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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Aktuelle Meldungen.

Solidarische humanitäre Hilfe von KONTAKTE-KOHTAKTbI in Georgien.

Larisa Pokolenko und Nugsar Andguladse von unserer Partnerorganisation "Drushba" haben Anfang November 2017 die dringend benötigte Unterstützung zur Beschaffung von Heizmaterial an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene aus Georgien verteilt. Wachtang Samcharadse besuchten sie in seinem Dorf, der 97-jährige Alexander Kochreidse holte sich das Geld persönlich zu Fuß im Gebäude des Veteranenrats in Kutaisi ab.

Larisa und Nugsar haben außerdem einen neuen ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen aus Georgien in Kobuleti am Schwarzen Meer besucht. Omar Suleimanowitsch Zezchladse ist muslimischer Georgier aus der Region Adscharien. Der 97-jährige arbeitete gerade in seinem Garten, als Larisa und Nugsar kamen. Sie berichten, dass er lebhaft von seiner Kriegsgefangenschaft in der Nähe von München berichtete und noch nie etwas von KONTAKTE-KOHTAKTbI gehört hatte. Sein Sohn hat die Dokumente an "Drushba" geschickt; wir haben sie geprüft und Herr Zezchladse wird 300 € mit der nächsten Überweisung nach Georgien erhalten.

Partnerreise nach Kiew und Dnipro.

Vom 8. bis 13. Oktober 2017 hatten wir mit der Unterstützung der Stiftung EVZ die Gelegenheit, alte und neue Partnerinstitutionen für gemeinsame zukünftige Projekte zu treffen. Dabei traten wir in regen Austausch mit sehr kompetenten und engagierten Menschen, die in ihren Einrichtungen wichtige Arbeit leisten.

In Kiew stellte uns Boris Zabarko, der Vorsitzende der Ukrainischen Assoziation der ehemaligen jüdischen Ghetto- und KZ-Gefangenen, seine MitarbeiterInnen und ihre alltägliche Arbeit vor.

v. l. n. r.: Tatjana Archipowa, Wladimir Michailowskij, Boris Zabarko, Petr Kamenew.

Er selbst konnte als Kleinkind den Massenerschießungen der Kiewer Juden entkommen. Hier erfuhren wir wieder, wie wichtig die Spendengelder von KONTAKTE-KОНТАКТЫ sind, um die wachsende materielle Not der Überlebenden angesichts der stetig steigenden Lebenshaltungskosten zu lindern. Dies ist auch ein wichtiger Teil der Arbeit der Stiftung Verständigung und Toleranz, die neben der Unterstützung von Opfern des Nationalsozialismus auch Jugendbildung und wissenschaftliche Austauschprojekte durchführt. Der Stiftungspräsident Igor Luschnikow und seine Mitarbeiterin Olena Martschuk empfingen uns in der Stiftung am Tag unserer Abreise aus der Ukraine.

Während unseres Aufenthalts in Kiew gelang es uns, in den Bezirk Darnitsa zu fahren, wo sich das Stalag Nr. 334 befand. Wir konnten zwei Denkmäler aufspüren, die vermutlich an das Leid der Kriegsgefangenen erinnern.

Denkmal im Kiewer Bezirk Darnitsa.

Anschließend fuhren wir zum Majdan Nezaleschnosti (Platz der Unabhängigkeit), um die Gedenkkultur um die Toten vom Euromajdan 2013/2014 zu betrachten. Auf einer langen Mauer sind die Portraits mit Name, Berufsbezeichnung, Geburts- und Todesdatum der auf den Majdan getöteten AktivistInnen aufgereiht (drei Frauen und 97 Männer). Darüber hinaus gibt es einzelne Grabdenkmäler von Getöteten und ein größeres Denkmal, das sie als Helden rühmt. Uns berührten die Portraits stark, da wir uns noch gut an die Nachrichten von vor knapp vier Jahren erinnern konnten.

Portraits von Getöteten des Euromajdan 2013/2014 in Kiew.

Nach diesem Tag in Kiew stiegen wir in den Nachtzug nach Dnipro, das ehemalige Dnipropetrowsk (mit dem kommunistischen Namenspatron Grigori Petrowski), welches im Rahmen des 2015 erlassenen Gesetzes zum Verbot von Symbolen kommunistischer und nationalsozialistischer Regime umgetauft wurde. Unter anderem sollten damit die kommunistischen Spuren in fast 1000 Ortsnamen ausgelöscht werden. Doch eine Rückkehr zum vorrevolutionären Namen der Stadt, Jekaterinoslaw, war nicht möglich, da eine Erinnerung an die Zeit im Russischen Zarenreich ebenfalls unerwünscht ist. So einigte man sich darauf, die Stadt nach dem Fluss zu benennen, an dem sie liegt (Holm, Kerstin: Städte umtaufen).

Am Bahnhof von Dnipro empfing uns in früher Morgenstunde Dr. Natalja Venger, Dozentin an der Fakultät für Geschichte der Nationalen Universität Dnipro (DNU) und am dort angesiedelten Zentrum für deutsch-ukrainische Studien. Nachdem sie uns unser Zimmer im Studierendenwohnheim gezeigt hatte, gingen wir zu den zwei Denkmälern auf dem Uni-Campus, die an die Massenerschießungen der jüdischen Bevölkerung, von weiteren Zivilisten und von Kriegsgefangenen erinnern. Anschließend stellte sie uns dem Dekan der Fakultät für Geschichte, Sergij Svitlenko, vor, welcher uns freundlich empfing und große Bereitschaft zur Zusammenarbeit bekundete. Dann lernten wir Studierende der Fakultät kennen, die sich mit vielfältigen Aspekten der Geschichte des Zweiten Weltkriegs beschäftigen, und die wir hoffentlich bald in einem Projekt als Teilnehmende begrüßen dürfen!

Rosanna Dom und Ragna Vogel mit Geschichtsstudenten der DNU.

Natalja führte uns am Nachmittag durch die Stadt, sodass wir sowohl die Architekturdenkmäler aus der vorsowjetischen Zeit als auch die sonnige Uferpromenade des Dniprs kennenlernen konnten. Eine große Sehenswürdigkeit der Stadt ist die sogenannte Klosterinsel, auf der sich heute der Schewtscheko-Erholungspark und die St. Nikolaus Kirche befindet.

Klosterinsel in Dnipro.

Am Abend trafen wir den Lektor des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Olaf Mittelstrass, um mit ihm gemeinsam, über eine Einbindung seiner Studierenden als Dolmetscher in ein zukünftiges Projekt nachzudenken. Er bietet Seminare für Studierende der Übersetzungswissenschaften an. Über ihn erfuhren wir auch über die Schattenseiten des Lebens in Dnipro/der Ukraine. So finden von Dezember bis Februar keine Lehrveranstaltungen an den Unis statt, weil diese aufgrund der finanziellen Engpässe nicht in der Lage sind, die Lehrgebäude zu beheizen. Die Lehrveranstaltungen dieser Monate werden vorgezogen oder nachgeholt.

Am nächsten Tag konnten wir dank der Vermittlung von Natalja den Direktor vonTKUMA – Ukrainisches Institut für Holocaust-Studien, Igor Schtschupak, kennenlernen. Ziel des Institutes ist es, über den Holocaust in der Ukraine aufzuklären. Dies tut es nicht nur über wissenschaftliche Publikationen und Geschichtsschulbücher, sondern auch über das Museum Jüdisches Gedächtnis und der Holocaust in der Ukraine, welches wie das Institut im beeindruckenden jüdischen Kultur- und Geschäftszentrum Menorah untergebracht ist. Dieses prachtvolle Gebäude im Zentrum der Stadt, welches in seiner äußeren Form einem siebenarmigen Leuchter nachempfunden ist, wurde mit der finanziellen Unterstützung des Oligarchen Ihor Kolomojskyj 2012 erbaut. In kurzer Zeit scheint es sich, zu einer von vielen Bürgern aus Dnipro geschätzten und genutzten Einrichtung entwickelt zu haben.

Türme des jüdischen Kultur- und Geschäftszentrums Menorah .

Wiederum dank Nataljas Vermittlung stand uns dann in der zweiten Tageshälfte der Taxifahrer Sascha mit seinem Auto für einige Stunden zur Verfügung. Er fuhr uns kreuz und quer durch die Stadt und auch über die Stadtgrenze hinaus zu Orten, an denen Denkmäler oder Hinweistafeln für ermordete sowjetische Kriegsgefangene oder Psychiatriepatienten standen. Die Liste der Denkmäler hatten wir vorher über das Denkmalamt erhalten. So lernten wir die Stadt noch einmal von ganz neuen Seiten kennen und fanden in abgelegenen Stadtteilen Denkmäler, die auf ganz unterschiedliche Weise auf die erschütternden Verbrechen der nationalsozialistischen Besatzer hinweisen. So zum Beispiel das Denkmal am „Ort der Erschießung von 20 000 friedlichen Einwohnern (...)” im September 1943.

Denkmal in der vul. Akademika Angelja 35.

Sascha setzte uns anschließend vor einem Lokal ab, in dem auf das Betreiben des DAAD-Lektors hin ein deutscher Stammtisch einmal im Monat stattfindet. Er hatte uns sehr darum gebeten, dazuzustoßen, da die Deutschlernenden sich immer sehr über den Austausch mit Muttersprachlern freuen.

Der letzte Tag war dem Besuch des Nationalen Historischen Museums Dnipropetrovsk gewidmet. Die sehr kompetente Führung von zwei MitarbeiterInnen durch die Ausstellung über die Zeit der deutschen Okkupation der Stadt Dnipro machte die Vielschichtigkeit von Geschichtsdeutung in der Ukraine sehr deutlich. Außerdem trafen wir dort den Direktor der historischen Such-Organisation Poisk-Dnepr, Andrij Bischko, der uns von den vielen unbekannten Orten im Gebiet von Dnipro berichtete, an denen bis zum heutigen Tage seine Organisation nach den Überresten von gefallenen Soldaten oder durch Massenerschießungen umgekommene Rotarmisten und Zivilisten des Zweiten Weltkriegs sucht.

Und zum Schluss traf uns mit voller Wucht die neue Ausstellung zu den aktuellen Geschehnissen im Osten der Ukraine. Das Museum ist eines der ersten im Lande, welches in diesem Umfang den noch nicht beendeten Konflikt thematisiert. So hängen nun an der Wand gegenüber von den Helden des Zweiten Weltkrieges die „neuen Helden”, die seit 2014 in dem bewaffneten Konflikt in den Gebieten Luhansk und Donezk getötet wurden.

Körperlich erschöpft aber voller intensiver Eindrücke kehrten wir nach Berlin zurück.

Ausstellung des historischen Museums zum Konflikt im Osten der Ukraine seit 2014.

© Alle Fotos von Rosanna Dom und Ragna Vogel

KOHTAKTbI-Solidarität in Armenien.

Im September überwiesen wir 10.000 € an den „Verein der rehabilitierten Gefangenen des 2. Weltkriegs” in Jerewan/Armenien. Gestern erhielten wir die Belege über die Auszahlung des Geldes an die Vereinsmitglieder und diesen Bericht (in Deutsch):

Ihre lieben Spenden sind, wie wir bereits mehrfach erfahren haben, für die Besorgung der notwendigsten Medikamente unserer betreffenden Vereinsmitglieder sowie für die Erleichterung ihrer äußerst schweren Notlage verwendet worden. Über sieben von ihnen haben sich dabei stationär behandeln lassen, was ihnen von den Ärzten zuvor dringend empfohlen war. Außerdem sind weitere zwei Mitglieder bereits erfolgreich operiert worden, und ihre Genesung geht, wie uns vor kurzem berichtet wurde, ganz gut voran.

Bei der Begünstigung von Herrn Papjan ist es dabei zu einem glücklichen Zufall gekommen, worüber ich Ihnen berichten möchte. Unser Gremium war auf der Fahrt nach Jeghegnadsor und hatte nicht geplant, am gleichen Tag Herrn Papjan, der in Idschewan bzw. etwas weit entfernt in einer anderen Richtung wohnt, zu begünstigen, als sie von ihm einen Alarmanruf über die Situation seines Sohnes bekommen haben, der wegen einer schweren Vergiftung ins Krankenhaus gebracht worden war, aber das Geld für die Zahlung der dringend wichtigen Behandlung nicht ausreichte. So haben unsere Vereinsfreunde sofort die Richtung geändert und sind schnellstens zum Krankenhaus Idschewans gefahren. Sie haben dort das fehlende Geld bezahlt, und nachdem die Operation erfolgreich beendet war, sind sie zu Herrn Papjan gefahren, um ihm den übrigen Teil der Spende zu übergeben. Der liebe arme Herr Papjan hat dann unser Gremium darum gebeten, Ihnen nebst der Übermittlung seines herzlichsten Dankes mitzuteilen, dass ihm die Rettung seines Sohnes auch die Rettung seines eigenen Lebens bedeutete.

Im Namen unseres ganzen Vereins möchten wir unserem Partnerverein KONTAKTE-KONTAKTY sowie allen Deutschen, durch deren Beistand und Unterstützung die Spendenaktion ermöglicht worden ist, unseren herzlichsten Dank aussprechen...

Nachruf auf Heinz Pahlke.

Der Verein „KONTAKTE-KOHTAKTbI” e.V trauert um sein Gründungsmitglied und langjährigen Mitarbeiter Heinz Pahlke. Er ist am 18. Mai 1950 in Berlin geboren und hat schon am Albert-Einstein-Gymnasium erste journalistische Versuche für die Schülerzeitung unternommen. Während der Schulzeit beginnen auch schon Reisen in die Länder Osteuropas. Osteuropa wird sein Lebensthema bleiben. Trotz seiner journalistischen Ambitionen studiert Pahlke erst einmal Volkswirtschaft an der TU Berlin, entfaltet aber bereits während dieser Zeit journalistische Tätigkeit in den Bereichen Lokales und Wirtschaft. Anfang der siebziger Jahre arbeitet er im „Werkkreis Literatur der Arbeitswelt” mit und beschäftigt sich mit literaturtheoretischen Themen. In den achtziger Jahren wechselt er endgültig zum Journalismus, wo ihn zunehmend auch Verkehrssicherheit und Tourismus interessieren. Das gipfelt 1987 in einem Buch „Rosarote Zeiten? Verkehrspolitik, Bahn und Profit”.

In der Zeit beginnt er für diverse Tageszeitungen wie die „Berliner Zeitung”, die „FAZ” und die „Berliner Morgenpost” zu schreiben. Ich habe ihn damals in der Westberliner „Deutsch-Sowjetischen Gesellschaft” kennengelernt, in der auch Eberhard Radczuweit tätig war.

Nach der Wende in der DDR 1989 wird auch diese Region Ziel von Recherchereisen. Das lebhafte Reisen nach Osteuropa gipfelt 2004-2006 in der Mitarbeit an Reiseführern durch sämtliche osteuropäische Staaten.

Seit Ende der Neunziger beschäftigt sich Pahlke zunehmend mit Internet und Online-Publishing. Das wird sein zweites berufliches Standbein. Er hat bis zuletzt auch die Website der „Kontakte” betreut. Ihm lag an einem Webdesign, das auch Behinderten zugänglich ist.

2008 veröffentlicht er den Titel „Buchsatz für Autoren. Vom Manuskript zum Buch mit Publishing on Demand”. 2009 eröffnet er einen eigenen Blog zu „Literatur und Philosophie”. 2010 startet er die Plattform „Buchentdeckungen”, die Veröffentlichungen kleiner Verlage vorstellt.

Aus dieser reichen Tätigkeit wurde Heinz Pahlke am 20. August 2017 viel zu früh durch den Tod herausgerissen. Doch er hinterlässt viele Spuren, nicht zuletzt bei den „Kontakten”, die ihm zu großem Dank verpflichtet sind.

Gottfried Eberle

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Wenn ich nur für mich bin, was bin ich? Und wenn nicht jetzt, wann dann?

Talmudtraktat Pirque Aboth, 1,14.

Eberhard Radczuweit.

8. November 1941 – 8. August 2017.

Wir haben unseren Freund Eberhard verloren – einen Menschen der Zuwendung zum Nächsten, ein pragmatischer Idealist, der mit Würde bewahrenden Initiativen die Leiden krebskranker Kinder wie auch die Lebensgeschichten sowjetischer Kriegsgefangener nach Umständen extremer Entrechtung wahrnahm und Wege der Hilfe fand. In bewegender zwischenmenschlicher Gebundenheit gründete er 1990 den Verein KONTAKTE-KOHTAKTbl, in dem er mit persönlichem Mut und einer Praxis der sozialen Verpflichtung wider alle Misstrauensbewegungen an einer stärkenden Freundschaft mit den Ländern der ehemaligen Sowjetunion arbeitete. Sein ethisches Vermächtnis dieser Würde stabilisierenden „Kontakte” ruht in der Gewissheit, dass nichts so bleiben muss, wie es ist.

In Dankbarkeit und Trauer

KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. – der Vorstand.

Foto: Christian Schwartz.

Wir alle trauern um Eberhard Radczuweit, der unseren Verein 1990 gegründet hat und ihn seither bis zu seinem Tod in aufopferungsvoller Arbeit betreut hat. Es soll an dieser Stelle sein Leben gewürdigt werden. Er ist 1941 in Berlin-Friedenau geboren, lebte bis zur Gründung der DDR in Finsterwalde, wo er eingeschult wurde. Seine weitere Kindheit verbrachte er im Rheinland. Mit 17 trat er in eine Kunstschule in Düsseldorf ein, und ein Jahr später begann er an der damaligen Hochschule für Bildende Künste (heute Universität der Künste) ein Studium im Fachbereich Freie Malerei. Seit den 70er Jahren war er aktiv in der Friedensbewegung und setzte sich zunehmend mit den Feindbildern des Kalten Kriegs auseinander. In der Westberliner DSF (Deutsch-Sowjetische Freundschaft) organisierte er Kulturveranstaltungen, sogenannte „Tage der UdSSR”, veranstaltete Stadtteilfeste zu verschiedenen sowjetischen Republiken, verließ schließlich aber die Gesellschaft wegen ihrer poststalinistischen Mentalität. Ende der 80er Jahre rief er zur Gründung einer überparteilichen Vereinigung auf, die 1990 vom damaligen Präsidenten der Hochschule der Künste ins Leben gerufen wurde. Seither arbeitete er ohne Unterbrechung in diesem Verein für Kontakte zu den Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Ein besonderes Anliegen waren ihm die sowjetischen Kriegsgefangenen unter dem NS-Regime. Unermüdlich kämpfte er für ihre finanzielle Unterstützung durch Spendenaufrufe und Petitionen, die im letzten Jahr endlich, spät genug, eine Hilfe von 10 Millionen € seitens der Bundesregierung bewirkten. Das zweite große Projekt kristallisierte sich in einem Moskau-Berlin-Protokoll, einer Therapiestudie zur Heilung leukämiekranker Kinder. Es konnte bewirken, dass dort die Überlebensrate leukämiekranker Kinder heute genauso hoch ist wie bei uns.

Die Begegnungen, die er bewirkte, lassen sich gar nicht zählen. Ein wichtiges Medium zur Völkerverständigung war ihm die Musik. In einer Zeit, in der im Kaukasus Krieg herrschte, versammelte er unter dem Motto „Kaukasischer Frieden” junge Musiker aus Armenien, Aserbeidschan und Georgien zu einem Orchester, das 14 Tage in Berlin auf ein Konzert zu arbeitete. Für den Verein stellt sich die Frage, wie es nach Eberhard Radczuweits Ableben weitergehen kann. Ohne Frage ist er unersetzlich. Seine umfassenden Kenntnisse lassen sich nicht ohne weiteres erwerben. Dennoch sind wir fest entschlossen, die Arbeit von KONTAKTE-KOHTAKTbI fortzusetzen. Zwei neue Mitarbeiterinnen arbeiten an der Verwirklichung eines großen Projekts, das deutsche, russische und ukrainische Studentinnen und Studenten im Gespräch über Formen des Gedenkens an sowjetische Kriegsgefangene zusammen führen soll. Die solidarische Unterstützung und Anerkennung von „vergessenen” Opfern des deutschen Angriffskriegs auf die Sowjetunion wird weiter ein Anliegen von KONTAKTE-KOHTAKTbI sein, der Schwerpunkt sich von den sowjetischen Kriegsgefangenen auf die Überlebenden der verbrannten Dörfer in Belarus verlagern. Das Leukämie-Projekt bleibt weiter ein Anliegen. Aufgeschlossenheit für neue Projekte besteht. Und es werden die bewährten Reihen „Montags-Film” und monatlicher kultureller Jour fixe weitergeführt. Um das alles zu tun, sind wir auf die Treue unserer Mitglieder angewiesen, die sie uns bisher gehalten haben und hoffentlich auch weiter halten. Und wir bedürfen weiterhin der finanziellen Zuwendungen. Mit gemeinsamer Kraft können wir die Zukunft des Vereins sichern und sein segensreiches Wirken fortsetzen.

Gottfried Eberle, Vorsitzender des Vorstands

Bericht von Nugsar Andguladse.

(Juli 2017) Montag und Dienstag unternahm ich eine Fahrt, um Geld von KONTAKTE für vier weitere ehemalige sowjetische Kriegsgefangene zu verteilen …

Am 24.07.2017 besuchte ich die kleine und wunderschöne Bergbaustadt Tschiatura. Sie ist berühmt für ihr hochwertiges Manganerz und das weltweit größte Seilbahnnetz. Ich hatte erfahren, dass unser Veteran, Lawrentij Enukidse, am 28.07. eine Augenoperation (Grauer Star) haben wird und dringend Geld dafür benötigt. Man kann kaum einen besseren Kandidaten für die Unterstützung durch KONTAKTE finden!

So tauchte ich bei ihnen auf und die Freude der Familie war grenzenlos. Herr Enukidse hat im Mai dieses Jahres seinen 98. Geburtstag gefeiert, und fühlt sich recht gut, aber seine Augen werden schlechter. Er war ein Offizier, Oberstabsarzt. Während seiner Kriegsgefangenschaft unternahm er vier Fluchtversuche, der letzte erfolgreich. Später war er 25 Jahre lang Leiter des Gesundheitswesens seiner Heimatstadt Tschiatura. Er ist Doktor der Medizin, Autor von drei Monographien, hat ungefähr 40 Artikel und fünf Bücher geschrieben. Er hat bis zum 88. Lebensjahr aktiv als Mediziner gearbeitet. Seine Tochter Etheri ist auch Ärztin.

KOHTAKTbI-Solidarität in Georgien.

(Juli 2017) Am 20. Juli beendeten unsere Partner von der georgisch-ukrainischen Vereinigung „Drushba”, Nugzar Andguladze und Larisa Pokolenko, ihre Reise in die georgischen Berge. Sie hatten 36 ehemalige sowjetische Kriegsgefangene besucht, um ihnen Geld zu überbringen, das von KONTAKTE-KOHTAKTbI als Nothilfe überwiesen worden war. „Drushba” hatte die Liste der Bedürftigen im April übermittelt, aber wir hatten die Summe erst im Juli; in der Zwischenzeit waren vier der Bedürftigen gestorben.

Larisa und Nugzar berichten: „Leider müssen uns die meisten Veteranen im Bett begrüßen und können nicht aufstehen …. Unsere Begegnungen waren sehr emotional. Die Renten der alten Leute sind vernachlässigungswert. Viel von ihnen konnten ihre Tränen nicht zurückhalten, auch ihre Kinder weinten … Immerhin betreuen sie ihre alten Eltern, aber viele von ihnen sind arbeitslos. Und plötzlich öffnen sich ihre Türen und Geld von KONTAKTE-KOHTAKTbI wird ihnen ausgehändigt. Ihr könnt Euch die Freude vorstellen. Besonders, wenn die moralische Seite der Sache dazukommt, und die Veteranen verstehen, dass die Kinder und Enkel von denen, die ihnen Böses getan haben, jetzt um Entschuldigung bitten.

Solidarität im 2. Quartal 2017.

(Juli 2017) Partnerschaft für leukämiekranke Kinder in Russland und Belarus: 8600 €.

Das Geld wurde verwendet für die Moskauer Studienzentrale und für Reisekosten der MItglieder einer neu konstituierten „Steuerungsgruppe”, sowie für Reisekosten usbekischer Ärztinnen zu einem Studienaufenthalt in Moskau.

Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer: 9.939,65 € für Mitglieder des Vereins der rehalbilitierten Gefangenen des 2. Weltkriegs.

Die vergleichsweise geringe Summe liegt am starken Rückgang der Spenden im zweiten Quartal 2017.

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Bundesverdienstkreuz an Eberhard Radczuweit.

(Mai 2017) Der Heidelberger Historiker Christian Streit, Autor des Standardwerks über sowjetische Kriegsgefangene, „Keine Kameraden”, fragte voriges Jahr E. Radczuweit nach dessen Einverständnis zum Vorschlag einer Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz. Er begründete das mit „hartnäckigen und doch sehr erfolgreichen Bemühungen, wenigstens einen Teil des fürchterlichen Nazischutts auf den Beziehungen zwischen dem deutschen Volk und den Völkern der ehemaligen Sowjetstaaten beiseitezuräumen …”

Am 9. Mai übergab die Schöneberger Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler das Bundesverdienstkreuz, was Mitglieder von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. am folgenden Abend ausgiebig feierten. Radczuweit sagte, er nähme das Bundesverdienstkreuz an stellvertretend für die vielen Förderinnen und Förderer des Bürger-Engagements für vergessene NS-Opfer in Nachfolgestaaten der Sowjetunion.

Eberhard Radczuweit mit Bundesverdienstkreuz

Solidarität im 1. Quartal 2017.

(April 2017) Partnerschaft für leukämiekranke Kinder in Russland und Belarus: 16 100 €.

Diese Spenden wurden verwendet für die Arbeit der Moskauer Zentrale der multizentrischen Studie „Moskau-Berlin-Protokoll”, nach der jährlich über 700 leukämiekranke Kinder in Russland, Belarus, Armenien und Usbekistan behandelt werden.

Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer: 115 072 €.

Begünstigt wurden

Der letzten Spendentranche nach Georgien am 28.03. lag eine Auflistung der ärztlich empfohlenen Medikamente zugrunde. Diese Fotos belegen den gegenwärtigen Zustand vieler der von uns begünstigten ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen. Fotograf ist unser georgischer Projektpartner Nugsar Andguladze.

Solidarität im Dezember 2016.

(Januar 2017) Für „vergessene NS-Opfer in Nachfolgestaaten der Sowjetunion” gab es die größte private Einzelspende in unserer Vereinsgeschichte: Hunderttausend Euro! Es summierte sich auch eine Vielzahl kleiner und größerer Spenden, so dass wir insgesamt 180 000 € an Überlebende von Massakern in verbrannten belorussischen Dörfern, für Not leidende Ghettoüberlebende in der Ukraine, ehemalige sowjetische Kriegsgefangene in der Ukraine, in Georgien und Armenien übermitteln konnten. In den beiden letztgenannten Ländern wurde die Spendenübermittlung teilweise fotografiert. Tipp: Klickt auf die Bilder!

Im Gegensatz zur breiten Solidarität mit den NS-Opfern hatte unser Spendenaufruf zu unserer Partnerschaft für leukämiekranke Kinder in Russland, Belarus, Armenien, Usbekistan, Kirgistan nur ein schwaches Echo!

Ausstellung über sowjetische Kriegsgefangene in Woronesh.

(Januar 2017) Vom 23. Januar bis 10. Februar ist unsere russische Ausstellung über sowjetische Kriegsgefangene in der Kunsthalle des Verbandes der Bildenden Künstler Russlands im Zentrum von Woronesh in Südrussland zu sehen. Am 24. Januar findet ein Runder Tisch mit Historikern aus Russland und Deutschland statt, Moderation unser früherer Mitarbeiter und Kurator der Ausstellung Dmitri Stratievski. Kooperationspartner sind: die History Foundation Moskau, der Verband der Bildenden Künstler Russlands, das regionale Oral History Zentrum, die Woronesher Hochschule für Hidh Technology. Unterstützt wird die Ausstellung vom Kulturamt des Kreises Woronesh.

Impressionen von der Moskauer Jahrestagung der multizentrischen ALL-MB-Studiengruppe am 2. und 3. November 2016.

(Dezember 2016) Teilnehmende waren Kinderonkologinnen/-onkologen aus ganz Russland und Belarus, aus Kinderkrebs-Zentren in Taschkent (Usbekistan), Jerewan (Armenien), Bishkek (Kirgistan). Alle behandeln ihre Patienten, die an akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) leiden, nach einem gemeinsamen Therapieschema, dem von uns geförderten „Moskau-Berlin-Protokoll”. Wir förderten diese Tagungen, weil hier die weitere Therapieoptimierung diskutiert und beschlossen wird. Diese Ärztekooperative ist demokratisch organisiert.

13 Jahre Engagement für „vergessene” NS-Opfer.

(November 2016) Dieser Flyer verschafft einen Überblick auf das 13jährige Engagement für „vergessene” NS-Opfer in mehreren Nachfolgestaaten der Sowjetunion und benennt die gegenwärtige Schwerpunkte. Er wird in einer Auflagenhöhe von 5000 Stück gedruckt und kann zum Weiterverteilen bei E-Mail: info [at] kontakte-kontakty.de bestellt werden.

KOHTAKTbI-Solidarität im Sommer 2016.

(September 2016) Warum sammeln wir trotz staatlicher „Anerkennungsleistungen” noch Geldspenden für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene? Weil in sozialen Notstandsgebieten, so in der Ukraine und im Kaukasus, für viele der über Neunzigjährigen ihre Dauermedikation und ärztliche Betreuung unbezahlbar wäre.

Aram Saghjan und seine Ehefrau Knarik im Mai 2016 mit der Geldspende..

An Überlebende der deutschen Massaker in belorussischen Dörfern wurden überwiesen:

Partnerschaft für leukämiekranke Kinder:

Stand der Auszahlung der „Anerkennungsleistungen” an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene.

(Juli 2016) KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. hatte vor einem Jahr dem Bundesfinanzministerium Daten von rund 800 noch lebenden und nach unserem Erkenntnisstand antragsberechtigten ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen überlassen. Die Bundesregierung gab auf Anfrage der Fraktion Die Linke bekannt, dass seit dem 30. September 2015 bis heute insgesamt 1233 Anträge eingingen, in 537 Fällen wurden Leistungen ausgezahlt bzw. Zahlungsaufträge erteilt. Die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage: dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/090/1809051.pdf.

Gedenkveranstaltung am 75. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion.

(Juni 2016) KONTAKTbI-KOHTAKTbI organisierte in Partnerschaft mit dem Deutsch-Russischen Forum, finanziert vom Auswärtigen Amt, eine Gedenkveranstaltung am sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Tiergarten, die den Charakter einer Friedenskundgebung mit etwa 600–700 Teilnehmenden hatte.

Vorausgegangen war die Kranzniederlegung durch die Botschafter von acht Ländern der ehemaligen Sowjetunion, die von E. Radczuweit in seine Grußworte einbezogen wurden. Prof. Günter Morsch, Leiter der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, rief auf zur Einrichtung eines „Gedenkortes für die Opfer der NS-Lebensraumpolitik”, einer Intitiative des KOHTAKTbI-Gründungsmitglieds Dr. Peter Jahn. Antje Vollmer sprach für das Deutsch-Russische Forum. Prof. Dr. Erhard Eppler war aus Schwäbisch-Hall angereist, wurde stürmisch begrüßt und sprach 20 Minuten. Seine Rede dokumentieren wir hier. Der Schauspieler und Sänger Grigory Kofman brachte Lieder von Wyssozki zu Gehör, der Hanns-Eisler-Chor hatte für diesen Anlass ein eigenes Programm einstudiert.

Es war ein würdiges Gedenken mit einem kategorischen Imperativ: Frieden!

Feier zum 25-jährigen Jubiläum des Moskau-Berlin-Protokolls.

(Mai 2016) Am 20. Mai 2016 feierten wir zusammen mit den maßgeblich beteiligten Kinderonkologen aus Moskau und Berlin die 25jährige Existenz des „Moskau-Berlin-Protokolls” mit Konzert und Ansprachen im Konferenzsaal der Berliner Charité. Es spielte das Zehlendorfer Kammerorchester Misa a Buenos Aires unter Leitung von Nataliya Chaplygina, Sopran: Maria-Elisabeth Weiler. Diese Festveranstaltung war im Rahmen einer Tagung der Gesellschaft für pädiatrische Onkologie und Hämatologie. Wir danken der Tagungsleiterin Prof. Dr. med. Monika Eggert!

Bericht über 25 Jahre MB-Protokoll im Tagesspiegel.

Fotos: Hans-Christian Schwartz.

Prof. Dr. Günter Henze im Gespräch mit der Dirigentin.

Eröffnung unserer Ausstellung „‚Russenlager‘ und Zwangsarbeit” in Zeithain.

(April 2016) Eröffnung unserer Ausstellung „‚Russenlager‘ und Zwangsarbeit” am Gedenktag des 71. Jahrestages der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Zeithain, 23. April 2016.

In den Massengräbern vom Stalag Zeithain liegen 25 000 bis 30 000 sowjetische Kriegsgefangene. Mit beispiellosem Engagement gelang es, 23 000 Namen auf gestalteten Stelen zu verewigen. Zur Gedenkveranstaltung sprachen der Vizepräsident des Sächsischen Landtages, Angehörige verstorbener sowjetischer Kriegsgefangener, belorussische und russische Diplomaten, christliche Geistliche sprachen Totengebete, Eberhard Radczuweit beendete seine Gedenkrede mit dem Hinweis, dass hier neben russischen auch 3000 ukrainische Rotarmisten ruhen, auch Armenier und Aserbaidschaner. „Nicht nur deren Nachkommen sollten aus der Geschichte lernen. […] Nationalismus verbreitet sich heutzutage in mancherlei Spielarten in ganz Europa. Ich meine, Zeithain ist auch ein Lernort zum Thema Völkerverständigung. Der Gegensatz zu Rassismus und Nationalismus ist beispielsweise die Gastfreundschaft gegenüber Flüchtlingen aus Kriegsgebieten.”

Gedenkredner war Eberhard Radczuweit.

Die Ausstellung steht bis zum 12. September 2016 in einer restaurierten Baracke des Kriegsgefangenenlagers Zeithain/Sachsen..

Eberhard Radczuweit in der russischen Veteranenzeitung.

(April 2016) Das Zentralorgan des russischen Veteranenverbandes veröffentlichte eine Bekanntmachung von Eberhard Radczuweit über die Auszahlung der Anerkennungsleistungen an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, die der Bundestag im Mai vorigen Jahres beschlossen hatte. Der Leserschaft wird erklärt, unter welchen Voraussetzungen, wie und wo das Geld – 2500 € – zu beantragen ist. Beachtenswert ist der Bewusstseinswandel in Russland, wo noch vor 10 Jahren die ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen ignoriert wurden.

KOHTAKTbI-Solidarität: Kontinuität und Wandel.

(April 2016) Seit 25 Jahren fördern wir eine Therapie-Optimierung für leukämiekranke ALL-Kinder in Russland, Belarus und anderen ehemaligen Sowjetländern. Das Therapie-Design, initiiert von Kinderärzten in Moskau und Berlin, heißt Moskau-Berlin-Protokoll, kurz „MB”.

In diesem Zeitraum wurden 7291 MB-Patienten behandelt. 6303 Leukämiekinder überlebten! (Stand: 15.04.2016).

Die Spendenkampagne wird unvermindert fortgesetzt.

Vor 13 Jahren riefen wir das Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer in Nachfolgestaaten der Sowjetunion ins Leben, mehrheitlich für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene, von denen die letzten noch Lebenden bis zum Jahre 2018 Leistungen aus Mitteln des Bundeshaushalts beantragen können. Deshalb reduziert sich zunehmend unsere Auszahlung an diese NS-Opfergruppe und gleichzeitig erhöhen wir unsere Hilfsmaßnahmen an andere:

Am 15. April überwiesen wir weitere 18 000 € für 60 Überlebende von Massakern in belorussischen Dörfern. (Spendenkennwort: Verbrannte Dörfer).

Unsere Ausstellung in Saransk.

(April 2016) Vom 8. April bis 30. Juni 2016 steht die russische Variante unserer Ausstellung „Russenlagerund Zwangsarbeit in Saransk, der Hauptstadt von Mordwinien, einer Republik im europäischen Teil Russlands. Die 7. Station der von der EVZ geförderten Wanderausstellung ist dort das „Memorialmuseum für Kriegs- und Arbeitsheldentum” (wörtliche Übersetzung), einem 1995 von Jelzin eröffneten Prachtbau im Farbmuster des Georgsbandes. Zur Eröffnung sprachen Museumsdirektor Nikolaj Krutschinkin, Wasilij Utschajkin vom mordwinischen Veteranenrat, Prof. Wladimir Abramov, Dekan der Historischen Fakultät der Mordwinischen Universität, unser Partner Maxim Wilkow von der Moskauer „History Foundation”. Dr. Dmitri Stratievski trug Eberhard Radczuweits Begrüßungsrede vor. Das Mordwinische Staatsfernsehen übertrug die Reden.

Bei der Eröffnungsveranstaltung waren unter anderem Kinder verstorbener Kriegsgefangener, Pfadfinder und Schulklassen anwesend.

Dmitri Stratievski redet.

Saransker Schulklassen stürmen unsere Ausstellung.

Das Band zur Ausstellung wird getrennt.

Kein Ende der Nothilfen.

(März 2016) Während die Auszahlung der staatlichen „Anerkennungsleistung” für ehemalige sowjetische Kriegsgefangene erst in zwei Jahren endet, leisten wir ständig weitere Nothilfen für diese lange vergessenen NS-Opfer: Im Januar überwiesen wir nach Armenien für rund hundert Betroffene 20 000 € (vorwiegend für Heizmaterial und Medikamente); im Februar/März wurden 21 000 € auf das Konto unserer ukrainischen Partnerorganisation „Fonds für Verständigung und Toleranz” überwiesen, Verwendung: Medizinische Zwecke; in Russland wurde im März nur einem ehemaligen Kriegsgefangenen ein Aufenthalt im Sanatorium bezahlt.

… und für leukämiekranke Kinder

wurden am 29. Februar unserem Mitglied Prof. Dr. Alexander I. Karachunskiy 17 000 € übergeben. Dieses Spendengeld wird verwendet für den laufenden Betrieb der ALL-MB-Studienzentrale, in der die Daten aller Kinder in Russland, Belarus, Usbekistan, Armenien ausgewertet werden, die nach dem Moskau-Berlin-Protokoll therapiert werden. Am 21. März nahm Karachunskiy im KOHTAKTbI-Büro eine größere Menge der von ihm zuvor erbetenen Medikamente mit nach Russland.

Armenischer Brief.

(März 2016) In Syrien lebten vor dem Bürgerkrieg neben anderen christlichen Bevölkerungsgruppen über hunderttausend Armenier. Der 95jährige ehemalige sowjetisch-armenische Kriegsgefangene Mikael Papikjan schreibt uns von seinen Sorgen. Er geriet 1943 in deutsche Kriegsgefangenschaft und erlitt Zwangsarbeit und eine Odyssee durch die deutsche Lagerlandschaft. Nach der Befreiung diente er noch ein Jahr in der Sowjetarmee und lebt seither in Armenien. Sein Brief steht hier.

Neuer Rundbrief.

(März 2016) Die Bundesregierung vergibt „Anerkennungsleistungen” an die letzten noch lebenden ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen. Wird damit unser Bürger-Engagement für vergessene NS-Opfer überflüssig? Eine Antwort steht hier.

Deutsch-Russisches Haus in BerlinBriefkontakte ins Museum.

(Februar 2016) Am 25. Februar übergab KONTAKTE-KOHTAKTbI die gesammelten Briefe mit Erinnerungen ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener dem Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst zur Archivierung. Bericht hier.

Übersicht früherer Meldungen.

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