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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

459. Freitagsbrief (vom August 2015, aus dem Russischen von Jennie Seitz).

Zurzeit erhalten wir noch Antworten auf unsere 4900 Rundbriefe via Russland, Belarus, Ukraine mit Informationen über die bevorstehenden „Anerkennungsbeträge“ der Bundesrepublik Deutschland, für deren Auszahlung an ehemalige sowjetische Kriegsgefangene der Haushaltsausschuss des Bundestages im September die Richtlinien festlegen wird. Hier veröffentlichen wir eine typische Antwort auf unser Schreiben. Die Erinnerungen des Herrn Larionow stehen im 172. Freitagsbrief.

(Freitagsbrief-Redaktion)

Larionow Wladimir Fjodorowitsch
Torshok
Russland.

Guten Tag!

Sehr geehrter Eberhard Radczuweit, liebe Kontakte-Mitarbeiter!

Ihren Brief habe ich erhalten und danke Ihnen vielmals für Ihre gemeinnützige Arbeit im Sinne der Anerkennung und der Gerechtigkeit.

In der Tat habe ich meine Jugend und meine Gesundheit auf Ihrem Boden gelassen, unter welchen Bedingungen, das hatte ich Ihnen schon beschrieben. Deshalb denke ich, dass jeder Kriegsgefangene die Summe, die durch Ihre Regierung beschlossen wurde, für die Aufrechterhaltung der Gesundheit und Behandlungen in Sanatorien braucht. Ich habe viele Rundbriefe von Ihnen erhalten und viel geschrieben über die Wahrheit und die Erniedrigungen uns gegenüber, die man nicht als Menschen ansah. Wir waren es, die alles durchgestanden haben, und bis jetzt hat der Herr uns am Leben gelassen. Selbst schreiben kann ich nicht mehr, ich muss meine Frau um Hilfe bitten, die meine Worte aufschreibt.

Unsere Reihen lichten sich Tag für Tag, deshalb bitte ich Sie, einen Zusatz aufzunehmen über die Auszahlung der Summe an nahe Angehörige auch nach dem Tod, denn sie müssen Kraft für die Fürsorge und Pflege aufbringen. Verstehen Sie uns nicht falsch. Wir danken Ihnen nochmals dafür, dass Sie sich um uns sorgen und uns zum Leben ermutigen.

Die Festivitäten zum 70. Jahrestag des Sieges sind in unserer Stadt ohne besondere Vorkommnisse und in feierlicher Atmosphäre verlaufen. Meine Frau und ich haben in diesem Jahr außerdem den 69. Jahrestag unseres gemeinsamen Lebens gefeiert. Glückwünsche wurden uns übermittelt von: der Regierung, dem Gouverneur unserer Oblast, dem Bürgermeister unserer Stadt, der Geschäftsleitung. Schöne und freundliche Glückwünsche, Blumen und Geschenke. Wir waren überrascht und haben uns sehr darüber gefreut. Wir sind dankbar für diese Wertschätzung der alten Leute, dafür, dass sie uns noch nicht vergessen haben.

Unsere Adresse ist noch aktuell:

[…]

Hochachtungsvoll

Larionow W. F.

Möge Sie der Herr beschützen.

[Unterschrift].

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