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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Sofija Isaakowna Sabramnaja (Aus dem Russischen von Jennie Seitz).

Ukraine
Poltawa.

Sehr geehrter Herr Radczuweit!

Ich, Sabramnaja Sofija Isaakowna, richte mich an Sie mit Worten der Dankbarkeit für die Zuwendung und Unterstützung.

Ein wenig über mich. Geboren wurde ich 1935 in Poltawa. Als ich vier Jahre alt war, verstarb meine Mutter. Mein Vater kam 1943 an der Front um. Meine Großmutter Edlin Wera Isajewna nahm mich zu sich und zog mich groß. Mit Beginn des Krieges ging meine Großmutter mit mir in die Stadt Krasnodar zu Verwandten. Und so kam es, dass wir uns im Zuge der Einkesselung und Annexion von Krasnodar durch die Nazis im von Deutschen besetzten Gebiet wiederfanden. Während der Besetzungsperiode mussten wir viel Leid über uns ergehen lassen. Nicht nur einmal kamen wir in die Hände der Deutschen. Aber die einheimischen russischen Bewohner retteten meine Großmutter und mich. Wir musste uns die ganze Zeit über versteckt halten. Bis heute kann ich mir nicht vorstellen, wie wir in dieser Hölle überleben konnten. Bis heute kann ich unsere Qualen nicht vergessen. Doch lässt sich nicht alles wiedergeben.

Über unser Leben im besetzten Krasnodar hat die Autorin R[iwa] R[uminowna] Rubina die Erzählung „Alleine in Krasnodar“ [„Odna w Krasnodare“], welche in den Erzählband der Autorin unter dem Gesamttitel „Jüdische Frauen zur Zeit des Großen Vaterländischen Krieges“ Eingang fand. Dieses Buch ist auf Jiddisch geschrieben und ist zu finden in der Israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem. Es wurde 1944 von dem jüdischen Verlag „Der Emes“ in Moskau herausgegeben.

Seit damals ist viel Zeit vergangen. Aber die schweren Tage der Herausforderungen verschwinden nicht aus der Erinnerung. Das ist der Grund, warum jeder Menschen, der den Holocaust überlebt hat, Zuwendung und Unterstützung braucht. Es ist, als würden wir miteinander reden, das Erlebte in Erinnerung rufen. Nochmals vielen Dank und tiefe Verbundenheit für die Unterstützung und die Zuwendung.

Ich wünsche Ihnen viel Gesundheit und Erfolg.

Hochachtungsvoll,

Sabramnaja, S. I., Poltawa.

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