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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

46. Freitagsbrief (25.05.2007).

Sehr geehrte Frau Dr. Hilde Schramm und Herr Eberhard Radczuweit,

aus vollem Herzen möchte ich meinen aufrichtigen Dank für Ihre materielle Hilfe von 300 Euro ausdrücken.

Sie interessieren sich für alle Abschnitte meines Lebens. Ich bin am 25. Januar 1919 in der Stadt Noworossijsk geboren. Nach den revolutionären Ereignissen 1919 gab es Zerstörungen im Lande. Der Vater arbeitete in einem Zementwerk, die Mutter war Hausfrau. Das Leben verbesserte sich mit der Zeit. 1926 ging ich in die Schule. 1933 begann ich die Ausbildung im Bautechnikum. Ich studierte bis zum Jahr 1939. Ich war gerade im 4. Studienjahr. Mein Jahrgang sollte in die Armee einberufen werden. Später ging es nicht. Deshalb habe ich meine Ausbildung nicht fertig absolviert. Ich wurde einberufen. Ich diente in der Stadt Bobrujsk in Belarus und besuchte eine Divisionsschule. Nach Beendigung der Schule wurde ich in die Liste des 503. Haubitzenregiments der 121. Schützendivision der 10. Armee eingetragen. 1941 sollte ich demobilisiert werden. Es folgte aber ein überraschender feindlicher Überfall der deutschen Truppen auf unser Land.

Im Juni 1941 begann unsere 121. Schützendivision, zu der auch das 503. Haubitzenegiment gehörte, sich zur westlichen Grenze hin zu bewegen. Beim Städtchen Slonim trafen wir auf die deutsche Armee. Sie drängte uns zurück, in die Waldgegend. Das Kräfteverhältnis war ungleich. Das Regiment wurde Anfang August beim Angriff der deutschen Truppen zerschlagen. Es gab viele Tote und Verletzte. Jene, die überlebten, wurden gefangengenommen. Auf diese Weise war der Krieg für mich beendet.

Es folgten Durchgangslager und Abtransport nach Deutschland. Wir stiegen aus den Güterwaggons bei der Ortschaft Lambsdorf aus. Das war im August. Die Fläche war absolut leer. Es war Sandboden. Ein Feld wurde mit Stacheldraht umzäunt. Es waren Wachtürme zu sehen. Es wurden mehrere Tausend Kriegsgefangene untergebracht. Hier blieb ich bis zum Kälteeinbruch. Danach wurden wir zur Arbeit rekrutiert. Männer älterer Jahrgänge sollten bei den Bauern arbeiten, jüngere im Bergwerk und im Steinbruch. Hier gab es doch Unterkunft. Ich schlug Steine. Dieser Steinbruch befand sich bei der Stadt Groß-Strelitz. Viele starben an Krankheiten. Es gab Typhusepidemien und andere Krankheiten. Hier arbeitete ich bis zum Vorrücken der russischen Truppen. Als die russischen Truppen kamen, hieß es wieder zu einer Sammelstelle. Ich setzte meinen Wehrdienst in einem Minenwerferregiment fort. 1946 wurde ich aus der Armee entlassen. Ich kehrte nach Noworossijsk zurück und beendete meine Ausbildung. 1947 war ich fertig. In der Stadt herrschte Hunger. Ich arbeitete im Baubereich in einem Ölfeld bei Noworossijsk. 1950 übersiedelte ich in die Ukraine.1951 heiratete ich.

Ich habe zwei Töchter, Ljudmila und Tatjana und den Sohn Aleksander. Beide Töchter sind bereits Rentnerinnen. Der Sohn, Jahrgang 1956, ist bereit in der Kindheit Invalide der 3. Gruppe geworden. Er ist Historiker. Die Töchter leben getrennt. Ich habe Enkel und Urenkel. Meine Ehefrau starb 1982. Seitdem lebe ich mit dem Sohn zusammen. Ich bin oft krank. Nach der Behandlung kommt Genesung. Ich lebe weiter und bleibe optimistisch. Ich bin dem Großen Herrn für den Schutz dankbar.

Ich bedanke mich bei allen Menschen, die am Zustandekommen der Hilfe für mich beteiligt waren.

Hochachtungsvoll

Jewgenij Michajlowitsch Abramow.

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