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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Aleksej Mojsejewitsch Goldjuk.

Ukraine
Chmelnizkij.

Sehr geehrter Eberhard Radczuweit!

Ich danke Ihnen und Ihren Leuten und verbeuge mich zutiefst dafür, dass Sie die Leben und Schicksale von Menschen auf der ganzen Welt retten, und im Besonderen in meiner Stadt Chmelnizkij, in der ich heute lebe.

Ein wenig über mich: Ich, Goldjuk Aleksej Mojsejewitsch, erinnere mich an die schreckliche Zeit im Jahre 1941, als deutsche Flieger unser Örtchen Tschernowzy im Gebiet Winniza bombardierten, in dem ich damals lebte.

Ein unerklärliches Leid erschütterte alle, und insbesondere das jüdische Volk.

Im September des Jahres 1941 wurde ein jüdisches Ghetto eingerichtet. In unserem Ort wurden alle gezwungen, einen Davidsstern zu tragen, vom Neugeborenen bis zum Greis, und aus diesem Grund geschahen brutale Misshandlungen und Gewalttaten.

Die Nazis zwangen alle zur Schinderei. Die erschöpften und ausgehungerten Menschen wurden geschlagen und zu Tode geprügelt.

Ab 1943 bis zum 27.03.1944 wurden die Bewohner des ganzen Örtchens zur Erschießung hinausgeführt, dreimal am Tag, damit alle Angst und Schrecken vor der Gewalt spürten. Ein Beispiel: Zunächst wurden der Vater, der Sohn erschossen, beim nächsten Mal die Mutter, Tochter, beim dritten Mal der Bruder, die Großmutter u.s.w. …

Vor meinen Augen wurden Tausende Juden erschossen. Unter meinen Verwandten: Rachil Goldjuk, meine Tante, mein Onkel Chain Wajntraut, meine Brüder Janik und Michail, meine Großmutter Rachil.

Bei jeder Erschießung kamen etwa 150 Menschen ums Leben.

Am 27.03.1944 befreite die Sowjetische Armee unser Örtchen von den Nazis.

Haben Sie vielen Dank für die materielle Unterstützung.

Die erste Ihrer Zuwendungen erhielt ich etwa im Jahre 2010 – 240 € – und beim zweiten Mal wurden mir im Dezember 2013 500 Griwen übermittelt.

So, und so möge es immer sein, gedeiht im großen deutschen Volk ein Humanismus, der von Herzen kommt, eine hohe Anständigkeit und Gesittung, und es mögen in der neuen Generation der gesäte Weizen als Güte und Barmherzigkeit in die Höhe spießen.

Und das jüdische Volk, das einträchtigste und friedfertigste, trägt in seinen Herzen Solidarität für die Welt – es soll niemals mehr Nationalismus und Antisemitismus geben.

Und möge für die nachfolgenden Generationen stets die fröhliche und mitreißende Melodie „Chawa-Nagila“ erklingen!

Eine tiefe Verbeugung, freundschaftliche Wünsche und enorme Dankbarkeit.

MfG Goldjuk, Aleksej Mojsejewitsch.

Aus dem Russischen von Jennie Seitz.

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