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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Isak N. Itkin.

Ukraine
Nowaja Uschiza
Gebiet Chmelnizkij.

Sehr geehrter Herr Eberhard Radczuweit! […]

Hiermit möchte ich Ihnen meinen herzlichen Dank aussprechen für Ihre Spende und für den Respekt, den Sie mir, dem Ghetto-Überlebenden, entgegenbringen. Es ist sehr gut zu wissen, dass es in Deutschland Menschen gibt, die [….] die Schuld der deutschen Faschisten wiedergutzumachen versuchen und gegen Nationalismus und Antisemitismus ankämpfen.

Ich wünsche Ihnen alles, alles Gute!

Mit den besten Grüßen,

Isak Itkin.

Die Geschichte meiner Rettung in Kürze

Der Krieg erreichte Nowaja Uschiza (einen kleinen Ort in Podolien) am 14. Juli 1941. Ich war fünfzehn Jahre alt, lebte zusammen mit meinen Eltern und meinen vier Schwestern. Einen Monat später wurde in Nowaja Uschiza bereits ein Ghetto für die Juden eingerichtet, in das meine Familie umziehen musste. Wir mussten Furchtbares durchmachen: Schikanen und Demütigungen, Schwerstarbeit (ich arbeitete am Bau der Straße nach Winniza und versorgte die Pferde). Am 20. August 1942 wurde die erste Kolonne in den Tod geschickt, man trieb die Menschen in den Trichow-Wald, wo vier Massengräber ausgehoben worden waren; dort wurden sie erschossen. Auch meine Familie und ich waren in dieser Kolonne. Als man uns an die Grube heranführte, gelang es mir, wegzulaufen. Bis zur Befreiung von Nowaja Uschiza von den Faschisten (am 26.03.1944) hielt ich mich bei Bekannten meiner Eltern versteckt, bei Jewdokija Andrejewna Wolkowskaja und Nina Dmitrijewna Klanzataja, die heute nicht mehr leben.

Es fällt mir sehr schwer, an alles zurückzudenken, was ich damals durchgemacht habe. Ich war der einzige Überlebende der jüdischen Bevölkerung unseres Ortes. Deshalb ehre ich das Andenken an die Verstorbenen und gebe es an die junge Generation weiter (an die Enkel und Urenkel). Wir dürfen niemals zulassen, dass ihre Gräber vom „Gras des Vergessens“ überwuchert werden.

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