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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Kaplun Raisa Jenkelewna.

Ukraine
Chmelnizkij.

Dem hochverehrten Vorsitzenden der Vereinigung der Ghetto-Überlebenden von Chmelnizkij, Schlain B. I.

Ich danke Ihnen und allen Mitgliedern des deutschen antifaschistischen Vereins „KONTAKTE-KOHTAKTbI“ von Herzen für die finanzielle Hilfe.

Ich bin tief gerührt durch Ihre Aufmerksamkeit, insbesondere aber durch den Kampf, den Sie für den Frieden führen, gegen den Nationalismus und Antisemitismus. Denn das bedeutet, dass diese bestialische Ungerechtigkeit gegen unser Volk sich hoffentlich niemals mehr wiederholen wird und ich mir keine Sorgen um die Zukunft meiner zwei Söhne und der ganzen Familie machen muss.

Sie bitten darum, kurz etwas von den vier Jahren zu berichten, die ich in der deutschen Okkupation erlebt habe. Ich hatte es als 14jähriges Mädchen sehr schwer.

Der Krieg ereilte mich und meine Mutter in der Stadt Berditschew. Gleich nach dem Einmarsch der Deutschen in Berditschew wurden Juden aus der ganzen Bevölkerung im Ghetto „Jatki“ am Stadtrand zusammengetrieben, wo auch ich und meine Mutter hinkamen. Und nun bin ich schon 86 Jahre alt, und 68 Jahre sind es seit dem Krieg, aber trotzdem erinnere ich mich mit Schrecken an das Erlebte.

Vier Jahre Besatzung, während derer ich zwei anti-jüdische Pogrome überlebt habe. Am 15. September 1941, während eines von den deutschen Besatzern durchgeführten Pogroms gegen die Juden, ist meine Mutter gestorben, sie war 44 Jahre alt. Und am 29. Oktober gab es das zweite Pogrom. Vor dem ersten wie dem zweiten Pogrom wurde ich von sowjetisch-ukrainischen Menschen gerettet. Es fällt mir sehr schwer, darüber zu schreiben.

Ich danke Ihnen nochmals für Ihre Hilfe. Ich wünsche Ihnen eine feste Gesundheit und große Erfolge bei Ihrem Werk im Geiste der Aufklärung und der Solidarität.

In tiefer Verehrung

R. Kaplun.

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