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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Kostorenko Nelija Michajlowna.

Ukraine
Cherson.

Ich, Kostorenko Nella Michajlowna (ehemals Teplinskaja), wurde geboren am 29. Dezember 1935 in Genitschesk.

Vor dem Krieg lebten wir in Genitschesk – Vater, Mutter, ich und meine Schwester, geboren am 1. August 1941. Wir sind zusammen mit unserer Mutter, Walentina Iwanowna, in Genitschesk geblieben.

1941 wurde mein Vater, Teplinskij Chaim Mendelewitsch in die Armee einberufen, und so fanden wir uns auf dem besetzten Gebiet wieder. Die Deutschen begannen sofort mit Razzien gegen die Juden, Verhaftungen und Erschießungen.

Meine Mutter verstand, dass wir nicht in unserer Wohnung bleiben konnten, und wir gingen zu unserer Großmutter. Wir wurden auf dem Ofen versteckt, und meine Mutter lebte im Keller, so gingen wir fast ein Jahr lang nicht nach draußen. Dann kehrten wir wieder nach Hause zurück, weil meine Mutter sich Sorgen um ihre Eltern machte.

Als wir verhaftet wurden, war ich sieben und meine Schwester ein Jahr alt. Wir waren im Gestapogefängnis, von September bis Dezember 1942. Unsere Verwandten hatten uns abgewiesen, ich arbeitete dort, sortierte Kartoffeln. Sie können sich nicht vorstellen, was es dort zu essen gab. Wir sollten erschossen werden, aber das Sonderkommando wurde nach Melitopol geschickt, zu einer Erschießung von Juden. Wir wurden freigelassen, aber dann wieder verhaftet und in einer Kolonne über den [unleserlich.. Amschiwd?] getrieben, dort wurden wir von fremden Menschen gerettet. Bis zur Befreiung von Genitschesk wurden wir in einem Heuhaufen versteckt gehalten.

Genitschesk wurde im Oktober 1943 befreit. Meine Mutter verstarb 1953. 1956 schloss ich die Schule ab. Schrieb mich an der Fachhochschule in Charkow für ein Fernstudium ein, schloss als technische Planerin ab. Ich heiratete, bekam 1967 einen Sohn.

Mein Vater starb 1972.

38 Jahre lang habe ich im Maschinenbauwerk gearbeitet.

2001 verstarb mein Mann.

Ich lebe allein in Genitschesk. Ich bin ständig sehr krank, verbringe viel Zeit in Krankenhäusern.

Kostorenko [Unterschrift]

Aus dem Russischen von Jennie Seitz.

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