Direkt zum Navigationsmenü.


KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

85. Freitagsbrief (29.02.2008).

Russland
Krasnodar
Fedor Andrejewitsch Shadanow.

Sehr geehrte Herrschaften!

Wir übermitteln Ihnen unsere Entschuldigung für das zu lange Schweigen. Es ist so, dass Fjodor Andrejewitsch Shadanow schwer krank ist und ständige Betreuung braucht. Er leidet an Gedächtnisschwund, Störungen der Hirndurchblutung, er verliert oft die Besinnung und fällt um. Das begann nach einer Operation. Wir sind Ihnen für die erwiesene Hilfe sehr verbunden und dankbar. Dieses Geld kam gerade zur rechten Zeit für die Infusionen. Bei uns sind Rentner niemandem nütze. Alles ist nur im Fernsehen schön.

Er hat mir oft vom Krieg erzählt. Sein Leben lang fürchtete er sich, hatte Alpträume, fällt auch manchmal aus dem Bett und liegt ganz steif da, so dass ich ihn ansprechen muss: „Fedja, was ist mit dir?“ Da antwortet er „Oh, die Faschisten kommen, ich habe mich in einem Graben versteckt und liege da!“ Und so geht das sein Leben lang! Wenn er sich mit den Beinen im Schlaf verheddert, schreit er die ganze Nacht lang. Das Leben ist schwer, seine Gesundheit wurde in der Jugend zerstört. Aber er war immer ein bescheidener Mensch, beklagte sich nie über sein Schicksal, züchtete Tauben, liebte das Angeln. Am 26. Februar wird es 86 Jahre alt (wenn er es erlebt). Jetzt geht es ihm einigermaßen gut, er kann selbst essen und läuft auch schon ein bisschen in der Wohnung herum, alles unter meiner Kontrolle.

Er erinnert sich an die Front, wie es da war, einiges weiß er noch, anderes nicht. Er dankt Ihnen von Herzen für das Geld. Selbst schreiben kann er nicht, die Hände gehorchen nicht mehr, deshalb schreibe ich Ihnen, seine Frau Tatjana Alexandrowna Shadanowa. Wir beide sind seit 34 Jahren verheiratet, er hat noch eine ältere Tochter aus erster Ehe, wir haben zusammen eine 28jährige Tochter. Die Töchter helfen uns, aber sonst haben Rentner bei uns ein schweres Leben. Es ist alles teurer geworden, aber die Pensionen verlieren ihren Wert, alle Preise steigen, Erhöhungen geben nur vor, welche zu sein. Wir wünschen Ihnen Gesundheit und alles Gute für Ihre gute Sache.

Hochachtungsvoll.

Familie Shadanow.

Zum Seitenanfang


Zurück zum Seitenanfang.