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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

A. I. Chajter.

Ukraine
Balta.

Erinnerungen

Vor dem Krieg lebte meine Familie in Balta. Als der Krieg begann, also als Balta am 21.7. bombardiert wurde, exakt einen Monat nach Kriegsbeginn, wurde meine Familie evakuiert, aber unterwegs holten uns die Deutschen ein, so dass wir nach Hause zurückkehren mussten. Zu der Zeit waren die Deutschen schon in Balta. Sie liefen die jüdischen Häuser in der Stadt ab und trieben die Menschen nach draußen. Dann brachten sie immer eine Gruppe Menschen aus der Stadt und erschossen sie. Die restlichen Juden holten sie aus ihren Häusern und trieben sie ins Ghetto. Das Ghetto umfasste drei Straßen, die Tkatschenko-Straße und die Sinjansko-Straße 1 und 2. Aber wir durften die anderen Straßen nicht überqueren. Wer ohne Genehmigung in eine andere Straße ging, wurde mit 25 Peitschenhieben bestraft oder sogar erschossen.

Es gab im Ghetto eine Untergrundorganisation, aber die Faschisten erfuhren davon, holten die Leute aus dem Ghetto und erschossen sie. Die Deutschen riegelten das Ghetto oft ab, und die Rumänen suchten nach Partisanen und drohten alle zu töten.

Ganz schlimm wurde es, als die Kämpfe um die Befreiung der Stadt begannen und eine SS-Einheit in Balta auftauchte. Sie kannten kein Erbarmen, töteten alle, auch Alte und Kinder. Ich weiß nicht, wie wir das überleben konnten. Unser Dank gilt den guten Menschen, die uns in dieser schrecklichen Stunde bei sich aufgenommen haben. Am Morgen des 29.3.1944 marschierten sowjetische Soldaten in der Stadt ein. Die Bewohner der Stadt kamen aus ihren Häusern, um die Befreier zu begrüßen, die Menschen lachten und weinten zugleich.

Chajter.

12.02.2013.

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