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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Litwinowa Walentina Markowna.

Ukraine
Cherson.

Meine Erinnerungen.

Zusammen mit meiner Mutter und Großmutter lebte ich auf dem Militär[gelände?] neben der Brauerei in Cherson, wo die SS-Männer von der Division SS, die Besatzer, ihr Unwesen trieben. Meine Großmutter versteckte mich in einer kleinen Grube und deckte sie zu, ich bat sie, ein kleines Loch freizulassen, damit ich den Himmel sehen konnte. Weinen war verboten. Im Haus gegenüber, gleich über dem Dnepr, lebte eine Deutschlehrerin, die dem Offizier sagte – dort sind eine große Juda und eine kleine Juda.

Meine Mutter ließ sich 1942 von meinem Vater scheiden. Das ließen ihr die Untergrundkämpfer der Gruppierung um Iljuscha Kulik dringend ausrichten, und das Kind sollte sie taufen lassen.

Cherson lag genau an der Frontlinie. Alle wurden aus der Stadt gejagt, wir hielten uns bis zur Befreiung Chersons in der Siedlung Uljanowka auf.

Einmal ging ich hinaus auf den Hof, und da stand plötzlich das deutsche Kommando vor uns, der Offizier ließ seinen schwarzen Schäferhund von der Leine, ich schaffte es nicht mehr in die Diele, der Hund stieß mich auf die Pflastersteine. Furchtbare Augen und Zähne. Aber er biss mich nicht, der Offizier schlug ihn mit einer Rute.

Als wir in das befreite Cherson zurückkehrten, waren die jüdischen Kinder groß geworden, die 1941 von unseren tapferen Frauen gerettet worden waren. 1944 – in meiner Erinnerung ist alles fest eingebrannt: wie die Besatzer ihr Unwesen trieben, erschossen, erhängten, verbrannten, auf unserem Heimatboden.

Jetzt brennt in meiner Heimat am Dnepr das ewige Feuer, dorthin gehen wir am 22. Juni, am 13. März (Tag der Befreiung Chersons) und am 9. Mai – am Tag des Sieges.

In ewiger Erinnerung an die siegreichen Soldaten!

05.12.2013

[Unterschrift]

Aus dem Russischen von Jennie Seitz.

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