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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Fejga Naftulowna Schwarzman.

Ukraine
Tultschin
Gebiet Winniza.

Ich, Fejga Naftulowna Schwarzman, geboren 1938, wohne in Tultschin, uliza Lenina 100, kwartira 18. Mein Mädchenname ist Brener.

Ich befand mich im KZ „Todesschlinge“ in Petschora im Bezirk Tultschin vom ersten Tag des Ghettos bis zur Befreiung am 11. März 1944. Da ich erst drei Jahre alt war, als wir ins Ghetto kamen, kann ich mich praktisch an nichts mehr erinnern. Das meiste weiß ich aus den Erzählungen meiner Mutter.

Ich weiß von den schrecklichen Lebensbedingungen: Wir bekamen kein Essen, meine Mutter musste mich und meine ältere Schwester alleine lassen und außerhalb des Lagers um Essen betteln, oder sie arbeitete für die Ukrainer im Haushalt, wofür sie Kartoffelschalen, Möhren und Rüben bekam, um für uns Kinder und ihre Eltern wenigstens etwas zu essen zu haben. Viele Male wurde sie von den Rumänen geschnappt, sie schlugen sie und nahmen ihr das Essen weg.

Im Lager sind meine Schwester Lisa, meine Großmutter, mein Großvater, meine Tanten und vier Cousinen gestorben – und das sind noch nicht alle. Wir schliefen auf dem Zementfußboden, in den Zimmern und Korridoren; überall war es überfüllt.

Ich selbst kann mich noch an folgenden Vorfall erinnern. Meine Mutter war nicht da. Rumänen tauchten auf und nahmen die kräftigeren Leute mit zur Arbeit. Eine Frau nahm mich bei der Hand und sagte, ich sei ihre Tochter (wer Kinder hatte, den nahmen sie nicht zur Arbeit). Die Rumänen glaubten ihr nicht, packten mich, warfen mich zu Boden und schlugen mich so, dass alle dachten, ich würde es nicht überleben.

Als Folge des damals Durchlebten bin ich heute schwer krank, deshalb möchte ich dem Verein „Kontakte-Kontakty“ meinen aufrichtigen Dank für die Unterstützung aussprechen.

Dieser Brief wurde nach meinen Worten aufgeschrieben.

16.10.2012.

Schwarzman.

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