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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Antonina Wiktorowna Schikas.

Ukraine
Kiew.

An den deutschen Verein „Kontakty“

Sehr geehrter Herr Radczuweit!

Ich habe Ihre Hilfe erhalten. Vielen Dank. Für Menschen meines Alters, die in ihrer Kindheit, von ihren ersten Lebensjahren an, all die Schrecken und Beschwernisse des Krieges 1942-45 erlebt haben, gelten Güte und Mitgefühl sehr viel.

Wir Kinder haben keine Kindheit erlebt. Unsere Kindheit wurde begleitet von ständigem Tod: Erschießungen, Erhängungen, Bomben, Razzien, Todesgefahr, Hunger, Kälte, Krankheiten, Läuse und die endlose, ständige Angst, von der wir uns bis zum heutigen Tag nicht befreien können. Nach dem Krieg war es nicht besser. Es gab nur keine Bomben mehr, und wir sahen keine öffentlichen Erschießungen und Erhängungen; alles andere war immer noch da: Hunger, jahrelange Mangelernährung, dieselbe Angst, Krankheiten. Wenn Sie nur wüssten, wie sehr ich mir wünsche, wenigstens am Ende meines Leben beruhigt auf den morgigen Tag zu blicken, nicht immer auf der Hut zu sein, zu leben ohne Angst.

Nochmals einen großen Dank an Sie und Ihre Freunde für die Hilfe, die Güte und das Mitgefühl.

Ich wünsche all Ihren Verwandten, Freunden und Nahestehenden Frieden wie auch die einfachen Freuden des Lebens – wir alle brauchen sie so sehr. Möge der Herr Sie niemals erfahren lassen, was Krieg, was seine ganzen Schrecken bedeuten.

Ich wünsche Ihnen Gesundheit und lange Lebensjahre.

Es verbeugt sich

Schikas Antonina Wiktorowna.

Aus dem Russischen von Jennie Seitz.

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