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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

20. Neuer Freitagsbrief.

Marija Wasiljewna Tjucha
Witebsk
Belarus.

Liebe KOHTAKTbI-Aktivisten

Die Erinnerungen meiner Mutter, um die Sie gebeten haben:

Meine Mutter, M.W. Tjucha, wurde im Sommer 1943 mit 16 mit einer Gruppe anderer Jugendlicher zu einem Lager zum Holzfällen geschickt. Das Lager war im Wald, hinter Stacheldraht, bewacht von Wachmannschaften mit Maschinengewehren. Die Jugendlichen arbeiteten in diesem Lager. Die Kinder übten die schwere Arbeit als Holzfäller aus: Sie schleppten die Holzstämme. Sie lebten in Baracken, schliefen auf Stroh, trugen Holzschuhe (von den Besatzern ausgeteilt). In diesem Lager blieb meine Mutter bis zum Herbst und konnte dann fliehen. Sie kam nach Hause ……. . Am nächsten Tag, morgens, kamen die deutschen Soldaten und begannen, alle Einwohner des Dorfs Iwankowo aus ihren Häusern zu vertreiben. Die Kolonne der Bewohner wurde unter Bewachung von Hunden zu einer Art Lager getrieben. Sobald der Zug sich wegbewegt hatte, wurde das Dorf angezündet. Alles brannte. Die Familie meiner Mutter (fünf Menschen) erreichte in der Kolonne das Dorf Smilowitschi (im Gebiet Minsk), wo alle an Typhus erkrankten und bei den Dorfbewohnern blieben. Die Dorfbewohner versteckten die Familie und sie lebten dort bis zur Befreiung. Sie kehrten im Sommer 1944 zurück. Es gab keine Dörfer mehr, die Felder [verwüstet] nach den Kämpfen.

Während der Jahre der Besatzung musste meine Mutter Hunger und Kälte, Todesangst, weil man jederzeit getötet werden konnte, einfach physisch vernichtet, die Angst vergewaltigt zu werden (es gab Versuche).

Jetzt ist meine Mutter 90 Jahre alt. Sie ist schwach und krank, aber geistig rege und erinnert sich gut an die harten Kriegsjahre und die Leiden, die sie ertragen musste.

Wir danken allen KONTAKTbI Aktivisten für diese so wichtige Arbeit und das Erinnern!

Mit den besten Wünschen, Marija Wisiljewna Tjucha und ihre Tochter Ljudmila Aleksandrowna

2.10.2017

Unterschrift

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