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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

58. Freitagsbrief (17.08.2007).

An Frau Hilde Schramm und Herrn Eberhard Radczuweit.

Ich, Iwan Pawlowitsch Semenow, Jahrgang 1921, gebürtig aus dem Dorf Maslakowo, Rayon Krasninsk, Gebiet Smolensk, danke Ihnen für die geleistete Unterstützung und erlaube mir, Ihnen beste Gesundheit zu wünschen. Und jetzt ein paar Zeilen über mich. Am 29. Mai 1941 wurde ich eingezogen und leistete meinen Armeedienst als gemeiner Soldat in einer Pioniereinheit. Am 22. Juni 1941 begann der Große Vaterländische Krieg. Am 12. Juli 1941 wurde ich als Armeeangehöriger in der Nähe von Minsk verletzt und gefangen genommen, gewaltsam nach Deutschland, nach Neustadt gebracht und bis 1945 als Zwangsarbeiter eingesetzt. Ich arbeitete bei der Eisenbahn in den Bahnhöfen Titschin, Radebeul und Meißen und war im Kriegsgefangenenlager Nr. 304 interniert. Meine Nummer lautete 106062. (…) Sowjetische Truppen befreiten mich bei ihrem Vormarsch und schickten mich anschließend heim wegen meines gesundheitlichen Zustandes, der nach allem, was ich durchlitten hatte, stark erschüttert war. Durch die in Deutschland geleistete Zwangsarbeit habe ich meine Gesundheit eingebüßt: Mein Herz ist krank, ich leide an Epilepsie und bin vollständig erblindet. Der Tod meiner Frau ließ mich allein zurück. Mein Sohn und meine Schwiegertochter haben mich zu sich genommen und sorgen jetzt für mich, denn ich selbst sehe nichts mehr. Ich erhalte eine kleine Rente, die aber nur für das Essen und die teuren Medikamente reicht. So hat sich mein Leben abgespielt, an das zu denken mir schwer fällt. Frau Dr. Hilde Schramm, ich bin Ihnen für die finanzielle Unterstützung sehr dankbar. Bitte übermitteln Sie in meinem Namen den Bürgern Ihres Landes ein Riesendankeschön dafür, dass sie sich an Leute wie mich erinnern.

Mit freundlichen Grüßen

Iwan Pawlowitsch Semenow.

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