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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Ewa Michajlowna Krasowizkaja.

Ich, Ewa Michajlowna Krasowizkaja, wurde am 08.03.1928 in dem kleinen Ort Ilinzy im Bezirk Ilinzy, Gebiet Winniza, geboren.

Ich wurde in eine jüdische Familie hineingeboren. Das war der Grund für all das Leid, das mit dem Einmarsch der Nazis im Juli 1941 über mich hereinbrach. Ich war damals gerade 13 Jahre alt geworden. Unser Ort war Bezirkshauptstadt und es lebten dort recht viele Juden, wie auch im restlichen Gebiet Winniza. Alle wussten, dass die Nazis brutal vorgingen, aber niemand konnte sich vorstellen, was diese Unmenschen wirklich vorhatten. Als die Zivilbevölkerung evakuiert werden sollte (und das war recht bald nach Beginn des Krieges), zogen deshalb nicht alle jüdische Familien Richtung Osten. Auch meine Eltern gingen nicht; meine Mutter war Hausfrau, mein Vater einfacher Schmied, kein Parteimitglied – was hätten wir schon zu befürchten. So beschlossen sie, die Stadt nicht zu verlassen.

Die Nazis waren schneller da als erwartet und marschierten schon im Juli in unseren Ort ein. Viele jüdische Familien, die die Stadt verlassen hatten, waren noch nicht weit gekommen; sie wurden von den Deutschen zurückgeholt und an Ort und Stelle erschossen. Unter ihnen waren auch Bekannte unserer Familie. Von da an lebten wir in Angst und Schrecken.

Von den nahen Verwandten meines Vaters und meiner Mutter hat niemand überlebt, alle sind erschossen worden. Bald darauf begannen die Nazis, mit Hilfe von Polizai alle noch lebenden Juden – Alte und Kinder – ins sogenannte "Ghetto" zu sperren – besser gesagt: in die Hölle, in ein Konzentrationslager hinter Stacheldraht. Ich denke, Sie verstehen, was ich meine. 1952 bin ich mit meinen Eltern nach Lugansk umgezogen, heute heißt die Stadt Woroschilowgrad. Wenn ich irgendetwas falsch geschrieben habe, so entschuldigen Sie bitte, es ist schon so viel Zeit seitdem vergangen und ich bin schon 84 Jahre alt.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Ewa Michajlowna.

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