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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Neuer Freitagsbrief Nr. 8.

Maria Fjodorowna Makejenok
Belarus
Bezirk Werchnedwinsk.

Aus dem Jahr 2013.

Sehr geehrter Verein KONTAKTE-KONTAKTY e.V.

Ich, Makejenok Maria Fjodorowna, möchte Ihnen mitteilen, dass ich die Hilfe in Höhe von 300 Euro und den Brief erhalten habe. Ich bin Ihnen sehr dankbar, vielen Dank. Ich habe sie in Belorussische Rubel umgetauscht und entsprechend ausgegeben (habe den Fußboden in der Wohnung erneuert, Farbe gekauft, gemalert und einen neuen Herd gekauft). Ich wohne allein, ich bin 86, habe einen kleinen Garten, in dem ich ein wenig arbeite.

Ja, dieser schreckliche Krieg blieb fürs ganze Leben im Gedächtnis. Unser Haus haben die Faschisten niedergebrannt. Unsere ganze Familie 6 Kinder und die Eltern gingen in den Wald. Im Dorf Latygowo wohnten Verwandte der Mutter. Die Deutschen haben alle Einwohner dieses Dorfes in den Wald gejagt und erschossen. Das Dorf wurde nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut. Im Dorf Ardawskoje wohnten mit ihren Familien zwei Schwestern. Sie haben uns auch aufgenommen, aber nicht für lange. Im Frühjahr 1943 kamen die Deutschen auch dorthin. Dort lebten in Erdhütten auch Flüchtlinge. Die Faschisten haben alle in unsere Erdhütte gejagt und ein Deutscher begann zuerst aus nächster Nähe mit der Pistole zu schießen. 13 Menschen hat er erschossen und 2 Granaten geworfen. Unsere Familie war dort. Der Vater wurde von Granatsplittern verletzt, die kleine Schwester Tanja am Bein. Zwei Schwestern und ihre Töchter wurden getötet. Im Buch „Zum Gedenken“ ist alles verzeichnet. Wer verwundet am Leben blieb, kroch aus der Erdhütte und ging wieder in den Wald. Gott allein weiß, wie wir überlebten, 1944 wurden wir befreit. Wir kamen zu einem nackten Feld, nur Ruinen. Wir wussten nicht, womit beginnen. Wir bauten Erdhütten. 1950 gebar ich in der Erdhütte, ohne Ärzte, meinen Sohn Valera. Einige Zeit später sind wir aus diesen Erdhütten ausgezogen.

Unsere Generation hatte es sehr schwer. Ich habe zwei Enkel, die beim Militär in Russland sind. Der Urenkel ist in diesem Jahr in die Armee eingezogen worden. Ich bin aufgeregt deswegen, hoffentlich bleibt alles ruhig. Ich erzähle meinen Enkeln und Urenkeln von diesem blutigen Abschlachten, das die Faschisten unserem friedliebenden und fleißigen Volk angetan haben und wie wir durchgehalten haben und siegten. Gott gebe unseren Veteranen Gesundheit. Mein Mann war auch im Krieg, war verwundet. Vor 12 Jahren habe ich ihn verloren.

Ich bedanke mich nochmals für die Hilfe. Gott möge Ihnen allen Gesundheit geben.

Hochachtungsvoll Maria Fjodorowna.

Aus dem Russischen von Martin Creuzburg.

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