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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Inessa Petrowna Shurichina.

Ukraine
Charkow.

Erinnerungen an meine Kindheit.

Im Winter 1941 war ich sechs Jahre alt. Ich kann mich noch gut an alles erinnern, was passiert ist. Deutsche Truppen nahmen meine Heimatstadt Charkow ein. Sie drangen in die Wohnungen der Menschen ein, nahmen ihnen Lebensmittel und Sachen weg, demütigten und schikanierten die Menschen, besonders die Juden.

Es war sehr schwer, ihre Demütigungen zu ertragen und mit anzusehen. Jeder versuchte, sich irgendwo zu verstecken. Bald kam die Anordnung, die jüdische Bevölkerung habe sich an einer Sammelstelle bei der Traktorenfabrik einzufinden. Meine Mutter Paschet Semjonowna Krakower brachte mich zu russischen Bekannten, sie selbst musste zur Sammelstelle gehen und wurde mit 16000 anderen Juden in Drobizkij Jar erschossen. Mein Vater war zu dieser Zeit an der Front und fiel kurz darauf.

Unerwartet meldete jemand von der Polizai, dass bei einer Familie ein jüdisches Kind lebte. Ich kam ins Kinderheim und blieb dort bis 1944. Es waren sehr viele Kinder dort. Die Lebensbedingungen im Kinderheim waren sehr schlecht, wir froren und hungerten, und weil wir immer zu wenig zu essen hatten, gingen wir betteln.

Wenn Luftangriffe waren und alles brannte, wurden die Kinder in den Keller getrieben, bekamen jedes einen Zwieback und einen Schluck Wasser. Wir haben viel Schlimmes durchlebt, von dem ich nicht schreiben möchte, es nimmt mich zu sehr mit.

1944 holte mich meine Tante zu sich, die Schwester meiner Mutter, die in der Evakuierung gewesen war.

Inessa Shurichina.

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