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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Archiv älterer Meldungen.

2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005.

2009.

Die Dezember-Spenden.

(Dezember 2009) Die Spenden werden nach Kennwörtern den entsprechenden Verwendungszwecken zugeführt.

Insgesamt wurden an zwei Tagen für die Vereinsprojekte in Ländern der ehemaligen Sowjetunion 21 800 Euro übermittelt.

Ukrainische NS-Zeitzeugen in Berlin.

(Dezember 2009) Vom 1. bis 6. Dezember hatten wir 20 ehemalige (zivile) Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie in Deutschland geborene Kinder von Zwangsarbeiterinnen aus der Ukraine nach Berlin eingeladen. Es sind ehrenamtlich tätige Mitglieder des größten ukrainischen NS-Opferverbandes. Ihr gesellschaftspolitisches Engagement richtet sich vor allem an die ukrainische Jugend, wo sie als Zeitzeugen für Geschichtsaufklärung und Friedensarbeit wirken.

Auf Vermittlung von ver.di waren sie zugleich Gäste der IG Metall. In der IG Metall Bildungsstätte Berlin Pichelssee gab es Diskussionen mit Gewerkschaftlern. Im Berliner Oberstufenzentrum Metalltechnik fanden sie unter den Schülerinnen und Schülern sehr interessierte Gesprächspartner. Nachdem sich die Zahl der unmittelbar vom NS-Terror betroffenen Generation verringert und immer weniger Zeitzeugen eingeladen werden können, kommt nun die Folgegeneration zu Wort, die Kinder der NS-Opfer.

KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. dankt der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, dem Auswärtigen Amt und der IG Metall für die Unterstützung.

Novembertagung zum Moskau-Berlin-Protokoll.

(November 2009) Am 20. November 2009 fand in Moskau die zweite Jahrestagung der MB-Studiengruppe statt. Aus Berlin beteiligten sich Dr. med. Arend von Stackelberg und Prof. Dr. med. Günter Henze (Pädiatrische Onkologie / Hämatologie, Charité). KONTAKTE-KOHTAKTbI übernahm die Reisekosten für teilnehmende Ärztinnen und Ärzte aus Belarus, Usbekistan, Wladiwostok und Jekaterinburg (5500 €). Als international beachtenswert gelten die auf der Tagung präsentierten Daten zur Verringerung eines wichtigen Bestandteils der Chemotherapie – Asparaginase – bei gleichbleibender Wirkung. Die Reduzierung toxischer Wirkstoffe zählt zu den Merkmalen der MB-Therapie.

Nach Einschätzung von Stackelberg stellt sich die MB-Studiengruppe als „aktive und ausgesprochen kooperative Gemeinschaft dar, die durch konsequente Optimierung der Therapie inzwischen in der Lage ist, den größten Teil der leukämiekranken Kinder in Russland zu heilen.“ Ohne die andauernde Unterstützung durch Spenden wäre diese unabhängige Ärztegruppe aus 40 onko-hämatologischen Zentren in Russland und Belarus nicht existenzfähig!

Wir bitten um Spenden!

Der vollständige Bericht über die Tagung

60 000 Euro für 200 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Russland.

(November 2009) Am 25. November überwiesen wir nach Russland 60 000 Euro für 200 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene. Die Auswahl trafen wir nach regionalen Adresslisten unseres Vertragspartners, der russischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“. Bei der Feststellung der Spendenempfänger erwies sich eine hohe Sterberate.

Für die abgabenfreie Auszahlung an weitere 600 ehemalige Kriegsgefangene liegt die Genehmigung der Moskauer Finanzbehörde vor, der Fehlbedarf beträgt 180 000 Euro. Hierfür werden dringend Spenden benötigt!

Hilfe für kaukasische Naziopfer.

(November 2009) Am 24. und 25. November wurden im Rahmen des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer 4800 Euro für 16 ehemalige Kriegsgefangene der Wehrmacht nach Georgien und 3300 Euro für 11 dieser „vergessenen“ Naziopfer nach Armenien überwiesen. Zur armenischen Spendenüberweisung zählten außerdem 2700 Euro für Weihnachtspakete, die der armenische Verein der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges an die bedürftigsten seiner 300 Mitglieder schicken wird.

Wir waren von unseren armenischen Freunden zuvor um Eile gebeten worden, weil die Spendenverteilung nach Einbruch des Winters in hoch gelegenen kaukasischen Bergdörfern schwierig wird.

KONTAKTE-KOHTAKTbI ruft auf zu weiteren Spenden!

KOHTAKTbI – Engagement auf dem Prüfstand.

(November 2009) Am 19. November gab es unsere Jahresmitgliederversammlung. Der Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden Dr. Gottfried Eberle fand Zustimmung. Rückläufige Spendeneingänge unseres Bürger-Engagements für „vergessene NS-Opfer“ und der geringe Mitgliederzuwachs wurden als größte Probleme benannt. Die Mitgliederversammlung bot ein beeindruckendes Gesamtbild aller KOHTAKTbI-Aktivitäten in den letzten 12 Monaten.

4800 Euro für 16 Georgier.

(November 2009) Am 23. November wurden 4800 Euro für 16 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene nach Georgien überwiesen. Der Älteste ist ein 1920 in der Türkei geborener Armenier. Zum Nachkriegsschicksal kaukasischer Spendenempfänger zählen jüngere Kriege: Ein weiterer Armenier auf unserer georgischen Adressliste lebte in Abchasien und musste im Bürgerkrieg der 90er Jahre nach Georgien fliehen, wo er heute in einer Notunterkunft lebt.

Aus der Korrespondenz zwischen Förderern des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer und sowjetischen Kriegsgefangenen.

(November 2009) Vor Weihnachten wird in vielerlei Formen um Spenden gebeten. KOHTAKTbI ist da keine Ausnahme. Aber partnerschaftliche Hilfe darf nicht anonym sein. Deutsche Spenden an Nazi-Opfer müssen erklärt werden. Deshalb wird nicht nur um Spenden, sondern auch um die Darlegung der Motive gebeten.

Hier ein Beispiel:

Leipzig, am 12.09.2009

Sehr geehrter ehemaliger Kriegsgefangener,

dass Ihnen eine Unbekannte aus Deutschland schreibt, haben Sie meinem inzwischen verstorbenen Vater und einer sowjetischen Ärztin zu verdanken. Mein Vater wurde als 19jähriger zur Wehrmacht einberufen und kämpfte als Funker an der Ostfront, wo er zum Glück in sowjetische Kriegsgefangenschaft geriet.

Er erzählte nicht viel aus dieser Zeit. Aber wenn, dann erwähnte er immer, dass sie trotz sehr schwerer Arbeit im Lager und rauhem Umgangston nie unmenschlich behandelt wurden. Als er mit einer schweren Krankheit in der Krankenstube lag, hat eine russische Ärztin ihn „aufgepäppelt“ – wahrscheinlich ihm das Leben gerettet!

Erst durch eine Historikerin, die ein Interview mit meinem Vater geführt hat, habe ich viele Details erfahren. Dies war der Anlass, eine Möglichkeit für ein klein wenig Wiedergutmachung zu suchen. Diese Möglichkeit habe ich durch den Verein „Kontaktbi“ gefunden. Ich hoffe sehr, dass meine kleine Geldspende ein wenig hilft – aber dass sie auch als Zeichen meiner Dankbarkeit gesehen wird für die Hilfe, die meinem Vater zuteil wurde.

Meine Geste kommt spät – aber hoffentlich nicht zu spät.

Ich wünsche Ihnen „sibirische“ Gesundheit!

Viele liebe Grüße von

Ursula W.

Wer sich für die KOHTAKTbI-Spendenkampagnen interessiert, kann Infomaterial anfordern unter info [at] kontakte-kontakty.de.

Hilfsmittel für fünf Partnerkliniken in Russland.

(Oktober 2009) Frühzeitiges Erkennen und Bestimmen der Leukämiezellen ist die Voraussetzung für eine effektive Therapie der betroffenen Kinder. Dazu fehlt mehreren Partnerkliniken ein wichtiges technisches Hilfsmittel, die Zytozentrifuge. Für rund 30 000 € bestellten wir Zytozentrifugen der Firma Tharmac aus Waldsolms/Taunus für die Onkologie-Hämatologie-Zentren der Kinderkliniken in Orenburg, Tomsk, Tscheboksari, Stawropol und Ulan-Uhde, der Hauptstadt der Republik Burjatien. Außerdem werden jetzt an alle Partnerkliniken bestimmte Medikamente ausgeliefert, die wir für 2500 € einkauften. Für die Unterstützung danken wir Herrn Dr. Martin Friedrichs.

3500 Euro für Armenier.

(Oktober 2009) Am 2. Oktober 2009 überwiesen wir 3500 Euro auf das Konto des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges. Fünf neue Mitglieder erhielten jeweils 300 Euro. 1050 Euro wurden im Rahmen von Patenschaften gespendet und 950 Euro sind Nothilfen für besonders bedürftige Mitglieder der armenischen Selbsthilfe-Organisation ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener.

Deutsches Bürger-Engagement in Georgien.

(Oktober 2009) Die Auszahlung von Spenden aus Deutschland an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene wird in der georgischen Öffentlichkeit hoch bewertet. Der Partner von KONTAKTE-KOHTAKTbI, der Geologe Nugsar Anguladse, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Ukrainisch-Georgischen Freundschaftsgesellschaft, leistet unter anderem die Auszahlung der Spenden. Die letzte Spendenübergabe war in der Gebirgsregion Tschochatauri an den 88jährigen Bauern Alexander Ziskaridse. Die Übergabe wurde dokumentiert durch den TV-Sender Gurija. Ein anwesender Militärkommissar hob die Bedeutung des deutschen Engagements hervor.

v.l.n.r.: Journalistin, A. Ziskaridse, Militärkommissar, N.Anguladse.

3000 Euro für 11 Georgier.

(September 2009) Am 21. September wurden 3000 € für 11 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene nach Georgien überwiesen. Der Jüngste ist 86 Jahre, der älteste 96 Jahre alt. Zwei von ihnen leisteten Zwangsarbeit in Deutschland (Dortmund), die anderen in besetzten Gebieten Russlands, in Polen, Tschechien und im Baltikum.

58 390 Euro für leukämiekranke Kinder.

(September 2009) Am 15. September erhielt der Kinderonkologe Prof. Dr. Alexander Karachunskiy von uns zweckgebundene Spenden über 8200 Euro. Es ist die 4. Jahresrate zur Deckung von laufenden Kosten der MB-Studienzentrale, wo die Patientendaten aus 40 Kinderkliniken ausgewertet werden.

Vom 1. Januar bis zum 7. September 2009 gab KONTAKTE-KOHTAKTbI 58 390 Euro zur Partnerschaft für leukämiekranke Kinder in Russland und Belarus. Die Spendeneinnahmen beliefen sich auf 29 750 Euro. Karachunskiy erhielt von KONTAKTE-KOHTAKTbI die Absichtserklärung, für die MB-Partnerstationen in den russischen Städten Orenburg, Tomsk, Tscheboksari, Stawropol und Ulan-Ude (Republik Burjatien) die dringend benötigte Medizintechnik „Zytozentrifugen“ zu besorgen. Dafür sind Spendenmittel von 35 000 Euro erforderlich. Weitere Hilfsmaßnahmen betreffen lebenswichtige Medikamente, die in Russland nicht verfügbar sind.

61 250 Euro für 260 „vergessene“ Shoa-Überlebende in der Ukraine.

(August 2009) Am 22. August übergaben wir in Kiew 5000 Euro des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer an Herrn Dr. Boris Zabarko, Vorsitzender der Ukrainischen Assoziation der Jüdischen Ghetto- und KZ-Überlebenden. Die Spenden sind bestimmt für jene bedürftigen Mitglieder der Assoziation, welche die deutsche Besatzungszeit im Versteck überlebten. Insgesamt wurden der Assoziation bisher 61 250 Euro für 260 Personen übergeben, die als „versteckte Juden“ keine offizielle „Entschädigung“ aus Deutschland erhielten.

263 785 Euro für 481 Armenier.

(August 2009) Am 17. August überwiesen wir für 14 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Armenien 4000 Euro. Damit haben wir im Laufe von sechs Jahren insgesamt 263 785 Spendeneuro an 481 armenische NS-Opfer übermittelt.

Die 14 uns bisher unbekannten Spendenempfänger, darunter drei Einwohner des Konfliktgebietes Berg Karabach, meldeten sich bei unserer Partnerorganisation in Eriwan, dem Verein der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges. Deren Vorsitzender Mels Margarjan und ehrenamtliche Mitarbeiter prüften bei Hausbesuchen die Angaben dieser Kriegsveteranen und empfahlen uns, sie in den Kreis der Begünstigten einzubeziehen.

49 500 Euro für 165 Georgier.

(August 2009) Am 11. August wurden 5400 € für 18 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene nach Georgien überwiesen, deren Dokumente wir zuvor geprüft hatten. Damit wurden bisher 165 georgische Kriegsgefangene mit jeweils 300 € begünstigt, insgesamt 49 500 Euro. Wie viele ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Georgien noch leben, ist unbekannt.

Spenden für ehemalige Kriegsgefangene in Russland, Georgien und Armenien.

(Juli 2009) In den letzten Tagen haben wir 60 000 Euro nach Russland überwiesen, die 200 ehemaligen Kriegsgefangenen in St. Petersburg, im Gebiet Rostow und in Stawropol zugute kommen. In diese Gebiete haben wir bereits vorher Geld geschickt. Auch die jüngste Überweisung reicht jedoch noch nicht, denn es leben dort noch viele weitere ehemalige Kriegsgefangene.

5100 Euro haben wir außerdem nach Georgien überwiesen. 2500 Euro wurden in Armenien an den Verein der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkriegs übergeben.

Tadschikistan und die krebskranken Kinder des Landes.

(Juni 2009) Die Deutsch-Tadschikische Gesellschaft bat KOHTAKTbI-Vorstandsmitglied Dr. med. Arend von Stackelberg um Vorlesungen für tadschikische Kinderärzte in der tadschikischen Hauptstadt Duschambe über die Behandlung onkologischer Erkrankungen in Deutschland. Auf Einladung des tadschikischen Gesundheitsministeriums hielt Herr von Stackelberg vom 18. bis 20. Mai 2009 Vorträge in Duschanbe über Anämien, Krebserkrankungen im Kindesalter und onkologisch-hämatologische Therapien in Entwicklungsländern.

Seinen Bericht über dieses mittelasiatische Land, seine Kultur und die Probleme des tadschikischen Gesundheitswesens finden Sie hier: Reisebericht über Tadschikistan.

Viertausend „vergessene“ NS-Opfer in Russland ermittelt.

(Juni 2009) Am 4. Juni benachrichtigte uns die russische Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ über das Ergebnis ihrer jüngsten Recherche in ganz Russland: Mindestens 4000 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, die von uns noch nicht begünstigt wurden, leben noch. Unsere bisherige Schätzung ging von einer niedrigeren Zahl aus, weil in einigen Regionen zwei Drittel jener NS-Opfer schon verstorben sind, deren Anträge auf Zwangsarbeiter-Entschädigung in den Jahren 2002, 2003 abgelehnt worden sind mit der Begründung „Kriegsgefangenschaft begründet keine Leistungsberechtigung“.

Bei Berücksichtigung aller anderen früheren Sowjetrepubliken schätzen wir jetzt die Gesamtzahl der heute noch Lebenden, von uns nicht Begünstigten, auf 8000 Personen. KONTAKTE-KOHTAKTbI konnte bisher zwei Mill. Euro an 6004 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene übermitteln.

Unsere Mai-Aktivitäten und Solidaritätsleistungen.

(Mai 2009) In Armenien beginnt die Unterstützung der onkologischen Abteilung des Jerewaner Universitätsklinikums. Dort werden künftig leukämiekranke Kinder nach dem von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. geförderten Therapieprogramm „Moskau-Berlin-Protokoll“ behandelt. Wir bezahlen eine Deutschlehrerin, die Ärztinnen und Ärzten auf Studienaufenthalte in deutschen Kliniken vorbereitet. Wir übergeben Medikamente an Prof. Karachunskiy für die beteiligten Kinderkliniken in Russland.

Während eines Aufenthalts in Jerewan übergab E. Radczuweit für bedürftige Mitglieder unserer Partnerorganisation, des Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges, Spenden über 5100 Euro. Für 8 neue Mitglieder des Vereins wurden 3000 Euro überwiesen.

16 ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen in Georgien wurden Spenden über 4800 Euro überwiesen. Am 26. Mai wurden 60 000 Euro nach Russland überwiesen. Begünstigt werden 200 ehemalige Kriegsgefangene in Nord-Ossetien, im Pensenskaja- und Kostromskaja Gebiet sowie in Twersk und Umgebung. Die Freudenberg-Beteiligungs GmbH überwies auf unser Spendenkonto im Auftrag eines KOHTAKTbI-Vorstandsmitglieds 50 000 Euro zugunsten des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer.

KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. war vom 21. bis 23. Mai auf dem Evangelischen Kirchentag in Bremen mit einer Ausstellung über sowjetische Kriegsgefangene vertreten. Im Mittelpunkt standen ausgewählte Zitate aus Briefen mit Erinnerungen dieser Zeitzeugen. Unsere Präsentation fand reges Interesse. Auf einem „Marktplatz“ des Kirchentages las E. Radczuweit aus dem Buch „Ich werde es nie vergessen – 60 Briefe sowjetischer Kriegsgefangener“. Bremer Mitwirkende an der Präsentation regten einen „Bremer KOHTAKTbI-Freundeskreis“ an.

Weitere Leistungen des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer.

(April 2009) Am 24. April überwiesen wir 20 000 Euro für medizinische Hilfsleistungen an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Belarus. Vertragspartner bei der Spendenübermittlung ist die Internationale gemeinnützige Vereinigung „Verständigung“ in Minsk. Am selben Tag wurden 4500 Euro für 15 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Georgien geschickt. Am 29. April überreicht Eberhard Radczuweit in Eriwan 5150 Euro an Not leidende Mitglieder des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges.

Belarus – Zu Gast bei ehemaligen Kriegsgefangenen.

(April 2009) Vom 10. bis 17. April besuchte eine elfköpfige KOHTAKTbI-Gruppe ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Belarus. Das Reiseprogramm wurde nach unseren Wünschen hervorragend organisiert vom Vorsitzenden der Belorussischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“, Herrn Walentin Gerassimow. Begegnungen mit vielen „vergessenen“ NS-Opfern, die zuvor von KONTAKTE-KOHTAKTbI Zeichen der Anerkennung erlittenen Unrechts erfuhren, standen im Mittelpunkt der Reise. Die Bedeutung unseres Bürger-Engagements für die Betroffenen und ihre Familien wurde auf eindrucksvolle Weise bestätigt. Zwei staatliche belorussische TV-Sender berichteten ausführlich.

Iwan Gluschkow und Michail Monak

Bei einem Meeting am 13. April in der Internationalen Begegnungsstätte „Johannes Rau“ in Minsk gab es ein Wiedersehen mit ehemaligen Kriegsgefangenen, die wir einmal nach Berlin eingeladen hatten: Iwan Gluschkow (sitzend) und der Auschwitz-Überlebende Michail Monak. Dieser hatte sich zum Gedenken eine Namensliste seiner verstorbenen Partisanen-Kameraden an die Brust geheftet. (Foto: Peter Plieninger)

26 400 Euro für leukämiekranke Kinder in Russland und Belarus.

(April 2009) Am 18. April 2009 überreichten wir im KOHTAKTbI-Domizil Herrn Prof. Dr. med. Alexander Karachunskiy aus Moskau gesammelte Spenden über 26 400 Euro. Die Spenden werden eingesetzt für das Therapieprogramm ALL-MB 2008 („Moskau-Berlin-Protokoll“), nach dem in diesem Jahr in Belarus und Russland bis zu 600 Patienten behandelt werden.

4200 Euro für 14 Georgier.

(April 2009) Am 1. April überwiesen wir Spenden über 4200 € an 14  ehemalige Kriegsgefangene in Georgien. Die Gesamtzahl dieser in Georgien noch lebenden NS-Opfer ist unbekannt.

5000 Euro für jüdische NS-Opfer in der Ukraine.

(März 2009) Am 30. März übergaben wir in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand 5000 Euro an den Vorsitzenden der Ukrainischen Assoziation der Jüdischen KZ- und Ghettoüberlebenden, Herrn Dr. Boris Zabarko. Diese Spenden sind bestimmt für jene Mitglieder seiner Organisation, die keine „Entschädigung“ aus den Fonds der Bundesrepublik Deutschland erhielten. Herr Zabarko bedankte sich und erläuterte deren extreme soziale Notlage in der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzkrise des Landes.

Nachruf.

(März 2009) Wir trauern um unser Gründungsmitglied, den Bildenden Künstler und Humanisten Professor Wolfgang Ludwig. Geboren in Thüringen am 8. Februar 1923, gestorben am 25. März 2009 in Berlin. Als Wehrmachtssoldat geriet er in sowjetische Gefangenschaft, worüber er hier berichtete. Aus der Gefangenschaft kam er zurück im Glauben an die Individualität des Menschen und dessen Fähigkeit zur geistigen Selbstbefreiung, in der Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben in der Zukunft. Er begann 1947 ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, 1950 kam er an die West-Berliner Hochschule der Künste. Er wurde dort Professor für Visuelle Kommunikation. Seinen Studenten brachte er die frühe sowjetische Avantgardekunst nahe. Er selbst wurde einer der maßgeblichen Gestalter der Op-Art. Kunst und gesellschaftliches Engagement waren für Wolfgang Ludwig eins. 11 Jahre lang ist er Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler gewesen. Mit Leidenschaft engagierte es sich im Sinne seiner prägenden Erfahrung in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Diese Leidenschaft verband Wolfgang Ludwig bis zu seinen letzten Tagen mit dem Verein KONTAKTE-KOHTAKTbI.

Partnerschaft für leukämiekrankes Kind aus Sibirien.

(März 2009) Die Stiftung Deutsche Kinderkrebs-Hilfe informierte uns über den fünfjährigen Wadim Isaak aus Barnaul, Sibirien. Er leidet an einem Leukämie-Rezidiv, die Ärzte in seiner Heimatstadt hatten die Therapie ergebnislos abgebrochen. KONTAKTE-KOHTAKTbI ließ ihn nach Moskau bringen, wo er bis Ende Februar im Republiks-Kinderkrankenhaus behandelt wurde. Dort bat uns die ärztliche Leitung, den Jungen zur kranialen Bestrahlung nach Deutschland zu bringen. Wir luden Wadim und seine Mutter Olga Isaak nach Berlin ein. Seit dem 2. März 2009 wird Wadim ambulant in der Strahlenklinik der Charité behandelt. Die Kosten werden aus Spendenmitteln bezahlt.

Spendenkonto: kontakte-kontakty, Kto.-Nr. 306 55 99 006, Berliner Volksbank, BLZ 100 900 00, Kennwort: „Wadim“.

Weitere Spendenübermittlung nach Georgien.

(März 2009) Am 9. März überwiesen wir für 16 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Georgien insgesamt 4800 Euro. Wie im Februar gemeldet, waren wegen des Verdachts, sich als Kriegsgefangene für Hilfsdienste bei der Wehrmacht verdingt zu haben, zwei georgische Veteranen von der Begünstigung ausgeschlossen worden. Nun wurde der Verdacht widerlegt und beide werden bei dieser Tranche mit begünstigt.

Neue Mitglieder unserer armenischen Partnerorganisation.

(März 2009) In Bergkarabach und mehreren armenischen Provinzen wurden zehn ehemalige sowjetische Kriegsgefangene gemeldet, die bisher nicht registriert worden waren. Nach Prüfung ihrer Unterlagen konnten sie Mitglieder des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges werden. Am 2. März überwiesen wir den 10 neuen Mitgliedern die 3000-Euro-Spende eines Bottroper Förderers des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer.

Moskauer Schülerbegegnung mit NS-Opfern.

(Februar 2009) Die „Schule der Selbstbestimmung“ ist eine der größten Reform- und Experimentalschulen Russlands. Seit dem Jahr 2004 beteiligt sie sich am KOHTAKTbI-Projekt „Schüler helfen NS-Opfern“, das nach Ablauf einer zweijährigen Projektförderung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ von den Moskauer Jugendlichen in Eigenregie fortgesetzt wurde. Am 26. Februar fand an der Schule ein Meeting mit Beteiligung unseres Vereins statt, an dem auch ehemalige sowjetische Kriegsgefangene teilnahmen. Erstmals waren diese in der Vergangenheit vielfach diskriminierten Zeitzeugen an eine Schule eingeladen worden. Es wurden weitere Begegnungen vereinbart und der Wunsch ausgesprochen, das Projekt zusammen mit einer Berliner Partnerschule weiterzuführen. Der anwesende Bürgermeister des Moskauer Bezirks versprach Unterstützung.

Spendenübermittlung in Georgien.

(Februar 2009) Am 19. Februar benachrichtigte uns Herr Nugsar Andguladze von unserer Partnerorganisation, der Georgisch-Ukrainischen Freundschaftsgesellschaft „Drushba“, über die Schwierigkeiten der Spendenübermittlung an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene.

Er fuhr mit seinem Geländewagen die Dörfer ab, wo es keine Bankfilialen gibt. „Ich bin gestern am Spätabend aus den Bezirken Zagerskij und Onskij zurückgekommen. Ich habe alle Leute erreicht, bis auf Herrn Gamgonieschwili. Die älteren Menschen bedanken sich bei Ihnen recht herzlich. Viele weinten. (…) Die Strassen in den georgischen Gebirgsregionen sind zur Zeit überhaupt nicht befahrbar. Herr Gamgonieschwili lebt im Dorf Gebi, Bezirk Onskij. Das ist der am höchsten gelegene Ort. Es gibt keine Verkehrsanbindung. Die Schneehöhe beträgt derzeit drei Meter. Auch zu Fuß ist das Dorf nicht erreichbar. Ich habe mit einem Bewohner per Handy telefoniert. Er meint, dass Gebi erst im Mai wieder zu erreichen ist, was ich bezweifle, eher später.“

Kriegsveteranen in Georgien.

(Februar 2009) Am 4. Februar 2009 überwiesen wir 3600 Euro für 12 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Georgien, die aufgrund ihrer eingereichten Dokumente als NS-Opfer von uns anerkannt wurden. Bei zwei weiteren Antragstellern besteht der Verdacht der Mittäterschaft in der „Georgischen Legion“. Sie hatten sich möglicherweise in den Gefangenenlagern abwerben lassen für eine Hilfstruppe der Wehrmacht. Es war für uns nicht auszuschließen, dass sie als Legionäre an Kampfhandlungen in der Normandie und bei der Partisanenbekämpfung in Frankreich teilnahmen.

Die große Mehrheit der gefangenen georgischen Sowjetsoldaten verweigerte sich trotz unmenschlicher Haftbedingungen in den Lagern der Wehrmacht, aber einige glaubten ihr Leben als Legionäre retten zu können. 1943 waren rund 4000 sowjetische Kriegsgefangene in der Georgischen Legion.

Im heutigen georgischen Geschichtsbild werden die Legionäre als Patrioten dargestellt. („Die Georgische Legion im Kampf für Freiheit und Unabhängigkeit im II. Weltkrieg“, Mamulia, Tiflis 2003) Die Umwidmung von Kollaborateuren der Nazis zu Freiheitskämpfern findet wie in der Ukraine auch in Georgien statt. Für die in diesen Ländern von uns begünstigten alten Menschen sind daher Solidaritätsleistungen des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer von besonderem Wert. Es sind auch Gesten der Anerkennung gegen den nationalistischen Zeitgeist.

Nothilfe in Belarus.

(Februar 2009) Am 4. Februar 2009 unterzeichnete KONTAKTE-KOHTAKTbI mit der belorussischen „Internationalen Vereinigung ‚Verständigung‘“ einen Vertrag über humanitäre Hilfe für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, die in Minsk und Mogilow sowie in den Regionen Minsk und Mogilow leben.

Unter der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise leiden in Belarus vor allem arme Rentner. Deren soziale Situation und Gesundheitsversorgung verschlechterte sich dramatisch. Deshalb vereinbarten wir ein Nothilfeprogramm für soziale Dienstleistungen, die allerdings pro Person 350 Euro nicht überschreiten dürfen. Vorerst stehen uns dafür aus dem Spendeneinkommen 20 000 Euro zur Verfügung. In den beiden Städten und Gebieten leben derzeit noch 114 Empfangsberechtigte.

In Belarus erhielten bereits alle registrierten ehemaligen Kriegsgefangenen eine einmalige Spendenvergabe, die als „Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts“ erklärt wurde. Die jetzt erweiterte Hilfe entspricht den Vereinbarungen, die auch in der Ukraine und in Armenien für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene gelten.

Kälte und Not in Armenien.

(Januar 2009) Am 15. Januar überwiesen wir nach einem Notruf unserer armenischen Partner 4000 Euro nach Eriwan. Die Brennstoffversorgung in Armenien ist mangelhaft, die Preise für Öl und Brennholz sind gestiegen. Unter der Kältewelle der letzten Tage litten vor allem alte Menschen in den Bergdörfern. Der Notruf betrifft 26 sozial bedürftige, ehemalige sowjetische Kriegsgefangene: „die Begünstigung zur Besorgung von etwas Brennstoff würde für sie eine lebenswichtige Bedeutung haben.“" (Aschot Hayruni) Die Geldüberweisung kommt außerdem sechs ehemaligen Kriegsgefangenen in Armenien zugute, die bisher keine „Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts“ aus Deutschland erhielten.

Nachrichten aus Smolensk: „Das Mahnmal wird stehen!“

(Januar 2009) So heißt der Titel eines Artikels in der Dorfzeitung „Petschekskije westi“, die in Petschersk bei Smolensk erscheint. Eine Bürgerinitiative aus sowjetischen Kriegsveteranen und deren Kindern plant ein Denkmal für ermordete sowjetische Kriegsgefangene auf dem Gelände des ehemaligen Stalags von Petschersk. Bisher wurden über eine Million Rubel gesammelt. Den Fehlbedarf übernimmt möglicherweise der Staat.

KONTAKTE-KOHTAKTbI wurde von einer Mitbegründerin der Bürgerinitiative informiert. Sie ist Tochter eines vor uns begünstigten ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen. Laut Zeitungsbericht wurde ein „Gesellschaftlicher Rat“ gegründet, der für einen Wettbewerb und weitere Maßnahmen zuständig ist. Die Lokalverwaltung lobte einen Preis von 60 000 Rubel (ca. 1470 Euro) für den besten Denkmalentwurf aus. Am Wettbewerb nehmen auch Studenten der Smolensker Hochschule für Kunst und Architektur teil.

In Berlin stieß der Vorschlag eines Denkmals für die ermordeten sowjetischen Kriegsgefangenen auf taube Ohren. Wir beglückwünschen das russische Bürgerengagement für seine bisherigen Erfolge bei der Planung des ersten Denkmals in Ländern der ehemaligen Sowjetunion, das die sowjetischen Kriegsgefangenen würdigt und der Opfer gedenkt.

Sitzung des „Gesellschaftlichen Rates“ in Petschersk und angebotene Denkmalentwürfe.

Spenden für KOHTAKTbI-Projekte.

(Januar 2009) Im Dezember 2008 wurden zugunsten des Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer 89 662,86 Euro gespendet. Zwei Drittel dieser Summe wurde bereits für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene nach Russland überwiesen. Am 9. November 2008 wurden 4200 Euro aus diesem Spendenerlös für NS-Opfer in Georgien übermittelt. Es folgen 5000 Euro für jüdische Ghetto-Überlebende in der Ukraine. Die restliche Summe bildet den Grundstock für eine 60 000-Euro-Tranche für 200 ehemalige Kriegsgefangene / Zwangsarbeiter in Russland.

Die Partnerschaft für leukämiekranke Kinder in Russland wurde im Dezember mit 62 336,76 Euro begünstigt. Davon wurden bereits 12 000 Euro verwendet, die unser Projektpartner und Beirats-Mitglied Prof. Dr. med. Alexander Karachunskiy als erste Jahres-Quartalsrate erhielt für laufende Kosten des Therapieprogramms „ALL-MB 2008“. Der Mindestbedarf für dieses Jahr beträgt 150 000 Euro.

Wir danken allen Förderinnen und Förderern für ihre kleinen und großen Spenden!

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2008.

120 000 Spenden-Euro für ehemalige Kriegsgefangene in Russland.

(Dezember 2008) Nachdem wir am 10. Dezember 08 für ehemalige Kriegsgefangene in Armenien wieder 5000  Euro überwiesen, wurden am 29.  Dezember 120 000 Euro für 400 Personen im Kreis Stawropol und in den Gebieten Rjasan und Samara überwiesen. Ursprünglich waren für diese russischen Gebiete 180 000 Euro vorgesehen. Aber nach Auskunft der lokalen Sozialämter sind mittlerweile viele der dort registrierten ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen verstorben. Derzeit leben in Russland nach unserer Schätzung noch weitere 5000 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, die vergeblich Anträge auf „Zwangsarbeiterentschädigung“ gestellt hatten. Die Zahl der noch Lebenden, die keine Anträge stellten, ist unbekannt.

Tschetschenisches Glück.

(Dezember 2008) Am 15. Dezember 2008 traf Prof. Dr. Alexander Karachunskiy im Republiks-Kinderkrankenhaus / Moskau seine frühere Patientin Fatima Batirowa.

Vor 13 Jahren, im Oktober 1995, kam Marina Batirowa mit ihrer dreijährigen Tochter Fatima aus Grosny nach Moskau. Das Kind litt an akuter Leukämie. Alexander, ein entschiedener Gegner des Tschetschenienkrieges, behandelte Fatima bis zu ihrer Genesung. Jetzt ist die 16jährige völlig gesund, geht in die 11. Klasse und hat einen Berufswunsch, sie will Ärztin werden. Fatima ist eine von über 2200 leukämiekranken Kindern, die bisher im Rahmen des von KONTAKTE-KOHTAKTbI geförderten Therapieprogramms „Moskau-Berlin-Protokoll“ geheilt wurden.

von links: Die Mutter, Fatima, Karachunskiy.

Buchempfehlung.

(Dezember 2008) Der Historiker Dmitri Stratievski, zur Zeit Mitarbeiter bei KONTAKTE-KOHTAKTbI, ist Autor einer Monographie, die jetzt vom Osteuropa-Zentrum Berlin herausgegeben wurde unter dem Titel: <Sowjetische Kriegsgefangene in Deutschland und ihre Rückkehr in die UdSSR>. Auf 290 Seiten nimmt Stratievski die Existenz sowjetischer Kriegsgefangener in deutschem Gewahrsam unter die Lupe. Die Besonderheit des Buchs liegt in der Auswertung von mehreren tausend Originalzeugnissen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener in Russland, Belarus, Armenien und aus der Ukraine, um die sie von KONTAKTE-KOHTAKTbI gebeten wurden. Das Buch kostet 29,90 Euro und kann bestellt werden unter suchan-floss [at] kontakte-kontakty.de.

Frauen in Damme und die FUTURA-Stiftung engagieren sich für leukämiekranke Kinder.

(Dezember 2008) 15 Dammer Partnerinnen für leukämiekranke Kinder in Russland / GUS sammelten wie in vergangenen Jahren Spenden. Jetzt erzielten sie auf dem Weihnachtsbazar im Dammer Rathaus mit 14 500 Euro ihr bestes Ergebnis. Die Dammer Bürgerinnen wurden unterstützt von der Landmaschinenfabrik Grimme. Danke!!! Die FUTURA-Stiftung für Kind, Jugend und Kultur spendete für leukämiekranke Kinder in Russland 10 000 Euro.

Erste Spendenüberweisung nach Kasachstan.

(Dezember 2008) Am 11. Dez. 2008 erfolgte im Rahmen des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer die erste Spendenüberweisung an einen ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen in Kasachstan. In Georgien begünstigten wir bisher 26 Personen. Nach einem Notruf aus Eriwan wurden am 12. Dezember 5000 Euro via Armenien überwiesen.

Unser Partner Dr. Aschot Hayruni hatte den Zustand einiger Mitglieder des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges folgendermaßen beschrieben: „… aus Wardenis kommend, erfuhr ich von unserer Vereinsleitung, dass 29 der insgesamt 36 besuchten Mitglieder sich in solch einer Notlage befinden, dass ihre weitere Existenz ohne eine möglichst baldige Handreichung unmöglich wäre. Die wenigen Kleiderspenden, die Mels und seine Mitfahrer einigen dieser armen alten Männer haben übergeben können, dürften nur ein Tröpfchen auf dem glühenden Stein sein. (…) Es ist ein unsagbares Elend, das jeder Beschreibung spottet …“

Neuer KOHTAKTbI-Vertragspartner in Georgien.

(Dezember 2008) Auch an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Georgien wird Spendengeld ausgezahlt. Bisher erschwerten hohe Bankgebühren (12%) diese Solidaritätsleistungen und es fehlte eine Partnerorganisation vor Ort. Jetzt wird ein Vertrag mit der Georgisch-Ukrainischen Assoziation „DRUSHBA“ unterzeichnet. Diese seit 1998 existierende gemeinnützige Vereinigung leistete in Georgien für die Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ die Auszahlung und Nachweisbeschaffung der „NS-Zwangsarbeiter-Entschädigung“.

Jetzt werden ehrenamtlich tätige Mitarbeiter von „Drushba“ dies für die letzten noch lebenden ehemaligen georgischen Kriegsgefangenen leisten, denen die „Zwangsarbeiter-Entschädigung“ verweigert wurde. Wir überweisen Spendentranchen auf das DRUSHBA-Konto in Kutaisi / Georgien für mehrere Empfänger, deren Nachweise von uns geprüft worden sind. Der Vertragspartner verpflichtet sich zur Weiterleitung und schickt uns die von den Empfängern quittierten Auszahlungsbelege. Wir schicken unsere Begleitbriefe direkt an die Spendenempfänger.

Neuer Rundbrief des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer.

(November 2008) An 3400 Adressen werden neue Rundbriefe verschickt. Wir erhoffen uns von der Leserschaft die Bestellung weiterer Rundbriefe zur Weitergabe an Freunde, Bekannte und Kollegenkreise. Wir hoffen auf weihnachtliche Spendeneinnahmen für die „vergessenen“ Naziopfer in GUS-Ländern.

Der Rundbrief des Bürger-Engagements als PDF-Datei.

20 000 Euro medizinische Hilfe für ehemalige Kriegsgefangene in der Ukraine.

(November 2008) Am 21. November überwiesen wir an unseren Kiewer Vertragspartner, die Internationale Organisation „Verständigung und Toleranz“, 20 000 Euro. Der Vereinbarung über diese humanitäre Hilfe für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene liegt eine Liste über konkrete Hilfsgüter und medizinische Gutachten zugrunde. Von dieser Summe werden folgende Mittel besorgt: Hörgeräte, div. Medikamente. Elf Augenoperationen werden bezahlt, deren Kosten die ukrainische "Krankenversicherung" nicht übernehmen will.

Neuer Leukämie-Rundbrief erschienen.

(November 2008) Aktuelle Nachrichten über die Partnerschaft für leukämiekranke Kinder in Russland und weiteren GUS-Ländern stehen im Rundbrief Nr. 26, der am 20. November an rund 3000 Interessierte verschickt wird.

Der Leukämie-Rundbrief als PDF-Datei.

3000 Euro für zehn ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Georgien.

(November 2008) Am 29. Oktober und 10. November überwiesen wir an zehn ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Georgien insgesamt 3000 Euro. Deren Unterlagen wurden von unserem Kiewer Vertragspartner geprüft. Weil wir in Georgien keine Partnerorganisation haben, werden nur jene begünstigt, denen wir die Spenden direkt auf ihre Privatkonten überweisen können.

Neue Beiratsmitglieder.

(November 2008) Bei einer KOHTAKTbI-Mitgliederversammlung am 4. November wurden neue Beiratsmitglieder des Vereins vorgestellt:

3000 Euro für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Armenien.

(November 2008) Am 3. November überwiesen wir 3000 Euro auf das Konto des Armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges für zehn neue Mitglieder des Vereins. Ihre Dokumente und persönlichen Angaben über ihre Kriegsgefangenschaft waren geprüft worden. Darunter befinden sich auch armenische Flüchtlinge aus Georgien.

13 000 Euro für leukämiekranke Kinder in Russland und Belarus.

(Oktober 2008) Wir übergaben dem Leiter der multizentrischen MB-Studiengruppe, unserem Partner Prof. Dr. Alexander Karachunskiy, 13 000 ¤ für die Ausrichtung einer Arbeitssitzung des MB-Studienkomitees in Minsk. Es sind die Reise- und Aufenthaltskosten von Ärzten aus 15 russischen Regionen. Neben den belorussischen Mitgliedern der Studiengruppe beteiligen sich aus Berlin Prof. Dr. Günter Henze und Dr. Arend von Stackelberg (Charité und KOHTAKTbI). Im Rahmen des Moskau-Berlin-Protokolls wird die Etablierung der neuen Studie „ALL-MB 2008“ festgelegt. Seit März 2008 sind bereits 280 Kinder in 40 beteiligten Zentren für die neue Studie registriert, die an akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) leiden. Bisher konnten im Rahmen des Moskau-Berlin-Protokolls 70% dieser Patienten geheilt werden. Die neue Studie verfolgt das ehrgeizige Ziel, 95% der ALL-Patienten zu heilen, deren Erkrankung mit „Standard-Risiko“ bewertet wird (standard risk patients). 90% der Kinder mit „mittlerem Risiko“ (intermediate risk patients) sollen geheilt werden.

Die Bedeutung dieser Arbeitssitzung rechtfertigt die Verwendung dieser Spendenmittel.

Bericht von A. Karachunskiy.

30 300 Euro Spenden ehemalige russische Kriegsgefangene.

(Oktober 2008) Am 28. Oktober überwiesen wir Spenden in Höhe von 30 300 Euro für hundert ehemalige Kriegsgefangene, die in der russischen Republik Baschkortostan und im Gebiet Tscheljabinsk (Ural) leben. Eine Einzelspende war für einen auf der Halbinsel Kamtschatka Registrierten bestimmt, der leider verstorben war. Alle Spenden, die wegen der zunehmenden Sterbefälle nicht ausgezahlt werden können, kommen den auf Ersatzlisten verzeichneten NS-Opfern zugute.

Empfang im Berliner Rathaus aus Anlass der 40. SIOP-Jahrestagung.

(Oktober 2008) Anfang Oktober tagte in Berlin die Internationale Gesellschaft der Pädiatrischen Onkologie (SIOP). 2000 Kinderärzte und Wissenschaftler aus aller Welt, Krankenschwestern sowie Eltern mit ihren krebskranken Kindern trafen sich auf diesem Kongress. Das SIOP-Programmheft verzeichnete als letzte Veranstaltung einen Empfang im Berliner Rathaus, zu dem KONTAKTE-KOHTAKTbI eingeladen hatte. Unter der Schirmherrschaft der Senatsverwaltung für Gesundheit stellten wir der Berliner Öffentlichkeit unsere Partnerschaft mit russischen und belorussischen Kinderärzten und Wissenschaftlern vor, deren Therapieprogramm „Moskau-Berlin-Protokoll“ schon mehr als 2200 Kinder das Leben verdanken.

Von links nach rechts: Larissa Fetschina, Leiterin des Zentrums für Onkologie und Hämatologie am Kinderkrankenhaus Jekaterinburg, Günter Henze, Charité, Natalia Mjakowa, Republiks-Kinderkrankenhaus in Moskau, Eberhard Radczuweit, KONTAKTE-KOHTAKTbI; Alexander Karachunskiy, Leiter der multizentrischen Studiengruppe „Moskau-Berlin-Protokoll“. Im Hintergrund die Darstellung aller 40 beteiligten Kinderkliniken.

Manuskript der Rede von Prof. Dr. Karachunskiy im Berliner Rathaus.

Vertrag über medizinische Hilfe für ehemalige Kriegsgefangene in der Ukraine.

(Oktober 2008) Neben Verträgen mit den Partnerorganisationen der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ in Moskau und Minsk stand im Jahr 2004 unser Vertrags­abschluss mit dem ukrainischen Partner. Auf dessen Grundlage übermittelte KONTAKTE-KOHTAKTbI allen registrierten ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen Spenden. Die vereinbarten Auszahlungen – 300 Euro pro Person – sind in Belarus und in der Ukraine beendet. Die ukrainische Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ ist nun behilflich bei der Suche nach ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen in Kasachstan, Georgien und Moldawien. Sie prüft deren Dokumente und Angaben und hilft bei der Spendenübermittlung.

In der Ukraine wird jetzt ein Vertrag für weitere Hilfsmaßnahmen unterzeichnet. Mit der im Februar 2008 in Kiew gegründeten „Internationalen Stiftung für Verständigung und Toleranz“, wird die Zusammenarbeit für medizinische Hilfe vereinbart. In der Präambel des Vertrags ist die Zielsetzung beschrieben: „Ziel der vorliegenden Vereinbarung ist die schnelle und unbürokratische medizinische Hilfeleistung (…) für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene – Bürger der Ukraine, die während des Zweiten Weltkrieges in deutscher Kriegsgefangenschaft waren und Zwangsarbeit leisteten.“ Spenden werden nach Prüfung der medizinischen Befunde und Notwendigkeiten überwiesen. Eine erste Spendenübermittlung von 20 000 Euro wird vereinbart.

Unser Vertrag mit der russischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ bleibt noch unerfüllt. Nach unserer Schätzung haben etwa 5.000 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Russland noch keine Spenden als „Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts“ erhalten. (Bisher wurden in Russland Spenden über 506 750 Euro an 1688 Personen übermittelt.)

Eine 5000-Euro-Spende für bedürftige jüdische NS-Opfer.

(September 2008) Am 23. September überreichten wir Herrn Dr. Boris Zabarko 5000 € für Not leidende Mitglieder seines Verbandes, mit denen wir in Korrespondenz stehen. Er ist Präsident der Ukrainischen Assoziation der jüdischen Ghetto- und KZ-Überlebenden. Herr Zabarko bedankte sich für diese Spende sowie einen Beitrag für seine Verbands-Zeitschrift, den E. Radczuweit verfasst hat. Der Artikel bezieht sich auf die Gefahren des Rechtsextremismus in Deutschland und in der Ukraine.

Aktuelle Spendeneingänge und- Ausgaben.

(September 2008) Ein KOHTAKTbI-Mitglied ließ 50 000 Euro für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene und 5000 Euro für bedürftige Mitglieder des Armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges auf unser Spendenkonto überweisen. Bei unserem zuständigen Vertragspartner, der russischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“, wurde daraufhin am 23. Sept. eine Tranche über 60 000 Euro für zweihundert ehemalige Kriegsgefangene beantragt, die im Kreis Stawropol (an Tschetschenien angrenzend) leben. Dank weiterer Spendeneingänge konnte gleichzeitig eine 10 200-Euro-Tranche für 34 Personen in Tscheljabinsk (am Ural) beantragt werden. Dieser Vertragspartner muss bei einer russischen Regierungskommission die Steuerbefreiung beantragen, bevor die Spenden überwiesen werden können.

Stiftungen fördern das Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer.

(Juli/August 2008) Die Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt fördert mit einem Zuschuss von 10 000 Euro die Archivierung der Briefe mit Erinnerungen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener. Die anhaltend wachsende Sammlung – gegenwärtig rund 8000 Schriftstücke – kann nun digitalisiert und mit einem Stichwortverzeichnis versehen werden.

Die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft bewilligt 22 865 Euro als Fehlbedarfsfinanzierung für folgendes Projekt: Durch den Briefwechsel mit ehemaligen Kriegsgefangenen erfährt diese Verfolgtengruppe eine späte Würdigung ihres Schicksals. Durch die Verbreitung dieses Briefwechsels über einen Email-Newsletter und andere öffentlichkeitswirksame Maßnahmen in Deutschland informiert der Zuwendungsempfänger über die soziale und psychosoziale Situation der ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen. Durch die Weiterleitung von Spenden an die Zielgruppe trägt Kontakte-KohtaktbI e.V. zur Verbesserung der sozialen Lage der Zielgruppe bei.

Unser Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer weitet sich aus ….

(Juli 2008) In Zusammenarbeit mit der Ukrainischen Nationalstiftung „Verständigung und Aussöhnung“ werden ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in weiteren Ländern gesucht. Nach Prüfung ihrer Unterlagen konnten wir am 16. Juli 2008 erstmals zwölf ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Kasachstan, Georgien und Moldawien mit jeweils 300 Euro begünstigen. Die Suche geht weiter …

5000 Euro für armenische NS-Opfer.

(Juli 2008) Am 10. Juli überwiesen wir Nothilfen für Mitglieder des Armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges, deren soziale Situation besonders schwer ist. Zu dieser Tranche trugen auch Spenderinnen und Spender bei, die Patenschaften übernommen haben.

Auszeichnung für Prof. Dr. med. Alexander Karachunskiy.

(Juni 2008) Am 20. Juni 2008 überreichten die Bürgermeister von Moskau und Berlin, Juri Luschkow und Klaus Wowereit, unserem langjährigen Partner für leukämiekranke Kinder in Russland, Prof. Dr. med. Alexander Karachunskiy eine Medaille für besondere Verdienste um die Städtepartnerschaft Berlin-Moskau.

Italienische Militärinternierte, sowjetische Kriegsgefangene und deutsches Recht.

Presseerklärung.

Berlin, den 12. Juni 2008.

Italienische Naziopfer, ehemalige Militärinternierte, von den Nazis als „Verräter“ misshandelt, wehren sich gegen die Missachtung durch den deutschen Gesetzgeber. Im Schatten ihrer Klage stehen andere NS-Opfer. Sowjetische Kriegsgefangene wurden unter Missachtung aller völkerrechtlichen Bestimmungen behandelt. „Vernichtung durch Arbeit“ galt als ungeschriebenes Gesetz. Fünf Monate – so kurz war die durchschnittliche Lebens­erwartung bei ihrer Verwendung als Sklavenarbeiter im Bergbau des Ruhrgebiets. Die „Russenlager“ der Wehrmacht werden von den Überlebenden als Todeslager bezeichnet.

Dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit, dem über drei Millionen Menschen zum Opfer fielen, wird bis heute vom deutschen Gesetzgeber ignoriert. Statt dessen heißt es: „Kriegsgefangene, die zu Arbeiten herangezogen wurden, können dafür grundsätzlich keine Leistungen erhalten, denn nach den Regeln des Völkerrechts durften Kriegsgefangene von dem Gewahrsamstaat zu Arbeiten herangezogen werden… Eine Entschädigung ehemaliger Kriegsgefangener kann nicht erfolgen, auch wenn sie unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten mussten.“ (Zitiert aus einem Brief des Bundestagspräsidenten an Kontakte-Kohtaktbi e.V. von 2003)

Ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen war die Begründung blanker Hohn. Die in der Jugend als „Untermenschen“ Misshandelten erwarten vom Rechtsnachfolger des „Gewahrsamstaats“ eine Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts!

Unser Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer veröffentlichte im Jahr 2004 den Appell „Geben Sie einen Tagessatz Ihres Einkommens für NS-Zwangsarbeiter, die von der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ nicht begünstigt werden können“. Zu den ersten Spendern zählte Richard von Weizsäcker. Seither wurden in Armenien, Belarus, Russland und in der Ukraine Spenden über 1,7 Mio. Euro an 5130 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene ausgezahlt. Alle erhielten unsere persönlichen Briefe, in denen sie erstmals Zuspruch aus dem Land der Täter erfuhren. Mehrere Tausend warten noch auf solche Geste der Anerkennung! Wir fordern die Bundesregierung auf, dem bürgerschaftlichen Engagement zu folgen und Unrecht anzuerkennen.

Eberhard Radczuweit . Dr. Hilde Schramm.

4500 Euro für 15 armenische NS-Opfer.

(Juni 2008) Am 6. Juni wurden für 15 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene jeweils 300 Euro nach Armenien überwiesen. Studenten der Eriwaner Uni hatten recherchiert und diese Menschen „entdeckt“. Unsere armenische Partnerorganisation überprüfte deren Dokumente und Angaben. Sie wurden bereits mit einem KOHTAKTbI-Rundbrief über die bevorstehende Zahlung informiert.

Der Rundbrief zum Herunterladen als Word-Datei.

Rechenschaftsbericht des Armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkriegs.

Prof. Alexander Karachunskiy erhält Fritz-Lampert-Preis 2008.

(Mai 2008) Am 1. Juni 2008 überreicht die Transaid-Stiftung für leukämiekranke Kinder anlässlich der Grundsteinlegung für das föderale Kinderonkohämatologie- Zentrum in Moskau dem KOHTAKTbI-Projektpartner Alexander Karachunskiy den Fritz-Lampert-Preis. Hiermit werden seine „Ergebnisse der ersten randomisierten multizentrischen Studie für Kinder mit akuter lymphoblastischer Leukämie in Russland“ als „hervorragende wissenschaftliche Arbeit“ gewürdigt.

Das Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro stellt Karachunskiy der von ihm geführten multizentrischen Studiengruppe zur Verfügung.

60 000 Euro für 200 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Russland.

(Mai 2008) Am 22. Mai 2008 wurde die achte russische Tranche überwiesen. Es werden 200 Personen mit jeweils 300 Euro begünstigt, die in den Gebieten Wolgograd, Orenburg und Rostow leben. Wir danken allen Spenderinnen und Spendern!

Neuer Rundbrief des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer.

(Mai 2008) Der Rundbrief Nr. 5 berichtet über Begegnungen mit ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen in Armenien und gibt Rechenschaft über die Spendenverwendung in den letzten sechs Monaten. Diese Publikation erscheint in einer Auflage von 3700 Exemplaren. Wir danken der Werbeagentur frank & frei in Wiesbaden für die Unterstützung! Der Rundbrief kann zum Weiterverteilen bestellt werden unter info [at] kontakte-kontakty.de.

Den Rundbrief zum Herunterladen als PDF-Datei.

„Zu Gast in Wolgograd“ gibt Auskunft über ehemalige sowjetische Kriegsgefangene.

(Mai 2008) Neuerscheinung: KONTAKTE-KOHTAKTbI bat 27 in Wolgograd lebende ehemalige sowjetische Kriegsgefangene um Auskunft über ihre Schicksale. Bei Hausbesuchen entstanden Tonbandprotokolle ihrer Erinnerungen, ergänzt durch Schilderungen ihrer gegenwärtigen Lebensverhältnisse. Die Berichte, erfragt von Dmitri Stratievski, und Portraitfotos des Fotografen Lars Nickel sind auf 87 Seiten in einer Broschüre veröffentlicht.

Wir danken der Berliner Landeszentrale für politische Bildungsarbeit und der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt für die Förderung. Die Broschüre „Zu Gast in Wolgograd“ kann bestellt werden unter

Feurigstraße 68
D-10827 Berlin
Tel. 00 49 (0)30 / 78 70 52 88
Fax 00 49 (0)30 / 78 70 52 89.
E-Mail: info [at] kontakte-kontakty.de.

Porträt von Rafik Grigorjan

Die von Reinhart Braun gestaltete Titelseite der Wolgograd-Broschüre.

KOHTAKTbI-Partnerschaften in Moskau und Jerewan.

(April 2008) Vom 11. bis 13. April fand in Moskau eine Konferenz der multizentralen Studiengruppe „ALL-MB“ statt. Es wurde auf der Grundlage des Therapieschemas „Moskau-Berlin-Protokoll“ nach 18jähriger Laufzeit, in der mehr als 2000 leukämiekranken Kindern das Leben gerettet wurde, ein neues Therapiedesign beschlossen. Die bisherige Heilungsquote von 70% bei Patienten mit der häufigsten Krebserkrankung im Kindesalter (ALL), kann erhöht werden. Das war eine wesentliche Aussage der Konferenz. Aus Berlin beteiligten sich Prof. Dr. Günter Henze (Charité), Dr. Arend von Stackelberg (Charité und KOHTAKTbI), Eberhard Radczuweit (KOHTAKTbI), Stefanie Müller und Sascha Krause (BerlinApotheke). Über 100 Kinderärzte und Wissenschaftler der beteiligten Kinderkliniken kamen aus folgenden Städten:

Archangelsk • Astrachan • Balaschicha • Chabarowsk • Jekaterinburg • Gomel • Iwanowo • Kirow • Krasnojarsk • Kursk • Minsk • Mogilow • Moskau • Nowokuznezk • Nowosibirsk • Perm • Rostow am Don • Siktiwar • Sotschi • Stawropol • Surgut • Tomsk • Tscheboksari • Tscheljabinsk • Tula • Twer • Uljanowsk • Wladiwostok • Woronesch • Jakutzk • Jaroslawl • St.Petersburg • Bischkek (Kirgistan) • Jerewan (Armenien)

Die Konferenz wurde geleitet von Prof. Dr. Alexander Karatschunsky. Die Gesamtkosten von 40 000 Euro wurden von KONTAKTE-KOHTAKTbI aus Spendenmitteln getragen.

In Armenien erkranken jährlich 300 Kinder an Leukämien. Vom 14. bis 18. April prüften in Jerewan Prof. A. Karatschunsky und E. Radczuweit in Gesprächen mit dem Leiter der Kinderklinik des Jerewaner Universitätsklinikums, Dr. Samvel Danieljan, und dem Personal der Abteilung für Onkologie und Hämatologie die Möglichkeiten der Teilnahme am Moskau-Berlin-Protokoll. Die Voraussetzungen dafür sind nach Fertigstellung der Einrichtung einer neuen Station in etwa einem halben Jahr gegeben. Dem Personal wird Deutschunterricht geboten, um künftig an der Charité hospitieren zu können.

Den Aufenthalt in Armenien nutzte E. Radczuweit zu Begegnungen mit jenen ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, die zuvor von KOHTAKTbI begünstigt worden waren. Bei Hausbesuchen in Jerewan und Umgebung wurde die extreme Notlage deutlich, der die meisten dieser Menschen ausgesetzt sind. Nicht nur Rentenbezüge weit unterhalb des offiziellen Existenzminimums, sondern vor allem die in Armenien fehlende Krankenversicherung sind Ursachen der Not. Wir appellieren an deutsche Betriebe mit Geschäftsbeziehungen in Armenien, als Sponsoren und Mäzene diesen Menschen zu helfen. Sie alle leisteten in der Jugend Zwangsarbeit in Deutschland und werden bislang ausschließlich durch KOHTAKTbI unterstützt.

Benefizkonzert der Stiftung Rosenbaum.

(April 2008) Das Benefizkonzert der Stiftung Rosenbaum am 5. April 2008 erbrachte durch den Kartenverkauf einen Erlös von 4500 Euro, der ohne Abzüge 15 ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen in Russland als „Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts“ zugestellt wird. Wir danken der Stiftung Rosenbaum für die Teilnahme am Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer.

5000 Euro für 31 bedürftige NS-Opfer in Armenien.

(März 2008) Am 28. März wurden 5000 Euro für 31 Mitglieder des armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges überwiesen, deren extreme soziale Not uns geschildert wurde. Zusätzliche 1440 Euro sind Raten aus zweckgebundenen Dauerüberweisungen, die diesem Verein – der einzigen Selbsthilfegruppe ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener – zur Begleichung laufender Unkosten zur Verfügung gestellt werden sowie für zwei Patenschaften.

60 000 Euro für 200 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Russland.

(März 2008) Am 19. März 2008 wurden 60 000 Euro für jeweils 50 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in den Gebieten Brjansk, Nischnij Nowgorod, Woronesch und Tula überwiesen. Es sind Menschen, die im Jahr 2001 vergebens Anträge auf „Kompensation“ für die während der Kriegsgefangenschaft geleisteten Zwangsarbeit stellten. Das jetzt übermittelte Geld wird wie alle vorangegangenen Spenden in persönlichen Briefen als „Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts“ erklärt.

Die Dringlichkeit der Spenden wird deutlich am Beispiel des Gebiets Brjansk: Vor sieben Jahren reichten dort 149 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene Anträge ein bei der russischen Partnerorganisation der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“. Heute leben nur noch 78 von ihnen. Insgesamt starb in diesem Zeitraum etwa die Hälfte aller 11000 Antragsteller in Russland.

KONTAKTE-KOHTAKTbI beantragte am 17. März 08 bei der russischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ die nächste Tranche für 60 000 Euro. Diese Spenden sind bestimmt für die Gebiete Wolgograd (dort für die restlichen 50 noch nicht begünstigten Kriegsgefangenen), Orenburg und Rostow (dort für 100 von 400 Personen, die 2001 Anträge gestellt hatten.) Wir hoffen auf schnelle Bearbeitung unserer Anträge, obwohl das Geld noch fehlt. Die Spendenkampagne des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer muss intensiv fortgesetzt werden.

2100 Euro für sieben ehemalige Kriegsgefangene in Belarus.

(Februar 2008) Nach der beendeten Auszahlung von Spenden an alle in Belarus lebenden ehemaligen Kriegsgefangenen, deren Anträge auf „Zwangsarbeiter-Entschädigung“ abgelehnt worden waren, informierte die Belorussische Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ in Zeitungsberichten über unser Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer. Es meldeten sich noch sieben belorussische Veteranen mit Nachweisen ihrer Kriegsgefangenschaft. Am 21. Februar überwiesen wir für sie jeweils 300 Euro.

Weitere Spenden werden vorwiegend für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene vergeben, die noch in Russland leben.

„Das Leid des Krieges hört nicht auf“.

(Februar 2008) Das evangelische Magazin „chrismon“ berichtet unter dieser Überschrift in der Februarausgabe in einer Auflage von 1,5 Mill. über Schicksale von Mitgliedern unserer armenischen Partnerorganisation, des Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges. Die Zeitschrift erscheint als Beilage am 3. Feb. im Tagesspiegel, am 4. Feb. in der Süddeutschen Zeitung und am 7. Feb. in der Zeit sowie in weiteren Tageszeitungen.

Im Vordergrund stehen Portraits dieser ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen des Berliner Fotografen Lars Nickel, der im April 2007 eine Reisegruppe von KONTAKTE-KOHTAKTbI nach Armenien begleitete. Wer sich ausführlicher informieren will, empfehlen wir den Bezug unserer Broschüre „Reise nach Armenien – zu Gast bei ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen“ (Bestellung unter info [at] kontakte-kontakty.de).

Porträt von Rafik Grigorjan

Die von Reinhart Braun gestaltete Titelseite der Armenien-Broschüre.

5500 Euro Brennstoffhilfe für Armenien.

(Januar 2008) Aufgrund folgender Nachricht unserer Partnerorganisation, des Armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges, wurden am 30. Januar 2008 als Heizkostenzuschuss 5500 Euro für 31 Mitglieder des Vereins überwiesen.

„… 16 von ihnen leben ganz einsam. 11 haben ihre Frauen dabei. Vier von ihnen leben mit ihren Töchtern oder Enkelkindern, die entweder arbeitslos oder arbeitsunfähig sind. Alle 31 haben gar keine Möglichkeit, um wenigstens einen Raum ihrer Wohnung zu heizen, weil ihnen die Mittel für den Kauf von Brennstoff fehlen. Zwanzig Liter Öl kosten 22 Dollar, ein Kubikmeter Holz kann man nur für 65 Dollar kaufen. Wegen der Blockade [*] funktioniert keine Eisenbahn, und es wird daher seit 18 Jahren keine Kohle nach Armenien eingeführt. Obwohl es bei den Wohnhäusern von einigen dieser armen alten Leute Gasleitungen gibt, aber selbst bei ihnen nicht, weil sie die dafür notwendigen Geldsummen nicht haben zahlen können. Sie haben sogar keine Mittel zur Versorgung ihrer allernotwendigsten Nahrungsmittel. Die Nachprüfung hat erwiesen, dass die alltäglichen Nahrungsmittel der meisten von ihnen nur aus Brot und manchmal Gemüsen bestehen. Es kann gar keine Rede über die Versorgung mit Medikamenten sein, während sie alle ohne Ausnahme an meist schweren Krankheiten leiden. Die Situation dieser alten Männer ist so dramatisch, dass sie ohne eine baldige Unterstützung diesen äußerst kalten Winter keineswegs werden überstehen können …“

[*] Der einzige freie Güterverkehr nach Armenien führt über den Iran. Alle früheren Bahnlinien sind gesperrt. Die armenischen Lebenshaltungskosten sind hoch, weil viele Versorgungsmittel per Flugzeug transportiert werden müssen.

Spendenkonto:
Kontakte-Kontakty, Konto-Nr. 306 55 99 006, Berliner Volksbank, BLZ 100 900 00
Kennwort „Armenienhilfe“.

Erfolgsmeldung aus Ekaterinburg.

(Januar 2008) Vor einem Jahr wurde am Jekaterinburger Gebiets-Kinderkrankenhaus das neue Zentrum für Onkologie und Hämatologie eingerichtet. Dazu zählt auch eine Station für Knochenmark-Transplantation (KMT).

Die Leiterin des Zentrums, Frau Dr. Larissa Fetschina, berichtet über die bisherigen Ergebnisse: Es wurden unter anderem 10 KMT-Patienten behandelt, neun Kinder überlebten. Diese Behandlungserfolge wären ohne die von KONTAKTE-KOHTAKTbI gelieferten Broviak-Katheter nicht möglich gewesen.

TV-Dokumentation über die Schicksale sowjetischer Kriegsgefangener.

(Januar 2008) Vom 7. bis 11. Januar 2008 reiste der KOHTAKTbI-Mitarbeiter Dmitri Stratievski mit einem Team des MDR-Fernsehens zu Interviews mit ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen nach Kiew. Er besuchte das Büro der Ukrainischen Assoziation der Jüdischen Ghetto- und KZ-Überlebenden und überreichte dessen Geschäftsführer Wassilij Michailowski 5000 Euro. Diese Spende ist bestimmt für Mitglieder des Assoziation, die zuvor keine finanzielle Zuwendung aus Deutschland erhielten.

Während des Aufenthalts in Kiew entstand eine TV-Dokumentation über die Schicksale sowjetischer Kriegsgefangener, die am Donnerstag, 7. Februar 2008 um 22.05 von MDR „artour“ gesendet wird.

Die Hintergrundberichte zur Sendung:

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2007.

60 000 Euro für 200 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Russland.

(Dezember 2007) Am 27. Dezember 2007 wurden 60 000 Euro für 200 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene überwiesen, die in Moskau, im Moskauer Gebiet, im Lipetzker Gebiet und in der Republik Tatarstan leben.

Diese Spendenübermittlungen erfolgen immer erst nach den Rückmeldungen der zuvor befragten regionalen Sozialämter, ob die ausgewählten Spendenempfänger noch leben. Dies ist unsere sechste Tranche via Russland. Die siebte ist bereits angemeldet in der Hoffnung auf weitere Spenden mit dem Kennwort „Kriegsgefangene“.

15 000 Euro für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine.

(Dezember 2007) Am 13. Dezember 2007 wurden 15 000 Euro für 50 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene überwiesen, die in der Ukraine leben. Diese Menschen hatten sich aufgrund neuerer Nachrichten über das Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer bei unserem Vertragspartner gemeldet, der Ukrainischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“. Niemand von ihnen hatte zuvor Anträge auf Kompensation für die geleistete Zwangsarbeit gestellt. Ihre eingereichten Dokumente sind sorgfältig gepruft worden, so dass sie in unsere Liste der Spendenempfänger aufgenommen werden konnten.

Petitionsausschusses lehnt Antrag ab.

(Dezember 2007) Am 12. Dez. 2007 erreichte uns die Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages vom 29.11.2007 bezüglich unseres Antrags vom September 2006. Wir hatten eine Zusatzklausel zum § 11 Absatz 3 des Gesetzes zur Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ beantragt: „Sowjetische Kriegsgefangene, die unter KZ-ähnlichen Bedingungen inhaftiert waren, sind leistungsberechtigt“.

Mit unserer Petition entsprachen wir vielen Bitten von Betroffenen, die als Kriegsgefangene sowohl in KZ-Haft als auch in Kriegsgefangenenlagern mit „besonderen Haftbedingungen“ waren, die in ihrer Auswirkung Vernichtungslager waren. Als solche wären sie dem Gesetz nach leistungsberechtigt gewesen. Unter den noch lebenden ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen sind Häftlinge der Konzentrationslager Auschwitz (bis 1943), Dachau, Sachsenhausen, Flossenbürg, Neuengamme, Groß Rosen und Bergen Belsen. Weil ihre Karteikarten damals bei der Wehrmacht verblieben, die nach Kriegsende via Wünsdorf ins sowjetische Militärarchiv Podolsk kamen, gelten diese KZ-Häftlinge als „nicht leistungsberechtigt“. Die im Wehrmachtsjargon „Russenlager“ genannten Stalags, in denen Hunderttausende vernichtet wurden, werden nicht im Katalog der „Anderen Haftstätten“ aufgelistet, in denen besonders grausame Haftbedingungen herrschten. Durch diese ungeheuerliche Auslassung war es möglich, die rund 20 000 Anträge ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener abzulehnen.

Im Ablehnungsbescheid des Deutschen Bundestages wird die beantragte Zusatzklausel mit keinem Wort erwähnt. So konnte man sich in der Ablehnung mit dem üblichen Verweis auf den „Ausgleich für Kriegsschäden durch Reparationsvereinbarungen auf der Ebene der beteiligten Staaten“ beziehen, und dabei gab es ja keinen Bezug auf sowjetische Kriegsgefangene. Die Ablehnung gipfelte in der Empfehlung: „Für die betroffenen ehemaligen Kriegsgefangenen besteht damit nur die Möglichkeit, ihre Forderungen direkt gegen ihre eigenen Regierungen bzw. gegen die Stiftungen zu erheben“.

Mit Verweis auf das Aktenzeichen Pet 2-16-08-250-013813 kann der Text der Beschlussempfehlung beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages angefordert werden.

Eberhard Radczuweit.

Mitgliederversammlung.

(Dezember 2007) Am 6. Dezember 2007 fand eine KOHTAKTbI-Mitgliederversammlung statt. Der Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden gibt einen Überblick auf die diesjährigen Vereinsaktivitäten. Frau Dr. Hilde Schramm beendete auf eigenen Wunsch ihre Tätigkeit als Vorstandsmitglied, um künftig im Beirat des Vereins zu wirken. Herr Dr. Peter Rosenberg kündigte seine Mitgliedschaft im Vorstand zugunsten seiner beruflichen Tätigkeit an der Universität Viadrina in Frankfurt. Neu gewählte Vorstandsmitglieder sind Herr Dr. Peter Plieninger und Herr Eberhard Radczuweit.

Rechenschaftsbericht zur Mitgliederversammlung 2007.

9040 Euro für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Armenien.

(Dezember 2007) Am 4. Dezember 2007 wurden 9040 Euro auf das Konto unserer armenischen Partnerorganisation überwiesen, des Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges.

Diese Spenden werden wie folgt verteilt: 3600 Euro an zwölf ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, die sich nach einer armenischen Rundkunksendung über unser Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer meldeten. Erst nach Prüfung aller eingereichten Dokumente wurde überwiesen. Diese Spendenempfänger sind zwischen 84 und 90 Jahre alt.

Aufgrund einer dringenden Bitte wurden 5200 Euro für 26 Mitglieder unserer Partnerorganisation überwiesen, die sich in extremer Notlage befinden. 240 Euro waren von zwei Spendern für eine Einzelperson bestimmt.

Preis für KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V..

(November 2007) Die Dr. Victor Freiherr von Fuchs-Stiftung verlieh KONTAKTE-KOHTAKTbI den diesjährigen Stiftungspreis in Höhe von 7000 Euro.

Brief an das Bundesministerium des Inneren.

Bundesministerium des Inneren
Herrn Staatssekretär
Dr. Christoph Bergner
Alt Moabit 101
10559 Berlin.

16. Nov. 2007.

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Dr. Bergner,

heute gaben wir drei ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen aus der Ukraine, die gegenwärtig unsere Gäste sind, eine Nachricht mit der Überschrift „Geste der Wiedergutmachung“ zur Kenntnis: „13 Mio. Euro werden an ostdeutsche Kriegsgefangene ausgezahlt“.

Im Namen unserer hoch betagten Gäste Iwan Kowbasa, Jakov Stepanenko und Dmitrij Woloschin gebe ich Ihnen zur Kenntnis, dass diese NS-Geschädigten ihre Gesundheit in deutschen Lagern bei schwerster Zwangsarbeit verloren haben. Sie kamen nach über 60 Jahren wieder nach Deutschland in der Hoffnung, hier von Vertretern der deutschen Regierung ein Wort der Entschuldigung vernehmen zu können. Diese drei Ukrainer zählen zu den 20 000 ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, die vergebens Anträge auf die deutsche „Zwangsarbeiterentschädigung“ stellten. Ihnen wird eine Geste der „Wiedergutmachung“ bzw. der Anerkennung erlittenen Unrechts verweigert. In der Jugend als „Untermenschen“, danach als „Vaterlandsverräter“ im Gulag misshandelt, traf sie der Rechtsspruch aus Deutschland als letzte Kränkung im Leben: „Nicht leistungsberechtigt“ (§ 3, Abs. 11 StiftG.).

Die Bundesregierung meint, ihnen die Leistungsberechtigung absprechen zu können, weil nach dem Kriegsvölkerrecht Kriegsgefangene zur (Zwangs-)Arbeit herangezogen werden können. Es war aber „Vernichtung durch Arbeit“, die diese Leute eher zufällig überlebten. Schon die Haager Landkriegsordnung schreibt vor, Kriegsgefangene menschlich zu behandeln. Die damaligen Kriegsgefangenenlager für Sowjetsoldaten wiesen mehrheitlich die Eigenschaft von Vernichtungslagern auf. Nehmen Sie zur Kenntnis, dass dieser Angriffskrieg gegen die Sowjetunion mit 27 Mio. Toten auf sowjetischer Seite – darunter 18 Millionen Zivilisten – sowie die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener allgemein als schwerstes Kriegsverbrechen gilt.

Im Namen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener und unseres Bürger- Engagements für vergessene NS-Opfer protestieren wir gegen die einseitige Begünstigung ehemaliger Wehrmachtsangehöriger. Ohne die Zuwendung an ostdeutsche Kriegsgefangene in Frage zu stellen, appellieren wir an die Bundesregierung Deutschland, den sowjetischen Kriegsgefangenen endlich eine humanitäre Geste zu gewähren, die von den Betroffenen als Zeichen der Anerkennung verstanden werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Eberhard Radczuweit

Wir trauern um Prof. Dr. phil. Klaus Meyer.

(November 2007) Unser Vorstandsmitglied Prof. Dr. phil. Klaus Meyer ist tot. Er starb am 23. Oktober 2007. Viele Jahre war er unser Vereinsvorsitzender.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges geriet er als junger Soldat in sowjetische Gefangenschaft. Seine Kriegserfahrungen und die Jahre in sowjetischen Lagern waren für sein weiteres Leben von überragender Bedeutung. Als Historiker am Osteuropainstitut der FU Berlin lehrte er die Stadtgeschichte von St. Petersburg/Leningrad und die Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen.

Im Verein KONTAKTE-KOHTAKTbI wirkte er für die deutsch-russische Versöhnung und leistete Aufklärung über den deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion.

Wir trauern um unser Mitglied Klaus Meyer.

KOHTAKTbI-Vorstand.

SS-Kommandeur zum Helden der Ukraine erklärt.

(Oktober 2007) Am 12. Oktober 2007 wurde Roman Schuchewitsch vom Präsidenten der Ukraine posthum der Titel „Held der Ukraine“ verliehen. Schuchewitsch war zunächst Anführer des der Wehrmacht unterstellten Bataillons Nachtigall, das am 29. Juni 1941 beim „Massaker von Lemberg“ 7000 Juden ermordete. Danach war er Kommandeur des 201. Bataillon der Ukrainischen Schutzmannschaft. Schuchewitsch hatte den Rang des SS-Obersturmbannführers.

Wir protestieren gegen die Ehrung eines Kriegsverbrechers! Wir solidarisieren uns mit der Jüdischen Gemeinde der Ukraine, die am 15. Oktober 2007 gegen antisemitische Umtriebe protestierte.

Protesterklärung jüdischer Organisationen der Ukraine.

Aktuelles Beispiel für die KOHTAKTbI-Hilfe zugunsten leukämiekranker Kinder.

(Oktober 2007) 400 leukämiekranke Kinder werden jährlich nach dem von KONTAKTE-KOHTAKTbI geförderten Therapieprogramm „ALL-MB 07“ behandelt. Diese Patienten werden in Belarus und in der Mehrzahl russischer Zentren für Onkologie und Hämatologie therapiert. Direkte Unterstützung erfolgt unter anderem durch die Vergabe des Medikaments Dexamethason.

Anfang Oktober brachte unser Moskauer Partner Professor Karatschunsky den Dexa-Jahresbedarf in die Onko-Hämatologie des Gebiets-Kinderkrankenhauses in Novosibirsk. Die Produktion des Medikaments Dexamethason 8 mg verdanken wir dem Engagement der BerlinApotheke und der Zieten Apotheke in Berlin.

Walentina Zlobina und Taisija Tumanowa mit einer Flasche Dexamethason

Die Leiterin des Onko-Hämatologischen Zentrums der Kinderklinik in Nowosibirsk, Dr. Walentina Zlobina und die Oberschwester Taisija Tumanowa präsentieren für die deutschen Spenderinnen und Spender eine Flasche mit Dexamethason. „Wir sind sehr froh und glücklich, dass unsere Kinder, die eine so schwere Zeit erleben, Dexamethason bekommen.“ Walentina Zlobin.

30 000 Euro für einhundert ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine.

(Oktober 2007) Am 5. Oktober 2007 wurden 30 000 Euro für hundert ehemalige sowjetische Kriegsgefangene überwiesen, die in der Ukraine leben. Darunter sind mehrere Personen, mit denen wir zuvor mehrfach korrespondierten, um sie als NS-Opfer bestätigen zu können.

11 100 Euro für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Wolgograd und Armenien.

(September 2007) Am 19. September 2007 überwiesen wir 6000 Euro auf das Konto des Armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des II. Weltkrieges für 24 Mitglieder dieser Jerewaner Partnerorganisation, die somit medizinische Hilfe bezahlen können.

Zwei KOHTAKTbI-Mitarbeiter reisten am 18. September zu Interviews und Fototerminen nach Wolgograd. Es entsteht eine Dokumentation über Schicksale sowjetischer Kriegsgefangener. Siebzehn von ihnen, die bisher noch keine „Geste der Anerkennung“ erhielten, werden bei Hausbesuchen insgesamt 5100 Euro überreicht.

60 000 Euro für 200 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Russland.

(September 2007) Am 10. September 2007 überwiesen wir 60 000 Euro für 200 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in den südrussischen Regionen Krasnodar und Belgorod. Bei allen Überweisungen bemühen wir uns, die Ältesten zuerst zu begünstigen. Bei dieser Tranche handelt es sich um Jahrgänge 1914–1923.

Diese Spendenübermittlung hatte einen langen Vorlauf wegen der verzögerten Genehmigung durch die „Kommission für Fragen der internationalen humanitären und technischen Hilfe bei der Regierung der Russischen Föderation“. Wir danken dem russischen Botschafter in Deutschland, Herrn Vladimir V. Kotenev, für die freundliche Unterstützung.

7500 Euro für 25 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Belarus.

(August 2007) Am 15. August 2007 begünstigten wir 25 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene mit jeweils 300 Euro, die sich aufgrund von belorussischen Pressemeldungen an uns wandten. Die Unterlagen der Antragsteller waren von uns geprüft worden. Fehlten die Dokumente, so waren ihre geschilderten Umstände der Kriegsgefangenschaft so plausibel, dass wir diese finanzielle Geste der Anerkennung bedenkenlos überreichen konnten.

14 700 Euro für 49 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Estland.

(August 2007) Am 15. August 2007 überwiesen wir 14 700 Euro auf ein Konto der Hansa-Bank in Tallin, die bisher in Estland auch Zahlungen der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ an ehemalige sowjetische Zwangsarbeiter auszahlte.

Heute leben noch 49 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Estland, die zuvor bei der für Estland zuständigen belorussischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ Anträge auf „Zwangsarbeiter-Entschädigung“ gestellt hatten. Der Stiftungsvorsitzende informierte uns über diese NS-Opfer, deren Angaben inzwischen bestätigt wurden. So kam es zu unserer ersten Auszahlung in einem baltischen Land. Alle Begünstigten erhalten von uns zusätzlich Briefe, in denen wir unser Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer erklären.

30 000 Euro für 100 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine.

(Juli 2007) Am 13. Juli 2007 überwiesen wir auf ein Sonderkonto unseres Vertragspartners, der Ukrainischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“, 30 000 Euro (plus 600 Euro Verwaltungskosten), die an einhundert ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in allen Landesteilen ausgezahlt werden.

Dieser Spendenüberweisung folgen – wie immer – Briefe an die Empfänger, worin das Geld als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts bezeichnet wird.

5200 Euro Nothilfe für 26 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Armenien.

(Juni 2007) Am 20. Juni 2007 überwiesen wir an unsere armenische Partnerorganisation, den Verein der rehabilitierten Gefangenne des Zweiten Weltkrieges, 5200 Euro.

Vorausgegangen war ein Notruf aus Eriwan. 25 schwer erkrankte Vereinsmitglieder wurden genannt, denen die Mittel für medizinische Hilfe fehlen. Eine Heidelberger Spenderin gibt zusätzlich einem Bedürftigen 200 Euro für die Bezahlung seiner Stromrechnung.

22 000 Euro für leukämiekranke Kinder in Russland.

(Juni 2007) Vom 20. bis 23. Juni 2007 findet in Moskau eine von KONTAKTE-KOHTAKTbI aus Spendenmitteln mit 22 125 Euro finanzierte Konferenz russischer und belorussischer Kinderonkologen aus 29 Kliniken statt. Aus Berlin beteiligen sich Prof. Dr. med. Günter Henze und Dr. med. Arend von Stackelberg (Charité Kinderklinik).

Gruppenfoto von allen teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten .

Es wird die weitere Entwicklung des von KONTAKTE-KOHTAKTbI geförderten Therapieprogramms „Moskau-Berlin-Protokoll“ beraten, nach dem in den letzten fünf Jahren 2000 Kinder mit akuter Leukämie (ALL) behandelt wurden. Zwei Drittel dieser Kinder konnten geheilt werden.

Grußwort von KONTAKTE-KOHTAKTbI an die Konferenzteilnehmer.

Ich grüße Sie aus Berlin im Namen aller Mitglieder des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI und unserer Spender, die auch dieses Treffen finanziert haben.

Unabhängig von der Nationalität, Religion, Politik, über alle Grenzen hinweg sind Kinderonkologen weltweit mit einander verbunden auf der Suche nach neuen Wegen, krebskranken Kindern das Leben zu retten. Dafür bietet das Moskau-Berlin-Protokoll ein großes Beispiel – nicht nur für Eure Länder, sondern für diese Welt, in der das Gegeneinander mehr zählt als das Miteinander. Ökonomischer Egoismus und nationalistische Politik verschulden täglich das Leben tausender Kinder, es werden Kriege geführt, stürzen die einen in Armut, werden die anderen reich.

Vor einer Woche gaben Musiker in der Euch unbekannten Stadt Papenburg ein Benefizkonzert für Eure Patienten, ein Mensch in Stuttgart wurde 60 Jahre alt, und die Geburtstagsgäste beschenkten nicht ihn, sondern Eure Patienten. Durch solcherlei Initiativen kann diese Tagung bezahlt werden. Jedes Kind, das ihr rettet, ist natürlich das Resultat Eurer Professionalität und beruflichen Kooperation, aber auch das Ergebnis dieser internationalen Zusammenarbeit und einer Menschlichkeit, die größer ist als alle trennenden Ideologien und nationalen Mentalitäten.

Mehr als 15 Jahre lang begleiten wir Euch seit der Geburtsstunde des Moskau-Berlin-Protokolls und beglückwünschen Alexander Isaakowitsch Karatschunsky und Günter Henze für diese Geburt des ALL-MB-Protiokolls, dem seither so viele Kinder ihr Leben verdanken. Wir haben unter Euren Schwierigkeiten mit gelitten und Eure Erfolge gefeiert. Ich wünsche mir, dass KONTAKTE-KOHTAKTbI diese Partnerschaft für leukämiekranke Kinder künftig noch besser als zuvor fördern kann. Wir wünschen Eurer heutigen Beratung die bestmöglichen Ergebnisse zum Wohle Eurer Patienten, als Hoffnungszeichen für diese Welt.

Euer Eberhard Radczuweit.

30 100 Euro für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Russland.

(Juni 2007) Am 11. Juni 2007 überwiesen wir an die Russische Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ 30 300 Euro. Diese Spenden werden an 101 ehemalige Kriegsgefangene ausgezahlt: eine personengebundene Einzelspende, für elf Personen in Perm und im Gebiet Perm, 89 Personen in Ekaterinburg und im Gebiet Swerdlowsk.

Offener Brief an den Bundespräsidenten.

(Juni 2007) Auf dem Evangelischen Kirchentag in Köln unterzeichneten 364 Besucherinnen und Besucher der KOHTAKTbI-Ausstellung „Vergessene NS-Opfer“ einen Offenen Brief an Bundespräsident Horst Köhler:

Offener Brief an den Bundespräsidenten.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Horst Köhler,

Sie geben am 12. Juni 2007 einen Empfang aus Anlass des Abschlusses der Auszahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter und andere NS-Opfer. Die geleistete Arbeit der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ verdient Anerkennung. Ihr wurde aber vom Gesetzgeber untersagt, die wenigen Überlebenden der nach den europäischen Juden größten NS-Opfergruppe zu begünstigen. Ehemalige sowjetische Kriegsgefangene erhielten den Bescheid: „Kriegsgefangenschaft begründet keine Leistungsberechtigung“, § 11 des Bundes­gesetzes zur Errichtung der Stiftung EVZ. Sie waren von den Nazis als „Untermenschen“ gequält, unter Stalin als „Vaterlandsverräter“ verfolgt worden. Zum Lebensende erhielten sie aus Deutschland die letzte Demütigung.

Die Leugnung des Holocaust ist zu Recht strafbar, ist die Missachtung ehemaliger sowjetischer Kriegsgefange­ner als Opfer des NS-Regimes gerecht?

Die Bundesrepublik Deutschland und deutsche Unternehmen wollten mit der Gründung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft „ein Zeichen ihrer historischen und moralischen Verantwortung“ setzen. In diesem Sinne erwarten wir von Ihnen die Anerkennung des Genozids an den sowjetischen Kriegsgefangenen und ein öffentliches Zeichen des Respekts vor den Überlebenden.

KOHTAKTbI mit Fotoausstellung

Evangelischer Kirchentag, Juni 2007 in Köln, Sibylle Suchan-Floß (links) vor der KOHTAKTbI-Koje (Foto: Eva Wertheim).

30 000 Euro für hundert ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine.

(Mai 2007) Am 29. Mai 2007 überwiesen wir an die Ukrainische Nationalstiftung „Verständigung und Aussöhnung“ 30 000 Euro.

Ausgezahlt wird an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, die in zwei Listen verzeichnet sind:

  1. An jene, deren Anträge auf „Zwangsarbeiterentschädigung“ aus den Jahren 2001 und 2002 von der Stiftung abgelehnt werden mussten und
  2. an jene, die aufgrund von ukrainischen Pressemeldungen über das deutsche Bürger-Engagement für „vergessene“ NS-Opfer Anträge stellten und ihre Dokumente bei der Stiftung einreichten. Diese NS-Opfer hatten nie zuvor Anträge gestellt.

Die Liste Nr. 1 mit 1941 von uns begünstigten ehemaligen Kriegsgefangenen ist mit dieser Tranche abgeschlossen.

Auf der neuen Liste sind bis heute 220 Personen verzeichnet. Darunter sind ehemalige Kriegsgefangene der Jahrgänge 1906, 1910 und 1911.

6000 Euro für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Belarus.

(Mai 2007) KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. überwies am 24. Mai 2007 an unseren Vertragspartner in Minsk, die Belorussische Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ 6000 Euro für 20 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene.

Es wurden seit dem Jahre 2004 in diesem Land insgesamt 742 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene begünstigt, die zuvor vergebens Anträge auf „Zwangsarbeiterentschädigung“ gestellt hatten.

Mit dieser Tranche sind in Belarus alle vom Minsker Vertragspartner aufgelisteten Kriegsgefangenen von uns begünstigt worden. Die Belorussische Stiftung hat außerdem Namen und Anschriften ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener, die in Kasachstan und Estland leben. Wir haben dem Vorsitzenden der belorussischen Stiftung, Herrn Gerassimov, unser Interesse bekundet, zugunsten dieser NS-Opfer eine neue vertragliche Regelung zu treffen.

Nachricht vom Bundestag.

(Mai 2007) Am 10. Mai 2007 erhielten wir vom Petitionsausschuss des deutschen Bundestages eine Nachricht unter dem Betreff: „Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts“, die sich auf unseren Antrag auf Gleichstellung sowjetischer Kriegsgefangener mit anderen NS-Opfern vom September 2006 bezog.

„Der Ausschussdienst des Petitionsausschusses wird nunmehr für die parlamentarische Beratung Ihres Anliegens eine Beschlussempfehlung mit Begründung erstellen.“ Die Dauer dieses Verfahrens „lässt sich leider nicht genau abschätzen“. In der Mitteilung wird jedoch versichert, dass unser Anliegen „schnellstmöglich parlamentarisch behandelt wird“.

Wir appellieren an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, sich an die Bundestagsabgeordnete ihrer Wahlkreise zu wenden. 3,3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene fielen der Vernichtungspolitik der Nazis zum Opfer.Dieser Genozid wirkt als Verbrechen gegen die Menschlichkeit nach, so lange die Bundesrepublik Deutschland die Anerkennung verweigert.

6000 Euro für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Armenien.

(Mai 2007) KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. überwies am 2. Mai 2007 an seine armenische Partnerorganisation, den Verein der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges, 6000 Euro. Die Spende gilt 19 neuen Mitgliedern dieser Selbsthilfe-Vereinigung ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener (5700 Euro) und den Bürokosten in Eriwan (300 Euro für 6 Monate).

Der armenische Verein erhebt wegen der Armut seiner Mitglieder keine Mitgliedsbeiträge und ist daher mittellos. Deshalb gewähren wir in geringem Umfang auch Beihilfen zur Förderung seiner Vereinsarbeit, die ausschließlich sozialer und psychosozialer Unterstützung der Mitglieder dient.

Das Bürger-Engagement für „vergessene“ NS-Opfer berücksichtigt die besondere Notlage alter Menschen in Armenien: Die durchschnittlichen Altersrenten betragen 20 Euro, das offiziell berechnete Existenzminimum liegt bei 135 Euro (65 000 Dram). Staatliche Beihilfen zur Grundsicherung des Existenzminimums fehlen. Die Krankenversicherung deckt nicht die Kosten für Medikamente. Somit fehlt fast allen Mitgliedern der Partnerorganisation, die durchschnittlich 90 Jahre alt sind, eine ausreichende medizinische Versorgung.

30 330 Euro für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine.

(April 2007) KONTAKTE-KOHTAKTbI hat am 25. April 2007 Spenden für 101 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene überwiesen, die in verschiedenen Regionen der Ukraine leben. Unsere Kiewer Partnerorganisation, die Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ informierte überregionale ukrainische Medien, wie „Silski Wisti“ (Dorfnachrichten) über unser Engagement, woraufhin sich laufend neue NS-Opfer mit ihren Dokumenten melden. Alle Unterlagen der Antragsteller werden von uns vor den Auszahlungen überprüft.

Unsere armenische Partnerorganisation, der Verein der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges, meldete am 25. April, dass aufgrund zweier Fernsehinterviews in Eriwan mit Eberhard Radczuweit sich viele bisher unbekannte NS-Opfer meldeten. Von ihnen wurden 14 als neue Mitglieder dieser Selbsthilfe-Organisation ehemaliger Kriegsgefangener aufgenommen.

Zu Gast bei ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen.

(April 2007) Vom 5. bis 12. April 2007 reisten 13 Förderinnen und Förderer des Bürger-Engagements für „vergessene“ NS-Opfer nach Armenien. Gastgeber war die Partnerorganisation von KONTAKTE-KOHTAKTbI, der armenische Verein der rehabilitierten Gefangenen des zweiten Weltkrieges. Dies ist die einzige registrierte Selbsthilfegruppe ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener. Der Verein zählt nur noch 240 Mitglieder, 80 starben in den letzten 12 Monaten. Seit vier Jahren ist KONTAKTE-KOHTAKTbI der maßgebliche Förderer der Vereinsmitglieder, von denen die meisten in großer sozialer Not leben.

Die Gruppe am Sewansee.

Zu Besuch bei dem ehemaligen Kriegsgefangenen Aristak Arakeljan und seiner schwerkranken Frau
Fotos: Lars Nickel.

Die Reisegruppe aus Berlin und Süddeutschland wurde herzlich aufgenommen, täglich war sie in den Familien der ehemaligen Kriegsgefangenen zu Gast. Die öffentliche Aufmerksamkeit war beachtlich: Der Oberbürgermeister von Eriwan empfing die Gruppe im Rathaus und zeichnete KONTAKTE-KOHTAKTbI mit einer Ehrenurkunde aus für „seine Hilfsbereitschaft gegenüber armenischen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges“. Eberhard Radczuweit kam in einer halbstündigen TV-Sendung zu Wort. Er kritisierte sowohl die Nichtanerkennung des Genozids an den Armeniern durch die Türkei als auch die Missachtung der Überlebenden des Genozids an den sowjetischen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges durch die Bundesrepublik Deutschland.

Spendenkonto:
Kontakte-Kontakty, Konto-Nr. 306 55 99 006, Berliner Volksbank, BLZ 100 900 00
Kennwort „Armenienhilfe“.

Wanderausstellung „Ich werde es nie vergessen“ eröffnet.

(März 2007) Am 27. März 2007 wurde die erste Station der Wanderausstellung „Ich werde es nie vergessen – Bilder und Dokumente von sowjetischen Kriegsgefangenen“ in der Berliner ver.di – MedienGalerie eröffnet. Die Ausstellung soll in erweiterter Form in mehreren Städten gezeigt werden.

Eine Besucherin vor dem Foto der ehemaligen Kriegsgefangenen Rosalia Wolkowskaja (Foto: Lothar Eberhardt).

5000 Euro für jüdische Ghetto- und KZ-Überlebende in der Ukraine.

(März 2007) Im März 2007 übergab Dmitri Stratievski in Kiew 5000 Euro an Mitglieder der Allukrainischen Assoziation der jüdischen KZ- und Ghettoüberlebenden.

Die von KOHTAKTbI begünstigten jüdischen NS-Opfer wurden gemäß Bundesentschädigungsgesetz nicht „entschädigt“. Laut deutschem Gesetz haben nur jene Shoa-Überlebenden einen Leistungsanspruch, die nachweislich mindestens 18 Monate in einem Ghetto verbrachten. Die von uns Begünstigten konnten vorher fliehen und unter schwierigsten Bedingungen im Versteck überleben.

Der Bericht von Dmitri Stratievski bezieht sich auch auf antisemitische Strömungen in der Ukraine.

30 000 Euro für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Russland.

(März 2007) KONTAKTE-KOHTAKTbI hat am 16. März 2007 für hundert ehemalige sowjetische Kriegsgefangene 30 000 Euro überwiesen. 84 Spendenempfänger wohnen in Sibirien und in fernöstlichen Gebieten Russlands, 16 Spendenempfänger leben im Gebiet Perm (Westsibirien). Der Älteste, Jahrgang 1905, lebt in Burjatien.

Unsere Moskauer Partnerorganisation hatte uns im Jahr 2005 eine Liste mit 11 000 Personen gegeben – ehemalige Kriegsgefangene, die in den Jahren 2001/02 vergebens Anträge auf Kompensation für die geleistete Zwangsarbeit gestellt hatten. („Kriegsgefangenschaft begründet keine Leistungsberechtigung“) Aus dieser Liste wählten wir im September 2006 für die jetzige Tranche 288 Personen aus, die in Sibirien und im fernen Osten Russlands wohnen. Eine Recherche ergab jetzt, dass von diesen 288 ehemaligen Kriegsgefangenen nur noch 84 am Leben sind!

Unser Buch ist da!

(März 2007) Der Titel zitiert einen oft geschriebenen Ausruf ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener: „ICH WERDE ES NIE VERGESSEN“.

Inhalt: 60 Briefe ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener aus Belarus, Russland und aus der Ukraine, Beiträge der Historiker Christian Streit, Grigorij Golysch, Peter Jahn, Pavel Polian. 270 Seiten, mit vielen Fotos.

Die Auswahl für das Buch wurde aus über 1000 Erinnerungen getroffen. Hier kommen Überlebende eines der größten Verbrechen des NS-Staats zu Wort, denen bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Es ist im Buchhandel erhältlich:

„Ich werde es nie vergessen“, Ch. Links Verlag, ISBN 978-3-86153-439-6, Preis: 19,90 Euro.

30 360 Euro für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine.

(Februar 2007) KONTAKTE-KOHTAKTbI hat am 19. Februar 2007 für 102 ehemalige Kriegsgefangene in der Ukraine 30 360 Euro überwiesen. Nach dem Vorsatz, die ältesten NS-Opfer zuerst zu begünstigen, wird mit dieser Tranchen vorwiegend der Jahrgang 1923 bedacht.

Weitere 6000 Euro für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Armenien.

(Februar 2007) Am 7. Februar 2007 wurden 6000 Euro für 30 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Armenien überwiesen. Es ist Hilfe für Menschen in besonderer Notlage.

Im Jahre 2006 überwiesen wir insgesamt 17 100 Euro für bedürftige Mitglieder unserer armenischen Partnerorganisation, dem Verein der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges.

Gedenktag am 27. Januar 2007.

(Januar 2007) Die KOHTAKTbI-Veranstaltung am 27. Januar im Berliner Rathaus erinnerte an „vergessene“ NS-Opfer, die ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen. Unter den rund 400 Gästen war viel Prominenz. Rechts der Gastgeber André Schmitz, Staatssekretär für Kultur, neben ihm die Hauptrednerin Prof. Dr. Jutta Limbach, Präsidentin des Goetheinstituts, frühere Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts. Foto: Lars Nickel.

Die Rede von Prof. Dr. Jutta Limbach im vollen Wortlaut.

KONTAKTE-KOHTAKTbI startete „Montagskino“ als neue Veranstaltungsreihe.

(Januar 2007) Unter dem Arbeitstitel „Montagskino“ starteten wir auf Anregung des KOHTAKTbI-Mitglieds Peter Lind, der dem Verein die entsprechende technische Ausrüstung gab, eine Filmreihe. An einem Montag jeden Monats bringen wir im KOHTAKTbI-Domizil ein Beispiel sowjetischer Filmkunst zur Aufführung.

Von den ersten Stummfilmen bis zu den Perestrojkafilmen gibt es eine Fülle großer Filmkunstwerke, die es wieder zu entdecken gilt. Als erstes gelangte am 15. Januar „Sturm über Asien“ zur Aufführung.

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2006.

Zwischenbilanz des Bürger-Engagements für „vergessene“ NS-Opfer.

(Dezember 2006) Die Anzahl ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener, die als Geste der Anerkennung des erlittenen Unrechts eine Spende von jeweils 300 Euro erhielten:

Von den 350 Mitgliedern unserer armenischen Partnerorganisation, des Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges, erhielten mehrere Personen zusätzliche Nothilfen. Die Ukrainische Assoziation der Jüdischen Ghetto- und KZ-Überlebenden erhielt für bedürftige Mitglieder bisher 10 850 Euro.

Am 28. Dezember 2006 überwiesen wir 30 000 Euro für 100 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine. Noch weitere rund 500 Ukrainer stehen auf unserer Warteliste.

Am 3. Januar 2007 werden 108 Personen in Belarus begünstigt. Mit ihnen sind alle ehemaligen Kriegsgefangenen begünstigt worden, die uns vom Minsker Vertragspartner, der Belorussischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ genannt wurden.

Für mehrere tausend ehemalige Kriegsgefangene, die bei der Russischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ für geleistete Zwangsarbeit in Deutschland vergebens Anträge auf „Entschädigung“ stellten, erhoffen wir noch weitere Spenden.

Weitere 30 100 Euro für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine.

(November 2006) KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. hat am 10. November 30 100 Euro für 101 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine überwiesen.

KONTAKTE-KOHTAKTbI finanziert Behandlung des krebskranken Artur.

(Oktober 2006) Dem 17jährigen Artur Sumin droht wegen eines Osteosarkoms die Beinamputation. Zusammen mit seiner Schwester Natalia wird er jetzt die weite Reise von Wladiwostok nach Berlin antreten.

KONTAKTE-KOHTAKTbI übernimmt für den krebskranken Artur die Behandlungskosten von 32 000 Euro an der Charité.

Wir bitten um Spenden:

Spendenkonto:
Kontakte-Kontakty, Konto-Nr. 306 55 99 006, Berliner Volksbank, BLZ 100 900 00
Kennwort „Artur“

Bericht Natalias über die Krebserkrankung ihres Bruders Artur.

Der 17jährige Artur mit seiner Schwester Natalia.

Spendenübergabe an jüdische NS-Opfer in der Ukraine

(Oktober 2006) Der KOHTAKTbI-Mitarbeiter Dmitri Stratievski übergab am 14. Oktober in Kiew Herrn Prof. Boris Zabarko, Vorsitzender der Ukrainischen Assoziation der jüdischen KZ- und Ghettoüberlebenden und seinem Stellvertreter, Herrn Wasilij Michajlowskij, eine Einzelspende von 5000 Euro. Das Geld wird an hilfsbedürftige jüdische NS-Opfer in unterschiedlichen Regionen der Ukraine weitergeleitet, die bisher weder Hilfsleistungen der Claims Conference noch von der Bundesregierung erhalten haben, wie beispielsweise an Krebskranke, Invaliden und Alleinstehenden mit kleiner Rente.

Herr Michajlowskij bei der Geldübergabe im Büro der Ukrainischen Assoziation der jüdischen KZ- und Ghettoüberlebenden.

Die Leitung der Assoziation wies bei der Spendenübergabe auf die Armut unter jüdischen NS-Opfer in der Ukraine hin, die in der Regel wegen nicht anerkannter Beitragszeiten nur mit einer kleinen Rente auskommen müssen. Auch der wachsende Antisemitismus wurde betont. Herr Zabarko hat dem Verein sein neues Buch über die Shoa in der Ukraine geschenkt. Herr Michajlowskij übergab die von der Assoziation herausgegebenen Monatsblätter, in denen der Alltag der jüdischen Gemeinde in der Ukraine, Sorgen, Probleme und Bedürfnisse der jüdischen NS-Geschädigten beschrieben wird.

Gespendet wurde im Rahmen unseres Bürger-Engagements für NS-Opfer in GUS-Ländern, die von der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ nicht begünstigt werden können.

Hilfe für jüdische Überlebende in der Ukraine.

Sowjetische Kriegsgefangene als NS-Opfer anerkennen!

(September 2006) Das Verzeichnis „anderer Haftstätten“ der Stiftung ‚Erinnerung, Verantwortung und Zukunft‘ beinhaltet 3906 Haftstätten, „in denen die Haftbedingungen in wesentlichen Punkten denen in Konzentrationslagern glichen, obwohl sie damals nicht zum System der Konzentrationslager gehörten. Aus diesem Grunde sieht das Stiftungsgesetz die Möglichkeit vor, weitere Haftstätten in diese Gruppe einzuordnen. § 12 Absatz 2 des Stiftungsgesetzes legt fest, dass dafür folgende drei Merkmale gegeben sein müssen: unmenschliche Haftbedingungen, unzureichende Ernährung, fehlende medizinische Versorgung.“ (Hinweise zur Nutzung „anderer Haftstätten, Stiftung EVZ)

Diese Merkmale treffen auf die Mehrzahl der Haftstätten für sowjetische Kriegsgefangene zu. Im Gegensatz zu allen anderen Kriegsgefangenen war ihr Überleben nur an das Kriterium der Verwertung ihrer Arbeitskraft gebunden. In allen Fällen der Nichtverwertung wurden sowjetische Kriegsgefangene getötet bzw. zum Hungertod verurteilt. Nur eine Minderheit unter den Kommandanten dieser „Russenlager“, wie sie im Wehrmachtsjargon hießen, sorgte für ein Mindestmaß an Fürsorge, die ein Überleben dieser Menschen ermöglichte.

Eindeutig ist die rassenideologische Einstellung des NS-Regimes gegenüber diesen Kriegsgefangenen, die zum Vorsatz der Massentötung führte. Die Überlebenden erinnern sich nur an Vernichtungslager. Uns liegen mehrere hundert Aufzeichnungen der Betroffenen vor, die das zum Ausdruck bringen.

Das Verzeichnis „anderer Haftstätten“ ignoriert selbst jene Lager, in denen 60% – 80% der sowjetischen Kriegsgefangenen zu Tode kamen. Wir bezweifeln, dass dies auf der „Grundlage positiver Expertenvoten“ geschah. Es ist eher ein politischer Vorsatz zu vermuten, der in einer Stellungnahme der Bundesregierung vom 21.08.2006 wie folgt zum Ausdruck kommt: „Dabei war nicht zuletzt zu berücksichtigen, dass unrechtmäßig zugefügte Leiden mit Tod, Krankheit und vielfach langjährigem Freiheitsentzug auch deutschen Kriegsgefangenen widerfahren sind und einseitige Regelungen nicht in Frage kommen.“[1]

Diese Aussage kommt einer Gleichstellung von Tätern und Opfern nahe, war doch der „Russlandfeldzug“ der Deutschen Wehrmacht ein völkerrechtswidriger, rassenideologisch geprägter Vernichtungskrieg. Die hohe Sterberate unter den deutschen Kriegsgefangenen, besonders 1942 – 1943, war verursacht durch extreme Versorgungsmängel als Folge erlittener Verluste auf sowjetischer Seite (die Lebensmittelproduktion erreichte 1942 weniger als 40% des Jahres 1940), die auch für sowjetische Soldaten äußerst knappe Versorgungsnormen vorgab. Dazu kamen organisatorische Mängel, Korruption und sonstige Fehlleistungen sowjetischer Dienststellen und Lagerverwaltungen. Keinesfalls handelte es sich aber um eine vorsätzlich geplante und gewollte Vernichtungspolitik gegenüber deutschen Kriegsgefangenen. Die häufige Aussage deutscher Kriegsgefangener, „die Russen hatten noch weniger zu essen als wir“, gibt ein überzeugendes Indiz.

Wir beklagen hier den Widerspruch zu einem Grundsatz öffentlich geförderter Gedenkkultur und Geschichtsaufarbeitung, gegenseitige Aufrechnung der Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu vermeiden und eindeutig die Schuld des NS-Unrechts anzuerkennen.

Wir fordern die Anerkennung der sowjetischen Kriegsgefangenen als Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes.

Berlin, 29. Sep. 2006 E. Radczuweit

(KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.)

[1] Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Linke, Drucksache 16/2423

Andrej Grigorowitsch Schejna trifft Michail Stepanowitsch Monak.

(September 2006) Andrej Grigorowitsch Schejna aus dem ukrainischen Dorf Nechajewka (auf dem Foto links) begrüßt am 21. September Michail Stepanowitsch Monak aus Minsk im KOHTAKTbI-Domizil.

Im KOHTAKTbI-Domizil.

Andrej Grigorowitsch Schejna hatte uns zuvor gebeten, Rüdersdorf zu besuchen, wo er einst als Kriegsgefangener Zwangsarbeit im Zementwerk leistete. Auf dem Foto kommt er gerade von dort, wo er Gast des SPD-Ortsverbands war, und trifft Michail Stepanowitsch Monak. Auch der hatte uns um eine Einladung gebeten.

Der Wunsch des Schwerbehinderten: den Deutschen seine Kriegsgeschichte zu erzählen. Er war Partisan, er überlebte Auschwitz, das KZ Buchenwald, das KZ Neuengamme und Dora Mittelbau.

Sein Wunsch wurde am 22. September erfüllt. Er beteiligte sich an einer gut besuchten Veranstaltung, die KONTAKTE-KOHTAKTbI im Rathaus Schöneberg gemeinsam mit dem Internationalen Auschwitz Komitee durchführte.

Die Einladung zur Veranstaltung „Vernichtung und Zwangsarbeit“.

Belarussische Stiftung begrüßt Petition an den Bundestag.

(September 2006) Auch die Belarussische Republikanische Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ begrüßt in einem Schreiben an Kontakte-KOHTAKTbI e.V. die Petition an den deutschen Bundestag zugunsten ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener.

In dem Brief heißt es:

Sehr geehrter Herr Radczuweit,

In erster Linie erlauben Sie mir bitte, im Namen der NS-Opfer, in deren Interesse Sie arbeiten sowie im Namen der Mitarbeiter der Belarussischen Stiftung, tiefen Dank für die fruchtbare Zusammenarbeit zum Ausdruck zu bringen.

Das Ihrerseits angesprochenes Problem ist unseres Erachtens aktuell und bedeutsam. Die Belarussische Republikanische Stiftung ‚Verständigung und Aussöhnung‘ unterstützt vollkommen Ihre Initiative.

Hochachtungsvoll.

Walentin Gerasimow,
Vorstandsvorsitzender.

Ukrainische Nationalstiftung begrüßt Petition an den Bundestag.

(September 2006) Die Ukrainische Nationalstiftung „Verständigung und Aussöhnung“ begrüßt in einem Schreiben an Kontakte-KOHTAKTbI e.V. die Petition an den deutschen Bundestag zugunsten ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener.

Unbarmherzige Zahlen der Geschichtswissenschaft seien ein Zeugnis der hohen Sterberate bei den Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion. Trotzdem seien seitens der Bundesregierung und der Vertreter der deutschen Wirtschaft bei der Beratung des Entschädigungsgesetzes alle Vorschläge abgewiesen worden, auch diese Opfergruppe zu entschädigen.

Unterschrieben ist der Brief vom Vorstandsvorsitzenden der Ukrainische Nationalstiftung „Verständigung und Aussöhnung“.

Das Schreiben der Ukrainischen Nationalstiftung „Verständigung und Aussöhnung“ im Wortlaut.

Petition an den deutschen Bundestag zugunsten ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener.

(September 2006) „Die Bundesregierung hat die moralische Pflicht, die heute noch lebenden sowjetischen Kriegsgefangenen genauso als Opfer des NS-Unrechtsregimes zu behandeln wie die zivilen Zwangsarbeiter.“ Das erklärt der Berliner Verein KONTAKTE-KOHTAKTbI, der sich seit drei Jahren für die „vergessenen NS-Opfer“ engagiert.

Aus diesem Grund hat sich KONTAKTE-KONTAKTY am 21. September an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags gewandt. Es wird um eine Zusatzklausel zum § 11, Abs. 3 des Gesetzes gebeten, in dem die Zwangsarbeiterentschädigung der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft geregelt wird.

Darin heißt es: „Kriegsgefangenschaft begründet keine Leistungsberechtigung.“ Der Zusatz soll lauten: „Sowjetische Kriegsgefangene, die unter KZ-ähnlichen Bedingungen inhaftiert waren, sind leistungsberechtigt.“

Erste Reaktionen: Der Historiker und Friedensforscher Wolram Wette und der Präsident der Ukrainischen Nationalstiftung „Verständigung und Aussöhnung“, Igor Luschnikov, begrüßen den Antrag.

Die Petition an den Deutschen Bundestag im vollen Wortlaut.

Wer kann Arzneimittel und medizinische Hilfsmittel für leukämiekranke Kinder mitnehmen?

(September 2006) Falls Ihr Weg zufällig von Berlin nach Moskau führt und Sie leukämiekranken Kindern helfen wollen, reihen Sie sich ein in unseren ehrenamtlichen Kurierdienst.

Es gibt immer etwas mitzunehmen, was krebskranken Kindern das Leben retten kann. Schicken Sie uns einfach eine E-Mail: info [at] kontakte-kontakty.de.

Schnelle Hilfe nach einem Notruf aus Nishnij Nowgorod und Tscheboksari.

(September 2006) Am 8. September erreichte uns ein Hilferuf unseres Partners Prof. Dr. Alexander Karatschunsky aus zwei mit uns durch das Therapieprogramm „Moskau-Berlin-Protokoll„ verbundenen onkologischen Zentren.

„Es gibt einen ganz schwierigen Patientenfall in Nishnij Nowgorod: Anastasiya Schamardina. Das Kind hat ALL (akute lymphoblastische Leukämie) und auch eine schwere Infektion, Meningitis.

Wir brauchen dringend ein Antibiotikum – Colistin (Polymixin E) –, um das Leben dieses Kindes zu retten. Wir haben auch ein Mädchen in Tscheboksari, das das deutsche Dexametasone – Fortecortin 4 mg pro Tablette – braucht.“

Der mit uns befreundete Moskauer Chef einer Pharmavertriebsgesellschaft, Felix Bokstejn, hat es inzwischen zu Prof.  Karatschunsky gebracht. Und aus unserem Lager so viele Broviak-Katheter und die T-Extension-Systems mitgenommen, wie in sein Gepäck passten.

Sieben Monatsmieten für Krankenwohnung in Moskau überwiesen.

(September 2006) Am 12. September hat KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. wieder sieben Monatsraten für eine Dreizimmerwohnung nahe des Republiks-Kinderkrankenhauses in Moskau überwiesen.

In der Wohnung können jeweils drei Mütter mit ihren Kindern während der ambulanten Phase der Chemotherapie ihrer leukämiekranken Kinder eine Unterkunft finden.

Für dringend benötigte weitere Krankenwohnungen fehlt leider das Geld. Wohnungen in Moskau sind sehr teuer. Die sieben jetzt überwiesenen Monatsmieten belaufen sich auf 4340 Euro.

Leukämiekranke Kinder mit ihren Betreuerinnen.

Kooperationsvereinbarung mit der Professionellen Fußballliga der Ukraine.

(August 2006) Am 27. August 2006 wurde in Kiew in Anwesenheit von über 30 Journalisten die Kooperationsvereinbarung zwischen der Professionellen Fußballliga der Ukraine und KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. als Grundlage für die künftige Zusammenarbeit im Rahmen des geplanten deutsch-ukrainischen Fan-Projektes unterzeichnet.

Pressekonferenz nach der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung.

Als erster Schritt bei der Verwirklichung unseres Projektvorhabens wurde die Einladung von zehn Fan-Experten aus der Ukraine nach Deutschland zu einer Ausbildung als professioneller Fan-Betreuer und Sozialarbeiter vor Ort vorgesehen.

Mehr über die Kooperationsvereinbarung mit der Professionellen Fußballliga der Ukraine.

Weitere Geldspenden in die Ukraine und nach Armenien.

(Juli 2006) Am 17. Juli wurden 15 000 Euro für 50 ehemalige Kriegsgefangene in die Ukraine geschickt. 2500 Euro erhielten 25 besonders Bedürftige in Armenien, die uns zuvor mit ihren jeweiligen Notlagen namentlich mitgeteilt worden waren.

Mailingliste mit Briefen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener.

(Juli 2006) Seit drei Wochen existiert die Mailingliste mit derzeit rund 200 Einträgen, über die jeden Freitag Briefe ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener verschickt werden.

Unser Service: Jeden Freitag verschicken wir einen jener Briefe mit Lebenserinnerungen von ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, die von uns zuvor eine Spende als Geste der Anerkennung erhalten haben.

Interessierte melden sich bitte unter info [at] kontakte-kontakty.de

Russische und belorussische Kliniken beraten über Kinder-Krebstherapie.

(Juni 2006) Am 23. und 24. Juni 2006 findet die Jahrestagung der Studiengruppe „Moskau-Berlin“ statt: 102 Kinderärzte und Wissenschaftler aus 37 russischen und belorussischen Kliniken beraten sich über die Weiterentwicklung des Therapieprogramms „ALL MB 2002“.

Es ist eine Zwischenanalyse der Behandlungsergebnisse von über 1500 leukämiekranken Kindern (ALL), die seit dem Jahre 2002 nach dem MB-Programm therapiert worden sind. Zwei Drittel von ihnen konnten und können geheilt werden.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Beratung steht die Analyse aller Mortalitätsfälle. Jedes gestorbene Kind wird detailliert besprochen, um entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen.

Diese Tagung wird  – wie alle vorangegangenen – aus Spendengeldern finanziert, die KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. zur Verfügung stellte. Die Gesamtkosten betragen 25 000 Euro.

Blick in den Tagungssaal.

Appell des ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen Jakow Trofimowitsch Stepanenko.

(Juni 2006) Anlässlich des 65. Jahrestages des Überfalls Deutschlands auf die Sowjetunion wendet sich der ehemalige sowjetische Kriegsgefangene Jakow Trofimowitsch Stepanenko mit einem Appell an die deutsche Bundesregierung, an den Bundestag und an die deutsche Öffentlichkeit.

Es sei sehr bitter, dass Deutschland sowjetischen Kriegsgefangenen, die zu schwerer Sklavenarbeit herangezogen wurden und unzähligen Demütigungen ausgesetzt waren, das Recht auf eine Entschädigung aberkannt hat.

Jakow Trofimowitsch Stepanenko hofft aber, dass die neue Bundesregierung und Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich das Mitleid und menschliche Verständnis für ein Umdenken aufbringen werden.

Der Appell von Jakow Trofimowitsch Stepanenko im vollen Wortlaut.

KONTAKTE-KOHTAKTbI zum 65. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion.

(Juni 2006) In einer Presseerklärung erinnert KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. zum 65. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion am 22. Juni 2006 und bittet um weitere Spenden für als Zwangsarbeiter missbrauchte ehemalige sowjetische Kriegsgefangene.

„Slawische Menschen galten als ‚rassisch minderwertig‘. Sie sollten auf das Maß reduziert werden, wie Arbeitssklaven benötigt wurden“, heißt es in der Presseerklärung. Trotzdem verweigere die deutsche Bundesregierung bis heute den als Arbeitssklaven missbrauchten ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen jede finanzielle Zuwendung als Naziopfer.

Mit einem Bürger-Engagement versuche KONTAKTE-KOHTAKTbI möglichst vielen NS-Opfern zu helfen. 15 000 weitere ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, die Zwangsarbeiter waren, warteten derzeit noch auf eine Zuwendung.

Spendenkonto:
Kontakte-Kontakty, Konto-Nr. 306 55 99 006, Berliner Volksbank, BLZ 100 900 00
Kennwort „Kriegsgefangene“.

Die Presseerklärung im vollen Wortlaut.

Plakat zugunsten ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener.

(Juni 2006) KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. hat zugunsten ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener, die von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ keine Zuwendung erhalten haben, ein Plakat herausgegeben, mit dem um Spenden für diese Menschen gebeten wird.

Porträt eines ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen

Dieses Plakat kann gegen eine Spende zur Kostenbeteiligung bestellt werden über E-Mail: info [at] kontakte-kontakty.de.

Veranstaltung zum Kindertag würdigt Engagement von KONTAKTE-KOHTAKTbI für leukämiekranke Kinder.

(Juni 2006) Zum Internationalen Kindertag am 1. Juni 2006 fand im Moskauer Theater Sowremennik ein Benefizkonzert für leukämiekranke Kinder statt. Dabei wurde die Arbeit von KONTAKTE-KOHTAKTbI gewürdigt.

Auf der Bühnenleinwand waren Ludmila von Stackelberg und Eberhard Radczuweit am Flughafen Moskau-Domodedovo beim Transport medizinischer Hilfsmittel zu sehen.

Ludmila von Stackelberg und Eberhard Radczuweit.

1,3 Millionen Euro für NS-Opfer gesammelt.

(April 2006) KONTAKTE-KOHTAKbI e.V. hat für das Projekt „Bürger-Engagement“ seit dessen Gründung im Januar 2004 bereits 1 035 000 Euro eingeworben.

Werden die Spendeneingänge in Höhe von 265 000 Euro für die bereits im Jahr 2000 begonnene und parallel laufende „Soforthilfe“ für ehemalige Zwangsarbeiter in der Ukraine hinzugezählt, hat der Verein für NS-Opfer in Nachfolgestaaten der Sowjetunion insgesamt rund 1,3 Millionen Euro an Spenden gesammelt.

Projektmittel zur medizinischen und sozialen Betreuung belarussischer NS-Opfer bewilligt.

(März 2006) Die Belarussische Republikanische Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ ist am 13. März von der Bundesregierung mit der Durchführung der Projekte „Personenbezogene medizinische Hilfe für die ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen – Opfer des NS-Regimes“ und „Medizinische Untersuchung und Behandlung ehemaliger NS-Opfer in den Republikanischen Krankenhäusern der Invaliden des Großen Vaterländischen Kriegs“ beauftragt worden.

Im Rahmen des ersten Projekts erhalten ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen soziale und medizinische Hilfe, die in der Datenbank der belarussischen Stiftung registriert wurden, aber keine Auszahlung aus den Mitteln der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ erhalten konnten. Insgesamt 500 000 Euro wurden für diesen Zweck bereitgestellt.

Im Rahmen des zweiten Projekts arbeitet die belarussische Stiftung mit den Republikanischen Krankenhäusern der Invaliden des Großen Vaterländischen Kriegs in Gomel, Mogilev, Jurcevo und Minsk zusammen, die medizinische Untersuchungsgeräte anschaffen und für die Diagnostik und Behandlung von NS-Opfern einsetzen. Hier haben sich die genannten medizinischen Einrichtungen vertraglich verpflichtet, jährlich bestimmte Zahlen von NS-Opfern zu behandeln. Die Förderung beläuft sich auf 800 000 Euro.

5000 Euro Nothilfe für Heizmittel nach Armenien überwiesen.

(März 2006) Eine Einzelspende von 5000 Euro wurde am 17. März nach Jerewan an unsere Partnerorganisation „Verein der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges“ überwiesen. Damit entsprachen wir einem Notruf unserer Partner.

Die Mehrzahl der Mitglieder dieses Vereins leidet unter dem langen Winter, da sie sich keine Heizmittel mehr leisten können. Weil diese ehemaligen Kriegsgefangenen, die Zwangsarbeiter waren, im Rahmen unseres Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer bereits eine Spende von 300 Euro erhielten, können wir ihnen nur solche Geldmittel überweisen, die von den Spendern ausdrücklich für diese NS-Opfer bezeichnet werden.

Weitere 409 ukrainische NS-Opfer hoffen auf eine Spende.

(März 2006) Der Vorstandsvorsitzende der Ukrainischen Nationalstiftung „Verständigung und Aussöhnung“, Igor Luschnikow, teilte uns am 2. März 2006 mit, dass noch 409 geprüfte Anträge ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener auf eine Soforthilfe warten.

Die Antragsteller hatten sich in letzter Zeit nach Meldungen ukrainischer Medien über unser Bürger-Engagement hoffnungsvoll an die ukrainische Nationalstiftung gewandt. Um allen einmalig 300 Euro überweisen zu können, benötigen wir weitere 122 700 Euro an Spenden.

50 400 Euro für leukämiekranke Kinder in Russland.

(März 2006) Die Kinderärztin Ludmila von Stackelberg und Eberhard Radczuweit übergaben in Moskau unseren russischen Partnerärzten medizinische Hilfsmittel – intravenös plazierte Katheter, die in Russland in notwendiger Qualität nicht verfügbar sind –, die KONTAKTE-KOHTAKTbI im Februar 2006 für 20 000 Euro im Materiallager der Berliner Charité erwarb.

Außerdem konnte im Russischen Republiks-Kinderkrankenhaus die Lieferung von Medikamenten („Medrol“) bestätigt werden, die im Januar in Moskau für 10 400 Euro eingekauft wurden.

Diese Hilfsgüter sind für 400 Kinder mit akuter Leukämie bestimmt, die im Rahmen des Therapieprogramms „Moskau-Berlin-Protokoll“ an 38 russischen und belarussischen Kinderkliniken behandelt werden. Kommunikationskosten zwischen den miteinander vernetzten Kliniken sowie Zuwendungen aus dem Nothilfefonds „Ärzte für Ärzte“ von insgesamt 17 134 Euro wurden dem Leiter des MB-Therapieprogramms, Prof. Dr. med. Alexander I. Karatschunsky, übergeben.

Außerdem erhielt der Chefarzt des Republiks-Kinderkrankenhauses, Dr. Dmitrij Litvinov, 3000 Euro Mietkosten für eine Wohnung für jeweils drei Mütter mit ihren Kindern – Patienten von Litvinov, die während der ambulanten Phase der Chemotherapie eine Unterkunft brauchen.

Die beiden KOHTAKTbI-Mitglieder standen im Mittelpunkt von Fernsehaufnahmen des russischen Staatssenders NTV, der zur Zeit einen Dokumentarfilm über die Hilfe für leukämiekranke Kinder dreht.

Gegen Gewalt und Rassismus in den Fußball-Stadien.

(Februar 2006) „Gemeinsam gegen die Gewalt. Verständigung, Zusammenarbeit und gegenseitiger Respekt“ lautete der Titel einer internationalen Konferenz, die sich am 25. Februar in Kiew mit dem Thema „Gewalt und Rassismus in den Fußball-Stadien“ auseinandersetzte.

Zu den Konferenzteilnehmern gehörten auch George Lipphardt und Dmitri Stratievski von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V., die ihr Fan-Projekt vorstellten.

Mehr über das Fußball-Fanprojekt „Ukraine“.

120 000 Euro für 400 NS-Opfer in Russland.

(Februar 2006) Am 14. Februar überwies KONTAKTE-KOHTAKTbI 120 000 Euro an die russische Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“.

Dieser Vertragspartner bei Spendenüberweisungen an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Russland erhielt zusätzlich 4800 Euro als Verwaltungskosten und Überweisungsgebühr (4 Prozent der Spenden).

Die Begünstigten wurden aus einer Liste mit 600 Einträgen aus acht russischen Regionen nach den Geburtsjahren ausgewählt; die Ältesten haben Vorrang. Zusammen mit der Benachrichtigung über die Geldspende erhalten die Begünstigten persönliche Briefe von uns.

KONTAKTE-KOHTAKTbI offizieller Beauftragter für die Betreuung der ukrainischen Fußballfans.

(Februar 2006) Das Organisationskomitee der Fußballweltmeisterschaft und dessen Koordinierungsstelle für Fanarbeit hat KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. als offiziellen Beauftragten für die ukrainischen Fans registriert.

Uns geht es hierbei nicht nur kurzfristig um die Fanbetreuung bei der Weltmeisterschaft, sondern wir suchen den Einstieg in eine Projektarbeit, die in der Ukraine noch unbekannt ist.

Auch dort gibt es wie überall nationalistische und gewalttätige Ausschreitungen in Fußballstadien, aber keine zivilgesellschaftlichen Einrichtungen mit Sozialarbeitern, die positiv auf gewaltbereite Jugendlichen einwirken könnten. Das zu verändern möchte KONTAKTE-KOHTAKTbI mithelfen.

31 800 Euro Spenden für 106 ukrainische NS-Opfer.

(Februar 2006) Am 3. Februar 2006 überwies KONTAKTE-KOHTAKTbI 31 800 Euro an unsere ukrainische Partnerorganisation für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene.

Die Zahl der in der Ukraine noch lebenden Kriegsgefangenen, die noch keine Geste der Anerkennung erhielten, reduziert sich damit auf 400 Personen. In Belarus fehlen noch Spenden für rund 300 ehemalige Kriegsgefangene, in Russland sind es rund 10 000, denen wir noch eine Spende von jeweils 300 Euro zukommen lassen wollen.

Alle Empfangsberechtigten hatten Zwangsarbeit geleistet, ihre Dokumente und Anträge liegen bei unseren Vertragspartnern in Kiew, Minsk, Moskau, Eriwan. Niemand von ihnen erhält von anderen Stellen in Deutschland Zuwendungen.

In nur sechs Wochen 250 000 Euro Spenden für Hilfsprojekte gesammelt.

(Januar 2006) Nach der Herausgabe von Rundbriefen zur Partnerschaft für leukämiekranke Kinder in Russland und zum Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer in Nachfolgestaaten der Sowjetunion spendeten vom 15. November bis 31. Dezember 2005 insgesamt 1034 Mitbürgerinnen und Mitbürger 250 183 Euro.

Es waren 444 Spenderinnen und Spender für leukämiekranke Kinder mit insgesamt 77 291 Euro. Eine Berlinerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, gab 10 000 Euro für den Erwerb von Broviak-Kathetern, das ist dringend erforderliches medizinisches Material zur Chemotherapie für leukämiekranke Kinder; die Initiative „Dammer Frauen für leukämiekranke Kinder“ sammelte 11 500 Euro.

Zum Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer spendeten 317 Personen unter dem Kennwort (sowjetische) „Kriegsgefangene“ 49 466 Euro; es spendeten 273 Personen unter dem Kennwort „NS-Zwangsarbeit“ 121 655 Euro, dazu zählt eine Einzelspende von 90 000 Euro.

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2005.

Interview verhalf armenischem Selbsthilfeverein zu einem Ofen.

(Dezember 2005) Im Oktober informierte uns der armenische Verein der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges, dass ihm von der Stadt Eriwan ein Vereinsraum zugewiesen wurde, der nicht beheizt werden kann. Jetzt schreibt uns unsere armenische Partnerorganisation:

„Ihr braucht uns nicht mehr den Ofen für unser Vereinsbüro zu kaufen. Ein Landsmann, der das Interview des armenischen Fernsehens mit Eberhard Radczuweit sah, hat uns soeben einen Ofen geschenkt!“

30 000 Euro Spenden für weißrussische NS-Opfer.

(Dezember 2005) Am 28. Dezember überwies KONTAKTE-KOHTAKTbI für 100 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Belarus insgesamt 30 000 Euro, die im Rahmen des Bürger-Engagements für „vergessene“ NS-Opfer gesammelt wurden.

Radio Berlin-Brandenburg berichtet über ehemalige armenische Kriegsgefangene.

(Dezember 2005) Anfang Dezember 2005 besuchte Eberhard Radczuweit zum zweiten Mal in diesem Jahr die armenische Partnerorganisation von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V., den Verein der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges.

Seine Spendenübergabe für besonders bedürftige Mitglieder dieses Vereins – insgesamt 5450 Euro – wurde von einem Kamerateam des RBB, Radio Berlin-Brandenburg, dokumentiert. Dieser Fernsehbericht mit dem Titel „Ehe es zu spät ist“ ist nach einer Reportage des ZDF-Magazins „Frontal 21“ die zweite Dokumentation unseres Engagements für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Armenien.

Milana Kovalska, begleitet von Valeri & Sergej

Eberhard Radczuweit (Mitte) am Sewansee, zusammen mit Mitgliedern der armenischen Partnerorganisation und dem RBB-Fernsehteam.

Eberhard Radczuweit nutzte die Gelegenheit, im 1. Programm des Armenischen Fernsehens in einem halbstündigen Interview auf die Schicksale dieser Menschen aufmerksam zu machen. Er forderte den Bürgermeister von Eriwan auf, den Verein der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges zu unterstützen.

30 000 Euro für 100 ehemalige ukrainische Kriegsgefangene.

(Dezember 2005) Am 19. Dezember 2005 überwies KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. für 100 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine insgesamt 30 000 Euro als Geste der Anerkennung.

„Lieder für den Frieden“ mit einem Preis ausgezeichnet.

(Dezember 2005) Das von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. betreute Projekt „Lieder für den Frieden“ ist vom Zukunftsfonds der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ im Rahmen des Wettbewerbs „Frieden für Europa – Europa für den Frieden“ mit einem Preisgeld von 2500 Euro ausgezeichnet worden.

Für den 28. bis 31. Januar 2006 sind außerdem alle 15 ausagezeichneten Teilnehmer nach Berlin zu einer Projektbörse eingeladen.

Mehr über das Projekt „Lieder für den Frieden“.

Mitreißende Eröffnungs- und Geburtstagsfeier bei KONTAKTE-KOHTAKTbI.

(November 2005) In völlig überfüllten Räumen feierte KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. am 18. November sein 15jähriges Bestehen und den Umzug in neue, größere Räume.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von KONTAKTE-KOHTAKTbI-Gründer Eberhard Radczuweit, der auch einen Rückblick über 15 Jahre Vereinsaktivitäten gab. Dr. Gottfried Eberle widmete sich in seiner Ansprache den kulturellen Aktivitäten des Vereins.

Dr. Peter Jahn, Vorstandsmitglied von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. und Direktor des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst stellte seine provokante Festansprache unter die Überschrift „Was ist uns Russland?“.

Milana Kovalska, begleitet von Valeri & Sergej

Milana Kovalska, begleitet von Valeri & Sergej
Foto: Heinz W. Pahlke.

Den musikalischen Rahmen gestalteten Valeri & Sergej, Milana Kovalska und das Ensemble Aleko.

Das Programm und Auszüge aus den Reden.

KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. organisiert internationale Jugendbegegnung.

(November 2005) KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. wird im nächten Jahr im Auftrag der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ eine internationale Jugendbegegnung organisieren. Teilnehmer sind die Preisträger eines Geschichtswettbewerbs russischer, ukrainischer und polnischer Schüler zum 60. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus.

Vom 28. bis 31. Januar werden wir 60 Jugendliche und Ihre Betreuer in Berlin begleiten und ihnen helfen, ihre Aufsätze der Berliner Öffentlichkeit zu präsentieren. Eine Präsentationsveranstaltung und Posdiumsdiskussion mit Historikern findet am 2. Februrar 2006 im Kapitulationssaal des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst statt.

Auf dem Programm stehen weiter thematische Stadtbesichtigungen, ein Theater-Workshop beim Dokumentationstheater „OST-Arbeiter“, ein Freundschaftsspiel beim Fußballclub Nordost und eine Gesprächsrunde mit den jüngsten Abgeordneten des Deutschen Bundestages.

Ehemalige armenische Kriegsgefangene gratulieren KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V..

(November 2005) Der Armenische Verein der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkriegs übermittelte Projektleiter Eberhard Radczuweit und allen Mitgliedern von KONTAKTE-KOHTAKTbI herzliche Glückwünsche zum 15jährigen Bestehen des Vereins.

„Die Partnerschaft unserer beiden Organisationen hat für unsere Vereinmitglieder zur Milderung ihrer seit der Zeit ihrer Gefangenschaft und Zwangsarbeit fortdauernd bestehenden schweren Seelenleiden unschätzbare Bedeutung gehabt“, heißt es in dem von Mels Margarjan und Hrant Nazaretjan unterzeichneten Schreiben.

Der Text der Gratulation im vollen Wortlaut.

Auszeichnungen aus Belarus für drei KONTAKTE-KOHTAKTbI-Mitarbeiter.

(November 2005) Im November 2005 wurden die KONTAKTE-KOHTAKTbI-Mitarbeiter Jan Illig, Eberhard Radczuweit und Dmitri Stratievski von unserer belarussischen Partnerorganisation ausgezeichnet.

In einem Brief aus Minsk heißt es:

„Für aktive Arbeit zur Unterstützung der ehemaligen Kriegsgefangenen, die in der Republik Belarus wohnen und als Zeichen der Anerkennung und des Respekts zeichnet der Vorstand der Belarussischen Republikanischen Stiftung ‚Verständigung und Aussöhnung‘ Sie und Ihre Mitarbeiter aus mit der Medaille ‚Für Hilfe und Unterstützung‘.

Wir hoffen, unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit wird auch in Zukunft fortgesetzt.

Mit freundlichen Grüßen

Walentin Gerassimow
Vorstandsvorsitzender“.

Spenden an 514 ehemalige belarussische Kriegsgefangene ausgezahlt.

(November 2005) KONTAKTE-KOHTAKTbI hat bisher in Belarus 514 ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen Spenden in Höhe von 154 200 Euro übermittelt. Von allen Spendenempfängern liegen unterschriebende Empfangsbestätigungen vor.

Die Übermittlung der Spenden durch die belarussische Stiftung verlief ohne jegliche Probleme. Es gibt weitere belarussische Listen mit rund 200 bisher noch nicht begünstigten NS-Opfern, die von offizieller deutscher Seite keine Zuwendungen erhalten.

60 000 Euro für 200 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Russland.

(November 2005) Am 1. November 2005 wurden 60 000 Spendeneuro auf ein Sonderkonto der russischen Sberbank überwiesen. Empfänger sind ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, die von unserem Vertragspartner, der Russischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“, ermittelt wurden.

Von mehreren Tausend noch lebenden ehemaligen Kriegsgefangenen in Russland, deren Anträge auf „Zwangsarbeiterentschädigung“ abgewiesen wurden, haben wir für diese erste Tranche die zweihundert Ältesten ausgewählt. Sie wurden von uns bereits in persönlichen Briefen von der bevorstehenden Auszahlung informiert. Darin wurden die Spenden als Geste der Anerkennung und unseres Respekts bezeichnet.

KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. hat sein neues Domizil bezogen.

(Oktober 2005) KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. ist in eine neue, größere und schönere Räume umgezogen. Seit dem Wochenende 29./30. Oktober 2005 sind wir in der Feurigstraße 68 in Schöneberg zu finden.

Die neuen Räume liegen nur wenige Minuten Fußweg vom alten Domizil entfernt. Die Telefon- und Faxnummern bleiben unverändert.

Den Einzug in unser neues Domizil feiern wir gemeinsam mit dem 15. Geburtstag von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. am Freitag, dem 18. November, 19 Uhr mit einem großen Fest.

Wohnungen für leukämiekranke Kinder benötigt.

(Oktober 2005) KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. übergab am 25. Oktober 2005 in Berlin der Frau des Chefarztes des Republiks-Kinderkrankenhauses on Moskau, D. Litwinow, 3000 Euro für die Finanzierung von zwei großen Wohnungen für leukämiekranke Kinder.

In einem Brief an uns hatten Ärzte und Eltern das Problem unnötiger Krankenhausaufenthalte geschildert, die alleine den hohen Mieten in Moskau geschuldet sind. Damit leukämiekranke Kinder zukünftig auch ambulant behandelt werden können, sind zwei Wohnungen angemietet worden, deren Finanzierung Krankenhaus und Eltern aber nicht alleine sicherstellen können.

Der Brief aus dem Republiks-Kinderkrankenhaus im vollen Wortlaut.

NS-Opfern wurde eine unbeheizbare Bruchbude zugewiesen.

(Oktober 2005) Unsere armenische Partnerorganisation, der Verein der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges, musste sein Vereinsdomizil wegen Abriss des Hauses verlassen. KONTAKTE-KOHTAKTbI bat deshalb den Bürgermeister von Eriwan, dieser einzigen aktiven Selbsthilfe-Organisation ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener einen neuen Vereinsraum kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Tatsächlich wurde dem Verein ein neuer Raum zugewiesen. Doch er kann nicht beheizt werden und befindet sich in einem katastrophalen Zustand. Trotzdem wird sogar noch eine, wenn auch geringe Miete verlangt.

Blick in den zugewiesenen Raum

Blick in den zugewiesenen Raum.

Wir empfinden dies als obszöne Missachtung alter Menschen, die nicht nur unter dem Naziregime schwer zu leiden hatten, sondern auch unter Stalin vielfachen Repressionen ausgesetzt waren. Wir protestieren gegen diese Diskriminierung und rufen auf zur Solidarität mit den ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen in Armenien!

Ehemalige armenische Kriegsgefangene bedanken sich für neuerliche Spenden.

(Oktober 2005) In einem Brief an KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. berichten Mels Margarjan und Hrant Nazaretjan vom armenischen Vereins der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges über die Freude, mit der die jüngste Spende von 7855 Euro) aufgenommen.

„Für unsere armen Vereinsmitglieder war es ein ganz besonderer Tag, einer der allzu wenigen, wenn sie sich von ihren bedrückenden Erinnerungen an die Zeit der Gefangenschaft gewissermaßen befreit und sich ihrer seit langem vergessenen Menschenwürde bewußt geworden, den kommenden Tag nicht mehr mit Angst und Verzweiflung, sondern mit Freude entgegenzusehen imstande waren.

Es wäre anderswie unmöglich, ihnen solch eine Erleichterung von ihren seelischen und körperlichen Leiden zu bereiten.

Im Namen unseres ganzen Vereins möchten wir Ihnen sowie allen Deutschen, durch deren Beistand und Unterstützung die Spendenaktion möglich wurde, unseren herzlichsten Dank aussprechen.“

Weitere ehemalige Kriegsgefangene hoffen auf eine Zuwendung.

(Oktober 2005) Einer unserer Vertragspartner, die Ukrainische Nationalstiftung „Verständigung und Aussöhnung“ gab über die Medien Suchmeldungen heraus, nachdem KONTAKTE-KOHTAKTbI bereits alle ehemalige Kriegsgefangene begünstigt hat, deren Dokumente in der Stiftung lagern.

Jetzt häufen sich neue Anträge ehemaliger Kriegsgefangener, die bisher keine Hoffnung mehr hatten, aus Deutschland ein Zeichen der Anerkennung zu erhalten. Nach Prüfung ihrer Dokumente und Aussagen kommen sie auf unsere Warteliste.

Unser russischer Vertragspartner hat aus einer Liste mit über 10 000 Einträgen bereits 400 ehemalige Kriegsgefangene aus jenen Regionen ermittelt, die KONTAKTE-KOHTAKTbI für die Erstauszahlungen vorgeschlagen hat. Für die Hälfte von ihnen liegen Spenden von 60 000 Euro zur Auszahlung bereit.

Internationale Auszeichnung für Dr. med. Alexander Karatschunsky.

(September 2005) Am 23. September wurde Dr. med. Alexander Karatschunsky, Professor am Russischen Institut für Kinderhämatologie (Moskau), mit einem 1. Preis der „Sektion PODC“ – Pädiatrische Onkologie in Entwicklungsländern – beim SIOP-Kongress in Vancouver (Kanada) ausgezeichnet.

Gruppenfoto nach der Preisverleihung

Dr. med. Alexander Karatschunsky (im Bild rechts) nach der Preisverleihung.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Kongresses der Internationalen Assoziation der Kinderonkologen stand die Behandlung krebskranker Kinder in Entwicklungsländern. Karatschunsky stellte das „Moskau-Berlin-Protokoll“ vor, ein Therapieprogramm für Kinder mit akuter Leukämie (ALL), das der Preisträger vor 14 Jahren zusammen mit Prof. Dr. med. Günter Henze, Leiter der Onkologie/Hämatologie an der Kinderklinik der Charité in Berlin, zu entwickeln begann.

In der Danksagung wurde auch der Beitrag von KONTAKTE-KOHTAKTbI hervorgehoben. Der Verein ist von Beginn an Wegbegleiter und maßgeblicher Förderer dieser engagierten Arbeit russischer Kinderonkologen.

Ehrenbürgerschaft der Moskauer Schule der Selbstbestimmung für Eberhard Radczuweit.

(September 2005) Am 16. September 2005 wurde KONTAKTE-KOHTAKTbI-Projektleiter Eberhard Radczuweit bei einer Festveranstaltung in der Moskauer Schule der Selbstbestimmung die Ehrenbürgerschaft verliehen.

Die radikaldemokratische Schullebensweise dieser größten staatlichen Experimentalschule Russlands wird von gleichberechtigten Schulbürgern – das sind Lehrer, Schüler und Eltern – nach einer selbstbestimmten Verfassung und Gesetzgebung geführt.

Mit der Auszeichnung an Eberhard Radczuweit wird die langjährige Projektpartnerschaft zwischen der Schule der Selbstbestimmung und KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. gewürdigt. Gegenwärtig beteiligt sich die Schule am KONTAKTE-KOHTAKTbI-Projekt „Schüler helfen NS-Opfern in der GUS“.

KONTAKTE-KOHTAKTbI-Mitglieder besuchten Partnerkliniken in Moskau und Jaroslawl.

(September 2005) Vom 10. bis 17. September besuchten acht KONTAKTE-KOHTAKTbI-Mitglieder die Partnerkliniken des Vereins in Moskau und Jaroslawl.

Die Onkologie-Abteilung des Gebietskinderkrankenhauses in Jaroslawl erhielt von der Gruppe mitgebrachte medizinische Hilfsgüter, das pathologische Labor an der Morosov-Kinderklinik erhielt die von dessen Leiter Prof. Talalajev gewünschte Fachliteratur, der Leiterin des Labors am Republikskinderkrankenhaus, Ludmila Bajdun, wurden 1500 Euro aus dem Fonds „Ärzte für Ärzte“ übergeben, Prof. Karatschunsky erhielt 5057 Euro für die laufenden Kosten des „Moskau-Berlin-Protokolls".

Außerdem besuchte die Gruppe unsere Moskauer Partnerschule, die „Schule der Selbstbestimmung“.

Mehr über die Reise nach Moskau und Jaroslawl.

KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. zieht in neue Räume um.

(September 2005) Ende November ist es soweit und KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. zieht um in eine neue, größere und schönere, aber leider auch teurere Räume.

Der bisherige Zustand war auf die Dauer unerträglich: kalt, dunkel, muffige Kellerluft. Die jetzigen Mehrkosten müssen erwirtschaftet werden durch Mitgliederwerbung und Spenden.

Dafür sind in Zukunft aber auch größere Veranstaltungen in unseren eigenen Räumen möglich. Eröffnet wird das neue Domizil am Freitag, dem 18. November, mit einem großen Fest. Einzelheiten finden sich rechtzeitig unter Veranstaltungen.

7855 Euro an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Armenien überwiesen.

(August 2005) Am 29. August wurden Spenden zu folgender Verwendung auf das Konto unserer armenischen Partnerorganisation Verein der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges überwiesen:

Die größte bisher ausgezahlte Summe, 1305 Euro, erhielt Emma Ghasarjan in Eriwan. Über diese 80jährige Ehefrau eines ehemaligen Kriegsgefangenen, die unter schwersten Bedingungen ihren querschnittgelähmten Mann versorgt, berichtete die Süddeutsche Zeitung, woraufhin diese Summe überwiesen wurde.

Mehr über die in besonders schlimmer Not lebenden ehemaligen NS-Zwangsarbeiter in Armenien.

Weitere 30 000 Euro für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine.

(August 2005) Am 22. August wurden von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. 30 000 Euro an 100 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine überwiesen. Diesmal konnte nur die Hälfte der neu ermittelten ukrainischen Empfangsberechtigten mit einer Geste der Anerkennung begünstigt werden.

Wir suchen deshalb dringend neue Förderer unseres Bürger-Engagements für „vergessene“ NS-Opfer.

Kennwort „Bürgerengagement“.

KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. erhielt die Gemeinnützigkeit für „Völkerverständigung und medizinische Hife“. Spenden sind steuerbegünstigt. (Steuernummer 27/670/56642 beim Finanzamt für Körperschaften I, Berlin – Letzter Freistellungsbescheid vom 12.06.2017).

Bei Angabe der vollständigen Adresse wird ab 50 Euro unaufgefordert eine Spendenquittung zugestellt..

Internationales Sommerseminar in Prochorowka in der Ukraine.

(August 2005) Schülerinnen und Schüler aus Kiew, Minsk, Moskau und Berlin sowie Zeugen und Opfer der NS-Zeit trafen sich vom 26. Juli bis 4. August in Prochorowka in der Ukraine zum zweiten Sommerseminar des Projekts „Schüler helfen ehemaligen Zwangsarbeitern und anderen NS-Opfern in der GUS“.

Mehr über das Sommerseminar in Prochorowka.

Überlebenschancen krebskranker Kinder haben sich verbessert.

(August 2005) Der Moskauer Kinderonkologe Prof. Dr. med. Alexander I. Karatschunsky, seit 1991 Projektpartner von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V., bewertete bei seinem derzeitigen Besuch in Berlin einige Ergebnisse dieser Partnerschaft:

„Im Rahmen des von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. geförderten Therapieprogramms für Kinder mit akuter Leukämie (ALL), das unter der Bezeichnung ‚Moskau-Berlin-Protokoll‘ bekannt wurde, sind bis heute über 2000 Patienten behandelt worden. 70 Prozent dieser Kinder konnten geheilt werden.

Unter den 33 beteiligten Kinderkrebs-Zentren in ganz Russland und Belarus sind einige noch ungenügend ausgerüstet und qualifiziert, so dass in ihnen nur die Hälfte dieser Patienten überlebt, während dort, wo mit Hilfe von KONTAKTE-KOHTAKTbI schon längerfristige Unterstützung gegeben wurde, 80 Prozent der ALL-Kinder gesund werden. Dies entspricht den deutschen Therapie-Erfolgen.“

Um in allen russischen Regionen die gleichen Therapie-Erfolge zu erreichen, bitten unsere russischen Partnerärzte um weitere Unterstützung aus Deutschland.

Internet-Präsentation um weitere Themen ausgebaut.

(August 2005) Der Internet-Auftritt von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. ist erneut gewachsen.

Neu hinzugekommen ist der Projektbereich „Kultur“, der in der Geschichte des Vereins eine große Rolle gespielt hat und zukünftig auch wieder ein größeres Gewicht erhalten soll.

Um die Themen „Shoa in Lettland“ und „Auf den Spuren der Wehrmacht in Weißrussland“ erweitert wurde der Projektbereich „NS-Opfer im Osten“.

Russland bewilligt Steuerbefreiung für Spenden an ehemalige Kriegsgefangene.

(August 2005) Nach monatelangem Ringen um die Steuerbefreiung unserer Spenden für Bürger Russlands, die als sowjetische Kriegsgefangene härtesten Repressionen ausgesetzt waren, hat am 9. August 2005 die „Kommission für Fragen der internationalen humanitären und technischen Hilfe bei der Regierung der Russischen Föderation“ unsere humanitäre Hilfe anerkannt.

Nun ermittelt unsere russische Partnerorganisation zunächst jene Empfangsberechtigten, die in folgenden Regionen (noch!) leben, die einst von der Deutschen Wehrmacht besetzt oder belagert waren: in den Gebieten Brjansk, Orel, Kursk, Leningrad, Wolgograd sowie in der Stadt St. Petersburg.

Die erste Tranche über 60 000 Euro an 200 der Ältesten unter den dort ermittelten ehemaligen Kriegsgefangenen kann voraussichtlich im Oktober überwiesen werden.

Wir hoffen auf Spenden, um danach weitere 2000 Personen in Russland begünstigen zu können.

Kennwort „Bürgerengagement“.

Weitere 120 000 Euro in die Ukraine und nach Belarus überwiesen.

(Juli 2005) Am 22. Juli wurden von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. weitere 120 000 Euro an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine und in Belarus (Weißrussland) überwiesen, die von der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ keine Zuwendung erhalten haben.

Jeder vierte ehemalige Kriegsgefangene seit 2001 gestorben.

(Juli 2005) Der stellvertretende Vorsitzende der Belorussischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“, Konstantin I. Procharenko, berichtet, dass von 800 ehemaligen Kriegsgefangenen, die im Jahre 2001 vergeblich einen Antrag auf Zuwendung aus dem Fonds der „Zwangsarbeiterentschädigung“ stellten, heute nur noch 179 Personen leben.

Zur Zeit richtet die Stiftung für uns die letzten Anfragen an die regionalen Sozialämter des Landes, um noch lebende Antragsteller zu ermitteln. Eine Liste mit den Daten von weiteren 200 noch lebenden ehemaligen Kriegsgefangenen ist in Vorbereitung, so dass wir in Kürze mit der Auszahlung der dritten Tranche via Belarus beginnen können.

Förderpreis der Robert-Bosch-Stiftung für deutsch-russisches Bürgerengagement.

(Juni 2005) Am 23. Juni erhielt KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. für das Engagement zu Gunsten von NS-Geschädigten in Russland, die von der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ nicht begünstigt werden, einen mit 3000 Euro dotierten zweiten Preis der Robert-Bosch-Stiftung.

Insgesamt hatte die Stiftung über 260 Bewerber für die alle zwei Jahre vergebenen Auszeichnungen gezählt.

Überreichung des Preises

Die Journalistin Gabriele Krone-Schmalz überreicht beim Festakt in der russischen Botschaft Eberhard Radczuweit von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V und Jelisaveta Dzhirikova von der Moskauer Bürgerrechts-Organisation „Sostradanje“ die Urkunde.
Foto: Reiner Zensen.

KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V auf dem Kongress „60 Jahre danach“.

(Juni 2005) KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.stellte am 22. Juni in Köln auf einer Konferenz des Bundesverbandes „Information & Beratung“ für NS-Verfolgte eine Einschätzung der deutschen „Entschädigungs“praxis für NS-Opfer aus Osteuropa zur Diskussion und berichtete über eigene Aktivitäten, mit denen die Arbeit der Bundesstiftung ergänzt wird.

Wortlaut der von KONTAKTE-KOHTAKTbI in Köln vorgestellten Bewertung.

60 300 Euro für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine.

(Juni 2005) Am 20. Juni 2005 überwiesen wir eine erneute Tranche auf unser Sonderkonto in Kiew. Damit wurden durch das Bürger-Engagement für vergessene NS-Geschädigte in Nachfolgestaaten der Sowjetunion rund 800 ehemaligen Kriegsgefangenen in der Ukraine insgesamt 242 400 Euro als Geste der Anerkennung übermittelt.

300 zusätzliche Euro erhielt ein 86jähriger ehemaliger Kriegsgefangener im Dorf Boriwka bei Kiew. Wir entsprachen damit seiner Bitte um Unterstützung für sein Bemühen um die Finanzierung einer zentralen Heizanlage im Dorf.

Einzelfallhilfe gewährten wir am 16. Juni mit 4000 Euro für 20 ehemalige Kriegsgefangene in Armenien, deren extreme Notlage uns nachgewiesen wurde.

„Die Zeit“ berichtet über ehemalige sowjetische Kriegsgefangene.

(Juni 2005) Unter der Überschrift „Doppelt entrechtet“ berichtet die Wochenzeitung „Die Zeit“ in der Ausgabe 25/2005 über das schwere Schicksal der ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen im faschistischen Deutschland und später in der Sowjetunion.

NS-Zwangsarbeiter werden seit einiger Zeit entschädigt. Aber nicht alle. Nikolaj Kuzmenko war Kriegsgefangener, als er in Herne arbeiten musste – und bekommt deshalb kein Geld“, berichtet Zeit-Autor Nicol Ljubic. Denn „die deutsche Regierung weigert sich, Kriegsgefangene zu entschädigen“.

Der Artikel in der „Zeit“ im vollen Wortlaut.

IG Metall berichtet über ehemalige NS-Zwangsarbeiter aus Osteuropa.

(Juni 2005) In der Juni-Ausgabe des Monatsmagazins der IG Metall für die Regionen Berlin, Brandenburg und Sachsen wird mit der Überschrift „Kontakt zu den Vergessenen“ über ehemalige sowjetische Kriegsgefangene aus Armenien, Belarus, Russland, Ukraine berichtet, die KONTAKTE-KOHTAKTbI zum 60. Jahrestag der Befreiung nach Berlin eingeladen hatte.

Bemerkenswert ist die Nachricht, wie die IG Metall sich für die „vergessenen“ NS-Opfer einsetzt:

„In einem Brief an die Bundesregierung macht sich die IG Metall Berlin für diese Menschen stark. Um jedem der Überlebenden 300 Euro zahlen zu können, werden etwa fünf Millionen Euro gebraucht. Bitte brigen Sie diesen Betrag aus dem Haushalt der Bundesregierung auf, appellierten Betriebsräte von Siemens, BMW, MAN, Osram und Daimler-Crysler in einem Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder. Nun warten wir auf Antwort.“

KONTAKTE-KOHTAKTbI dankt den Gewerkschaften IG Metall und ver.di für die Unterstützung unseres Bürger-Engagements für NS-Opfer in Nachfolgestaaten der Sowjetunion, die von der Bundesregierung bisher keine Geste der Anerkennung erhielten.

Boris Zabarko informierte über Antisemitismus in der Ukraine.

(Juni 2005) Am 8. Juni besuchten Boris Zabarko, Präsident des Allukrainischen Jüdischen Verbandes der Ghetto- und KZ-Überlebenden, Grigorij Kojfman, Vorsitzender dieses Verbandes im Gebiet Vinniza und Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Potsdam das KOHTAKTbI-Domizil.

Boris Zabarko bedankte sich bei den Mitarbeitern von KONTAKTE-KOHTAKTbI sehr herzlich für die geleistete Hilfe: Bereits zweimal konnten in Kiew Spenden des Vereins an jene Mitglieder seiner Organisation übegeben werden, die zuvor trotz schwerer Verfolgungen während der deutschen Besatzungszeit in der Ukraine keine Zuwendung und Anerkennung aus Deutschland erhalten hatten.

Boris Zabarko informierte über den widersprüchlichen Demokratisierungsprozess in der Ukraine und beklagte den Antisemitismus, der auch „das Zentrum des Landes“ berührt habe. Herr Kojfman äußerte, dass gegenwärtig, wo breite Bevölkerungsschichten sozial benachteiligt seien, die Juden wieder „wie seit tausenden Jahren in der Weltgeschichte als Sündenböcke diskriminiert“ würden.

Der KOHTAKTbI-Projektleiter Eberhard Radczuweit bot Boris Zabarko an, antisemitische Vorfälle in der Ukraine in Deutschland öffentlich zu machen und ukrainischen Medien unseren Protest zu übermitteln.

Im September 2005 stellt Boris Zabarko in Berlin sein vom Dittrich-Verlag herausgegebendes Buch „Nur wir haben überlebt“ vor. KONTAKTE-KOHTAKTbI wird ihn zu einer öffentlichen Veranstaltung einladen.

Beratung russischer und weißrussischer Kinderonkologen in Moskau.

(Juni 2005) Am 11. und 12. Juni 2005 findet in Moskau die nächste Beratung von Medizinern russischer und weißrussischer Kinderkliniken statt, die an der multizentrischen ALL-Studie „Moskau-Berlin-Protokoll“ teilnehmen.

Als deutscher Vertreter beteiligt sich an der Tagung Dr. med. Arend von Stackelberg, Mitglied des KONTAKTE-KOHTAKTbI-Vorstands.

Die von Prof. Dr. med. Alexander Karatschunskij geleitete Tagung wird von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. und der Hamburger Firma Medac finanziell unterstützt.

Mehr über die Tagung der russischen und weißrussischen Kinderonkologen.

Gewerkschaft ver.di erinnert an ehemalige sowjetische Zwangsarbeiter.

(Mai 2005) Unter der Überschrift „Die Vergessenen“ berichtet die von der Gewerkschaft ver.di herausgegebene Zeitschrift „Publik“ in ihrer Mai-Aufgabe über den Besuch ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener in Berlin.

Bei den von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. eingeladenen Gästen handelte es sich um „über 80 Jahre alte ehemalige Kriegsgefangene, für die es nach bundesdeutscher Rechtsprechung keinerlei Anspruch auf eine Entschädigung gibt.“

Ver.di unterstütze deshalb die „dringende Bitte an die Bundesregierung, finanzielle Mittel als humanitäre Geste bereitzustellen“.

Zum vollständigen Bericht in der Gewerkschaftszeitung „Publik“.

Keine humanitäre Geste für „vergessene“ NS-Opfer.

(Mai 2005) Ehemalige sowjetische Kriegsgefangene sollen nach dem Willen des Bundesfinanzministeriums keine finanziellen Zuwendungen für das ihnen während der NS-Diktatur zugefügte Unrecht erhalten, teilte Ministerialrat Löffler Ende Mai KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. mit.

Das Bundesfinanzministeriums sei angesichts der gegenwärtigen Haushaltslage und der gesetzlichen Vorgaben nicht in der Lage, ein Bürger-Engagement für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene zu unterstützen.

Vorausgegangen war dieser Entscheidung der Vorschlag von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V., dass die Bundesregierung zu jedem Euro, der durch Bürger-Engagement für die letzten noch lebenden sowjetischen Kriegsgefangenen gesammelt wird, einen zusätzlichen Euro zuwenden möge.

Weil absehbar ist, dass wir eine Million Spendeneuro zusammen bekommen, betraf unser Vorschlag eine Summe in entsprechender Höhe. Nunmehr scheint festzustehen, dass eine „humanitäre Geste“ und die Unterstützung eines in der Öffentlichkeit befürworteten Bürger-Engagements für diese „vergessenen“ Opfer des Naziregimes den Staatshaushalt und den deutschen Gesetzgeber überfordern.

KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. wählt Dr. Gottfried Eberle zum Vorsitzenden.

(Mai 2005) Zum neuen Vorsitzenden von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. wurde auf der Mitgliederversammlung am 30. Mai 2005 der Musikwissenschaftler und Pianist Dr. Gottfried Eberle gewählt.

Er tritt die Nachfolge von Dr. Hilde Schramm an, die ihre Amtszeit als Vereinsvorsitzende von vorneherein auf ein Jahr befristet hatte, bei KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. aber weiter als Vorstandsmitglied aktiv bleibt.

Herzlicher Dank aus Moskau.

(Mai 2005) In einem Brief an KONTAKTE-KOHTAKTbI hat sich Anatolij Nikolajewitsch Derevenec für die Einladung nach Berlin zum 60. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus bedankt. Besonders beeindruckt war er von der Herzlichkeit des Empfangs und der Betreuung.

Der Brief von Anatolij Nikolajewitsch Derevenec im vollen Wortlaut.

Dankschreiben und Fragen aus Jerewan.

(Mai 2005) In einem Brief an KONTAKTE-KOHTAKTbI hat sich Hrant Nazaretyan für die herzliche Aufnahme seiner Gruppe in Berlin bedankt. Anlass für den Besuch waren die Feiern zum 60. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus gewesen.

Zugleich fragt der Vorsitzende der Armenischen Vereinigung der rehabilitierten Gefangenen des zweiten Weltkrieges, „warum die uns in der Kriegsgefangenschaft beschiedenen Ungerechtigkeiten, die von den uns mit großer Liebe umgebenden Deutschen anerkannt worden sind, vom offiziellen Deutschland nicht akzeptiert ist“.

Der Brief von Hrant Nazaretyan im vollen Wortlaut.

Herzliche Verabschiedung der Gäste aus der ehemaligen Sowjetunion.

(Mai 2005) Mit einem herzlichen Empfang in den Rämlichkeiten von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. wurden am 9. Mai die ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen verabschiedet, die von KONTAKTE-KOHTAKTbI aus Anlass des 60. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus nach Berlin eingeladen worden waren.

Herzliche Verabschiedung der Gäste

Herzliche Verabschiedung der Gäste aus Armenien, Belarus, Russland und der Ukraine.

Benefiz-Veranstaltung zum 60. Jahrestag der Befreiung.

(Mai 2005) Die Begegnung mit ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen stand im Mittelpunkt einer Benefiz-Veranstaltung, zu der KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus am 7. Mai in die Akademie der Künste eingeladen hatte.

Mehr über die Benefiz-Veranstaltung für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene.

Brief der IG Metall an den Bundeskanzler.

(Mai 2005) Den Besuch von elf ehemaligen Kriegsgefangenen aus Armenien, Belarus, Russland und der Ukraine bei der IG Metall, Verwaltungsstelle Berlin, nahm die Gewerkschaft zum Anlass für einen Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder.

„Bis heute haben diese Menschen von der deutschen Politik keine Anerkennung für ihr schweres Schicksal, keine Entschädigung für ihr Leid erhalten“, heißt es in dem Brief. Erst das von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. initiierte Bürger-Engagement habe den ehemaligen Kriegsgefangenen zu einer finanziellen Hilfe verholfen.

„Um jedem 300,00 Euro zu zahlen, müssten etwa 5 Millionen Euro aufgebracht werden. Wir appellieren an Sie, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, diesen Betrag aus dem Haushalt der Bundesregierung aufzubringen“, fordert die IG Metall.

Der Brief der IG Metall Berlin in vollem Wortlaut.

Ehemalige Kriegsgefangene feierten in Berlin Befreiung vom Faschismus.

(Mai 2005) Elf ehemalige Kriegsgefangene aus Armenien, Belarus, Russland und der Ukraine weilen anlässlich des 60. Jahrestages des Sieges über den Hitlerfaschismus auf Einladung von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. vom 2. bis 10. Mai in Berlin. Der Jüngste ist 81 Jahre, der Älteste 95 Jahre alt.

Unter anderem nehmen die Gäste am 8. Mai an der Gedenkveranstaltung des Deutschen Bundestages und am 7. Mai an der Benefiz-Veranstaltung von KONTAKTE-KOHTAKTbI in der Akademie der Künste teil. Ebenfalls auf dem Programm stand ein Empfang der Senatskanzlei.

Während des Empfanges

André Schmitz, Chef der Berliner Senatskanzlei (rechts) empfängt die ehemaligen Kriegsgefangenen.
Foto: Tamara Katsperowsky.

Jan Illig für Engagement für NS-Opfer ausgezeichnet.

(Mai 2005) Für sein Engagement für NS-Opfer in Belarus ist Jan Illig von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. am 2. Mai vom weißrussischen Fonds „Verständigung und Aussöhnung“ mit einer Urkunde ausgezeichnet worden:

„Für die aktive Hilfe bei der sozialen Unterstützung von Bürgern, die Opfer des Faschismus wurden, wird Jan Illig, Leiter des Projektes ‚Schüler helfen NS-Zwangsarbeitern‘, ausgezeichnet.

Valentin Jakovlevitsch Gerassimov.

Vorsitzender des Fonds ‚Verständigung und Aussöhnung‘“.

Schüler reisten nach Minsk.

(Mai 2005) Gut eine Woche, vom 30. April bis 8. Mai, weilte eine Schüler-Gruppe der Freien Waldorfschule Berlin-Südost in Minsk, um sich mit Schülerinnen und Schülern der dortigen 137. Schule und ehemaligen NS-Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern zu treffen und Friedenslieder zu singen.

Die Reise fand im Rahmen des Projektes „Lieder für den Frieden“ der Initiative „Schüler helfen ehemaligen Zwangsarbeitern und anderen NS-Opfern in der GUS“ statt. Im Mittelpunkt standen mehrere Chor-Auftritte in Minsker Betrieben.

Mehr über die Chor-Reise nach Minsk.

Bundesverteidigungsminister Struck lobt KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.

(Mai 2005) In einem Beitrag für die Mai-Ausgabe der Zeitschrift „Chrismon“ hat sich Bundesverteidigungsminister Peter Struck sehr lobend zur Tätigkeit von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. geäußert:

„In diesen Tagen, an denen wir des Endes des Zweiten Weltkrieges gedenken, möchte ich Ihnen die Arbeit von ‚Kontakte-Kontakty‘ ans Herz legen. Der Verein kümmert sich um ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, die Zwangsarbeit leisten mussten und vom Entschädigungskatalog der Bundesstiftung nicht erfasst werden.“

Fernsehen zeichnet Spendenübergabe in Kiew auf.

(April 2005) Am 21. April 2005 lädt der Ukrainische Verband der Ghetto- und KZ-Überlebenden in Kiew zu einer Veranstaltung ein. Anlass ist die Übergabe von Spendengeldern an 60 Mitglieder des Verbandes. Der KONTAKTE-KOHTAKTbI-Beauftragte Dmitri Stratievski überreicht insgesamt 18 000 Euro des Vereins, die für das „Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer in Ländern der ehemaligen Sowjetunion“ gespendet wurden.

Die Begünstigten hatten während der deutschen Besatzungszeit im Versteck überlebt und erhalten weder von der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ noch von der Jewish Claims Conference Zuwendungen.

Die Veranstaltung wird vom SWR für die ARD aufgezeichnet: Am 23. April 2005, zwischen 16.20 und 16.30 Uhr, wird das Europa-Magazin der ARD einen Bericht über die Aktivitäten von KONTAKTE-KOHTAKTbI in Kiew senden.

Begegnung Berliner und Kiewer Schüler in Lublin.

(April 2005) Vom 4. bis 8. April fand in Lublin (Polen) eine Begegnung von Berliner und Kiewer Schülern des Projekts „Schüler helfen ehemaligen Zwangsarbeitern und anderen NS-Opfern in der GUS“ mit drei Überlebenden des KZ Majdanek statt.

Broschüre „Nach 60 Jahren“ erinnert an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene.

(April 2005) Fast täglich erreichen KONTAKTE-KOHTAKTbI Briefe ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener, die über ihre schrecklichen Erlebnisse als Zwangsarbeiter und KZ-Häftling berichten. Ihnen gemeinsam ist, dass sie nach geltendem deutschen Recht trotzdem keinen Anspruch auf Entschädigung haben.

Eine Auswahl dieser Briefe haben wir jetzt unter dem Titel „Nach 60 Jahren – Erinnerungen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener“ als Broschüre veröffentlicht. Gegen 3 Euro in Briefmarken schicken wir sie gerne zu:

KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.
Feurigstraße 19
10827 Berlin.

Titelseite der Broschüre zum 60. Jahrestag der Befreiung

Titelseite der Broschüre zum 60. Jahrestag der Befreiung.

60 000 Euro Spendengelder für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Belarus.

(April 2005) Am 12. April 2005 wurden 60 000 Euro Spendengelder für 200 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Belarus (Weißrussland) überwiesen.

Insgesamt stehen in der Datenbank der Belorussischen Nationalstiftung „Verständigung und Aussöhnung“ die Namen von 1477 ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, die von der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ nicht begünstigt werden können.

Erste Spendengelder für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Belarus.

(März 2005) Am 31. März 2005 überwies KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. die ersten 30 000 Euro Spendengelder für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Belarus (Weißrussland). 100 ehemalige Kriegsgefangene erhalten jeweils 300 Euro.

Die Belorussische Nationalstiftung „Verständigung und Aussöhnung“ ist die vierte Partnerorganisation, mit der wir vertragliche Vereinbarungen zur Auszahlung von Spenden an jene NS-Geschädigten getroffen haben, die von der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ nicht begünstigt werden können.

Die belorussische Partnerorganisation verfügt über Dokumente und Adressen von 1477 ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, die vergebens Anträge auf Gleichstellung mit zivilen NS-Zwangsarbeitern gestellt hatten. Ob alle noch lebenden ehemaligen Kriegsgefangenen von uns eine Zuwendung von jeweils 300 Euro nebst persönlichen Briefen erhalten können, ist vom Ergebnis künftiger Spendeneingänge abhängig.

Spendenkonto:
Kontakte-Kontakty, Konto-Nr. 306 55 99 006, Berliner Volksbank, BLZ 100 900 00
Kennwort „Bürgerengagement“

KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. erhielt die Gemeinnützigkeit für „Völkerverständigung und medizinische Hife“. Spenden sind steuerbegünstigt. (Steuernummer 27/670/56642 beim Finanzamt für Körperschaften I, Berlin – Letzter Freistellungsbescheid vom 12.06.2017)

Ukrainischer Opferverband bittet dringend um Hilfe.

(März 2005) Noch immer melden sich weitere ehemalige NS-Zwangsarbeiter, die von der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ nicht erfasst worden sind. Ihre Hoffnung ruht deshalb voll auf KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V.

In einem Dankschreiben an den Verein informierte der Vorsitzende der Ukrainischen Nationalstiftung „Verständigung und Aussöhnung“, Igor Luschnikow, am 18. März:

„Wir erhalten auch Anträge und Dokumente von früheren Kriegsgefangenen, die in der Stiftungsdatenbank nicht registriert sind (…) Kann Ihr Verein mit den Kosten für die Hilfeleistung an zusätzliche Personen rechnen? Unter Berücksichtigung der extrem hohen Sterblichkeit dieser betagten Menschen ist die Frage höchst aktuell und duldet keinen Aufschub.“

Spendenkonto:
Kontakte-Kontakty, Konto-Nr. 306 55 99 006, Berliner Volksbank, BLZ 100 900 00
Kennwort „Bürgerengagement“

KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. erhielt die Gemeinnützigkeit für „Völkerverständigung und medizinische Hife“. Spenden sind steuerbegünstigt. (Steuernummer 27/670/56642 beim Finanzamt für Körperschaften I, Berlin – Letzter Freistellungsbescheid vom 12.06.2017)

45 000 Euro Spendengelder für ukrainische und armenische NS-Opfer.

(März 2005) KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. hat am 17. März weitere 45 000 Euro Spendengelder zugunsten ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener überwiesen, die in Deutschland Zwangsarbeit leisten mussten. 15 000 Euro gingen in der Ukraine, wo 50 alte Menschen bedacht werden, und 30 000 Euro nach Armenien, wo 350 NS-Opfer eine Spende erhalten.

Vertrag mit der Russischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ unterschrieben.

(Februar 2005) Der Projektleiter des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. Eberhard Radczuweit und der Vorsitzende der Russischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ A. I. Voikov haben am 10. Februar in Moskau einen Vertrag über die Auszahlung von Spendengeldern an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Russland unterzeichnet.

Ihre Daten und Dokumente sind erfasst, weil die Betroffenen Anträge auf Leistungen der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gestellt hatten. Sie erhielten jedoch von der russischen Stiftung einen Ablehnungsbescheid mit dem Hinweis, dass die Bundesrepublik Deutschland ehemaligen Kriegsgefangenen keinen Leistungsanspruch zuerkennt.

Die russische Stiftung hat mehr als 10 000 Antragsteller registriert. KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. wird in mehreren Tranchen pro Person 300 Euro auszahlen. 120 000 Euro sind für die ersten beiden Tranchen reserviert. KONTAKTE-KOHTAKTbI hofft auf weitere Spenden für diese „vergessenen“ NS-Opfer. Jeder Begünstigte erhält neben der Nachricht über die Auszahlung einen Brief. Darin kommen Anerkennung und Respekt zum Ausdruck, die diesen Menschen 60 Jahre verweigert wurden.

Treffen mit ehemaligen NS-Zwangsarbeiterinnen in der „Schule der Selbstbestimmung“.

(Februar 2005) Am 10. Februar fand eine Veranstaltung von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. in der Moskauer „Schule der Selbstbestimmung“ statt. Rund 80 Moskauer Schülerinnen und Schüler trafen mit ehemaligen NS-Zwangsarbeiterinnen zusammen, die im Rahmen des Projekts „Schüler helfen NS-Opfern“ über längere Zeit von den Jugendlichen betreut werden.

Vier alte Frauen, die von der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ keine Zuwendungen erhalten können, erhielten Spenden von jeweils 300 Euro, alle zusammen bekamen aus den Händen der Jugendlichen und des KONTAKTE-KOHTAKTbI-Vertreters Eberhard Radczuweit medizinische Hilfsmittel, zum Beispiel Blutdruckmesser. Bei dieser bewegenden Zusammenkunft kam vielfach die große Bedeutung des Projekts für beide Seiten zur Sprache.

Spendenübergabe im Moskauer Sacharow-Museum.

(Februar 2005) Am 9. Februar fand im Sacharow-Museum in Moskau die feierliche Übergabe von Spenden an zehn ehemalige sowjetische Kriegsgefangene statt. Die Spenden wurden von Moskauer Schülern überreicht, die an dem deutsch-russischen Projekt „Schüler helfen NS-Opfern in der GUS“ teilnehmen. Weitere 18 Eingeladene, die aus Gesundheitsgründen an dieser Veranstaltung nicht teilnehmen konnten, erhielten in den folgenden Tagen jeweils 300 Euro.

Eberhard Radczuweit vom Verein KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. erklärte den Versammelten, dass hiermit Hilfeleistungen für vergessene NS-Opfer in Russland beginnen, nachdem in der Ukraine und in Armenien bereits über tausend ehemalige sowjetische Kriegsgefangene und andere NS-Opfer begünstigt worden sind.

Mehrere russische regionale und überregionale Fernsehsender dokumentierten die Begegnung und Spendenübergabe. Erstmals konnten ehemalige sowjetische Kriegsgefangene sich in Russland an die Öffentlichkeit wenden. Sie trugen ihre erschütternden Lebensberichte vor laufenden Kameras vor.

Mehr über die Ehrung im Sacharow-Museum in Moskau.

15 000 Euro für NS-Opfer in Armenien überwiesen.

(Februar 2005) Am 2. Februar überwies KONTAKTE-KOHTAKTbI 15 000 Euro auf das Konto der armenischen Partnerorganisation, Verein der rehabilitierten Gefangenen des Zweiten Weltkrieges. Zuvor war der Rechenschaftsbericht über die Verteilung von 10 000 Euro eingetroffen, die im Dezember 2004 für 330 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene überwiesen wurden.

Die soziale Lage alter Menschen ist in Armenien extrem schlecht. Deshalb ist dort die Vergabe von Spendengeldern an NS-Opfer, die Zwangsarbeit für Nazideutschland leisteten, nicht nur eine Geste der Anerkennung, sondern eine wichtige Nothilfe. Insgesamt sind bis jetzt 100 000 Euro an Spendengelder an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in Armenien übermittelt worden.

Weitere 60 000 Euro für ukrainische NS-Opfer.

(Januar 2005) Am 24. Januar überwies KONTAKTE-KOHTAKTbI 60 000 Euro als 3. Tranche für NS-Opfer in die Ukraine, die als sowjetische Kriegsgefangene schwerste Zwangsarbeit in Deutschland leisten mussten.

Unser Vertragspartner, die Ukrainische Nationalstiftung „Verständigung und Aussöhnung“, wird davon jeweils 300 Euro an 200 NS-Opfer auszahlen. Diese Summe entspricht dem Sechs- bis Neunfachen ihrer monatlichen Altersrente. Jeder von ihnen erhält daneben einen Brief von uns.

Damit wurden bisher 180 000 Euro aus dem Spendenaufkommen von KONTAKTE-KOHTAKTbI an 600 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine über die Ukrainische Nationalstiftung ausgezahlt. Außerdem wurden rund 6000 Euro Spenden bei mehreren persönlichen Begegnungen in der Ukraine übergeben. Alle bisherigen Spendenempfänger erhielten persönliche Briefe von uns.

Internet-Präsentation wird weiter ausgebaut.

(Januar 2005) Wer sich auf unserer Internet-Seite umsah, konnte bislang den Eindruck gewinnen, dass es KONTAKTE-KOHTAKTbI erst wenige Jahre gibt. Doch tatsächlich wurde der Verein bereits 1990 gegründet. Nach und nach wollen wir nun auch die früheren Jahre sichtbar machen.

Das Meldungsarchiv reicht jetzt bis 1995 zurück und das Veranstaltungsarchiv sogar bis 1991. Um ältere Texte ergänzt wurden besonders die Selbstdarstellung und der Bereich „Schule und Demokratie“. Letzterer beinhaltet jetzt auch die deutsch-russischen Schüler- und Lehrer-Begegnungen der letzten Jahre in Berlin, Moskau und Auschwitz.

Übersicht früherer Meldungen.

1990–1994 | 1995–1999 | 2000–2004 | 2005–2009 | 2010–2014 | 2015

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