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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

99. Freitagsbrief (6.06.2008).

Russland
Moskau
Afanasij Jewstafijewitsch Suchinin.

Liebe deutsche Freunde!

Ich erhielt von Ihnen humanitäre Hilfe und einen Brief, in dem Sie baten, über die Zeit, die ich in der Gefangenschaft verbrachte, über das Leben nach dem Krieg und heute zu berichten. Sich an die Gefangenschaft zu erinnern ist unangenehm, es kann aber von Interesse sein, wie man Extremsituationen überlebt. Der Erhalt einer Hilfe, die von Bürgern und deutschen Soldaten gesammelt wurde – ist ein Wunder. Im Krieg, an der Front, an der vordersten Linie konnten wir einander nur durch das Visier sehen.

Bei Stalingrad, Ende September 1942 wurde ich mehrmals verwundet, danach gefangen genommen und in den Weiler Wertjatschij am Don verfrachtet. Hier, hinter Stacheldraht, waren schon zwei Dutzend Verwundete. Verpflegt wurde einmal täglich, es gab etwa einen halben Liter einer trüben Flüssigkeit, am Boden eine Prise verbrannter Körner aus den abgebrannten Getreidelagern. Wegen der Verwundung im Oberkiefer konnte ich den Mund nicht aufmachen, jedes Korn steckte ich in das Öhr einer Sicherheitsnadel, stopfte sie in den Mund und zerrieb das Korn mit der Zunge.

Später brachte man uns in die Stadt Kalatsch. Dort, hinter Stacheldraht, war ein Lager für verwundete Gefangene. Sie lagen auf der nackten Erde und wer nicht an seinen Wunden starb, den raffte der Typhus dahin. Deshalb zeigten sich hier auch keine Deutschen. Die Verstorbenen wurden von unseren Sanitätern zu Stapeln aufgeschichtet. Verpflegt wurde einmal täglich mit der gleichen trüben Wasserbrühe mit einer Prise angebrannter Körner auf dem Boden. Zwischen den Liegenden liefen dunkle Typen herum und boten für diesen Fraß Stücke geräucherten Fleisches an. Ich wollte schon meine Brühe tauschen, doch mein Nachbar hielt mich durch sein Mienenspiel davon ab. Als diese sich entfernten, flüsterte er mir zu, dass sie dieses Fleisch aus Toten heraus schneiden. Bald danach verfrachtete man uns mit LKWs zur Station Nishetschirskaja, lud uns in Güterwagen zu je 40 Verwundeten, es gab weder etwas zu Essen, noch Wasser.

Die Menschen starben an Typhus. Von den erkaltenden Leichen krabbelten die Läuse auseinander. Um uns nicht anzustecken, begannen wir die Leichen aus dem Fenster zu werfen. Die Waggons wurden erst nach 5 Tagen geöffnet, und es gab eine Wasserbrühe. Als die Deutschen sahen, dass von uns nur wenige übrig geblieben waren, begannen sie zu schreien, sie dachten offensichtlich, dass die anderen geflohen wären. Die Fenster wurden vernagelt. Nach weiteren zwei Tagen kamen wir in der Stadt Smela in der Ukraine an. Es zeigte sich, dass von 40 Mann im Wagon nur sechs überlebten. In dieses Lager wurden die Verwundeten gebracht zu ihrem vorherbestimmten Tod. Die Gebäude wurden im Winter nicht beheizt, wärmen konnten wir uns nur durch die Wärme unserer Körper. Wir schliefen auf nackten Brettern, ohne irgendwelche Decken: Die gesamte Bekleidung und Schuhe wurden uns weggenommen. Es blieb nur die Unterwäsche. Wir schliefen als Knäuel, steckten die Arme durch den Hemdausschnitt unter die Achseln, drückten die Knie unter das Kinn – so verblieb mehr Wärme im Körper. Man verpflegte uns so, dass es sogar zum Erhalt des Lebens nicht reichte. Ich bemühte mich, möglichst keine unnötigen Bewegungen zu machen, nicht zu sprechen. Ich war 19 Jahre alt. Die Menschen näherten sich ihrem Ende und starben an Auszehrung. Ich näherte mich mehrmals meinem Ende, fand aber jedes mal einen Ausweg zur Rettung. Hier einer von ihnen. Mit einfachen Mitteln, wie dem soldatischen Feuerzeug, zum Feuer schlagen aus Feuerstein und mit dem Bruchstück einer Flachfeile stellte ich Fingerringe aus Bronzegeldstücken mit Gravierungen her, die Gravierung mit einer Nadel. Den ersten solcher Ringe mit der Gravierung „Afonja“, „hergestellt in deutscher Gefangenschaft 43“ – habe ich bis heute aufbewahrt. Ich trug ihn durch alle Leibesvisitationen und Lager, indem ich ihn unter den Knopf der Hose einnähte. Diesen ersten Ring sah ein alter Deutscher, der Kommandant unseres Häuserblocks. Er brachte mir eine 15  – Kopeken  – Silbermünze mit ca. 19 mm Durchmesser (die ersten sowjetischen Münzen waren aus Silber)und bat mich, ihm auch einen solchen Ring mit der Gravur „Robert“ zu machen. Wie machte man das? Wenn man mit der Kante der Flachfeile auf den Rand der Münze klopft, bildet sich im Umfang so etwas Ähnliches wie ein Ehering. Danach schlägt man mit dem Meißelchen die Mitte heraus. (siehe Zeichnung) Danach muss man diesen Rohling auf einen dicken Nagel oder auf etwas dickeres, z.B. einen Bolzen aufziehen und auf den Rand der Münze klopfen, dann bildet sich eine Fläche für die Gravur. Wenn man den „Ehering“ weiter klopft, kann man ihn auf die nötige Größe bringen. Die Riefen der Feile schliff ich mit einem Stück Ziegelstein ab, die weitere Bearbeitung erfolgte auf einem Brettchen, das mit Ziegelsteinmehl bedeckt war, der Prozess wurde durch Polieren auf meiner Handfläche, die mit Putz bestäubt war, beendet. Das Meißelchen wurde aus einem Nagel mit breitgeklopftem Ende gemacht, der mit der Flachfeile spitz gefeilt wurde.

Der Kommandant gab mir nichts für den Ring „Robert“, aber es verbreitete sich das Gerücht: „Sogar dem Deutschen hat er gefallen!“ Für solche Kleinigkeiten gaben mir die Sanitäter, die Polizaj Kartoffelschalen, aus denen ich mit Hilfe einer kleinen Vorrichtung die Pelle vom Fruchtfleisch trennte: Wenn man in den Boden einer Konservenbüchse mit einem Nagel ein Loch bohrt und mit dieser Büchse die gekochten Kartoffelschalen zerstößt, so wird das Fruchtfleisch in die Büchse gepresst und die Schalen kleben am Boden des Gefäßes, in dem die Schalen gekocht wurden. Die Kartoffelschalen musste man aus der Küche holen. Man gab mir eine Handvoll, aus der sich eine Fruchtfleischmenge von der Größe einer kleinen Kartoffel ergab. Es zeigte sich, dass eine solch geringe Menge ausreichte, das Leben zu erhalten und nicht dem Ende entgegen zu gehen. Die Verstorbenen verblieben über Nacht nicht in den Räumen, sie wurden hinaus getragen und unter den Fenstern abgelegt. Nachts kamen die Ratten und nagten ihnen die Finger, Nasen und Ohren ab. Als die Fröste kamen und danach Schnee fiel, war es „unanständig“, barfuss nach Kartoffelschalen in die Küche zu gehen. Ich baute eine Falle, fing Ratten und nähte mir aus den Fellen Hausschuhe.

Nach 8 Monaten im Mai 1943 wurde ich mit noch nicht verheilten Wunden für den Abtransport vorgesehen … Wir wurden sorgfältig visitiert, nackt ausgezogen. Aber ich hatte ja Wertgegenstände – das Bruchstück einer Metallfeile (die Polizaj gab mir es für einen Ring) einerseits – andererseits die kleine Feile, die zu einem Messer geschliffen war. Wie durchschmuggeln? Ich machte unter meiner Ferse zwei Einschnitte, klappte die Wunde auf und steckte die Feile hinein.

Man brachte uns zunächst nach Polen und im Sommer nach Deutschland. Ich war in Lagern, in denen die Gefangenen in der Landwirtschaft arbeiteten. In einem der Lager musste ich Lagermöbel reparieren. Ab Ende 1943 zwang ich mich, jeden Tag etwas zu zeichnen. In der Freizeit begann ich Koffer für die Begleitsoldaten herzustellen. Für den Koffer gaben mir die Soldaten Brot, der eine ein viertel, der andere ein halbes Brot. Dem letzten Wachsoldaten machte ich einen Koffer mit glänzenden Ecken, mit Schlössern und anderen Verzierungen aus Blech. Die anderen wollten dann, dass ihre Koffer, die ich vorher gemacht hatte, ebenfalls verziert wurden. An Sonntagen kamen in das Lager Privatpersonen, Kleinhändler, die einen Spezialisten brauchten. So nahm man mich mit, um Nähmaschinen oder Uhren zu reparieren oder Leisten für Schuhe zu machen. Einmal nahm man mich und weitere drei Gefangene mit auf einen Reserveflugplatz, um Wände aus dem Gebäude heraus zu nehmen für einen Ausgang auf das Flugfeld. Nach der Reparatur und dem Anstrich zeigten sich auf diesen Wänden Unebenheiten. Ich schlug vor die Wände nicht abzureißen, sondern irgendetwas auf ihnen zu malen, um so die Defekte zu verdecken.

Auf die rechte Wand malte ich „Latrine“ [Original deutsch] und die Figur eines tanzenden Mädchens, mit der Aufschrift: „Vor dem Abflug vergiss mich nicht“. Auf die linke Seite – ein üppiges Mädchen. Heute würde man sie „Sexbombe“ nennen. Damals war das Wort „Sex“ nicht im Gebrauch. Ich schrieb „Brandbombe“ [Original deutsch].

Im Frühjahr 1944 gab es in Berlin die Nachtangriffe der Engländer und die Tagesangriffe der Amerikaner. Zu dieser Zeit war ich in einem Lager in Berlin und sah den Angriff von 2000 Bombern. Sie flogen in Staffeln zu je 30 Maschinen. Ich sah, wie sich die Gebäude in einen Haufen Schutt verwandelten. Man brachte uns sofort aus dem Lager, um die zerstörten Häuser abzutragen und Überlebende zu retten. Unsere Wachsoldaten gingen zu einem solchen Ziegelsteinhaufen, klopften mit einem Stock und schrieen laut: „Ist noch jemand am Leben! ? Klopft!“ Wenn ein Antwortklopfen zu hören war, trugen wir die Ziegel ab, fanden Kellerfenster, krochen hinein und zogen die überlebenden Einwohner heraus. Oft hatten sie Arm- oder Beinbrüche. Die Arbeiten wurden auch in der Nacht fortgesetzt. Dann wurden die Ruinen abgetragen, in denen keine Überlebenden waren, da gab es Zerquetschte, vom Rauch Erstickte. Danach wurden die in Verwesung übergegangenen Leichen geborgen. Die Begleitsoldaten hatten Gasmasken und Handschuhe – für uns war so etwas nicht vorgesehen.

Als die Großangriffe der Roten Armee auf Berlin begannen, war ich im Lager Großglienicke westlich von Berlin. Das Lager wurde eiligst liquidiert. Am Abend erreichte unsere Kolonne die Stadt Nauen, wir hielten, neben uns strömten in dichten Kolonnen Flüchtlinge, darunter war auch eine Kolonne französischer Gefangener ohne Bewachung. Wir warteten auf einen Moment, in dem der Wachsoldat abgelenkt war und ich und weitere vier Kameraden wechselten in die Kolonne der Franzosen und damit man uns nicht verrät, stammelte ich auf italienisch: Signori! Quando guerra finito, non oggi-domani al ritorno a casa forte lavatori, signorina balare. Am Stadtrand versteckten wir uns in irgendeiner Scheune.

Am Morgen jagten unsere Panzer mit aufgesessener Infanterie durch die Stadt, um den Ring um Berlin zu schließen. Ein Künstler der Panzereinheit nahm mich mit, Porträts der Helden zu zeichnen. Bei Kriegsende waren unsere Einheiten: die einen im Feld, die anderen im Wald, die dritten im Dorf. Es gab den Befehl: Alle haben in der Stadt Winterquartiere zu beziehen. Jede Einheit schmückte ihren Standort aus: mit Losungen, Plakaten, Panneaus, Portraits. Ich bekam als Helfer Deutsche vom Arbeitsamt (Es gab Arbeitslosigkeit). Sie schrieben die Losungen, die Schrift wurde aus unseren Zeitungen genommen. Einmal sagten die Deutschen: – Wir brauchen einen Tischler, der uns die Rahmen für die Losungen macht.  – Macht sie doch selbst, hier ist eine Säge, dort die Latten, – sage ich ihnen.  – Nein, antworteten sie, dass ist eine Arbeit für einen Tischler oder Zimmermann. Da habe ich ihnen einen Witz erzählt: Ein Deutscher ist vor Hunger gestorben, hatte im Rucksack ein ganzes Brot, er hatte nur kein Messer zum abschneiden. Ich dachte, jetzt werden sie gekränkt sein, aber sie lachten im Chor und sagten: – Du hast uns gestern einen großen Laib Brot und ein großes Stück Speck gebracht. Aber wir hatten kein Messer um den Speck zu schneiden. Wir haben im Unterschied zu jenem Deutschen das Brot in Stücke gebrochen und trocken gegessen, und den Speck nach Hause gebracht. Dort kam in das Zimmer, in dem ich wohnte, ein alter Deutscher, der in der Hand einen Schuh hielt und sagte: – Du bist Künstler?  – Ja, – antwortete ich.  – Da ist die Schuhsohle abgerissen, besohlen Sie doch bitte.  – Verzeihen Sie, sagte ich, ich verstehe schlecht Deutsch, aber wie ich sehe brauchen Sie einen Schuster und keinen Künstler.  – Aber woher, sagte er, nehme ich einen Schuster, der Krieg hat sie alle weggerafft.  – Nun, sagte ich, versuchen Sie es doch selber zu machen. Ich bin kein Schuster, ich bin Künstler. Der Deutsche ging zurück, drehte sich an der Schwelle um und sagte: – Künstler, Künstler! Der Künstler kann alles!  – Halt, sagte ich, – gib mir Deinen Schuh. Ich besohlte ihm den Schuh.

Im Sommer 1945 begann man, unsere Armee zu verkleinern. Als erste schickte man die Alten und die Verstümmelten nach Hause. Ich wurde ebenfalls als dienstuntauglich anerkannt. Ich hatte noch seit Stalingrad nicht verheilte Wunden. Die Truppenführung bat mich noch zu bleiben, um den Entwurf eines Denkmals für die Gefallenen zu machen. Ich war nicht einverstanden, ich war zur Heimreise entschlossen.  – Wir werden dir das beste beschlagnahmte Automobil geben. Stell dir vor, wie du zu Hause mit einem solchen Auto erscheinst, alle Bräute sind Dein.  – Ja, aber ich habe zu Hause keine Braut, wo soll ich denn hin mit einem solchen Gesicht. Mein Gesicht war durch die Verwundungen verunstaltet mit Schrammen und dicken Narben. Man brachte mich zum Chefarzt, er sagte, nachdem er mich untersucht hatte, das man das alles richten kann, heutzutage näht man den Brandverletzten sogar neue Nasen an. So haben wir uns geeinigt: Ich denke mir ein Denkmal aus, und mich schickt man dann nach Moskau zur kosmetischen Operation. Das Denkmal sollte nach der zentralen Vorgabe einen Soldaten mit Gewehr in der einen und einer Fahne in der anderen Hand darstellen. Lange habe ich mich gequält, es so und so versucht, zeichnete im Spiegel mein Abbild. Aber das Gewehr und die Fahne passten einfach nicht zusammen. Wenn man aber das Gewehr durch eine Maschinenpistole ersetzt, die über die Schulter hängt … plötzlich gelang es! Da ist das Denkmal. Die Führung war zufrieden. Und so schickte man mich im Februar 1946 nach Moskau in ein gutes Krankenhaus. Hier gab es viel zu zeichnen: Einen Panzersoldaten ganz voller Narben, einen Piloten voller Brandwunden. Dem Chefarzt zeichnete ich zum Geburtstag ein Glückwunschschreiben mit seinem Portrait. So, dass es wie gedruckt aussah. Der Mediziner schätzte dies und beschloss, mich persönlich zu operieren. Und so bekam ich ein solches Gesicht mit dem man sich nicht schämen muss, sich einem Mädchen zu nähern. Zu dieser Zeit hatte die Frau eines bekannten Kinoregisseurs meine Zeichnungen gesehen, sie lag im gleichen Krankenhaus und hatte meine Zeichnungen ihrem Mann gezeigt. Der interessierte sich dafür und machte mich mit namhaften Künstlern bekannt, die mir eine Empfehlung für das Studio von Militärkünstlern gaben. Im Studio und im Wohnheim haben mir andere Künstler, schon bekannte Meister, die Feinheiten des Malens beigebracht. Kaum war weniger als ein Jahr vergangen, begann ich 1947 am Kunstinstitut zu studieren, das ich 1953 mit „ausgezeichnet“ abschloss.

Ich werde hier nicht beschreiben, wie es nach dem Institut weiterging, wie meine Frau, noch als Schülerin mit einem Mädchen aus der DDR in einen Briefwechsel getreten war, und später auch unsere Tochter einen Briefwechsel mit einer deutschen Familie hatte. Wir haben diese Familie nach Moskau eingeladen und sie uns nach Berlin, sie haben uns auch mit ihren Verwandten in der BRD bekannt gemacht. In unserer Familie könne alle Deutsch. Der älteste Sohn hat allerdings in der Schule und im Institut englisch gelernt und hat einen Briefwechsel mit einem deutschen Jungen, der am Ufer des Bodensees wohnt, auf englisch. Der jüngste Sohn hat vier Jahre lang Deutschkurse besucht – und spricht wie ein Deutscher. Wir haben mit sieben Adressen in ganz Deutschland Schriftverkehr und waren gegenseitig zu Besuch. Wenn wir nach Deutschland fahren, nehmen wir als Geschenk meine Bilder mit. Wir waren einige Male in Deutschland, deshalb haben die Familien unserer Freunde schon einige meiner Arbeiten. In Köln war der Nachbar unserer Freunde Reinhold Bardenheier in russischer Gefangenschaft. Er hat ein Buch geschrieben und es mir geschenkt „Für dich blüht nur der Löwenzahn“. Er war verwundert, dass ich die deutsche Gefangenschaft überlebt habe. In der russischen Gefangenschaft lebten sie unter den gleichen Bedingungen wie die Russen, wurden so verpflegt wie die Russen auch. Dort ist niemand gestorben, alle kehrten gesund nach Hause zurück. Was in Deutschland unerwartet verblüffte – das Fehlen der Einengung. Jede Familie hat ein zweietagiges Haus mit Keller, fast alle haben einen – Garten, ein Paradies mit grüner Wiese und einem kleinen Bassin. 1992 hat Helmut Kohl zum ersten Mal Moskau besucht. Ich malte ein Portrait von ihm in Öl und habe es ihm geschenkt, wo im Hintergrund des Kanzlers ein glühender stählerner Knoten abgebildet ist, darunter habe ich geschrieben: „Einem Deutschen, der ohne Schuss, ohne Verluste Moskau erobert hat.“ Das Portrait hat Helmut Kohl gefallen, er schrieb mir einen Dankesbrief.

Hochachtungsvoll

Afanasij Suchinin

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