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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

22. Neuer Freitagsbrief.

Pjotr Wasiljewitsch Kowalewskij
Belarus, Witebskij Rajon.

Oktober 2017

Die Schrecken des Krieges, der auf belorussischem Boden wütete, hat jeder Belorusse zu spüren bekommen, denn jeder Dritte ist ihm zum Opfer gefallen.

Auch in unser Dorf kamen die deutschen Faschisten und ihre Gehilfen, um die Zivilbevölkerung auszurauben und zu misshandeln. Zum Anwesen meines Vaters, eines Partisanen und späteren Kämpfers der Sowjetarmee, der am 6. Juli 1944 nach der Befreiung der Heldenstadt Minsk gefallen ist, kamen die Faschisten und ihre Polizai-Handlanger mit sechs Lastfuhren. Sie holten seinen ganzen Besitz aus dem Haus, setzten das Haus mitsamt den Wirtschaftsgebäuden in Brand und schickten meine Großmutter in das brennende Haus, um eine Ikone herauszuholen. Das Gebäude stürzte ein. Zum Glück hatte der Nachbar, ein Invalide, mich und meine Mutter auf dem Dachboden versteckt, weil er ein Gespräch unter den Polizai mitgehört hatte, dass sie mich und meine Mutter in das brennende Haus werfen würden.

Zu diesem Spektakel hatten sie alle Dorfbewohner zusammengetrieben.

Meinen Onkel Petja, einen Lehrer und Kommunisten, zwangen sie mit Bajonetten auf die Knie, brachen ihm alle Finger und verprügelten ihn, danach brachten sie ihn nach Surash, um ihn dort weiterzuquälen.

Die deutsch-faschistischen Besatzer führten groß angelegte Expeditionen gegen die Partisanen und die Zivilbevölkerung durch; unter anderem wurden in den Wäldern von Schtschelbowo bei der Glasfabrik „Nowka“ die gefangenen Partisanen bei lebendigem Leib verbrannt.

Die Gräueltaten der Faschisten ließen sich endlos aufzählen.

Pjotr Wasiljewitsch Kowalewskij

Aus dem Russischen von Jennie Seitz.

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