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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Pesja Schajewna Kolodenker.

Ukraine
Tultschi.

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich, Pesja Schajewna Kolodenker, wurde am 3.05.1927 geboren. Ich bin Überlebende des Ghettos Petschora. Als der Krieg begann, war ich vierzehn Jahre alt. Sie trieben uns zum Lager in Petschora, wir waren barfuß und ausgehungert, sie ließen uns nichts mitnehmen. Wenn jemand nicht mehr weiter laufen konnte, wurde er erschossen. Dann trieben sie uns alle ins Lager und gaben uns eingelegten Hering, kein Wasser, kein Essen. In den Gängen lagen die Toten. Statt eines Kissens legten wir uns einen Stein unter den Kopf. Ich bekam Typhus und hatte 40 Grad Fieber. Meine Mutter und ich durften nicht in unserem Zimmer bleiben, da ich alle anderen hätte anstecken können. Meine Mutter ging mit mir in den Keller, aber dort war eine Frau, die ganz aufgeschwollen und schrecklich war, und sie ernährte sich vom Fleisch der Toten. Als meine Mutter das sah, brachte sie mich hinaus in den Hof und sagte, wo können wir uns hinlegen, um zu sterben? Dann brachte Mutter mich zurück ins Zimmer und sagte ihnen dort: Machen Sie mit uns, was Sie wollen, aber in den Keller gehen wir nicht.

Wir mussten heimlich aus dem Lager schleichen, über eine drei Meter hohe Mauer, um draußen um Kartoffelschalen zu betteln. Aber überall waren Wachen. Wenn man erwischt wurde, wurde man ausgepeitscht, wir waren immer voller blauer Flecken.

Mein Vater wurde 1941 eingezogen und ist aus dem Krieg nicht zurückgekehrt. Auch mein Bruder war an der Front. Meine Mutter war alleine mit drei Kindern, mit meiner Schwester Klara, meinem Bruder Sascha und mir.

Heute bin ich alt und krank.

Ich danke Ihnen, dass Sie uns Überlebenden helfen.

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