bremer Freundeskreis unter der Leitung von Edgar Zimmer Akquise Ausstellungsort: Eike Hemmer, Kerstin True-Biletski, Edgar Zimmer Finanzen und Büro: KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.
Sponsoren: Arbeitnehmerkammer Bremen, Bremer Straßenbahn AG, Evangelisches Bildungswerk Bremen, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bremen, Daimler AG Bremen, Stiftung Die Schwelle-Beiträge zum Frieden Bremen und zahlreiche Einzelspender

Mitwirkende an der Bremer Ausstellung: „Russenlager“ und Zwangsarbeit – sowjetische Kriegsgefangene in Bremen

Verantwortlich für den Inhalt, Texte, Recherche, Konzept, Produktion: Petra Redert und Kerstin True-Biletski
AG Recherche Bremer Freundeskreis: Karl Marten Barfuß, Wolfgang Linder, Petra Redert, Kerstin True-Biletski, Hannelore Wellmann-Witte
Unterstützung Recherche: Dorothea Hoffmann
Kuratorin: Kim Böse
Relevante Beiträge zur Regionalforschung von: Baracke 27/Dokumentations- und Gedenkstätte Geschichtslehrpfad Lagerstraße/U-Boot-Bunker Valentin e.V., Jens Binner, Marc Buggeln, Werner Borgsen, Eva Determann, Karsten Ellebrecht, Andreas Fetschenhauer, Stiftung Gedenkstätte Lager Sandbostel, Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten: Rolf Keller und Silke Petry, Michael Hillen, Heiko Kania, Dieter Pfliegensdörfer, Christoph Schminck-Gustavus, , Karl Schneider, Hans-Jürgen Sonnenberg, Klaus Volland
Wissenschaftliche Beratung: Stiftung niedersächsische Gedenkstätten: Rolf Keller und Silke Petry, Stiftung Gedenkstätte Lager Sandbostel: Carola Pliska, Andreas Ehresmann
Dokumente, Exponate: Bauaktenarchiv Bremen Nord, Stiftung Gedenkstätte Lager Sandboste, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Bremen und Hannover, Staatsarchiv Bremen
Fotos: Kim Böse, Bundesarchiv Koblenz, Elena Manko, Monika Marschalck, unbekannter Fotograf, Staatsarchiv Hamburg, Friedrich - Wilhelm Thiel, Kerstin True-Biletski, Hannelore Wellman-Witte
Comic: Edition Moderne Zürich
Lay-out: Kim Böse, Barbara Lindemann
Mentoren/Mentorin: Karl Marten Barfuß, Hedwig Ortmann, Christoph Schminck-Gustavus
Literaturhinweise: Jörg Wollenberg
Redaktion der Texte: Karl Marten Barfuß, Wolfgang Linder, Hannoelore Wellman-Witte
Beschaffung von Rechten, Versicherungsfragen: KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V., Petra Redert, Kerstin True-Biletski,Hannelore Wellmann-Witte
Druck: Bomhoff GmbH Bremen
Erstellen des Hängeplans: Eberhard Radczuweit, Petra Redert
Bremer Zeitzeuginnen
Familiengeschichte aus Dobrjanka/Russland: Elena Manko
Hängen der Ausstellung: Karl Marten Barfuß, Inge Bertzbach, Kim Böse, Klaus von Freyhold, Eike Hemmer, Dorothea Hoffmann, Wolfgang Linder, Barbara Matuschewski, Hedwig Ortmann, Petra Redert, Susanne Schunter-Kleemann, Wolfram Thiemann, Kertstin True-Biletski, Hannelore Wellmann-Witte, Edgar Zimmer

Aufruf zur Versöhnung zwischen Ukrainern und Russen.

(September 2014) Zum 1. September 2014 unterzeichneten zwei ehemalige sowjetische Kriegsgefangene einen Friedensappell, der nach weiteren Unterschriften ihrer Kameraden in russischer und ukrainischer Sprache über die Medien ihrer Heimatländer verbreitet wird.

Aufruf zur Versöhnung zwischen Ukrainern und Russen

Friedensappell ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener

Wir Veteranen der Roten Armee gerieten als Frontkämpfer in deutsche Gefangenschaft. Wir sind Überlebende eines Menschheitsverbrechens, dem über drei Millionen unserer Kameraden zum Opfer fielen. Wir überlebten, weil wir solidarisch waren. Russen, Belorussen, Ukrainer, Kaukasier, Mittelasiaten teilten das gleiche Schicksal in den Lagern der Wehrmacht und halfen sich brüderlich. Wir alle riefen nach der Befreiung dasselbe: NIE WIEDER KRIEG!Es ist eine einfache Lehre, die wir aus unserer harten Lebensgeschichte ziehen: Nationaler Egoismus, Nationalismus ist die Keimzelle des Unfriedens zwischen Nachbarvölkern. Die Deutschen haben dies gelernt und leben in friedlicher Union mit ihren einstigen Feinden. Wir sowjetischen Kriegsveteranen glaubten nach der Befreiung, alle Bürgerinnen und Bürger unserer multinationalen Union hätten als Überlebende und Besieger des faschistischen Terrors umso mehr gelernt. Unvorstellbar war der Gedanke, dass sich dereinst unsere Völker in Hass und nationalem Dünkel gegenüber stünden. Es heißt, wir seien Brudervölker. Wer ist hier Kain, wer Abel? Die Medien beider Länder nennen die einen „Terroristen“, die andern „Faschisten“.

Besinnt Euch! Erstickt Euren Hass, redet miteinander statt aufeinander zu schießen! Blickt zurück: Krieg und Stalinismus belasteten Russen und Ukrainer gleichermaßen. Die Nazis wollten uns gegeneinander hetzen, um beide Seiten besser zu beherrschen. Wo es ihnen gelang, floss auf beiden Seiten Blut. Ihr jungen Leute mit der Kalaschnikow in ungeübter Hand, respektiert Eure Großväter, die mit ihrer Waffe einen wirklichen Feind vertrieben. Hört auf uns, die in faschistischen Lagern das wenige Brot miteinander teilten. Benehmt Euch wie Mitglieder einer Familie, in der man sich streitet im Bewusstsein gegenseitigen Respekts und sich wieder verträgt.

Macht endlich Frieden miteinander!

Nikolaj Lebedew, Russland.
Semen Iwtschenko, Ukraine.
Filipp Pankow, Stawropol, Russland.
Aleksej Sawada, Charkow, Ukraine.
Aleksej Babanskij, Gebiet Saporoshje, Ukraine.
Nikolaj Garijewskij, Chmelnizkij, Ukraine.

Babanskij Aleksej Stepanowitsch.
Ukraine, Primorsk.

11.09.2014.

Ich, Babanskij Aleksej Stepanowitsch, geb. 1918, bin ein Veteran der ehemaligen Roten Armee und habe gegen die nationalsozialistische Front gekämpft. Für den Frieden und die Freundschaft zwischen den Völkern. Und ich erinnere mich mit einem Stechen in der Brust an den Geruch von Schießpulver und menschlichem Blut. Deshalb bin ich dankbar für den Aufruf der ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen zu Frieden und Freundschaft zwischen Ukrainern und Russen. In meinem Namen bitte ich die jungen Leute beider Staaten inständig: Hört auf die Stimme der Vernunft – Eurer Großväter und Väter. Schmelzt das Kriegsgerät ein und macht daraus Geräte für die Landwirtschaft.

Ich unterschreibe in der Hoffnung, dass die jungen Leute beider Staaten unseren Appell erhören.

11.09.2014.

Babanskij.

KOHTAKTbI-Spendenvergabe im Juli.

(Juli 2014) Aus Kutaissi/Georgien sandte unser Projektpartner Dokumente von 16 ehemaligen sowjetisch-georgischen Kriegsgefangenen, die jüngst von regionalen Veteranenverbänden ermittelt worden waren. Alle erhielten je 300 Euro – insgesamt 4.800 € – und persönliche Briefe. Am 27. Juli erhielten wir aus Armenien die Abrechnung von der Juni-Tranche über 15 000 €: Insgesamt erhielten 107 bedürftige Mitglieder des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges Nothilfen von mindestens 6000 Dram (etwas mehr als 100 €), zwei erhielten Erstspenden von je 300 €, eine Witwe und die Tochter eines ehemaligen Kriegsgefangenen erhielten Spenden im Rahmen persönlicher Patenschaften.

Hier veröffentlichen wir einige Fotos von diesen Geldübergaben:

KOHTAKTbI-Spendenvergabe im Juni.

(Juni 2014) Im Juni wurden folgende Spenden ausgezahlt und überwiesen: Zur Partnerschaft für leukämiekranke Kinder übergaben wir den Moskauer Partnerärzten insgesamt 14 500 € als Quartalszahlung für den Betrieb der ALL-MB-Studienzentrale und für Laboranalysen. 1700 € wurden gezahlt als Beitrag zur Qualifizierung usbekischer Kinderonkologinnen. Solidaritätsleistungen für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene wurden in diesem Monat in Armenien ausgezahlt: 15 000 € für rund hundert Betroffene.

Ausstellungseröffnung am Gedenktag 22. Juni.

(Juni 2014) Am 69. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion wurde im Museum für Kunst und Geschichte der Stadt Arsamas (Bezirk Nischnij Nowgorod) unsere Ausstellung über sowjetische Kriegsgefangene „Gefangenschaft und Heimkehr“ eröffnet.

Foto: Museum Arsamas.

Neuer Rundbrief des Bürgerengagements für vergessene NS-Opfer ist erschienen.

(Mai 2014) Die Juni-Ausgabe des Rundbriefs Bürgerengagement für vergessene NS-Opfer ist erschienen, hier. Zum Weiterverteilen kann der Rundbrief auch in Papierform bestellt werden über info [at] kontakte-kontakty.de.

Bremer Diskussion über unsere Petition.

(Mai 2014) Am 15. Mai fand im EuropaPunkt der Bremischen Bürgerschaft eine Podiumsdiskussion mit Bremer Bundestagsabgeordneten aller Parteien statt. Thema war die von KONTAKTE-KOHTAKTbI in einer öffentlichen Petition geforderte Anerkennung der sowjetischen Kriegsgefangenen als NS-Opfer. Die Diskussion war lebhaft, mit einer Ausnahme forderten alle Anwesenden „symbolische Anerkennungsbeträge“ für diese bislang „vergessenen“ NS-Opfer. Die Veranstaltung wurde vom Bremer Freundeskreis des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI organisiert.

Fotograf: Joachim Stüber, Bremen.

Der Leukämie-Rundbrief Nr. 35 ist erschienen.

(Mai 2014) Im April 2014 hielt sich Eberhard Radczuweit einige Tage in den Moskauer Partnerstationen des Vereins auf. Sein Bericht hier.

Ausstellung „Gefangenschaft und Heimkehr: sowjetische Kriegsgefangene in Deutschland 1941–1945“.

(April 2014) Am 24. April 2014 wurde die bis zum 21. Mai laufende Ausstellung eröffnet. Das KOHTAKTbI-Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der russischen History-Foundation realisiert und maßgeblich gefördert von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“. Der Ausstellungsinhalt wurde erstellt von Dmitri Stratievski und Sibylle Suchan-Floss, das Design schuf Kurt Blank-Markart. Es ist in Russland die erste umfassende Ausstellung über sowjetische Kriegsgefangene.

Das ehemalige Revolutionsmuseum, heute „Museum für russische Zeitgeschichte“ in der Twerskaja-Straße im Zentrum Moskaus. Auf dem Banner wird für die Ausstellung geworben.
(Fotos: Radczuweit).

Bei der gut besuchten Eröffnungsveranstaltung würdigte Herr Archangelow, Direktor des Museums, Inhalt und Form der Ausstellung. Unter den Gästen waren etliche ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, für die diese Ausstellung eine späte Genugtuung nach Jahrzehnten der Diskriminierung und des Verschweigens ist.

Armenischer Rechenschaftsbericht.

(April 2014) Am 14. April endete die Auszahlung einer Spendentranche über 12 000 €, die wir im März auf das Konto des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges überwiesen. Es wurden 114 Vereinsmitglieder, ehemalige sowjetische Kriegsgefangene begünstigt. Drei von ihnen, die erst kürzlich „entdeckt“ wurden,erhielten jeweils 169 00 Dram = 300 Euro. Die anderen, darunter die Tochter eines verstorbenen ehemaligen Kriegsgefangenen, wurden mehrheitlich mit 45 000 Dram = 78 Euro begünstigt. Der armenische Verein erhält von einem KOHTAKTbI-Mitglied regelmäßig monatlich 300 €.

Abow Chatschatrjan Aghabek Buniatjan mit seiner Frau Anahit Awetis Sarughanjan Gharib Kerobjan Gurgen Danieljan beim Unterschreiben Hakob Abrahamjan mit seiner Frau Schuschan Schmawon Ghasarjan

Diese Fotos von einigen der im April Begünstigten wurden vom Enkel eines ehemaligen Kriegsgefangenen geknipst.

Der neue KOHTAKTbI-Rundbrief ist da!

(April 2014) Der neue KOHTAKTbI-Rundbrief ist da! Über die Krimkrise, Russenphobie und Vereinsprojekte nah und fern … hier.

Abschied von unseren usbekischen Gästen.

Am 27. Februar trafen sich zum letzten Mal KOHTAKTbI-Mitglieder mit Nasokat Aripova und Hamidchon Nigmatov (2. und 3. v. l., sitzend Vereinsvorsitzender Dr. Gottfried Eberle).
Foto: Elfriede Westermann.

(März 2014) Zwei Monate lang hospitierten sie in der Kinderklinik mit onkologischem Schwerpunkt an der Charité, Campus Virchow-Klinikum. Im abschließenden Gespräch erklärten Beide den großen Wert der Berliner Erfahrungen für ihre weitere ärztliche Tätigkeit am Taschkenter pädiatrischen Zentrum für Hämatologie und Onkologie. Damit hat der Berliner Senat bereits drei Kinderonkologinnen, Kinderonkologen und einer Krankenschwester den Studienaufenthalt im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin-Taschkent finanziert. Wir danken insbesonder dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit für diese Unterstützung. Alle usbekischen Stipendien stehen in Zusammenhang mit der Therapiestudie „Moskau-Berlin-Protokoll“, nach dem bereits rund 6000 Kinder vorwiegend in Russland behandelt wurden, die an akuter lymphoblastischer Leukämie erkrankten.

Der Bericht von Sapura Ibragimova, wissenschaftliche Leiterin der Taschkenter Partnerstation, über die ersten vier Praktika an der Charité hier.

Am 6. März übergaben wir Prof. Dr. Alexander Karachunsky 7200 EUR vom Spendenkonto als Quartalszahlung für die laufende Arbeit der MB-Studienzentrale in Moskau. (E. Radczuweit).

Spendenübergaben im Februar für vergessene NS-Opfer.

(Februar 2014) Wegen der extremen Kälte im Kaukasus baten unsere georgischen Partner um die nötigen Mittel zum Erwerb von 120 m³ Brennholz für bedürftige Veteranen, die in deutscher Kriegsgefangenschaft Zwangsarbeiter waren. Wir überwiesen 12 .000 €.

Am 11. Februar überwiesen wir an unsere Minsker Partner 30 000 € für weitere hundert Überlebende von Massakern an Dorfbewohnern im Bezirk Werchnedwinsk in Belarus. Dies geschieht im Rahmen anhaltender Recherchen der Historikerin Natalia Kirillova zu Opfern unter der belorussischen Zivilbevölkerung 1941–1944.

Öffentliche Petition an den Deutschen Bundestag.

(Februar 2014) Nachdem die von KONTAKTE-KOHTAKTbI vor sieben Jahren im Petitionsausschuss des Bundestages eingereichte Petition zur Anerkennung sowjetischer Kriegsgefangener als NS-Opfer bis heute nicht abschließend beantwortet wurde, ist am 3. Februar eine öffentliche Petition eingereicht worden. Der Inhalt hier.

Usbekische Hospitanz an der Charité.

(Januar 2014) Am 30. Januar 2014 besuchte Dieter Lamlé, Protokollchef des Berliner Senats, unsere beiden Gäste aus Usbekistan, den Kinderarzt Hamidchon Nigmatov und die Kinderärztin Aripova Nasokat am Ort ihrer Hospitation, der Kinderklinik an der Charité. Der Senat ermöglicht ihren Studienaufenthalt mit einer Zuwendung von 5000 €. Beide kamen nach Berlin im Rahmen unserer Partnerschaft für leukämiekranke Kinder.

(v. r.: Dr. med. Arend von Stackelberg, Eberhard Radczuweit, links: D. Lamlé)
Foto: Dr. Olaf Kühl, Senatskanzlei.

„Entschädigung für Kriegsgefangene“.

(Januar 2014) Am 7. Januar lief im 1. Fernsehprogramm unter diesem Titel ein vom Historiker Wolfgang Benz kommentierter Filmbericht über sowjetische Kriegsgefangene und die bisherige Weigerung der Bundesregierung, einer KOHTAKTbI-Petition zuzustimmen. Im Internet ist der Film zur Zeit leicht zu finden mit dem Google-Eintrag FAKT/DasErste.de.

Zurückgeben.

(Januar 2014) Noch heute schmücken die Mitbringsel von Wehrmachtsangehörigen viele deutsche Wohnstätten. Darunter ist Raub- und Beutegut, Trophäen und preiswert Erworbenes. Wenige Erben haben das Rechtsbewusstsein zur Rückgabe dessen, was aus den überfallenen Ländern entnommen wurde. Ein Förderer des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer zählt zu diesen Erben. Sein Bericht steht hier.

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2013.

Mitgliederversammlung von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.

(Dezember 2013) Am 3.12.2013 gab es die Jahresversammlung der Mitglieder des Vereins. Dr. Gottfried Eberle wurde als Vorsitzender wiedergewählt ebenso wie alle Vorstandsmitglieder als seine Stellvertreter/innen. Der umfangreiche Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden hier.

Spendenübergaben im November/Dezember.

(Dezember 2013) Nach Georgien überwiesen wir 12 000 € mit dem ausschließlichen Verwendungszweck „Medizinische Hilfe“ für ehemalige Kriegsgefangene. Nach Armenien überwiesen wir 10 000 €, die an 94 bedürftige Mitglieder des Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges ausgezahlt wurden. Die Auszahlung wurde fotografisch dokumentiert, hier zeigen wir eine Bildauswahl.

In den ersten Dezembertagen kam nach Georgien eine zweite Tranche von 12 000 €, deren Verwendungszweck auf ausdrücklichen Wunsch der örtlichen Partner wieder Brennstoffhilfe war, in der Regel zwei Kubikmeter Holz pro Haushalt.

Nach Belarus überwiesen wir 18 000 €, Verwendungszweck: soziale Hilfe für ehemalige Kriegsgefangene.

Am 6. Dezember überwiesen wir unserer Moskauer Vertragspartnerin, der NGO „Sostradanje“, 20 000 €, Verwendungszweck: Medizinische und soziale Hilfe für ehemalige sow. Kriegsgefangene in Russland.

Nach Armenien überwiesen wir 10 000 €, die an 94 bedürftige Mitglieder des Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges ausgezahlt wurden.

Nach Armenien überwiesen wir in beiden Monaten in zwei Tranchen insgesamt 30 000 €, die an bedürftige Mitglieder des Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges ausgezahlt wurden.

Jahrestagung der multizentrischen MB-Studiengruppe.

(Dezember 2013) Im November gab es in Moskau die Jahrestagung der multizentrischen MB-Studiengruppe mit 78 teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten aus Russland, sechs aus Belarus, zwölf aus Usbekistan und vier aus Jerewan/Armenien. Wir zahlten alle Reisekosten und ermöglichten damit die Durchführung dieser wichtigen Tagung. Es war der gleiche Enthusiasmus spürbar wie im Gründungsjahr vor 22 Jahren. Mehr …

Prof. Dr. Alexander I. Karachunsky (Moskau) und Prof. Dr. Günter Henze (Berlin) sind die Initiatoren des Therapieprogramms „Moskau-Berlin-Protokoll“, dessen gegenwärtige Phase ALL-MB 2008 auf der Novembertagung der MB-Studiengruppe zur Diskussion stand.

Fotograf: Der Arzt Alexej Slinin, Mitarbeiter in der MB-Studienzentrale.

Spendenübergaben im Oktober.

(Oktober 2013) Gegen Kinderleukämie: Als Anzahlung für die Förderung der Jahrestagung der ALL-MB-Studiengruppe am 22. November in Moskau übermittelten wir 26 000 €.

Für „vergessene“ NS-Opfer: hundert Überlebende von verbrannten Dörfern in Belarus erhielten nebst Briefen insgesamt 30 000 €.

Bedürftigen Ghettoüberlebenden in der Ukraine ließen wir 10 000 € zukommen.

Vorwiegend als Brennstoffhilfe für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene überwiesen wir unseren Partnern in Georgien 5100 € und in Armenien 10 000 €.

Wir danken den Spenderinnen und Spendern für ihre andauernde Unterstützung!

Preis für das Projekt „Kriegsgefangene“.

(Oktober 2013) Die Dr. Viktor Frhr. von Fuchs-Stiftung verleiht ihren Stiftungspreis 2013 in Höhe von 5000 € an KONTAKTE-KOHTAKTbI. In einem Schreiben ihres Geschäftsführers Adrian Fuchs an uns heißt es: „… dass wir damit Ihre ehrenvolle Arbeit ein bisschen erleichtern werden.“

Brief aus verbrannten Dörfern.

(Oktober 2013) Auf die Nachricht von unserer Spendenüberweisung für hundert Überlebende von Massakern der deutschen Besatzer in Belarus erreichte uns eine Antwort aus dem Bezirk Werchnedwinsk: „Unser Bezirk Werchnedwinsk hat von allen Regionen in Belarus damals am meisten gelitten. 426 Dörfer wurden hier niedergebrannt, 300 von ihnen mit allen oder vielen ihrer Bewohner. Wir können die Gräueltaten der Faschisten niemals vergessen, die bestialische Ermordungunserer Angehörigen, Freunde und Nachbarn, die nicht das Glück hatten, sich retten zu können: die im Feuer gestorben sind, die erschossen, erhängt, zu Tode gequält oder von Hunden zerfetzt wurden, die an Hunger oder Krankheiten sterben mussten oder in den verschneiten Wäldern erfroren sind … mehr.

Prof. Alexander Karachunsky mit unseren usbekischen Gästen.

(Oktober 2013) Prof. Alexander Karachunsky mit unseren usbekischen Gästen vor der Onkohämatologischen Station der Charité-Kinderklinik.

Sapura Ibragimova (links) ist leitende Ärztin an der zentralen pädiatrischen Einrichtung Usbekistans, an der Leukämiepatienten behandelt werden. Masuda Mirzajeva ist Krankenschwester. Beide Stipendiatinnen gewinnen während ihres zwei- bzw. dreimonatigen Studienaufenthalts wertvolle Erfahrungen für die Behandlung ihrer Patienten. In Usbekistan erkranken jährlich rund 300 Kinder an akuter lymphoblastischer Leukämie, die nun mehrheitlich nach dem von uns geförderten "Moskau-Berlin-Protokoll" therapiert werden.
(Foto: Radczuweit).

Ein Rollstuhl für Jegor Sargsjan.

(September 2013) Der 92jährige Jegor Sargsjan erhielt neben weiteren ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen von uns einen Rollstuhl geschenkt. Mit zunehmendem Alter wächst ihre Bedürftigkeit und unsere Hilfsbereitschaft.

Spendenübergaben.

(September 2013) Am 22. September wurden 7000 € wie drei Tage zuvor schon 5000 € ausgezahlt zur laufenden Finanzierung der Moskauer ALL-MB-Studienzentrale (Projekt Kinderleukämie). Am 25. September überwiesen wir 30 000 € auf das Konto unserer Minsker Vertragspartner zur Auszahlung an hundert Überlebende von Massakern in Verantwortung der deutschen Besatzungsmacht 1941–1944. (Kennwort: Verbrannte Dörfer).

Spendenübergaben.

(August 2013) Die im Juni 2013 nach Armenien überwiesenen Spenden von 10 000 € sind am 1. August abgerechnet worden. Begünstigt wurden 104 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene und eine Enkelin, für die es eine persönliche Patenschaft gibt. Die Spendenübergaben erfolgen in der Regel bei Hausbesuchen, dafür reisen Mitglieder des Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges durchs ganze Land. Hier dokumentieren wir die Geldübergabe mit einigen Fotos des mitreisenden Enkels eines Mitglieds.

Am 26. August überwiesen wir erneut 10 000 € nach Armenien aufgrund eines Notrufs unserer Jerewaner Partner. Hier die Auflistung der Notfälle. Vom Geld werden u.a. Rollstühle und ein Hörgerät bezahlt.

Am 7. August überwiesen wir nach Georgien 3900 € für 13 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, die kürzlich von regionalen Veteranenverbänden ermittelt wurden. Mit einer Ausnahme wurden alle Ende 1942 gefangen genommen. Sie hatten damit eine höhere Überlebenschance als jene Rotarmisten, die im ersten Kriegsjahr in Kriegsgefangenschaft gerieten. Orte ihrer Zwangsarbeit: Köln-Dietz, Weiden, Limburg, Eichstädt, Posen, außerdem wurden mehrere Lager auf polnischem Gebiet genannt.

Auszeichnung für KONTAKTE-KOHTAKTbI.

(Juli 2013) Am 8. Juli zeichnete die Internationale Föderation der antifaschistischen Widerstandskämpfer bei einer festlichen Veranstaltung im Belgischen Palais de la Nation (Parlamentshaus) in Brüssel mehrere Verbände und einzelne Persönlichkeiten aus europäischen Ländern und aus Israel mit dem Michel-Vanderborght-Preis aus. Aus Deutschland wurde KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. geehrt.

Bericht der Neuen Rheinischen Zeitung über die Preisverleihung

1. Juli 2013.

(Juli 2013) Der Antrag von SPD und BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN auf Anerkennung der ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen als NS-Opfer wurde an den Finanzausschuss des Bundestages zur Beschlussempfehlung weitergereicht. Hier ein kritischer Kommentar zur Empfehlung der Regierungsparteien von Eberhard Radczuweit.

Spendenvergabe im Juni.

(Juni 2013) In diesem Monat wurden Spenden zum Kennwort „Kinderleukämie“ in Höhe von 8000 € dem Leiter der multizentrischen Studiengruppe ALL-MB 2008, Prof. Dr. Alexander Karachunsky übergeben. 6000 € zur medizinischen Hilfe für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene wurden unseren Projektpartnern in Georgien überwiesen. 10 000 € kamen auf das Konto des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges, vorwiegender Verwendungszweck sind Nothilfeleistungen für bedürftige Mitglieder dieser KOHTAKTbI-Partnerorganisation.

18. Juni 2013.

(Juni 2013) Heute jährt sich zum zehnten Mal der Tag, an dem die Klage ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener vor dem Berliner Oberverwaltungsgericht zurückgewiesen wurde.

10 Jahre Protest, Geschichtsaufklärung und Solidarität!

Damals lebten noch Zwanzigtausend, deren Anträge auf „Zwangsarbeiterentschädigung“ abgewiesen wurden. Heute, so befürchten wir, leben wenig mehr als Zweitausend.

Alle, die wir noch erreichen können, erhalten von uns zumindest eine Geste der Anerkennung von 300 €. Wo soziale Not gemeldet wird, schicken wir auch mehr Spendengeld.

Zum Jahrestag der Kommentar eines Spendenempfängers:

Michail Iwanow aus Krasnodar, Russland, Jg. 1923.Schwerstarbeit im Steinbruch und Bergbau

„Zu den kleinen Summen, die sie uns als Entschädigung für verlorene Gesundheit und kaputt gemachte Menschenschicksale zur Verfügung stellen: Das war damals eine Hölle. Die Wärme Ihres Briefes kann nicht alle Sünden Ihrer Regierung aufwiegen.“

Die Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert zur KOHTAKTbI-Veranstaltung.

Rede zum Jahresbericht 2012 des Petitionsausschusses 12.06.2013, Deutscher Bundestag.

(Juni 2013) Zitat aus einer Rede zum Jahresbericht 2012 des Petitionsausschusses 12.06.2013, Deutscher Bundestag.

Stefan Schwartze SPD.

An einer Stelle hätte ich mir aber ganz besonders einen gemeinsamen Erfolg gewünscht. Leider war das mit der Union bisher nicht zu erreichen. Ich spreche von der Petition des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbl zur Wiedergutmachung des Schicksals der ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen. Das Anliegen stammt aus der letzten Wahlperiode. Mehr als zwei Drittel der ehemaligen Kriegsgefangenen haben unter den Nazis die Kriegsgefangenschaft nicht überlebt. Sie wurden systematisch vernichtet. Im Moment leben noch ganze 4 000 von ihnen. Lassen Sie uns jetzt helfen, bevor es auch für den letzten Überlebenden zu spät ist. Liebe Kolleginnen und Kollegen der Union, geben Sie sich an dieser Stelle einen Ruck! Der gemeinsame Antrag von SPD und Grünen liegt jetzt vor.

(Beifall bei der SPD, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN).

Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 6. Juni 2013.

Antrag an Ausschüsse überwiesen.

(Juni 2013) Am 8. Juni 2013 wurde im Bundestag der Antrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen auf Zahlung eines symbolischen Anerkennungsbetrags an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene von den Regierungsparteien an die Ausschüsse unter Federführung des Finanzausschusses überwiesen. Hier veröffentlichen wir die Reden der Antragsteller.

Partnerschaft für leukämiekranke Kinder – Bürgermeister Klaus Wowereit in Taschkent.

(Juni 2013) Im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin-Taschkent besuchte der Regierende Bürgermeister von Berlin am 26. Mai 2013 zusammen mit unserem Beiratsmitglied Prof. Dr. Alexander Karachunskiy unsere Taschkenter Partnerstation im usbekischen Institut für Hämatologie und Transfusionsmedizin, wo jährlich 100 leukämiekranke Kinder nach dem von uns geförderten „Moskau-Berlin-Protokoll“ behandelt werden.

Pressemeldung.

(Juni 2013) Am Donnerstag, 6. Juni 2013, nimmt der Bundestag folgenden Antrag der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Grüne entgegen:

Anerkennung der an den ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen begangenen Verbrechen als nationalsozialistisches Unrecht und Gewährung eines symbolischen finanziellen Anerkennungsbetrags für diese Opfergruppe. Der Antrag steht auf der Webseite des Bundestages: www.bundestag.de Suchwort 17/13710 (anklicken oben rechts auf der Webseite)

Dem Antrag ging eine Petition des Vereins Kontakte-Kontakty voraus, dessen Annahme seit sieben Jahren von der konservativen Mehrheit des Petitionsausschusses verhindert wird. In diesem Zeitraum starb die Mehrheit von 20 000 Betroffenen, deren Anträge auf Zwangsarbeiter-Entschädigung abgelehnt worden waren. Die Regierungsfraktion setzte den interfraktionellen Antrag als „Rede zum Protokoll“ durch, somit wird eine Debatte über dessen Inhalt im Plenarsaal verhindert. Aus Kreisen der CDU/CSU und FDP wird argumentiert, dass die Anerkennung dieser NS-Opfergruppe Forderungen weiterer Opfergruppen nach sich ziehen könnten. Der Zynismus dieser Behauptung verdeutlicht sich im hohen Alter und der geringen Anzahl der noch Lebenden. Wenige Tausend kämen noch in den Genuß eines symbolischen Anerkennungsbetrags. (Es handelt sich nicht um Entschädigungsleistungen an Hinterbliebende, die in Griechenland und Italien gefordert werden.) Die ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen sind Opfer rassischer und ideologisch bestimmter NS-Vernichtungspolitik und Überlebende der größten NS-Opfergruppe neben den europäischen Juden. Somit gilt für sie ganz besonders die auch von früheren Bundesregierungen genannte Verantwortung für alle Opfer nationalsozialistischer Gewalt. Dieser Aussage verdankten wir in der Nachkriegszeit den Respekt und die Anerkennung unseres Landes durch die Weltgemeinschaft. Wenn die Missachtung der sowjetischen Kriegsgefangenen als NS-Opfer anhält, von denen hierzulande Hunderttausende Hungertote in anonymen Massengräbern liegen, müsste bei künftigen Sonntagsreden auf diesen Grundsatz verzichtet werden.

(Der Verein Kontakte-Kontakty rief auf zum Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer und konnte bisher über drei Millionen Euro als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts an 7300 Betroffene auszahlen.)

Eberhard Radczuweit

Georgienbroschüre veröffentlicht.

(Mai 2013) Dieses Bild schmückte die Wand vom Büro der Georgisch-ukrainischen Gesellschaft „Drushba“ in Kutaissi beim Besuch einer KOHTAKTbI-Reisegruppe im September 2011. Die Gruppe veröffentlichte jetzt ihre Erlebnisse in einer Broschüre (60 Seiten). Bestellung über suchan-floss [at] @kontakte-kontakty.de, Unkostenbeitrag 5 € incl. Porto.

Solidarität mit den vergessenen NS-Opfern.

(Mai 2013) Am 31. Mai 2013 überwiesen wir auf das Konto unserer georgischen Partner 15 000 € für 15 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, die von regionalen Veteranenverbänden gemeldet wurden und deren Dokumente geprüft worden sind. Jeder erhält 300 € als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts.

Solidarität mit den vergessenen NS-Opfern.

(Mai 2013) Am 22. Mai 2013 überwiesen wir auf die Konten unserer Moskauer und Minsker Partnerorganisationen folgende Spendenbeträge: 10 000 € zur Verwendung als medizinische und soziale Hilfe für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Russland. 15 000 € für fünfzig Überlebende des Terrors gegen Einwohner belorussischer Dörfer als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts.

Medaille für Eberhard Radczuweit.

(Mai 2013) Am 22. Mai 2013 erhielt Eberhard Radczuweit vom armenischen Botschafter in Deutschland, Herrn Armen Martirosyan, und dem Verteidigungsattaché Oberst Mher Manutscharyan eine Medaille des armenischen Verteidigungsministers für das Engagement zugunsten ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener in Armenien.

KONTAKTE-KOHTAKTbI in Armenien.

(April 2013) Auf Einladung des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges war Eberhard Radczuweit vom 22. bis 25. April 2013 in Armenien. Hier sein Reisebericht.

Am 24. April zog wie jedes Jahr von morgens bis in die Nacht hinein das armenische Volk in Jerewan zum Hügel mit dem Genozid-Denkmal Zizernekabard. Am 24. April 1915 begann in Konstantinopel die Ermordung der Armenier im Osmanischen Reich.

Eine Demonstrantin am Genozid-Denkmal mit dem Bild von Hrant Dink, der von einem türkischen Nationalisten 2007 ermordet worden war, und der Gesamtzahl der Opfer.
(Fotos: E.Radczuweit).

Türkische Solidarität und die Solidarität der Armenier für ihre Landsleute in Syrien.

Seit dem Jahr 2008 wurden in der Türkei bis heute 32454 Unterschriften gesammelt zu einem Appell, in dem Armenien um Verzeihung gebeten wird für die „Katastrophe“, welche die Armenier im Jahre 1915 ereilte. www.ozurdiliyoruz.com

Heute leben in Syrien noch 150 000 Armenier, die wie andere christliche Minderheiten jetzt extrem bedroht sind. Rund 5000 flüchteten nach Armenien. Die armenische Fluggesellschaft brachte über 600 Kinder aus Syrien nach Jerewan, die nun im Lande integriert werden.

70. Jahrestag von Chatyn.

(März 2013) Am 22. März 1943 überfiel eine SS-Einheit das Dorf Chatyn, trieb die Einwohner in eine Scheune und verbrannte sie mitsamt den Insassen. 152 Menschen, darunter 76 Kinder, wurden auf diese Weise ermordet. An der Stelle des verbrannten Dorfes entstand eine eindrucksvolle Gedenkstätte, ein symbolischer Dörferfriedhof. Denn das Schicksal von Chatyn wurde hunderten Dörfern zuteil, die mitsamt ihren Bewohnern verbrannt wurden. Eberhard Radczuweit und der KOHTAKTbI-Mitarbeiter D. Stratievski nahmen auf Einladung unserer belorussischen Partnerorganisation, der NGO „Verständigung“, am 22. März an der Gedenkveranstaltung in Chatyn und an einer Historikerkonferenz in Minsk teil, die den verbrannten Dörfern gewidmet war. Zuvor waren beide Gäste des belorussischen Friedensfonds im Gebiet Werchnedwinsk, die am stärksten vom deutschen Besatzungsterror betroffene weißrussische Region.

Kundgebungsteilnehmer am Denkmal des Dorfschmieds Josef Kaminski mit seinem toten Sohn.
(Foto: Radczuweit).

E. Radczuweit am Denkmal für 152 ermordete Dorfbewohner.

Kommuniqué der Internationalen Historikerkonferenz zun 70. Jahrestag der Tragödie von Chatyn.

Zwei Tage Moskau – zwei Projekte.

(März 2013) Am 4. und 5. März war Eberhard Radczuweit in Moskau, hier sein Kurzbericht:

Mit unserem Mitarbeiter Dmitri Stratievski kam ich zur Vorbereitung der russischen Variante unserer Ausstellung über sowjetische Kriegsgefangene im Museum der russischen Zeitgeschichte, dem früheren Revolutionsmuseum, mit zwei stellvertretenden Direktorinnen zusammen. Es ist ein Palast aus der Zarenzeit im Zentrum Moskaus. Uns wurde eine große Ausstellungsfläche angeboten. Unser Projektpartner Alexander Djukow, Direktor der russischen Stiftung „Geschichtskultur“, sagte, es wäre in Russland die erste Ausstellung über diese „vergessenen“ NS-Opfer und sie habe einen großen Wert für die russische Gesellschaft. Das Projekt soll im April 2014 starten. Dmitri Stratievski sucht zurzeit in unaufgeschlossenen Gebieten der Moskauer Archive nach Dokumenten für die Ausstellung.

Vom Flughafen holte uns Prof. Alexander Karachunsky ab, mit dem uns seit über 20 Jahren die Hilfe für leukämiekranke Kinder verbindet. Er zeigte mir am zweiten Tag das neue russische Kinderkrebs-Zentrum, dessen wissenschaftlicher Leiter er geworden ist. Diese Klinik und Forschungsstätte entstand auf Putins Initiative mit deutschem Knowhow und wurde letztes Jahr eröffnet. Wissenschaftlicher Berater dieser Einrichtung ist unser Beiratsmitglied Prof. Günter Henze. Mich interessierte vorwiegend ein Raum in dem prächtigen Gebäude – die Studienzentrale des „Moskau-Berlin-Protokolls“ (ALL-MB). Jetzt haben die von uns geförderten Mitarbeiterinnen des Studienleiters Karachunsky gute Arbeitsbedingungen. Jüngste Nachricht: Seit dem Jahr 2008 sind 3001 leukämiekranke Kinder in der MB-Studienzentrale registriert, die nach der damals beschlossenen Protokollphase therapiert werden!

Karachunsky machte mich mit allen maßgeblichen Leuten im neuen Zentrum bekannt, denen er von unserer Arbeit für die vergessenen NS-Opfer erzählte. Für ihn gehören die beiden unterschiedlichen Vereinsarbeitsfelder zusammen. Dann besuchten wir im Republiks-Kinderkrankenhaus unsere alte Station, die wir einst renovieren und modernisieren liessen. Die Station ist trotz des benachbarten neuen Zentrums überfüllt, sie ist die MB-Referenzstation für alle 45 am ALL-MB-Protokoll beteiligten Kinderkrebszentren. Die Leiterin Natalya Ponomarewa, berichtete über Erfolge und Probleme. Wo können wir helfen? Zum Beispiel bei der Qualifikation ihrer Kolleginnen durch Studienaufenthalte an der Berliner Charité, wozu Deutschunterricht eine Voraussetzung ist.

Dr. med. Natalia Ponomareva, Leiterin der ALL-MB-Referenzstation, im Ärztezimmer der Station.

Erfolgreiche Suche in Georgien.

(März 2013) Unsere georgische Partnerorganisation kooperiert mit regionalen Veteranenverbänden bei der Suche nach ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen. Jetzt wurden von einem der Verbände wieder 14 bisher unbekannte Kriegsveteranen genannt, darunter eine Frau. Nach Prüfung von Dokumenten steht fest, dass es sich um ehemalige sowjetische Kriegsgefangene handelt, denen als „vergessene NS-Opfer“ eine Spende von jeweils 300 Euro zusteht, die in persönlichen Briefen als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts bezeichnet wird. Heute wurden für diese Menschen 4200 € überwiesen.

Auszeichnung für Eberhard Radczuweit.

(Februar 2013) Aus einer Meldung auf der Homepage der Russischen Botschaft in Berlin über die vom Botschafter Vladimir M. Grinin am 23. Februar 2013 verliehenen Auszeichnungen:

Mit der Medaille des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation „Für die Verdienste bei der Verewigung des Gedenkens an die gefallenen Verteidiger des Vaterlands“ wurde Herr Eberhard Radczuweit, das Vorstandsmitglied des Vereins für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion KONTAKTE-КОНТАКТЫ, ausgezeichnet. Bei der Würdigung der Ausgezeichneten wies der Botschafter ausdrücklich darauf hin, dass ihre Tätigkeit zur historischen Versöhnung und weiteren Annährung der Völker Russlands und Deutschlands beitrage, wovon „schlussendlich nicht nur unsere beiden Länder, sondern ganz Europa profitieren“.

Dies kann als Würdigung des von KONTAKTE-KOHTAKTbI initiierten Engagements für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene verstanden werden, denen viele Menschen in Deutschland Geld als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts gespendet haben.

Neue georgische Holzlieferung.

(Februar 2013) Ein Notruf aus Georgien veranlasste uns am 12. Februar zu einer weiteren Überweisung von unserem Spendenkonto: Für 8000 Euro kaufen unsere Partner in Kutaissi Brennholz ein und liefern es an 32 ehemalige Kriegsgefangene (zusätzlich eine Einzelspende von 100 € als Nothilfe).

Unser Gast aus Usbekistan.

Dr. med. Sapura Ibragimova, wissenschaftliche Leiterin des Kinderkrebs-Zentrums am staatlichen Institut für Hämatologie und Transfusionsmedizin in Taschkent.

(Februar 2013) Wir luden Frau Dr. Ibragimova in der letzten Januarwoche nach Berlin ein und ermöglichten ihr, die Arbeitsabläufe in der Kinderklinik der Charité mit Schwerpunkt Onkologie/Hämatologie kennenzulernen. Unter anderem besuchten wir mit ihr den Leiter des Protokolls der Berliner Senatskanzlei, um die künftige Unterstützung ihrer Station im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin-Taschkent zu erörtern. Unser Gast bereitete sich auf die Zusammenarbeit mit der Charité vor mit einem Sprachstudium, auch zwei ihrer Kolleginnen lernen zur Zeit Deutsch am Goetheinstitut in Taschkent. Geplant sind vorerst drei Dreimonats-Stipendien an der Charité, für die noch eine Finanzierung gefunden werden muss. Das Taschkenter Kinderkrebs-Zentrum ist seit zwei Jahren Mitglied der von uns geförderten multizentrischen ALL-MB-Studiengruppe und hat schon 200 Patienten nach diesem Therapieschema behandelt. Das Zentrum leitet die Qualifizierungsprogramme für alle usbekischen Kinderkliniken mit Krebspatienten. Die Förderung der Taschkenter Kinderonkologinnen kommt daher allen Leukämiepatienten im kinderreichen Usbekistan zugute.

Kälteeinbruch im Kaukasus – Wir zahlen Brennholz.

Suren Sakarjan und seine Frau Jenja Herr Sakarjan hatte vor drei Jahren für unsere Ausstellung „Russenlager und Zwangsarbeit“ über seine Kriegsgefangenschaft berichtet.

Dawid, der Urenkel von Suren Sakarjan, beim Holzhacken.

Georgische Holzpreise gesunken!.

(Januar 2013) Wir bezahlen in kaukasischen Bergen drei Kubikmeter Brennholz für jeden ehemaligen Kriegsgefangenen, der es sich sonst nicht leisten könnte. In Georgien ist der Kubikmeterpreis auf 217 Lari gesunken = 130 Euro.

Aleksandr Macharadze.

Wladimir Gwischijani.

Erste Spendenvergaben des Jahres im Rahmen des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer.

(Januar 2013) In diesem Monat wurden 20 000 € nach Russland überwiesen für soziale und medizinische Nothilfen, die an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene ausgezahlt werden. 12 000 € gingen auf das Konto unserer georgischen Partnerorganisation für die zweite Brennstoffhilfe in diesem Winter: 40 Personen erhalten je zwei Kubikmeter Brennholz. Am 28. Januar wurden 20 000 € auf das Konto des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen überwiesen. Die zweite Tranche nach Belarus im Bezirk Werchnedvinskij (Stichwort „Verbrannte Dörfer“) für Überlebende von Mordaktionen betrug 15 000 €.

Herr Nalbandjan spricht auf einer Neujahrsversammlung des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges vor Mitgliedern, die unsere Spenden vom 17. Dezember erhielten. Insgesamt wurden 137 Mitglieder begünstigt. Fünf Mitglieder konnten nur dank der Spenden in Krankenhäusern stationär behandelt werden.

Ergebnis der KOHTAKTbI-Spendenaktionen im Dezember 2012.

(Januar 2013) Ergebnis der KOHTAKTbI-Spendenaktionen im Dezember 2012: Zur Partnerschaft für leukämiekranke Kinder in Russland und Belarus 44 699,60 € (Dezember 2011: 60 982,98 €). Zum Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer 78 367,87 € (Dezember 2011: 71 551,09 €).

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2012.

Vorweihnachtliche Spendenübergaben.

(Dezember 2012) Nach einem Kälteeinbruch in den Bergregionen des Kaukasus überwiesen wir am 17. Dezember 15 000 € nach Armenien. Dafür werden Heizmittel für Bedürftige unter ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen besorgt. Am 20. Dezember überwiesen wir 12 000 € nach Georgien. Davon werden unsere dortigen Partner für 40 ehemalige Kriegsgefangene Brennholz und Butangasflaschen besorgen, die sonst in ungeheizten Räumen säßen.

Am 20. Dezember nahm Prof. Dr. med. Alexander Karachunsky (Moskau) 8000 € von unserem Spendenkonto entgegen (Kennwort: Kinderleukämie). Es ist die erste Jahresrate 2013 zur Unterstützung der ALL-MB-Studienzentrale. 10 000 € von insgesamt 24 000 € wurden am selben Tag überwiesen für „Broviak-Katheter“, die unsere Partnerstationen in mehreren russischen Kinderkliniken benötigt werden.

Neue Rundbriefe.

(November 2012) Neue Rundbriefe des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer und unserer Partnerschaft für leukämiekranke Kinder in Russland, Belarus und Usbekistan sind in hoher Auflage erschienen und können zum Weiterverteilen bestellt werden bei info [at] kontakte-kontakty.de.

KOHTAKTbI-Spendenauszahlungen im November.

(November 2012) In diesem Monat wurden entsprechend den Kennwortangaben folgende Zuwendungen geleistet. Kennwort „Kinderleukämie“: 25 000 € zur Förderung der Therapie nach „ALL-MB 2008“; Kennwort „Bürgerengagement“ (oder „Kriegsgefangene“, „NS-Zwangsarbeit“): 20 000 € medizinische und soziale Nothilfe für ehemalige sow. Kriegsgefangene in Russland; 8000 € (Georgien) und 6000 € (Armenien) für Heizmittel (z.B. Brennholz) zum Winter an ehemalige sow. Kriegsgefangene; Kennwort „Ghettoüberlebende“: 7600 € Nothilfe für bedürftige Shoa-Überlebende, 2400 € Beihilfe für die Buchhaltung der Ukrainischen Assoziation der jüdischen Ghetto- und KZ-Überlebenden.

In nur einem Monat konnten 69 000 € Hilfsmittel überwiesen werden. Wir danken allen Spenderinnen und Spendern!

Dokumentation über die Allukrainische Bewegung Swoboda (Freiheit).

(November 2012) Die deutschen Medien kommentieren die Ergebnisse der jüngsten Parlamentswahlen in der Ukraine durchweg kritisch, registrieren die Erfolge der „nationalistischen“ Partei SWOBODA jedoch nur mit verhaltener Besorgnis. Hierzulande wird das Wahlbündnis der Partei von Julia Timoschenko mit SWOBODA weitgehend verschwiegen. Diese Partei entspricht der NPD, ihre Erfolge in der Westukraine sind erschreckend. In der Region Lemberg erreichte sie 38 %! Zur Aufklärung über den Charakter dieser neofaschistischen Partei empfehlen wir diese Dokumentation.

Offener Brief an die Bundeskanzlerin.

(Oktober 2012) Folgender Brief wurde am 29. Oktober dem Kanzleramt zugeleitet:

Boris Antonowitsch Popow
Belarus 220023
Minsk.

Offener Brief an die Bundeskanzlerin.

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

ich schreibe Ihnen als Überlebender des größten Kriegsverbrechens, das die Geschichtsschreibung kennt, dem drei Millionen meiner Kameraden zum Opfer fielen. Darüber zu berichten, luden mich der Verein KONTAKTE-KOHTAKTbI und die Freie Universität Berlin als Zeitzeuge ein.

Ich wurde als Soldat der Roten Armee kurz nach Beginn des deutschen Vernichtungskrieges gegen meine Heimat gefangengenommen und kam zunächst in ein Lager bei Minsk. Wir waren dort hunderttausend dem Hungertod preisgegebene Kriegsgefangene. Ich überlebte durch einen glücklichen Zufall. Danach kam ich in ein Feldlager bei Gomel, in dem mangels hygienischer Mindeststandards eine Fleckfieberepidemie grassierte. Ich zählte zu den wenigen Überlebenden, die im Frühjahr 1942 nach Deutschland gebracht wurden. Die Verpflegung entsprach nun dem Minimum zur Gewährleistung der Arbeitsfähigkeit. Aber auch hier wurden wir als „Untermenschen“ misshandelt. Wir waren dem Status nach Kriegsgefangene, aber in Wirklichkeit wurden wir zu Opfern rassistischer NS-Ideologie, die uns die Daseinsberechtigung abstritt.

Als bekannt wurde, dass Deutschland die „Zwangsarbeiterentschädigung“ auszahlt, stellte auch ich wie viele meiner Kameraden einen Antrag, der abgewiesen wurde mit Verweis auf ein vom Bundestag beschlossenes Gesetz. Wurden wir zuvor beleidigt durch Stalins Vorwurf, Vaterlandsverräter zu sein, schockierte uns nun die Missachtung durch den Deutschen Bundestag. Es erstaunt uns Überlebende, dass Ihre Regierung Verantwortung gegenüber allen Opfern nationalsozialistischer Gewaltherrschaft bekundet – dies aber gegenüber jenen negiert, die neben den europäischen Juden die größte Opferzahl aufweist. Die Nichtanerkennung von Unrecht hält Wunden dauerhaft offen, Armenier und Türken wissen Bescheid. Millionen Familien in Ländern der früheren Sowjetunion trauern um Angehörige, die in anonymen Massengräbern vor einstigen „Russenlagern“ der Wehrmacht liegen. Auch für sie, nicht nur für die schwindende Zahl der Überlebenden, wäre es eine späte Genugtuung und hätte heilsame Wirkung, wenn Ihre Regierung sich zur Anerkennung des Unrechts bekennt und gegenüber den ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen Humanität erkennen lässt.

Hochachtungsvoll

B. Popow.

Bericht über Boris Popow in „Campusleben“, dem Online-Magazin der Freien Universität Berlin.

Grußworte zur Eröffnung der Ausstellung „‚Russenlager‘ und Zwangsarbeit“.

(Oktober 2012) Grußworte zur Eröffnung der Ausstellung „‚Russenlager‘ und Zwangsarbeit“ von Wladimir M. Grinin, Botschafter der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland und Andrej Giro, Botschafter der Belorussischen Republik.

Grußwort des Botschafters der Russischen Föderation S.E. Wladimir M. Grinin.

Meine Damen und Herren,
Liebe Freunde!

Alle, die heute den Weg zur Eröffnung der Ausstellung „‚Russenlager‘ und Zwangsarbeit“ gefunden haben, begrüße ich recht herzlich.

Der Zweite Weltkrieg liegt nunmehr über 60 Jahre zurück. Die schmerzhafte Erinnerung an jene schrecklichen Ereignisse ist aber nicht erloschen. Im Gegenteil: Sie ragt bin in die Gegenwart hinein. Sie bewegt und beschäftigt unsere Gemüter gleich, wo wir herkommen und auf welcher Seite unsere Großväter sich damals gegenüberstanden. Auch deshalb ist es keine Selbstverständlichkeit, dass Russen und Deutsche nach jenen schmerzhaften Erfahrungen, die sie auf so eine schreckliche Weise auseinander gerissen hatten, den Weg der Verständigung und Versöhnung einschlagen konnten.

Gerade diesem Zweck – der Verständigung und Versöhnung – dient auch diese Ausstellung, die heute von den Partnern und guten Freunden der Botschaft, dem Verein „KOHTAKTbI-KONTAKTE“ an der Freien Universität Berlin eröffnet wird.

Dies ist keine Ausstellung zum Angucken im Vorbeilaufen. Dies ist eine Ausstellung zum Nachdenklichwerden. Dies ist eine Ausstellung, die bewegt und beeindruckt – mehr als manches Geschichts- oder Lehrbuch.

In den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung stellt sie Biographien, die für Jahrzehnte auch in Russland der Marginalisierung und dem Vergessen anheim gefallen sind und an den Rand der Vergangenheitsaufarbeitung gedrängt wurden.

Erniedrigt und gedemütigt kamen Abermillionen meiner Landsleute, Soldaten und Zivilsten, Männer, Frauen und Kinder, als „minderwertiges Menschenmaterial“ in nationalsozialistische Konzentrationslager, wurden unter katastrophalen Lebens- und Sterbensbedingungen als Zwangsarbeiter in der Industrie und Landwirtschaft eingesetzt. Wir, die wir nach dem Krieg geboren wurden, können nur erahnen, welche Leideswege sie gegangen sind.

Diese Ausstellung macht das Leid bekannt, das sie erfahren haben, und lässt ihnen dadurch die historische Gerechtigkeit angedeihen, die die Nachwelt ihnen schuldig ist. Sie ermöglicht uns lebendige Einblicke in die Geschichte der zivilisatorischen Schande und der menschlichen Größe. Und viel wichtiger: Sie hält die Erinnerung an die Schrecken des Krieges wach, gibt den abstrakten Opferzahlen das Gesicht, vermittelt das Wissen von ihren Tragödien an heranwachsende Generationen weiter und ist uns allen – ob jung oder alt – eine Mahnung, solche Unmenschlichkeit wie die des Kriegs und des Faschismus nie wieder zuzulassen.

Ich danke allen, die sich in jedweder Form an der Organisation dieser wichtigen Ausstellung beteiligt haben. Mein tief empfundener Dank gilt dem Verein „KOHTAKTbI-KONTAKTE“, der mit jedem seiner Projekte einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Geschichte beweist. Auch diese Ausstellung ist eins der vielen Beispiele für die unermüdliche Arbeit der Vereinsmitglieder, der Zukunft im Gedenken an die Vergangenheit zu dienen. Von Herzen danke ich der Führung der Freien Universität Berlin sowie dem Allgemeinen Studentenausschuss, die – wie ich weiß – die Einrichtung der Ausstellung in den Universitätsräumen von Anfang an lebhaft unterstützt haben.

Ich wünsche der Ausstellung „‚Russenlager‘ und Zwangsarbeit“ ein reges Publikumsinteresse und ihren Besucherinnen und Besuchern viele anregende Momente der gemeinsamen Vergangenheitsbewältigung.

Wladimir M.Grinin.

Grußwort des Botschafters der Republik Belarus S.E. Andrei Giro.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich darf Sie ganz herzlich zur Eröffnung der Ausstellung „Russenlager und Zwangsarbeit Bilder und Erinnerungen sowjetischer Kriegsgefangener“, die vom Verein „KONTAKTE-КОНТАКТЫ e.V.“ ins Leben gerufen wurde, begrüßen.

Diese Veranstaltung betrachte ich als einen wichtigen Beitrag zur Pflege der Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft. Hinter jedem der unzähligen Opfer steckt ein konkretes menschliches Schicksal und das seiner Familie.

Die Tragödie von Häftlingen in Konzentrationslagern, vor allem aber der sowjetischen Kriegsgefangenen, die als Vertreter angeblich minderwertiger Rasse behandelt wurden, ist eines der schrecklichsten Kapitel der modernen Geschichte. Mir persönlich war es möglich, bereits viele Gedenkstätten in Deutschland zu besuchen. Sei es Dachau, Buchenwald oder Ravensbrück, –– überall wird einem das Ausmaß dieser Tragödie besonders deutlich.

Die Kriegsgefangenenlager wurden zu einem Symbol für die Gräueltaten des Naziregimes, des Terrors und der Verbrechen der NS-Zeit. Zehntausende Häftlinge waren an Hunger, Krankheiten und unerträglicher Zwangsarbeit gestorben, sind zum Opfer von Hinrichtungen und systematischen Vernichtungsaktionen geworden.

Gerade das tragische Schicksal von sowjetischen Kriegsgefangenen zeugt davon, dass der Krieg gegen die Sowjetunion nicht irgendein, sondern ein wirklicher Vernichtungskrieg, ein Kampf um Leben und Tod war. Alleine auf belarussischen Boden wurden 700.000 sowjetische Kriegsgefangene, wie der deutsche Historiker Christian Gerlach in seiner Studie über Belarus belegt hat, von der Wehrmacht und den Verwaltungsbehörden planmäßig in den Tod getrieben.

Das Schicksal der KZ-Häftlinge ist zugleich eine Mahnung an uns und an die künftigen Generationen. Wir sollten nicht in Vergessenheit geraten lassen, welche verheerenden Folgen rassistische Ideologien haben können.

Seit dem Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion sind inzwischen mehr als 70 Jahre vergangen. Doch die öffentliche Diskussion über den Verlauf des Krieges, seine Ursachen und Folgen reißt nicht ab. Gerade deswegen fühlen wir uns zur Pflege einer angemessenen Erinnerungskultur in Europa ohne Geschichtsverzerrungen, ohne Relativierung von Opfern und Tätern besonders verpflichtet.

Denken wir nur einen Augenblick daran, was wäre, wenn die Sowjetunion dem Hitler-Angriffskrieg nicht standhalten konnte. Wären wir alle überhaupt geboren, hätten wir die Gelegenheit, heute alle zusammen in einem nahezu vereinten Europa im Frieden zu leben?  Diese Reihe von rhetorischen Fragen könnte natürlich fortgesetzt werden.

Die Erinnerung an die Schicksale der Menschen hat, meines Erachtens, die größte Wertstellung. Bis heute arbeiten in Deutschland und in unserem Land Historiker, Stiftungen und Regierungsstellen an der Aufklärung der menschlichen Schicksale. Obwohl viele konkrete Ergebnisse zu verzeichnen sind, haben wir noch viel zu bewältigen, damit alle Opfer dieses furchtbaren Krieges ihren Namen bekommen.

Ich glaube, die geschichtliche Aufarbeitung ist ein sehr komplexes Thema. Je mehr Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg vergeht, desto wichtiger ist es, den jungen Menschen die Wahrheit über diese Tragödie zu vermitteln. In diesem Sinne begrüße ich es sehr, dass die Ausstellung in der Freien Universität Berlin stattfindet.

Die Lehren dieses Krieges sollten zu einem Vermächtnis für alle künftigen Generationen werden. Die Erinnerung an unsere gemeinsame traurige Geschichte bildet eine Grundlage für ein dauerhaftes friedliches Miteinander verschiedener Nationen heute wie auch in der Zukunft.

Neue Daten vom „Moskau-Berlin-Protokoll“.

(Oktober 2012) Am 16. Oktober war der Leiter der multizentrischen Studiengruppe „Moskau-Berlin-Protokoll“ (ALL-MB), Prof. Dr. med. Alexander Karachunsky, unser Gast und erhielt zur Unterstützung der Phase ALL-MB 2008 von unserem Spendenkonto 8000 €. (Eine Woche zuvor nahm einer seiner Moskauer Kollegen zu gleicher Zweckbestimmung 4000 € entgegen.)

Karachunsky informierte uns über aktuelle Daten zur bisherigen Laufzeit ALL-MB 2008: Seit vier Jahren und 6 Monaten wurden 2420 ALL-Patienten (Kinder mit akuter lymphoblastischer Leukämie) behandelt. Davon sind heute 2141 Kinder in Remission. Die Überlebenswahrscheinlichkeit erhöhte sich auf 84 %. In der vorangegangenen Studienphase ALL-MB 2002 waren es 72 %.

Von ALL-Patienten, die zur „Hochrisiko-Gruppe“ zählen, waren 50 % in dem Zeitraum „ereignisfrei“, das heißt, sie haben eine gute Prognose. (Verbesserung zur vorangegangenen Studie 9 %) Dazu muss gesagt werden, dass diese Patientengruppe Knochenmark-Transplantation braucht, es aber keine russlandweite KMT-Spenderdatenbank gibt. So ist die Suche nach geeigneten Spendern langsam und oft zu spät.

Leukämiekinder, die in unseren Moskauer Zentren behandelt werden und zur „Standard-Risikogruppe“ zählen, haben jetzt eine Überlebenswahrscheinlichkeit von über 90 %! Uns liegen jetzt die Patientendaten aus 45 teilnehmenden Kinderkliniken vor. Wir stellen fest, dass die zuvor sehr unterschiedlich qualifizierten Zentren sich im Niveau einander annähern. Ziel ist, dass auch in sozial schwachen, untererentwickelten Regionen krebskranke Kinder die gleichen Heilungschancen haben wie in den Metropolen. Karachunsky: „Ob ein Kind in Moskau oder in der Region Stawropol (Nordkaukasus) an Leukämie erkrankt - sein Schicksal soll nicht abhängig sein vom Wohnort.“

Am 24. November 2012 findet die nächste Jahrestagung der großen ALL-MB-Ärztekooperative in Moskau statt. Zur Zeit suchen wir noch nach ausreichender Finanzierung.

Spendenkonto:
Kontakte-Kontakty, Konto-Nr. 306 55 99 006, Berliner Volksbank, BLZ 100 900 00
IBAN: DE48 1009 0000 3065 5990 06
BIC: BEVODEBB
Kennwort „Kinderleukämie“.

Infoblatt des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer.

(Oktober 2012) Dieses Faltblatt wird in hoher Auflage gedruckt und kann mit Angabe der gewünschten Stückzahl zum Weiterverteilen bestellt werden unter info [at] kontakte-kontakty.de.

Gebt ihnen ihre Namen zurück!.

(September 2012) Eine KOHTAKTbI-Gruppe besuchte die Gedenkstätte Bergen-Belsen und den Friedhof Hörsten, wo nahezu 20.000 Opfer des KriegsgefangenenlagerS und –lazaretts Bergen-Belsen begraben sind.

Auf deutschem Gebiet liegen hunderttausende sowjetische Kriegsgefangene in anonymen Massengräbern. Die Bundesregierung fördert seit dem Jahr 2000 die Recherche der Stiftung Sächsische Gedenkstätten in Partnerschaft mit dem Generalstab der russischen Streitkräfte nach Namen und Begräbnisorten dieser Opfer eines der größten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkrieges. Seither sind über eine dreiviertel Million Tote ermittelt und ihre Namen ins Internet gestellt worden: www.obd-memorial.ru. Familien der sowjetischen Kriegsgefangenen wissen nun, wo sie ihre Väter und Großväter finden und machen sich auf den Weg. Sie finden keine Orte des Gedenkens und der Trauer.

Auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof in Hörsten nahe der Gedenkstätte Bergen-Belsen ist eine Fläche freigegeben für Grabsteine, die auf eigene Kosten von den Nachkommen der Kriegsgefangenen gefertigt werden können. Längs des Friedhofs liegen Eisengestelle, in die Namenstafeln aus Ton gelegt werden. An der Aktion „Namensziegel“ beteiligen sich viele Schulen in Niedersachsen, auch auf den Friedhöfen der Kriegsgefangenenlager in Oerbke, Sandbostel und Wietzendorf . Die Schüler lernen dabei die Leidenswege der sowjetischen Kriegsgefangenen kennen. Hier fänden vor allem deutsch-russische Schulpartnerschaften ein breites Betätigungsfeld.

Ein „Gräbergesetz“ der Bundesrepublik Deutschland soll helfen, „der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in besonderer Weise zu gedenken und für zukünftige Generationen die Erinnerung daran wach zu halten, welche schrecklichen Folgen Krieg und Gewaltherrschaft haben.“ Wenn Namen und Ort der Bestatteten bekannt sind, sollen die Gräber mit „würdig gestalteten dauerhaften Grabzeichen versehen werden…mit gut lesbarer dauerhafter Schrift mindestens Vor- und Familienname, Geburts- und Todestag“. Das zuständige Bundesfamilienministerium ignoriert dieses Gesetz! So wertvoll die Schülerinitiativen mit ihren „Namensziegeln“ sind, entbinden sie nicht die Bundesregierung von der Pflicht, ihrem eigenen Gesetz nachzukommen. Wir fordern: Gebt ihnen ihre Namen zurück!

Hilfe für Shoah-Überlebende in der Ukraine.

(August 2012) Am 20. August wurden dem Vorsitzenden der Ukrainischen Assoziation jüdischer Ghetto- und KZ-Überlebender, Dr. Boris Zabarko, 13 000 € Spenden übergeben für bedürftige Mitglieder der Assoziation. Diese Geldsammlung ist der Initiative des Hamburger Theologen Matthias Kroeger zu verdanken.

Heidelberger Ausstellung beendet.

(Juli 2012) Am 23. Juli wurde die Ausstellung „Russenlager und Zwangsarbeit – Bilder und Erinnerungen sowjetischer Kriegsgefangener“ nach Berlin zurück gebracht, wo sie am 25. Oktober 2012 in der FU-Berlin eröffnet wird. Fotos von der Eröffnungsveranstaltung am 26. April im Heidelberger Friedrich-Ebert-Haus:

„Vergessene“ NS-Opfer erhalten Leistungen des Hardship Fund.

(Juli 2012) Zu unserem Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer zählten bisher jüdische Überlebende der deutschen Besatzungsmacht in der Ukraine, die im Versteck gerettet wurden. Sie galten der Bundesregierung bisher als „nicht leistungsberechtigt“. Die Jewish Claims Conference informiert, dass ab 1. November 2012 erstmals Entschädigungen an 80 000 Holocaustüberlebende auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion ausgezahlt werden können, pro Person 2556 €. (Info: www.claims-conference.de/index.php?id=33) Dazu gehören auch jene Überlebende, die von uns als „vergessene NS-Opfer“ mit Spenden begünstigt wurden.

Damit erhalten sie ab November keine finanziellen Leistungen mehr vom Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer. Eine Ausnahme bilden Spenden unter dem Kennwort „Ghettoüberlebende“ auf Initiative unseres Projektpartners Prof. Dr. Matthias Kroeger: Diese Zuwendungen werden unabhängig von anderen erhaltenen Leistungen jenen jüdischen Überlebenden in der Ukraine gewährt, die in besonderer Notlage sind. Auch Beihilfen für medizinische Leistungen zählen dazu.

(Eberhard Radczuweit)

Solidaritätsleistungen im Juli.

(Juli 2012) In diesem Monat wurden 17 100 € nach Georgien überwiesen: Davon erhielten 17 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene Erstzahlungen von jeweils 300 €, 12 000 € sind bestimmt für medizinische Hilfsleistungen. Da es keine reguläre Krankenversicherung in Georgien gibt und für diese alten Menschen Medikamente und Arztrechnungen unbezahlbar sind, ist diese Solidaritätsleistung dort lebenswichtig.

Zur Zeit läuft noch die Auszahlung an Überlebende der verbrannten Dörfer in Belarus. Die im Juni bereitgestellte Zuwendung an Ghettoüberlebende in der Ukraine konnte krankheitsbedingt noch nicht übermittelt werden. Die jüngste Auszahlung in Armenien wurde auch fotografisch dokumentiert:

Die zweckgebundene Zuwendung eines KOHTAKTbI-Mitglieds über 20 000 € wird in zwei Raten an armenische NS-Opfer überwiesen. Die erste Rate erfolgt Ende Juli.

Solidaritätsleistungen im Juni.

(Juni 2012) Im Rahmen des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer wurden erstmals die Überlebenden der verbrannten Dörfer in Belarus begünstigt. 27 000 Euro wurden an 90 NS-Opfer im Gebiet Witebsk ausgezahlt, die eine Mordaktion der deutschen Besatzungsmacht überlebten. Alle erhielten Briefe von KONTAKTE-KOHTAKTbI, die am 27. Juni abgeschickt wurden.

Anfang Juni wurden von unserem Spendenkonto 6000 € abgebucht zugunsten bedürftiger Mitglieder des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges.

Am 28. Juni übergaben wir Marina Schubarth 10 000 € Spenden, die mit dem Kennwort "Ghettoüberlebende" auf das Spendenkonto überwiesen wurden. Am 1. Juli wird Frau Schubarth diese Spenden in Kiew dem Vorsitzenden der Ukrainischen Assoziation der Ghetto- und KZ-Überlebenden aushändigen. Das Geld wird mehrheitlich für medizinische Hilfe verwendet. So wird u.a. für einen Ghettoüberlebenden eine Bypass-Operation bezahlt.

Partnerschaft für leukämiekranke Kinder: Am 20. Juni erhielt Prof. Dr. Alexander Karachunsky (Moskau) 10 000 € für die laufenden Kosten der Therapiestudie ALL-MB 2008.

2 Projekte – 2 Gruppenfotos im Juni 2012.

Nach dem Abschiedsessen am 3. Juni, Berliner KOHTAKTbI-Mitglieder mit ihren Gästen aus Georgien, den Vorstandsmitgliedern der Georgisch-Ukrainischen Freundschaftsgesellschaft „Drushba“ (oben, 2.v.l. Nugsar Andguladze, 3.v.l. Prof. Dr. Wladimir Krotenko, unten, 1.v.l. Prof. Dr. Iraïda Krotenko, Mitte: Larissa Pokolenko).
Unsere Gäste sind Partner bei der Auszahlung von Spenden an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Georgien.

(Juni 2012) KONTAKTE-KOHTAKTbI förderte eine Fortbildungsmaßnahme für Fachärztinnen und Fachärzte aus Usbekistan in Moskau. Damit wird die Therapieoptimierung leukämiekranker Kinder in diesem mittelasiatischen Land nach dem „Moskau-Berlin-Protokoll“ unterstützt.

(von links nach rechts) Iminshon Buranow, Hämatologe aus der Kinderklinik in Quarshi; Jorkin Schodijew, Chefarzt, Kinderklinik in Navoi; Burchon Mamatow, Chefarzt, Kinderklinik in Termiz; Matljuba Scharipowa, Hämatologin, Kinderklinik Taschkent; Gulira Ismatowa, Hämatologin, Kinderklinik Taschkent; Sapura Ibragimowa, Hämatologin, Kinderklinik Taschkent; Alexander Karachunsky, Moskau; Alfija Waliachmedowa, Chefärztin, Kinderklinik in Nukus, Autonome Republik Karakalpakistan; Indira Jerimbetowa, Hämatologin, Kinderklinik Taschkent; Viktoria Tjan, Hämatologin, Kinderklinik Taschkent

Zwei Ärztinnen bitten uns um Praktika an der onko-hämatologischen Abteilung der Kinderklinik in der Berliner Charité. Sapura Ibragimowa und Aripowa Nazokat haben sich darauf gründlich vorbereitet mit einem Sprachkurs am Goetheinstitut Taschkent. Wir bitten um Spenden zur Finanzierung der Praktika (Berliner Volksbank, BLZ 100 900 00, Kto.-Nr. 306 55 99 006, Kennwort „Usbekistan“)

9. Mai - Zum Tag des Sieges.

(Mai 2012) Auch in Armenien feierten ehemalige sowjetische Kriegsgefangene den Tag des Sieges, auch wenn einige nach der Befreiung aus deutschen Lagern in Stalins Arbeitslager kamen. Impressionen von der Versammlung des armeniscne Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges und Familienangehöriger. (Fotograf: Aram Alexanjan, Enkel des ehemaligen Kriegsgefangenen Gurgen Alexanjan)

Meeting mit Moskauer Partnerin.

Elisaweta Ustinowa erläutert den KOHTAKTbI-Mitarbeitenden Sibylle Suchan-Floß und Dimitri Stratievski die Unterlagen zum Projekt „Medizinische Hilfe“. (Fotograf: Radczuweit).

(April 2012) Am 30. April besuchte Elisaweta Ustinowa das KOHTAKTbI-Büro. Sie ist Vorsitzende der russischen Stiftung für Folteropfer und Opfer organisierter Gewalt SOSTRADANIJE sowie Projektpartnerin unseres Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer in Russland. Frau Ustinowa übergab neue Belege der bisher von SOSTRADANIJE übermittelten Spenden an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene und beriet sich mit uns über weitere Projektschritte. Innerhalb eines Jahres konnten in Russland 121 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene ermittelt werden, die bislang keine Zuwendungen erhalten hatten. Sie bekamen jeweils 300 € als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts, insgesamt 36 300 Euro.

Im Februar 2012 war dieses Projekt erweitert worden auf medizinische und soziale Hilfe, für die wir bis heute 15 000 € aufwendeten. Dies wurde notwendig wegen des fortgeschrittenen Alters der NS-Opfer und ihrer wachsenden Hilfsbedürftigkeit. Medizinische Hilfsmittel werden besorgt, auch Spezialbetten, Rollstühle, Hörgeräte etc., aber auch benötigte Haushaltsgeräte. Die Kommunikation mit den Bedürftigen, Beschaffung, Transport und Kontrolle der zweckbestimmten Hilfsgüter erfordert einen großen Aufwand. Frau Ustinowa: „Dies ist das anspruchsvollste Projekt unserer Organisation!“

Neues von der Partnerschaft für leukämiekranke Kinder.

(März 2012) Am 28. März übergaben wir unserem Besucher aus Moskau, Professor Alexander Karachunsky, 10.000 € für die laufende Arbeit der ALL-MB-Studienzentrale, wo die Daten der leukämiekranken Kinder aus Russland, Belarus und Usbekistan ausgewertet und allen anfragenden Ärztinnen und Ärzte Therapieempfehlungen gegeben werden. Wir konnten unserem Partner Karachunsky die Bereitstellung von 20 000 € zusichern für den Erwerb von dringend benötigten Kathetern.

Heute werden nach dem von uns geförderten Therapieschema „Moskau-Berlin-Protokoll“ (ALL-MB 2008) bereits 80 % aller Patienten Russlands behandelt, die an der häufigsten Krebserkrankung im Kindesalter leiden.

Autor der aktuellen Patientenfotos in unserer ältesten Partnerstation, der Onko-Hämatologie im Russischen Republiks-Kinderkrankenhaus, ist der Arzt Aleksej Slinin.

Spendenkonto:
Kontakte-Kontakty, Konto-Nr. 306 55 99 006, Berliner Volksbank, BLZ 100 900 00
IBAN: DE48 1009 0000 3065 5990 06
BIC: BEVODEBB
Kennwort „Kinderleukämie“

Spenden nach Belarus.

(März 2012) Am 8. März überwiesen wir 26 910 Euro auf das Konto unseres belorussischen Vertragspartner, der Nicht-Regierungs-Organisation „Verständigung“. Begünstigt werden im Laufe von 15 Monaten 75 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, deren besondere Bedürftigkeit nachweisbar ist. Es werden von dieser Tranche 22 500 € als Geldleistungen für medizinische Hilfe und als Nothilfe ausgezahlt.

4410 € sind als „Sachkosten“ ausgewiesen. Darunter zählen Aufwendungen an Haushaltshilfen (+ Putzmittel etc.) für Alleinstehende, die in ihrem hohen Alter sich nicht mehr selbst versorgen können.

Spendenübergabe in Georgien.

(Februar 2012) Unserem georgischen Partner Nugsar Andguladze wurde von regionalen Verbänden der Kriegsveteranen wieder 15 ehemalige sowjetische Kriegsveteranen gemeldet, die bisher nicht begünstigt worden waren. Nach Prüfung ihrer Unterlagen überwiesen wir am 28. Februar für jeden von ihnen 300 € = 4500 Euro. Die Prüfung bezieht sich unter anderem auf die Frage, ob sie sich als Gefangene der Wehrmacht anwerben ließen für die „Georgische Legion“ (Hilfstrupe der Wehrmacht). Als solche würden sie von uns nicht begünstigt werden.

Fotoserie vom Februar 2012: Nugsar Andguladze besucht den 95jährigen Aleksandr Robakidze in seiner Hütte im Dorf Bagdati und übergibt ihm unsere Spende.

Impressionen aus der Onkologie/Hämatologie-Station im Republiks-Kinderkrankenhaus, unserer ältesten Partnerstation.

(Februar 2012) Am 20. Februar berichtete unser Partner und Beirats-Mitglied Prof. Dr. med. Alexander Karachunsky: Die von KOHTAKTbI vor 10 Jahren aus Spendenmitteln sanierte und modernisierte Abteilung für Onkologie und Hämatologie im russischen Republiks-Kinderkrankenhaus wurde zur Referenz-Station für alle Kinderkrebszentren in Russland, die ihre leukämiekranken Patienten nach dem Therapieschema „Moskau-Berlin-Protokoll“ (ALL-MB) behandeln.

„Seit Dezember 2011 haben wir dort trotz schwieriger Patientenfälle kein einziges Kind verloren. Unter der Leitung von Natalja Ponomarjowa ist ein neues Ärztinnen-Team qualifiziert und die Infrastruktur und Arbeitsorganisation der Station wesentlich verbessert worden. Obwohl die schmalen Gehälter unregelmäßig ausgezahlt werden, arbeiten Ärztinnen und Krankenschwestern mit einem Enthusiasmus wie damals zu Beginn unserer Partnerschaft. Auch wenn sich seither die Versorgung mit medizinischem Bedarf und die allgemeine soziale Lage verbesserte, fehlen auch heute noch bestimmte Medikamente und Einwegmaterial.“ Karachunsky und das Ärzteteam hoffen auf Spenden aus Deutschland, um die wichtigsten Hilfsmittel für diese Station beschaffen zu können.

Die Ergebnisse der ALL-MB-Therapie in Moskau und den 46 beteiligten Zentren im ganzen Land sind hervorragend: Die „ereignisfreie“ Überlebensrate der ALL-Patienten beträgt jetzt 85%. Karachunsky nennt als eines der großen Probleme die Infektionen, an denen noch etliche Kinder sterben. Er muss jetzt in Russland ein Trainingsprogramm für das Pflegepersonal entwickeln. Für KONTAKTE-KOHTAKTbI zählt auch in Zukunft diese Partnerschaft zu den wichtigsten Vereinsaufgaben. Wir rufen unter dem Kennwort „Kinderleukämie“ zu Spenden auf.

Neue Spendenauszahlungen.

(Februar 2012) Mit unserem russischen Partner, der gemeinnützigen Stiftung zur Hilfe für Folteropfer und Opfer organisierter Gewalt „SOSTRADANJE“, wurde ein Zusatzvertrag abgeschlossen über medizinische Hilfe für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene. Der Vertrag bezieht sich auch auf Hilfeleistungen in akuten Notlagen. Auf Grundlage des Vertrags überwiesen wir am 7. Februar 2012 eine erste Tranche von 20 000 Euro.

10 000 Euro überwiesen wir am 7. Februar an den Armenischen Verein der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges für bedürftige Mitglieder dieser Partnerorganisation.

Auf das Konto unseres georgischen Partners, der Ukrainisch-Georgischen Freundschaftsgesellschaft „Drushba“, wurden am 7. Februar 12 000 Euro überwiesen, Verwendungszweck: Medizinische Hilfe und zusätzlich wegen der extremen Kältewelle 7000 Euro Heizmittel (Brennholz) für 28 ehemalige sow. Kriegsgefangene.

Die erste KOHTAKTbI-Veranstaltung 2012.

(Januar 2012) Die zweite Station der Ausstellung „‚Russenlager‘ und Zwangsarbeit - Bilder und Erinnerungen sowjetischer Kriegsgefangener“ wurde auf Einladung des AStA am 9. Januar vor dem Audimax der Technischen Universität Berlin eröffnet.

Die ersten Spendenvergaben im neuen Jahr.

(Januar 2012) Prof. Dr. med. Alexander Karachunsky (Moskau) erhielt 20 000 € für das erste Quartal zur Finanzierung der laufenden Arbeit der MB-Studienzentrale und Laboranalysen.

Am 11. Januar überwiesen wir 6.250 € für 25 bedürftige NS-Opfer in Georgien für den Erwerb von Heizmitteln (Brennholz).

Am 13. Januar wurden 5700 € für 19 uns bisher unbekannte ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Georgien überwiesen, nachdem ihre Dokumente und Angaben gründlich geprüft worden waren.

Am 16. Januar erhielten wir von unseren armenischen Partnern die Abrechnung einer im Dezember überwiesenen Tranche von 20 000 €. Sie wurde in unterschiedlicher Höhe entsprechend den Bedürftigkeiten jetzt ausgezahlt an 141 ehemalige Kriegsgefangene (Mitglieder des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges).

Die Auszahlung wurde mit folgenden Fotos dokumentiert.

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2011.

Spendenauszahlungen an vergessene NS-Opfer.

(November 2011) Im November 2011 wurden 77 000 Euro übermittelt: An ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine 20 000 €, an 50 Betroffene in Russland 15 000 €, in Georgien an 40 ehemalige Kriegsgefangene 12 000 € und in Westgeorgien für die Besorgung von Brennholz zum Winter 10 000 €. Für jüdische Ghettoüberlebende in der Ukraine wurden 20 000 € ausgezahlt.

Neue Kontakte. Woronesh.

(November 2011) Dmitri Stratievski, Mitarbeiter beim Verein KONTAKTE, war auf Einladung des Regionalen Zentrums für Oral History, der Staatlichen Pädagogischen Universität Woronesh und der Zentralen Filiale der Russischen Justizakademie in Woronesh. Während seines Besuchs hielt er vor Woronesher Studenten zwei Vorträge zum Thema „Sowjetische Kriegsgefangene als Nazi- Opfer im Zweiten Weltkrieg“ und zum Thema „Sowjetische Kriegsgefangene. Deutsche Erinnerungskultur“ gehalten. Im Anschluss an die Vorträge diskutierte man über aktuelle Fragen zum Thema Erinnerungskultur in Deutschland und Russland über sowjetische Kriegsgefangene.

Dmitri Stratievski diskutierte mit gut informierten Schülern und Lehrern der Schule Nr. 83 in Woronesh über das Schicksal dieser bis vor kurzem auch in Russland „vergessenen“ NS-Opfer.

Das Regionale Zentrum für Oral History ist an die Staatliche Pädagogische Universität Woronesh angegliedert und arbeitet interfakultativ an den Universitäten in Woronesh und in anderen russischen Städten sowie mit verschiedenen russischen und ausländischen NGOs zusammen. Erinnerungen der Zeitzeugen werden in Interviews festgehalten. Der Schwerpunkt liegt auf Befragungen von Nazi-Opfern in den südlichen Regionen der Russischen Föderation (ehemalige zivile Zwangsarbeiter/innen, sowjetische Kriegsgefangene, jüdische und andere Überlebende der deutschen Besatzungszeit. Das Regionale Zentrum kooperiert mit der Humboldt- Universität Berlin und der Universität Hamburg. Natalja Timofejewa, die Leiterin des Zentrums, war im September 2011 in Berlin, wo sie auch mit KONTAKTE-Mitgliedern zusammentraf. In Woronesh wurden künftige Kooperationsprojekte thematisiert.

Die Tagung der multizentrischen Studiengruppe ALL-MB 2008.

(November 2011) Am 3. November 2011 trafen sich in Moskau über 100 Ärztinnen und Ärzte aus 48 Kinderkrebszentren in Russland und Belarus zur Jahrestagung der multizentrischen Studiengruppe ALL-MB 2008 [*]. Aus Duschanbe / Tadschikistan und Taschkent / Usbekistan waren Leiter/innen aus Kinderkliniken, die ebenfalls mit ihren Patienten an der MB-Studie teilnehmen wollen. Deutsche Teilnehmer waren Prof. Dr.  med. Günter Henze, Prof. Dr. med. Michael Frühwald, Dr. med. Arend von Stackelberg und Eberhard Radczuweit.

Seit 2008 waren in den beteiligten Kinderkliniken insgesamt 1800 leukämiekranke Kinder behandelt worden. Professor Henze hob in seinem Diskussionsbeitrag hervor, dass im Rahmen dieses weiter entwickelten Therapieprotokolls „absolut neue Resultate“ in der Welt der Kinderonkologie entwickelt worden seien. Er schätzte die Überlebenswahrscheinlichkeit der in diesem Zeitraum behandelten Patienten auf 80 %. Die deutschen Partner lobten das ausgezeichnete wissenschaftliche Niveau der Tagung, das Engagement aller Teilnehmenden und die kooperative Beziehung zwischen den beteiligten Kinderkliniken.

Neue Mitglieder der Studiengruppe sind die Kinderkrebs-Zentren in Irkutsk, Tscheboksari und Saratow. Es wurde die Aufnahme des onkologischen Zentrums der Kinderklinik Taschkent verabredet, die zuständig ist für die Qualifikation aller Kinderkrebs-Zentren Usbekistans.

Die Tagung wurde finanziert von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.

[*] ALL = Akute lymphoblastische Leukämie

[*] MB = die Therapiestudie „Moskau-Berlin-Protokoll“

Partnerschaft für leukämiekranke Kinder.

(Oktober 2011) Zwei Moskauer Ärztinnen berichten über ihre Arbeit im Rahmen des Therapieprogramms „Moskau-Berlin-Protokoll“: Leukämie-Rundbrief 11/2011 Der Bericht wird auf Nachfrage an info [at] kontakte-kontakty.de als Rundbrief per Post zugestellt. Zur Unterstützung dieser Partnerschaft empfehlen wir die Verteilung der Rundbriefe an Bekannte und Freunde.

Am 3. und 4. November 2011 findet in Moskau die Jahreskonferenz der multizentrischen Studiengruppe ALL-MB 2008 statt, an der über 100 Kinderonkologen aus ganz Russland und Belarus teilnehmen. Nach dreijähriger Laufzeit der gegenwärtigen Therapiephase, während der 1800 leukämiekranke Kinder behandelt wurden, stehen wichtige Fragen zur Therapieoptimierung auf der Agenda und werden Probleme besprochen wie z.B. die therapiebegleitende Mortalität.

Als Gäste nehmen unter anderem Kinderärzte aus Usbekistan und Armenien teil. Berliner Teilnehmer: Prof. Dr. med. Günter Henze, Dr. med. Arend von Stackelberg, Eberhard Radczuweit (KONTAKTE-KOHTAKTbI). Unser Verein finanziert die Konferenz. Wir danken der Hamburger Firma medac für die finanzielle Unterstützung einer Festveranstaltung im Rahmen der Konferenz, mit der das zwanzigjährige Bestehen des „Moskau-Berlin-Protokolls“ gewürdigt wird.

Zu Besuch in Georgien.

(Oktober 2011) Am 12. Oktober 2011 kamen 11 KOHTAKTbI-Mitglieder und Förder/innen des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer – von einer siebentägigen Exkursion durch ganz Georgien nach Berlin zurück. Eingeladen hatte uns Nugsar Antguladse von der Ukrainisch-Georgischen Freundschaftsgesellschaft „Drushba“. Das ist unser Vertragspartner bei der Auszahlung von Spendengeldern an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in dieser Kaukasusrepublik.

Das einzige Bild an der Wand im Büro der Ukrainisch-Georgischen Freundschaftsgesellschaft gilt den durch uns begünstigten ehemaligen Kriegsgefangenen.

Nun ist uns Nugsar Anguladzes Engagement vorstellbar, wie er so häufig seit Jahren im Auto durch die Bergwelt (auch auf für uns haarsträubenden Schotterpisten) mit dem Spendengeld zu den alten Leuten reist. Die Übergabe der Spenden und unserer Nachrichten ist mit Emotionen verbunden, die im Ausruf gipfeln „Wir sind nicht vergessen!“ Wir besuchten einige von ihnen, die in Großfamilien leben und denen der Empfang solch großer Reisegruppe aus Deutschland zumutbar war.  Jeder Besuch geriet zu einem rauschenden, für mich auch berauschenden Fest. Denn alle Ansprachen mussten nach altem georgischem Brauch in Form von Trinksprüchen sein. Es brauchte poetische Ausdruckskraft, um die uns gebotene Freundlichkeit und Wertschätzung darstellen zu können. Selbstverständlich waren unsere Trinksprüche im Namen aller Förderinnen und Förderer des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer.

Schalva Bardarzlidze mit Urenkeln.

Das Gastmahl im Hause von Herrn Bardarzlidze.

Herr Nugsar Anguladse und seine Freunde boten uns ein touristisches Reiseprogramm durch ganz Georgien im Bedürfnis, dem Verein KONTAKTE-KOHTAKTbI für seine Solidarität zu danken. Wir erlebten traumschöne Landschaften und eine Kulturwelt, die sich über kriegerische Jahrhunderte hinweg im christlichen Glauben bewahrte. (Auch die „Ungläubigen“ unter uns sollten es respektieren.) Unsere georgischen Partner haben ihrerseits Partner in allen elf georgischen Provinzen: Die regionalen Verbände der Kriegsveteranen.  Einige Verbandsvorsitzende lernten wir kennen. Sie betreuen nicht nur die letzten Überlebenden von insgesamt 700.000 georgischen Soldaten des Zweiten Weltkrieges. Es gibt dort viele „Kategorien“ der Kriegsveteranen: Zum Beispiel der Afghanistankrieg, aber auch jüngste Bürgerkriege wurden uns genannt, der letzte militärische Konflikt war 2008.

Nugsar Antguladze und Tamazi Kalatozischwili, Vorsitzender des Verbands der Kriegsveteranen der Region Kachetien und Veteran des Abchasienkrieges („Ich weiß, was Krieg ist!“).

Der erste Trinkspruch an einer georgischen Tafel gilt immer dem Frieden. Friedenssehnsucht sollte sich verbinden lassen mit nüchterner Analyse der Kriegsursachen und dem Nachdenken über Konfliktbewältigung.  An der staatlichen Universität von Kutaisi trafen wir nach einem Gespräch mit Studierenden eine Germanistikprofessorin, die interessiert ist am gemeinsamen Nachdenken über den Frieden.

20 000 Euro für leukämiekranke Kinder in Russland und Belarus.

(September 2011) Am 5. September erhielt der Leiter der multizentrischen MB-Studiengruppe, Prof. Dr. Alexander Karachunsky (Moskau), von KONTAKTE-KOHTAKTbI 20 000 € für die weitere Arbeit dieser Ärztegruppe aus 47 onko-hämatologischen Zentren in russischen und belorussischen Kinderkliniken. Es werden jährlich 600 Patienten behandelt, die an der häufigsten Krebserkrankung im Kindesalter leiden. Prof. Dr. Günter Henze (Berlin) schätzt deren Überlebenswahrscheinlichkeit jetzt auf 80%! Der von unserem Verein zu leistende Mindestbedarf beträgt pro Jahr 50 000 Euro, die durch Spendenbeiträge zu besorgen sind.

Spendenübergabe in Armenien.

(August 2011) Die Spendenvergabe an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene wird in Armenien auch fotografisch dokumentiert. Die beiden Bilder entstanden nach der letzten Überweisung von 5000 €.

Arestak Arakeljan
Er lebt mit seiner schwerbehinderten Frau in großer Armut und erhält deswegen unsere regelmäßigen Zuwendungen.

Mamikon Apresjan
Im Januar 2011 feierte er seinen hundertsten Geburtstag.

Medizinische Hilfe für ehemalige georgische Kriegsgefangene, die NS-Zwangsarbeiter waren.

(Juli 2011) Am 19. Juli 2011 schickte unser Partner Nugsar Anguladse aus Kutaisi/Georgien folgende Nachricht und Fotos:

Liebe Freunde,

gestern Abend habe ich Eure medizinische Hilfe vollständig ausgezahlt. Die Hilfe wurde von allen Empfängern mit riesiger Freude und außerordentlicher Dankbarkeit entgegengenommen. Insbesondere möchte ich die Gefühlen von Konstantin Karcchija nennen. Er leidet seit langem an einem komplizierten Beinbruch. Er ist ans Bett gefesselt und braucht eine ordentliche medizinische Hilfe und Betreuung.

Sehr gefühlsvoll war unser Treffen mit den Brüdern Arweladze. Beide leben in verschiedenen Teilen Georgiens, ziemlich weit voneinander. Wegen dauerhafter Krankheiten haben sich die beiden 15 Jahre lang nicht getroffen. D.h., der Anlass für das Treffen war die Hilfe aus Deutschland. Der Älteste wurde auf dem Weg nach Kutaisi von seinem Sohn begleitet. Beide haben geweint. Das waren aber die Tränen der Freude und Dankbarkeit.

Hilfe für NS-Opfer in der Ukraine.

(Juli 2011) Am 19. Juli überwiesen wir 20 000 Euro auf das Konto unseres ukrainischen Vertragspartners, der internationalen Stiftung „Verständigung und Toleranz“. Das Zahlungsziel: Medizinische und sonstige Hilfeleistungen an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene.

Erklärung zur Petition von KONTAKTE-KOHTAKTbl e.V..

(Juli 2011) Anlässlich der Debatte im Deutschen Bundestag zum Überfall auf die Sowjetunion vor 70 Jahren erklären der Sprecher der SPD-Arbeitsgruppe Petitionen, Klaus Hagemann MdB, und der zuständige Berichterstatter Stefan Schwartze MdB:

Die Debatte um den 70. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion hat gezeigt, dass alle Fraktionen des Deutschen Bundestages die sowjetischen Kriegsgefangenen als Opfer des NS-Regimes ansehen. Wir fordern die Koalitionsfraktionen daher auf, die Petition des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbl e.V. gemeinsam mit der SPD-Bundestagsfraktion zur Berücksichtigung an die Bundesregierung zu überweisen.

Der Überfall auf die Sowjetunion vor 70 Jahren war der Beginn eines beispiellosen Verbrechens gegen die Menschlichkeit. 27 Millionen Menschen fielen dem Terror zum Opfer. Viele Opfergruppen sind nach dem Krieg als Opfer des NS-Regimes durch die Bundesrepublik Deutschland entschädigt worden. Die sowjetischen Kriegsgefangenen jedoch, die besonders unter dem NS-Terror gelitten haben, wurden nicht als Opfergruppe anerkannt.

Von den fast 5,7 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen haben mehr als 60 Prozent den Krieg nicht überlebt. In so genannten „Russenlagern“ und Konzentrationslagern wurden sie als „Angehörige einer minderwertigen Rasse“ durch Zwangsarbeit und Mangelernährung systematisch ermordet. Der Verein KONTAKTE-KOHTAKTbl e.V. setzt sich seit Jahren für eine Entschädigung und Anerkennung der sowjetischen Kriegsgefangenen als Opfer des NS-Regimes ein. In Form einer Petition hat er sich an den Deutschen Bundestag gewandt.

Die SPD-Bundestagsfraktion wird dafür votieren, die Petition zur Berücksichtigung an die Bundesregierung zu überweisen. So besteht die Chance, nach mehr als 70 Jahren ein Zeichen der Aussöhnung zu setzen und den wenigen noch lebenden ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen eine Entschädigung zukommen zu lassen. Wir fordern die CDU/CSU-Bundestagsfraktion auf, ihren Worten in der Debatte Taten folgen zu lassen, indem sie sich diesem Votum anschließt.

Die Juni-Spenden im Rahmen des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer.

(Juni 2011) Folgende Spenden wurden jetzt übermittelt: Dr. Boris Zabarko, Präsident der Ukrainischen Assoziation der jüdischen Ghetto- und KZ-Überlebenden erhielt für bedürftige Mitglieder der Assoziation 5000 Euro.

Der Armenische Verein rehabilitierter Gefangener erhält wieder 5000 Euro als Nothilfe.

Nach Georgien wurden 5100 Euro für 17 ehemalige Kriegsgefangene / Zwangsarbeiter überwiesen, die unsere Partner vor Ort ermittelten und für 4500 Euro wird in Georgien für diese Bedürftigen medizinische Hilfe gegeben.

Im Juni 2011 wurden aus unserem Spendeneinnahmen insgesamt 19 600 Euro übermittelt.

Ausstellung „Russenlagerund Zwangsarbeit – Bilder und Erinnerungen sowjetischer Kriegsgefangener eröffnet.

(Juni 2011) Am 70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion eröffnete KONTAKTE-KOHTAKTbI mit einer Veranstaltung im vollbesetzten Senatssaal der Humboldt-Universität die Ausstellung „Russenlagerund Zwangsarbeit – Bilder und Erinnerungen sowjetischer Kriegsgefangener, die bis zum 20. Juli 2011 im Hauptfoyer der Universität gezeigt wird.

Jurij Kuznezow und Jewgenij Platonow im Auditorium

Unsere Gäste aus Russland waren Jurij Kuznezow (rechts) und Jewgenij Platonow nebst ihren Enkeltöchtern als Begleiterinnen. Hier und bei weiteren Veranstaltungen bezeugten sie das Unrecht, was ihnen als Gefangene der Wehrmacht angetan wurde.
Fotos: Lars Nickel.

Auftritt des Kabarettisten Georg Schramm in seiner bekannten Figur des zornigen Rentners Dombrowski: Er fragte die beiden Zeitzeugen, die in der Jugend als „Untermenschen“ gequält und beleidigt worden waren, wie sie den Deutschen verzeihen könnten. Diese Großzügigkeit würde ihm, Georg Schramm, fehlen. Und er zeichnete eine Linie von der NS-Zeit in die Nachkriegszeit, wo frühere Naziaktivisten mitwirkten bei der Gestaltung unseres heutigen Gemeinwesens.

Weitere „Gesichter der Zwangsarbeit“, aufgenommen von Lars Nickel, finden Sie auf der Homepage des Tagesspiegels.

70 Jahre „Unternehmen Barbarossa“: Von Wundern und Schatten.

(Juni 2011) Dr. h. c. Gernot Erler (stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender) am 30. Juni 2011 anlässlich des 70. Jahrestages des Überfalls auf die Sowjetunion bei der 117. Sitzung des Deutschen Bundestages.

Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Der 22. Juni wäre prädestiniert als ein trauriger Gedenktag für eines der düstersten Kapitel der deutschen Geschichte. Dieser Tag erinnert uns daran, dass von ihm vor genau 70 Jahren unendliches Leid ausging, begleitet von schwer begreifbaren Verbrechen.

Der Krieg gegen die Sowjetunion war ein rassistischer Vernichtungskrieg. Er sollte für die Deutschen Lebensraum im Osten erobern, die angebliche Judenherrschaft in Russland brechen und die minderwertige slawische Rasse dezimieren und hinter den Ural verdrängen.

Die Verbrechen verteilen sich auf die vier Jahre zwischen 1941 und 1945, vom Anfang bis zum Ende. Ihr Ausmaß wird in Zahlen festgehalten, die unsere Vorstellungskraft überfordern: 27 Millionen getötete Menschen in dem überfallenen Land, davon 14 Millionen Zivilisten. Das bedeutete mindestens einen Trauerfall in praktisch jeder Familie. Hinter diesen Zahlen verbergen sich unauslöschliche Erinnerungsbilder von traumatischen Erlebnissen. Dazu gehören die sofortige Erschießung aller gefangen genommenen Politoffiziere der Sowjetarmee nach dem sogenannten Kommissarbefehl, der mindestens 7000 Opfer forderte, die grausame, auf Vernichtung zielende Behandlung von 5,7 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen, von denen fast 60 Prozent ihre Gefangenschaft nicht überlebten, und die systematische Liquidierung von 2,5 Millionen Juden in den eroberten Gebieten. Im Zuge dieser rassenideologischen Vernichtungspolitik wurden schon ab August 1941 ganze Gemeinden ausgelöscht. Die Schlucht von Babi Jar bei Kiew, in der allein am 29. und 30. September 1941 33 000 jüdische Männer, Frauen und Kinder erschossen wurden, steht als ein Erinnerungsort für Hunderte anderer. Dazu gehören auch der Versuch, im Winter 1941/42 das eingeschlossene Leningrad, die zweitgrößte Stadt der Sowjetunion, schlicht verhungern zu lassen, mit mindestens 800 000 Toten in den 900 Tagen der Belagerung, die Verschleppung von 2,8 Millionen Sowjetbürgern als Zwangsarbeiter und ihre rücksichtslose und erniedrigende Behandlung und dann, während des Rückzugs, die Politik der verbrannten Erde, der ganze Dörfer, Städte, Kulturlandschaften und wiederum Millionen von Zivilisten zum Opfer fielen.

Wenn wir heute hier im Deutschen Bundestag an den 22. Juni 1941 erinnern, von dem all dies grausame Geschehen ausging, dann bewegen wir uns auf dem Boden gesicherter Erkenntnisse der Wissenschaft mit vielen Beiträgen auch von deutschen und russischen Historikern. Das war nicht immer so. Nach 1945 ist alles, was mit dem Unternehmen Barbarossa zusammenhing, lange Zeit verdrängt oder verfälscht worden. Es hat lange Zeit gedauert, bis die sogenannte Präventivkriegsthese als Lüge entlarvt und widerlegt wurde. Es hat auch lange gedauert, bis die Legende von der sauberen Wehrmacht korrigiert werden konnte. Das geschah in der breiten Öffentlichkeit erst mit der berühmten Wehrmachtsausstellung nach 1995. Über mehrere Jahrzehnte hinweg schuf der Kalte Krieg für viele ehemalige Täter und Mittäter eine willkommene Legitimation, die alten Feindbilder zu konservieren und dabei von der eigenen Mitverantwortung für die Verbrechen des Krieges gegen die Sowjetunion abzulenken.

Eine überzeugende Aufarbeitung der Geschichte schafft die Voraussetzungen für eine angemessene Erinnerungskultur. Diese Voraussetzungen bestehen heute. Die Erinnerung aber mit Leben zu füllen, das ist eine Herausforderung, der sich jede Generation von neuem stellen muss.

(Beifall im ganzen Hause)

Wenn wir das heute versuchen, müssen wir eigentlich zunächst über ein Wunder sprechen, das Wunder nämlich, dass sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland nach all diesen Traumata der Jahre 1941 bis 1945 über die Jahrzehnte hinweg so positiv entwickelt haben. Wir bezeichnen uns heute wechselseitig als strategische Partner. Umfragen zeigen, dass die übergroße Mehrheit der russischen Bevölkerung ein positives Deutschlandbild pflegt. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen unseren beiden Ländern entwickeln sich gut. Große Erwartungen knüpfen sich an das Projekt der Modernisierungspartnerschaft. Es bestehen über hundert deutsch-russische Städtepartnerschaften. Seit 2001 bemüht sich der Petersburger Dialog, die Zivilgesellschaften beider Länder näherzubringen. Auch in den Kulturbeziehungen haben wir viele Aktivitäten, vom Jugendaustausch über das gerade angelaufene deutsch-russische Wirtschaftsjahr bis zu dem für 2012 vorgesehenen Deutschlandjahr in Russland und dem Russlandjahr in Deutschland.

Wenn man sich überlegt, dass es tatsächlich in praktisch jeder russischen Familie ein Kriegsopfer gab, dass noch immer am 9. Mai, dem eigentlichen russischen Nationalfeiertag, der Sieg über Hitler-Deutschland gefeiert wird und an diesem Tag die Veteranen mit ihren Ordensbrüsten das Stadtbild bestimmen und dass all diese schrecklichen Ereignisse, die niemand vergessen kann, von Deutschland ausgingen, dann kann man das real existierende dynamische und positive deutsch-russische Verhältnis von heute nur als Wunder bezeichnen und Dankbarkeit dafür empfinden.

(Beifall im ganzen Hause)

Aber es gibt zum 70. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion auch von Schattenseiten zu berichten. Sie betreffen die Aufarbeitung des Unrechts, die Entschädigung der Opfer und die Vollständigkeit der Erinnerungsarbeit. Ich spreche hierbei von Opfergruppen, die bisher zu wenig gewürdigt wurden. Hier stößt man an erster Stelle auf das Schicksal der 5,7 Millionen sowjetischer Kriegsgefangener, die in doppelter Weise einem grausamen Schicksal unterworfen waren. Ihre Behandlung im deutschen Gewahrsam führte zu der entsetzlich hohen, von mir schon genannten Verlustquote von annähernd 60 Prozent, während die Quote zum Beispiel für Kriegsgefangene aus westlichen Ländern 3,5 Prozent an Opfern nicht überstieg.

Die Russen, die ihre Kriegsgefangenschaft überlebten, fanden zu Hause zunächst einmal für lange Zeit Ächtung, Ausgrenzung, ja, in vielen Fällen sogar eine Fortsetzung von Lagerhaft in dem System des stalinistischen Gulag vor. Es dauerte bis zum 24. Januar 1995, bis Präsident Jelzin ein Dekret zur Wiederherstellung der gesetzmäßigen Rechte der russischen Kriegsgefangenen unterzeichnete, wodurch sie wenigstens den Status von Kriegsteilnehmern erhielten und ihre negative Sonderstellung in der Gesellschaft beendet wurde.

Aber die ehemaligen Kriegsgefangenen erhielten weder Zugang zu den 1991 und 1993 eingerichteten Stiftungen in Moskau, Kiew, Minsk und Warschau, in die Deutschland 766 Millionen Euro zur Weitergabe an Opfer des Nationalsozialismus einzahlte, noch zu der im Jahr 2000 gegründeten Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, die zwischen 2001 und 2007 Auszahlungen in Höhe von 4,4 Milliarden Euro an 1,6 Millionen Opfer in 100 verschiedenen Ländern vornahm, hauptsächlich an Menschen, die als Zwangsarbeiter für Deutschland gelitten hatten, ausdrücklich aber nicht an die Kriegsgefangenen, deren Leistungsberechtigung in § 11 der Stiftungssatzung ausdrücklich ausgeschlossen wurde.

Immer wieder wird völkerrechtlich darauf verwiesen, dass Kriegsgefangene eben Opfer des sogenannten allgemeinen Kriegsschicksals seien und dass ihre Entschädigung insofern Sache ihrer Herkunftsländer sei, die dafür Mittel aus Reparationszahlungen nutzen müssten. Aber trifft diese Einordnung ins allgemeine Kriegsschicksal tatsächlich auf die sowjetischen Kriegsgefangenen in deutscher Hand zu, auf Menschen, die in Güter- und Viehwaggons transportiert wurden, die häufig und auch zu Winterzeiten im Freien untergebracht wurden und die in den berüchtigten Mannschaftslagern, in den Stalags, von völlig unzureichender Ernährung, von Hunger, schwerster Zwangsarbeit sowie Krankheiten und Seuchen in so erschreckend großer Zahl dezimiert wurden?

Längst ist erwiesen, dass sich die Unterscheidung von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen auf der einen Seite und Kriegsgefangenen auf der anderen Seite so nicht aufrechterhalten lässt. Das wird auch durch drei neuere Ausarbeitungen des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages aus den Jahren 2010 und 2011 bestätigt, die im Zusammenhang mit einer Petition in Sachen Entschädigung der Kriegsgefangenen erstellt worden sind. Diese Petition liegt dem Deutschen Bundestag seit September 2006, also seit jetzt annähernd fünf Jahren, vor und wurde bis heute nicht abgeschlossen. Eingereicht hat sie die Organisation KONTAKTE-KOHTAKTbl, die sich in bewunderungs- und unterstützungswürdiger Weise der noch lebenden ehemaligen Kriegsgefangenen annimmt. Ich finde, das ist ein Grund, auch einmal von diesem Haus aus einen herzlichen Dank an diese engagierten Zeitgenossen zu sagen.

(Beifall im ganzen Hause)

Die Leute von KONTAKTE zahlen aus privaten Stiftungsgeldern Einmalsummen von 300 Euro an die Betroffenen aus und übersenden dieses Geld verbunden mit einem persönlichen Anschreiben. Es ist berührend, wenn man sieht, wie häufig auf diese eher symbolische Anerkennung des Leidens ausführliche Dankschreiben zurückkommen.

Es ist wirklich Zeit, zu versuchen, hier zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen. Wir können dieses Thema nicht allein engagierten Privatpersonen überlassen oder gar auf die bevorstehende biologische Erledigung setzen. Wir sollten einen gemeinsamen Weg finden und uns gerade durch den 70. Jahrestag des 22. Juni 1941 dazu mahnen lassen, zumindest einen Weg für eine Geste des Bedauerns und der Anerkennung des Leids der vergessenen Opfer des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion zu finden. Dass zu diesen die 14 Millionen Zivilopfer, aber eben auch die über 3 Millionen umgekommenen Kriegsgefangenen gehören, daran hat uns gerade wieder ein Appell von Aktion Sühnezeichen zusammen mit vier weiteren Organisationen eindringlich gemahnt; das Memorandum trägt den Titel „Aus dem Schatten der Erinnerung“.

Es wäre gut – damit möchte ich schließen –, wenn unsere heutige Debatte uns alle motivierte, es nicht weiter zuzulassen, dass wir auch 70 Jahre nach dem 22. Juni 1941 noch von vergessenen Opfern in diesem Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion sprechen müssen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

(Beifall im ganzen Hause).

Partnerschaft für leukämiekranke Kinder in Russland.

(Mai 2011) Endlich genehmigte das russische Gesundheitsministerium eine wichtige Hilfeleistung für kinderonkologische Zentren in Iwanowo, Jaroslawl, Tomsk, Stawropol, Tscheboksari und Ulan-Ude: Von KOHTAKTbI gespendete und jetzt ausgelieferte Zytozentrifugen, die unverzichtbar sind für die Diagnose von Krebs. Dafür wurden 28 000 Euro aus zweckgebundenen Spenden bezahlt. Die begünstigten Zentren nehmen teil an dem von uns geförderten Therapieprogramm „Moskau-Berlin-Protokoll“.

Fest zum Tag der Befreiung vor dem Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst.

8. Mai 2011, beim Fest zum Tag der Befreiung vor dem Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst
Sibylle Suchan-Floß und Eberhard Radczuweit im Gespräch über das Engagement unseres Verein.

Die letzten Spendenübergaben.

(April 2011) Am 9. März und 4. April überwiesen wir insgesamt 7200 Euro für 24 in Georgien lebende NS-Opfer, die unseren georgischen Partnern von regionalen Verbänden der Kriegsveteranen genannt wurden. Am 22. März wurden 5000 Euro als Nothilfe auf das Konto des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges überwiesen. Am 12. April schickten wir unserem Moskauer Vertragspartner Sostradanje 15 000 Euro für 50 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts.

„Wir haben den Deutschen verziehen, um Menschlichkeit zu bewahren“.

(April 2011) „Wir haben den Deutschen verziehen, um Menschlichkeit zu bewahren.“ Unter diesem Titel erscheint ein Hörbuch aus Briefen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener an KONTAKTE-KOHTAKTbI.

2 CDs – 120 Minuten.
Sprecher: Kornelia Boje, Wolfram Grüsser, Eberhard Radczuweit.
Musik und Gesang: Jegor Vysotzky.
Ton und Technik: Miles Kann.

Zu bestellen unter info [at] kontakte-kontakty.de gegen eine Schutzgebühr von 5,90 € (incl. Versandkosten).

Unser neuer Vertragspartner in Moskau.

(März 2011) Am 1. März unterzeichneten in Moskau unser Mitarbeiter Dmitri Stratievski im Auftrag des KOHTAKTbI-Vorstands und Elisaveta Ustinova, Vorsitzende der gemeinnützigen Vereinigung SOSTRADANJE einen Vertrag über die Zusammenarbeit bei der Auszahlung deutscher Spenden an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Russland.

Nachdem unser alter Vertragspartner, die staatliche russische Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ sich auflöste, waren unsere Solidaritätsleistungen in Russland blockiert. Wir erwarten nun die Fortsetzung des Engagements für vergessene NS-Opfer in Russland, der Vertrag mit SOSTRADANJE bietet dafür eine reale Grundlage. Die aufwändige Recherchearbeit, vormals die Aufgabe eines Mitarbeiters der staatlichen russischen Stiftung, wird nun von der neuen Partnerorganisation übernommen. Beauftragt wird künftig Alexandra Terenetzkaja, Mitarbeiterin bei Sostradanje, der wir hierfür eine monatliche Aufwandsentschädigung von 500 Euro zahlen. Die damit verbundene Erhöhung der Verwaltungskosten ist gerechtfertigt. Denn ohnedem könnten viele hundert noch lebende NS-Opfer kein Zeichen der Anerkennung erlittenen Unrechts aus Deutschland erhalten.

Bei dem anschließenden Meeting im Büro von Sostradanje waren außerdem anwesend eine Lehrerin unserer Moskauer Partnerschule, Leiterin unseres früheren Projekts „Schüler helfen NS-Opfern“, eine weitere Lehrerin, die von ihrer Schule aus sich mit beteiligen will und eine Überlebende des KZ Neuengamme, die als stellvertretende Vorsitzende des Moskauer NS- Opferverbandes unser Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer mit unterstützen will. Die neuen Moskauer Partner schlagen vor, in unsere Kontakte zu ehemaligen sow. Kriegsgefangenen die Jugendarbeit mit einzubeziehen.

Sostradanje ist aus der Bürgerrechtsbewegung MEMORIAL hervorgegangen. Sie leisten Sozialarbeit für Stalinopfer, medizinische Unterstützung für NS-Opfer. Sostradanje berät Soldatenmütter, gibt Rechtsberatung für russische Zivildienstleistende und ist Mitglied der Weltorganisation gegen Folter (OMCT).

Die russische Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ schließt zum 1. Februar ihr Büro.

(Januar 2011) Unser Moskauer Vertragspartner bei der Auszahlung von Spenden an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene musste die Zusammenarbeit mit uns kündigen. Denn die russische Regierung verweigert die weitere Zahlung für Stiftungs-Mitarbeiter und Mietkosten. In Zusammenarbeit mit der russischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ konnten wir bisher 3102 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Russischen Föderation mit 930 600 Euro begünstigen. Diese privaten Spenden wurden den Empfängern in persönlichen Briefen als Gesten der Anerkennung erlittenen Unrechts erklärt.

Es leben noch viele Bürger Russlands, die als Kriegsgefangene in deutschem Gewahrsam unmenschlich behandelt worden waren und die wir bisher nicht erreichen können. Wir wissen, dass unser Engagement diesen Menschen und ihren Familien eine seelische Entlastung bedeutet. Indem die russische Regierung die weitere Existenz unserer Moskauer Partnerorganisation verhindert, missachtet sie die Schicksale von Opfern nationalsozialistischen Unrechts. Im 70. Jahr des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion wird russischen Kriegsveteranen von der eigenen Regierung die Annahme einer Geste der Anerkennung aus Deutschland unmöglich gemacht. Wir protestieren!

Die Dezember-Spenden.

(Januar 2011) Die Spendeneinnahmen im Dezember sind höher als in allen anderen Monaten zusammengenommen. Jetzt liegt das Sammelergebnis für Dezember 2010 vor: Zur Partnerschaft für leukämiekranke Kinder in Russland wurden 64 523  Euro gespendet. Darunter ist eine Zuwendung der Firma BAXTER Oncology über 20 000 €. Zum Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer wurden insgesamt 103 365,50 Euro gespendet.

Wir danken allen Spenderinnen und Spendern! Über die Spendenverwendung wird am Jahresende Bericht erstattet.

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2010.

Die Verwendung der Weihnachtsspenden hat begonnen!.

(Dezember 2010) Am 15. Dezember wurden folgende Mittel für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene an unsere Partner in der Ukraine, in Armenien und Georgien überwiesen: 10 000 Euro in die Ukraine für medizinische Hilfe, auch mehrere benötigte Hörgeräte werden besorgt. Weitere 10 000 € werden in Kürze überwiesen.

20 000 Euro via Armenien, Verwendungszwecke: ärztlich verschriebene Medikamente, Heizmittel, patenschaftliche Hilfe, Unterstützung des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges. 2700 Euro für von unseren georgischen Partnern ermittelte neun ehemalige Kriegsgefangene, die NS-Zwangsarbeiter waren.

7500 Euro via Georgien.

(November 2010) Auch aus Georgien kommen Notrufe von ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, die sich keine Heizmittelvorräte für den Winter leisten können. Bevor durch Schneefälle die Pisten zu entlegenen Bergdörfern unpassierbar sind, werden wir mit unseren georgischen Partnern helfen: Am 24. November überwiesen wir 7500 Euro für 35 Hilfsbedürftige zum Kauf von Propangas, Heizöl und Brennholz.

14 500 Spendeneuro via Kaukasus.

(November 2010) Am 10. November wurden folgende Spendenmittel in den Kaukasus überwiesen: 4500 € erhielten 15 ehemalige sow. Kriegsgefangene in Georgien, deren Dokumente zuvor geprüft worden waren. 9400 € wurden nach Armenien als Nothilfe für bedürftige NS-Opfer geschickt , die sich davon einen Vorrat an Brennholz für den Winter kaufen werden. 600 € erhalten zwei ehemalige sow. Kriegsgefangene, die unsere armenischen Partner in Berg Karabach „entdeckt“ haben.

1. Preis des SIOP-Kongresses an Prof. Dr. Alexander Karachunsky.

Boston / USA, Oktober 2010, Kongress der Internationalen Gesellschaft der Kinderonkologen (SIOP),
Prof. Dr. Alexander Karachunsky (Moskau) und Prof. Dr. Günter Henze (Berlin) vor dem Poster mit der Darstellung der Therapiephase ALL-MB 2002
Beide Mitglieder des Beirats von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. sind Autoren des Therapieprogramms „Moskau-Berlin-Protokoll“ (MB), nach dem in 20 Jahren mit zunehmendem Erfolg bisher rund 4500 Kinder in Russland und Belarus behandelt worden sind, die an der häufigsten Krebserkrankung im Kindesalter leiden: Akute lymphoblastische Leukämie (ALL). Für seine Darstellung wurde Karachunsky mit dem 1. Preis des SIOP-Kongresses geehrt.
Foto: Dr. med. Konstantin Kondratchik.

30 000 Euro für leukämiekranke Kinder.

(November 2010) Zur Finanzierung der multizentrischen Studiengruppe ALL-MB 2008 und ihrer Jahreskonferenz werden Professor A. Karachunsky am 8. November 30 000 Euro übergeben. Wir danken Baxter Deutschland GmbH für eine Spende von 20 000 Euro zugunsten der Partnerschaft für leukämiekranke Kinder.

Elvira mit ihrer zweijährigen Tochter Diana, die an ALL (akute lymphoblastische Leukämie) leidet. Diana ist eine der ersten Patienten im Kinderkrebs-Zentrum der kaukasischen Republik Kabardino-Balkarien, die nach dem „Moskau-Berlin-Protokoll“ behandelt werden.

Bericht von Florian Stache hier

20 000 Euro für leukämiekranke Kinder.

(Oktober 2010) Am 13. Oktober übergaben wir unserem Partner Prof. Dr. med. Alexander Karachunsky (Moskau) 20 000 € für die Deckung der laufenden Kosten des Therapieprogramms „ALL-MB 2008“. Karachunsky berichtet, dass in der unter seiner Leitung arbeitenden multizentrischen MB-Studiengruppe (Ärztinnen und Ärzte aus 47 Kinderkliniken Russlands, in Belarus und Usbekistan) seit zwei Jahren insgesamt 1243 Leukämiepatienten behandelt wurden, von denen bis heute 78 starben und 30 Kinder ein Rezidiv erlitten. Jedoch können erst nach fünfjähriger Beobachtungszeit diese bisher besten Therapieergebnisse sicher bestätigt werden.

Spenden für leukämiekranke Kinder.

20 000 Euro via Ukraine für medizinische Nothilfe.

(Oktober 2010) Am 7. Oktober überwiesen wir 20 000 € in die Ukraine. Begünstigt werden ehemalige Kriegsgefangene / Zwangsarbeiter, die bereits eine Einmal-Spende von 300 € erhalten haben und deren aktuelle Notlage dokumentiert ist. Mit der ukrainischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ wurden vertraglich Kriterien für die Begünstigungen vereinbart. Neben medizinischer Hilfe kommen auch andere Notfälle in Betracht. So erhält der 89jährige Iwan Olejnik eine Nothilfe, dessen Holzhäuschen mit allem Inventar verbrannt ist.

5100 Euro für 2 Georgierinnen und 15 Georgier.

(Oktober 2010) Am 6. Oktober überwiesen wir 5100 € nach Georgien für zwei frühere Sanitäterinnen der Roten Armee, die drei Jahre in deutscher Kriegsgefangenschaft waren und 15 ehemalige Kriegsgefangene, die nachweislich Zwangsarbeiter gewesen sind.

5000 Euro für Ghetto-Überlebende in der Ukraine.

(September 2010) Am 13. September übermittelten wir im Rahmen des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer der Ukrainischen Assoziation der jüdischen Ghetto- und KZ-Überlebenden 5000 € für ihre bedürftigen Mitglieder, die keine „Wiedergutmachung“ der Bundesrepublik Deutschland erhielten.

120 000 Euro für 400 „vergessene“ NS-Opfer in Russland.

(September 2010) Am 7. September überwiesen wir Spenden von 120 000 Euro auf das Konto unseres Moskauer Vertragspartners, der Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ für 400 ehemalige Kriegsgefangene, die NS-Zwangsarbeiter waren. Alle Spendenempfänger werden von uns angeschrieben. Über die Umstände dieser Spendenvergabe informiert der neue KOHTAKTbI-Rundbrief.

Aktuelle Spendenvergaben.

(September 2010) Im August wurde Spendengeld für folgende Zwecke verschickt: Kinderleukämie - Professor Alexander Karachunskij (Moskau) erhielt für die laufenden Kosten des ALL-MB-Therapieprogramms 3000 Euro. Für „vergessene“ NS-Opfer -- Nach Georgien schickten wir 4200 Euro für 14 ehemalige Kriegsgefangene, die nachweislich NS-Zwangsarbeiter waren. In Eriwan übergab die KOHTAKTbI-Mitarbeiterin Valerie Engler dem Vorsitzenden des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges 3000 Euro zur Weitergabe an bedürftige Mitglieder seines Vereins.

Bei der Spendenübergabe in Eriwan / Armenien (von links): Prof. Dr. Aschot Hayruni, Seda Margarjan, Valerie Engler, Hamjak Margarjan (sitzend), Mels Margarjan (Vorsitzender des Vereins) und sein Sohn, Wardan Sargsjan
Die bei einem Unwetter beschädigte Wohnhütte des Ehepaars Seda und Hamjak wurde aus Spendengeld repariert.
Bericht von Valerie Engler.

Seit November 2009 konnten keine Spenden mehr nach Russland überwiesen werden, weil die Zustimmung der für humanitäre ausländische Leistungen zuständigen Moskauer Regierungskommission fehlte. Nach Medienprotesten wurde am 30. August die Genehmigung für die Überweisung von 120 000 Euro erteilt. Nun können wir 400 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in folgenden Regionen begünstigen: Altai-Gebiet, Gebiet Archangelsk, Gebiet Astrachan, Republik Dagestan, Gebiet Kamerow, Gebiet Krasnojarsk, Republik Marj-El, Republik Mordowien, Uljanowsk, Republik Tschuwaschija.

Partnerschaft für leukämiekrankes Kind.

(Juli 2010) Der armenische Junge Ajk Oganesjan wurde mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) in unsere erste russische Partnerstation aufgenommen, dem onko-hämatologischen Zentrum im Republiks-Kinderkrankenhaus / Moskau. Er wird nach dem von uns geförderten Moskau-Berlin-Protokoll „ALL-MB 2008“ behandelt und hat die Induktionstherapie beendet. Am 13. Juli besorgten wir ihm aus Spendenmitteln ein wichtiges Medikament, das derzeit in Russland nicht verfügbar ist.

Die Partnerschaft für leukämiekranke Kinder in Russland, Belarus und Usbekistan benötigt dringend finanzielle Hilfsmittel. Wir bitten um Spenden.

KOHTAKTbI-Hilfe im Kaukasus und im Ural.

(Juli 2010) Ein Notruf des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges veranlasste uns am 5. Juli zur Überweisung vom 5000 Euro für 28 Mitglieder unserer Partnerorganisation, die kein Geld für dringend benötigte Medikamente haben.

Unser Partner für leukämiekranke Kinder, Prof. Dr. Alexander Karachunskiy, kam von Tscheljabinsk (Ural, Westsibirien), einem ökologischen Katastrophengebiet, nach Berlin. Seine mitgebrachten Briefe und Fotos aus der dortigen Partnerklinik stehen hier. Karachunskiy erhielt 6000 Euro für die Weiterführung der von uns geförderten ALL-MB-Therapie.

Wieder 14 ehemalige Kriegsgefangene aus Georgien gemeldet.

(Juni 2010) Am 22. Juni überwiesen wir wieder 4200 Euro nach Georgien. Vorausgegangen war die Meldung unseres georgischen Partners Nugsar Anguladse über 14 neu ermittelte ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, die ihre Dokumente über geleistete Zwangsarbeit prüfen ließen. Jeder von ihnen erhält 300 Euro und einen Brief in russischer Sprache, in dem die Spende als Geste der Anerkennung des erlittenen Unrechts erklärt wird. Aus den erhaltenen Unterlagen geht hervor, dass acht von ihnen nach dem Krieg für mehrere Jahre nach Nordrussland verbannt worden waren.

Zwei Spenden für ungleiche Verwendungszwecke.

(Juni 2010) Am 3. Juni erhielt Prof. Dr. med. A. Karachunskiy, Leiter der von uns geförderten multizentrischen Studiengruppe ALL-MB 2008, zur Therapiehilfe für leukämiekranke Kinder 5000 Euro. Am 9. Juni wurden 5000 Euro auf das Konto des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges überwiesen. Die Spende wird mehrheitlich als Nothilfe für drei ehemalige Kriegsgefangene verwendet, deren Wohnhütten durch ein Unwetter stark beschädigt wurden.

Herr Garsparjan erhält eine Spende.

Der 90jährige Armenier Walasch Gasparjan überlebte als Zwangsarbeiter die vierjährige Kriegsgefangenschaft. Er zählt zu sieben ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, die sich im Mai 2010 bei unserer Partnerorganisation in Eriwan meldeten und von uns 300 Euro als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts erhielten. Gleichzeitig wurden Spenden als Nothilfen an 31 weitere ehemalige Kriegsgefangene in Armenien ausgezahlt. Kaum einer ist jünger als 90 Jahre.

5000 Euro Nothilfe via Georgien.

(Mai 2010) Am 31. Mai wurden 5000 Euro auf das Konto unserer georgischen Partnerorganisation überwiesen (Ukrainisch-Georgische Freundschaftsgesellschaft). Davon werden für 16 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene folgende Leistungen finanziert: Medikamente, 3 Hörgeräte, 1 Rollstuhl sowie Baumaterial für zwei Personen, deren Häuser durch einen Erdrutsch schwer beschädigt wurden. Diese Spendenempfänger hatten zuvor schon Einmalspenden von je 300 Euro erhalten. Ihre außerordentliche Bedürftigkeit veranlasst uns zu dieser besonderen Zuwendung.

5000 Euro in Kiew überreicht.

(Mai 2010) Am 10. Mai übergab ein KOHTAKTbI-Mitarbeiter in Kiew 5000 Euro an die Ukrainische Assoziation der jüdischen Ghetto- und KZ-Überlebenden. Diese Spende des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer kommt jenen Mitgliedern der Assoziation zugute, die während der deutschen Besatzungszeit im Versteck überlebten. Sie erhielten keine Leistungen aus dem Fond der Bundesstiftung EVZ.

Gute Nachricht zum 8. Mai.

(Mai 2010) Seit 7 Jahren engagieren wir uns um die Anerkennung des Unrechts, unter dem ehemalige sowjetische Kriegsgefangene bis heute leiden. Die Bundesrepublik Deutschland bescheinigt ihnen, nur „allgemeines Kriegsschicksal“ erlitten zu haben, und dem deutschen Gesetzgeber gelten sie als „nicht leistungsberechtigt“.

Die SPD-Fraktion folgte jetzt einer Anregung von Wolfgang Thierse und gab ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages über die Haftbedingungen sowjetischer Kriegsgefangener in Auftrag.

Lesen sie hierzu einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 8. Mai 2010.

Eine gut besuchte Benefiz-Lesung aus Briefen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener am 7. Mai im Schöneberger Rathaus erbrachte 1193,20 Euro, die jetzt ehemaligen Kriegsgefangenen in Georgien überwiesen werden, deren extreme soziale Not uns bekannt ist. (E. Radczuweit)

Erste Hilfsmaßnahmen nach dem „Berliner Appell“.

(Mai 2010) Anfang Mai wurde der Appell des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer verteilt. Darauf folgten erste Spendeneingänge, die bereits am 6. Mai an unsere Partner in Georgien und Armenien überwiesen wurden: für 13 ehemalige Kriegsgefangene in Georgien insgesamt 3900 Euro.

Auf das Konto des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges gingen 3500 Euro für besondere Hilfsmaßnahmen zugunsten bedürftiger Mitglieder und 1500 Euro an 5 neue Mitglieder dieses Vereins, deren Zwangsarbeit als NS-Kriegsgefangene bestätigt worden sind.

Weitere Spendeneingänge sind für eine 60 000-Euro-Tranche nach Russland bestimmt, die 200 ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen zugute kommen sollen.

Der „Berliner Appell“ im vollen Wortlaut.

Die Erfolgskurve unserer Partnerschaft für leukämiekranke Kinder.

(April 2010) Unser Partner Prof. Dr. med. Alexander Karachunskiy sandte aus Moskau eine Kurve, die Fachleute begeistert.

Das Bild zeigt Ergebnisse, die bei der Behandlung von insgesamt 3518 Kindern mit einer akuten lymphoblastischen Leukämie in Russland erreicht worden sind. Die Behandlung erfolgte im Rahmen von so genannten multizentrischen Therapieoptimierungsstudien; dies bedeutet, dass Kinder in zahlreichen Kliniken nach einem festgelegten und von den behandelnden Ärzten abgestimmten Behandlungsplan behandelt wurden.

Die erste dieser kooperativen Studien begann vor 15 Jahren (die beiden unteren, längsten Kurven). Hier wurden zwei unterschiedliche Behandlungen (ALL-MB 91 und ALL BFM 90m) miteinander verglichen, und es wurde ein identisches Ergebnis erzielt: nach 15 Jahren sind 67% der Kinder von ihrer Leukämie geheilt.

An der nächsten Studie (ALL-MB 2002) nahmen noch mehr Kliniken teil, so dass in einem Zeitraum von etwa 6 Jahren 1546 Patienten in die Studie aufgenommen werden konnten. Das Ergebnis liegt nach fast 8-jähriger Beobachtungszeit bei 72%, also besser als das der vorhergehenden Studie.

Gegenwärtig läuft eine neue Studie (ALL-MB 2008), die entsprechend den Ergebnissen der vorhergehenden mit dem Ziel einer weiteren Verbesserung verändert wurde (Therapieoptimierung). Sie begann im Jahre 2008 und hat daher noch eine kurze Laufzeit. Dennoch sind in den wenigen Jahren bereits 1022 Patienten aufgenommen worden, weil inzwischen über 40 Kliniken in ganz Russland und Weißrussland teilnehmen. Ein Lang­zeitergebnis ist daher noch nicht ablesbar. Erkennbar ist aber bereits, dass es mit Sicherheit erneut zu einer Verbesserung kommen wird, denn in den ersten Jahren liegt die Kurve deutlich über denen der früheren Studien.

Insgesamt zeigen diese Ergebnisse, das die Überlebenswahrscheinlichkeit der Kinder mit einer Leukämie in Russland gegenwärtig zwischen 70 und 80% liegt. Vor dem Beginn unserer Zusammenarbeit betrug die Heilungsrate weniger als 15%.

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Günter Henze
Mitglied des KOHTAKTbI-Beirats

Medizinische Hilfe für NS-Opfer.

(April 2010) Am 6. April überwiesen wir 10 000 Euro in die Ukraine, Verwendungszweck: medizinische Hilfe für NS-Opfer.

KONTAKTE-KOHTAKTbI hat bereits allen in der Ukraine lebenden ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, deren Anträge auf „Zwangsarbeiterentschädigung“ abgelehnt worden waren, Einmalspenden als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts übermittelt. Aufgrund von Meldungen über die mangelnde medizinische Versorgung der alten Leute hatten wir am 1. Oktober 2008 einen Vertrag mit der Internationale Vereinigung „Verständigun“ über 20 000 Euro geschlossen, um bei medizinischen Notfällen helfen zu können. Die Stiftung schickte jetzt ihren Rechenschaftsbericht über die Mittelverwendung. Demzufolge erhielten ehemalige sowjetische Kriegsgefangene aus 24 ukrainischen Regionen medizinische Leistungen. Wir stellen fest, dass die Stiftung sparsam und effektiv die Spenden verwendete. Deshalb wurde eine neue Tranche über 10 000 € vereinbart. Es werden davon Medikamente nach Vorlage ärztlicher Rezepte gekauft und notwendige medizinische Hilfsmittel, die den Begünstigten sonst nicht zur Verfügung stünden.

Zwei Spenden in ungleiche Richtungen.

(März 2010) Am 30. und 31. März wurden von den Spendenkonten „Leukämiehilfe“ und „Kriegsgefangene“ folgende Summen abgebucht:

8120 Euro wurden dem Moskauer Kinderonkologen Professor Alexander Karachunskiy bei seinem Berlinbesuch übergeben. Das Geld ist die II. Jahresrate für die von ihm geführte „MB-Studienzentrale“ in Moskau, wo laufend die Patientendaten aus 40 russischen, belarussischen Zentren und einem usbekischen Kinderkrebs-Zentrum ausgewertet und alle teilnehmenden Kliniken beraten werden. Auch Personalbeihilfen für ehrenamtlich tätige Laborärztinnen am russischen Republiks-Kinderkrankenhaus sind Verwendungszweck, die Laborproben der im Rahmen des „Moskau-Berlin-Protokolls“ behandelten Patienten untersuchen.

4200 Euro wurden nach Georgien für 14 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene überwiesen, deren Angaben und Dokumente von uns geprüft wurden. Der Älteste ist 97 Jahre alt, der Jüngste unter ihnen ist 86 Jahre alt. Unser georgischer Partner Nugsar Anguladze berichtet laufend über die Not von Menschen, für die wir jetzt Patenschaften vermitteln möchten. Ein Beispiel: „Lado Gwischiani, geb. 1925, erhielt von Kontakte-KOHTAKTbI eine einmalige humanitäre Hilfe. Herr Gwischiani lebt im Dorf Orbeli im Bezirk Zageri. Das Haus, in dem der alte, verarmte Mann mit seiner Frau lebt, wurde von einem Erdrutsch im Jahr 1998 stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Gebäude wurde fast vollständig zerstört. Das einsame Ehepaar lebt im einzigen Zimmer, das noch heil ist. Lado Gwischiani ist ans Bett gefesselt, kann sich nicht fortbewegen und ist ganz auf die Hilfe seiner Frau angewiesen. Er braucht dringend finanzielle Unterstützung für Medikamente und zum Erwerb von einfachen Geräten für den Haushalt.“

Wer für Not leidende NS-Opfer in Georgien und Armenien eine Patenschaft übernehmen will, soll sich melden bei Eberhard Radczuweit unter info [at] kontakte-kontakty.de.

Unsere armenischen Partner vom Verein der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges haben jetzt einen Fotoapparat gekauft, um die Spendenübergaben zu dokumentieren. Zwei mit jeweils 300 Euro im März 2010 begünstigte Mitglieder dieses Vereins: der 87jährige Andranig Lasarjan (links) und der 88jährige Wanig Geworkjan mit seiner Frau Olja Geworkjan.

Die multizentrische MB-Gruppe weitet sich aus auf Usbekistan.

(März 2010) Unter der Leitung der jungen Chefärztin Sapura Ibragimowa ist die Pädiatrisch-Onkologische Station des Hämatologischen Instituts in Taschkent jüngstes Mitglied der multizentrischen MB-Studiengruppe.

Usbekistan ist ein Entwicklungsland. Von den 27,7 Mio. Einwohnern sind die Hälfte Kinder unter 15 Jahren. Von diesen erkranken jährlich 300 an akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL).

Weil in Usbekistan nicht genügend Zytostatika und Medikamente für die Supportivtherapie zur Verfügung stehen, ist dort das Moskau-Berlin-Protokoll besonders willkommen. In geringerem Maße als in westlichen Therapieprotokollen werden teure und toxische Zytostatika mit ihren schwer kontrollierbaren Nebenwirkungen bei gleichen Behandlungserfolgen eingesetzt.

Mutter mit ALL-Patientin in der Taschkenter Kinderkrebs-Station. Die vierjährige Muslima wird jetzt nach dem Moskau-Berlin-Protokoll behandelt.

Der Studienleiter Prof. Dr. Alexander Karachunskiy, Beiratsmitglied von KONTAKTE-KOHTAKTbI, auf der neuen Partnerstation im Kreis seiner Kolleginnen, Krankenschwestern, Patienten und deren Mütter und Großmütter, Januar 2010.

Neue Spenden-Tranche nach Armenien.

(März 2010) Am 8. März überwiesen wir 4600 Euro auf das Konto des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges. Davon sind 1140 Euro von zweckgebundenen Dauerüberweisungen, die quartalsweise ausgezahlt werden. Der Rest entfällt auf Zuwendungen für 11 neue Mitglieder unserer Partnerorganisation in Eriwan, deren Kriegsgefangenschaft und Zwangsarbeit nachgewiesen wurden.

Wegen geringer Spendeneinnahmen konnte die Bitte um Nothilfen an bedürftige Mitglieder des armenischen Vereins nicht erfüllt werden. (Das Spendenkennwort an ehemalige armenisch-sowjetische Kriegsgefangene lautet „Armenienhilfe“)

Neuerscheinung „Zu Gast in Belarus“.

(Februar 2010) Mit Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin gibt KONTAKTE-KOHTAKTbI diese Broschüre heraus mit Berichten über Begegnungen mit ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen in Belarus.

Titelbild: Der ehemalige Zwangsarbeiter Alexej Berdnikowitsch zeigt den Gästen aus Deutschland das Grabmal der 220 ermordeten Einwohner des Dorfes Pisarewitsch.

Die Broschüre kann bestellt werden bei suchan-floss [at] @kontakte-kontakty.de.

Neue Spenden-Tranche nach Georgien.

(Februar 2010) Am 15. Februar überwiesen wir 4500 Euro für 15 ehemalige Sowjetsoldaten nach Georgien, die als Gefangene der Wehrmacht Zwangsarbeit geleistet hatten. Sie meldeten sich in den letzten Wochen mit ihren Dokumenten bei unseren georgischen Partnern. Ihre Unterlagen wurden von uns geprüft, darunter sind auch alte KGB-Bescheinigungen über ihre Haftzeit. Der Älteste ist 97 Jahre, der Jüngste 86 Jahre alt. Zwei von ihnen waren unter Stalin in die Tundra nach Komi verbannt worden, einer für 8 Jahre, der andere für 6 Jahre.

Die letzte Spende.

(Februar 2010) Im Dezember 2005 überreichte Eberhard Radczuweit in Eriwan dem Ehepaar Pharamusjan eine Geldspende. Der blinde Herr Aremak Pharemusjan überlebte die Kriegsgefangenschaft in den „Russenlagern“ der Wehrmacht mit schweren Gesundheitsschäden. Fünf Jahre später, im Januar 2010 erhielt er von KOHTAKTbI die letzte Spende.

Weitere Spendenvergabe nach Armenien.

(Januar 2010) Am 12. Januar überwiesen wir 5000 Euro auf das Konto unserer armenischen Partner vom Verein der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges. Mehrheitlich handelt es sich um die quartalsweise Übermittlung monatlicher Dauerüberweisungen von Förderinnen, die Patenschaften übernommen haben. Ein KOHTAKTbI-Mitglied spendet monatlich 300 Euro für die Verwaltungskosten unserer Partnerorganisation in Eriwan, deren Mitarbeiter/innen ausschließlich ehrenamtlich tätig sind.

Anerkennung „vergessener“ NS-Opfer in Georgien.

(Januar 2010) Am 11. Januar überwiesen wir die erste Spenden-Tranche des Jahres nach Georgien. Mit jeweils 300 Euro als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts werden dort wieder 16 ehemalige Kriegsgefangene der Wehrmacht begünstigt. Als Beweis ihrer Empfangsberechtigung dienen ihre Soldbücher und diverse Bescheinigungen.

Zu den Spendenempfängern zählen beispielsweise Konstantin Karzhija, der zwar der Georgischen Legion beigetreten war, um den Sterbelagern der Wehrmacht zu entgehen, aber von uns nicht als Kollaborateur eingestuft wird: Er floh auf der holländischen Insel Texel von seiner Einheit und schlug sich zu den Partisanen der französischen Résistance durch. Frau Warwara A. Ninikelaschwili wurde als Sanitäterin gefangen genommen, ihr gelang die Flucht zu ukrainischen Partisanen, wo sie wieder als Sanitäterin aktiv war.

Unser georgischer Partner bemüht sich um die persönliche Spendenübergabe trotz schwierigster Witterungsverhältnisse. Viele Ortschaften in den kaukasischen Bergen sind nach starken Schneefällen von der Außenwelt isoliert.

Linkes Bild: Dmitrij Elbakidze, 98 Jahre alt, und seine Frau nehmen die Spende an
Rechtes Bild: Giguza Darbaidze, 97 Jahre alt, in seiner Wohnung.

Preisbindung aufgehoben!.

(Januar 2010) Der Links-Verlag ließ die Preisbindung aufheben für unseren 2007 herausgegebenen Band „Ich werde es nie vergessen – Briefe sowjetischer Kriegsgefangener“. Das Buch, 270 Seiten, kann jetzt für 9,90 Euro bestellt werden über info [at] kontakte-kontakty.de.

Die KOHTAKTbI-Spendenkampagnen –
Jahresbilanz 2009
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(Januar 2010) Seit der Gründung des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. vor 20 Jahren unterstützen wir die Entwicklung einer effektiven Therapie für leukämiekranke Kinder in Belarus und Russland. Im vergangenen Jahr konnten dafür insgesamt 114 000 Euro aus unserem Spendenaufkommen zur Verfügung gestellt werden.

Seit dem Jahr 2004 rufen wir auf zum Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer im Osten. Wir begünstigen NS-Geschädigte – vorwiegend ehemalige sowjetische Kriegsgefangene –, die von der Bundesrepublik Deutschland und der deutschen Wirtschaft keine Leistungen erhielten. 2009 wurden 308 000 Euro als „Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts“ übermittelt.

Auch in diesem Jahr stehen beide Projekte im Mittelpunkt der Vereinsarbeit.

Spendenkonto:
Kontakte-Kontakty, Konto-Nr. 306 55 99 006, Berliner Volksbank, BLZ 100 900 00

Kennwörter:„Kinderleukämie“
 „Kriegsgefangene“ – „Bürger-Engagement“ – „Armenienhilfe“

Übersicht früherer Meldungen.

1990–1994 | 1995–1999 | 2000–2004 | 2005–2009 | 2010–2014 | 2015

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