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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Walentina Michajlowna Gontschar.

Ukraine
Ternopol.

Erinnerungen an die Jahre des Großen Vaterländischen Krieges von Walentina Michajlowna Gontschar.

Als der Krieg begann, verließen wir im Juli die Stadt in die Evakuierung: meine Mutter mit drei Kindern. Mein Vater war schon an der Front.

Zuerst waren wir in der Nähe von Poltawa. Meine Mutter war schwanger mit dem vierten Kind. Ich kann mich noch erinnern, wie die Deutschen diesen großen Eisenbahnknotenpunkt bombardiert haben.

Wir flohen weiter ins russische Hinterland. Von 1941 bis 1944 lebten wir im Gebiet Kursk, in Borowaja im Bezirk Nowo-Oskol, unter deutscher Besatzung.

All diese Jahre mussten wir uns versteckt halten, weil wir Juden waren.

Am 3. Juli 1942 kamen Deutsche in unser Haus, die Dorfbewohner hatten sie hergeführt, um ihnen zu zeigen, wo sich eine jüdische Familie versteckt hielt. Sie sperrten uns im Haus ein und stellten eine Wache vor dem Haus auf, wir hatten weder Wasser noch Essen und schreckliche Angst um unser Leben. Ich weiß nicht, wie meine Mutter soviel Leid, Grauen und Demütigungen ausgehalten hat – mit vier Kindern, die ständig in Lebensgefahr waren.

So lebten wir unter Bewachung bis zum Ende der Besatzung, bis Januar 1943.

Alle unsere Papiere sind verloren gegangen. Meine kleine Schwester ist an Unterernährung und Krankheiten gestorben. Wir wurden von der Roten Armee befreit.

Mein kindliches Gedächtnis hat für viele Jahre die schlimmen Erinnerungen an die Kriegsjahre bewahrt. Der Schmerz und die Trauer um die Toten werden nie vergehen.

In Sorokotega im Gebiet Winniza, wo wir vor dem Krieg gelebt hatten, wurden 1942 meine Großeltern mütterlicherseits und die Schwester meiner Mutter erschossen. Im Wäldchen Berestowa wurden 150 jüdische Bewohner des Ortes erschossen, unter ihnen unsere Familie.

Die Namen meiner Verwandten sind in der Halle der Namen in Yad Vashem verewigt.

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