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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Antonina Wladimirowna Dutschewa.

Ukraine
Odessa.

Ich, Dutschewa Antonina Wladimirowna, geboren 1940, bin eine ehemalige Ghetto-Gefangene, registriert bei der Vereinigung der Ghetto-Überlebenden von Odessa.

Aufgrund dessen, dass meine Mutter bei Ausbruch des Krieges schon drei Kinder hatte, konnte sie nicht aus der Stadt fliehen und blieb mit uns Kindern in Odessa. Meine Großmutter väterlicherseits war Russin und recht wohlhabend, weil Großvater vor dem Krieg als Mechaniker auf See gearbeitet hatte, meistens im Ausland. So konnte sie uns mal bei den einen, mal bei den anderen verstecken, immer wenn uns Gefahr drohte.

Mehrmals wurde meine Mutter von der Straße weg ins Ghetto gebracht, nach Domanewka oder nach Slobodka, und wieder befreite sie Großmutter mit ihrem Gold, sodass sie am Ende selbst ohne Wohnung und genauso arm war wie wir. Einmal geriet meine Mutter mit meiner älteren Schwester, die sich an ihrem Rockzipfel festhielt, mit mir auf dem Arm und einer unserer Verwandten in eine Razzia, bei der alle gehängt wurden. Die Verwandte hängte man vor unseren Augen, aber für meine Mutter war kein Galgen mehr übrig.

So überlebten wir, aber wir mussten schwer hungern. Noch später, als wir nach dem Krieg zur Schule gingen, fielen wir vor Hunger in Ohnmacht, wurden von der Schulkrankenschwester nach Hause gebracht.

Nach unserer Pensionierung reichte die Rente kaum zum Leben aus, obwohl wir 45 Jahre lang gearbeitet hatten, Hilfe kam von [der Stiftung] Chesed, vielen Dank an sie.

Ich danke dem Fonds „Kontakty“, dass Sie sich um die Ghetto-Überlebenden kümmern, für Ihre Güte und für die Hilfe!

Hochachtungsvoll.

[Unterschrift].

Aus dem Russischen von Jennie Seitz.

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