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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Lilija Alexandrowna Gjupowa.

Ukraine
Odessa.

Ich, Gjupowa Lilija Alexandrowna, nach dem Vater Lemberg Lilija Schulimowna, wurde am 17. Februar 1937 in Odessa geboren, wo ich ohne Unterbrechung bis heute lebe.

Die Jahre der faschistischen Okkupation überlebten wir in Odessa. Mein Vater war an der Front, seine ganzen Verwandten (seine Mutter, zwei Schwestern und drei Nichten) wurden 1941 in einem Pulvermagazin bei lebendigem Leib verbrannt.

Meine Mutter fürchtete, dass man mich als Tochter eines Juden verraten würde. Sie versteckte mich oft in verschiedenen Wohnungen von Bekannten, viele lehnten aus Angst um ihre Familien ab.

Dann brachte meine Mutter mich nach Ljustdorf zu ihrer engsten Freundin, sie war alleinstehend und hatte keine Kinder. Sie richtete in ihrem Keller irgendwie ein Eckchen für mich her, und dort drin blieb ich lange Zeit. Ich erinnere mich noch, dass es sehr kalt war, ich war immer hungrig. Sie kochte irgendeine Balanda aus Gras und Ölkuchen. Ich war magenkrank, hatte eine schlimme Lungenentzündung, an der ich beinahe gestorben wäre.

Es war streng verboten, in den Hof hinauszugehen – wenn jemand ein fremdes Kind sehen würde, würden wir alle sterben, sagte sie mir. Ich blieb bei ihr, bis Odessa befreit war. Bald darauf starb Tante Klawa, so hieß diese wundervolle Frau. Meine Mutter nahm mich wieder mit in die Stadt.

Auch nach dem Krieg mussten wir sehr viel durchstehen. Aber wir blieben trotz allem am Leben.

Ich bin von Herzen dankbar für die Hilfe, die mir der deutsche wohltätige Verein „Kontakt“ leistet.

[Unterschrift].

Aus dem Russischen von Jennie Seitz.

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