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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

364. Freitagsbrief (vom April 2013, aus dem Russischen von Valerie Engler).

Iwan Nikiforowitsch Morgunow
Ukraine
Dimitrow.

Sehr geehrter Dmitrij Valerjewitsch!

Ich habe Deine beiden Briefe bekommen, auch den Glückwunschbrief zu Neujahr 2013. Danke. Leider erlaubte es mir mein Gesundheitszustand nicht, früher zu antworten. Auch meine Frau fühlt sich nicht gut nach ihrem Schlaganfall und ich muss mich um sie kümmern. Gebe Gott, dass es ihr bald besser geht. Unsere Kinder kümmern sich um uns.

[…] Nun möchte ich Dir davon erzählen, wie ich nach meiner Entlassung aus der Armee eine Arbeit gefunden habe.

Nachdem wir von englischen Truppen aus der Gefangenschaft befreit worden waren, wurden wir in die sowjetische Besatzungszone gebracht. Dort wurde ich wieder als einfacher Soldat in die Reihen der Sowjetischen Armee aufgenommen. Es war ein großes Glück, dass ich wieder sowjetischer Soldat wurde. Ich schrieb einen Brief nach Rostow am Don, an den Leiter des Fernmeldedienstes der Hochseereederei im Asowschen Meer. Ich bat ihn, mir einen international anerkannten Nachweis zu schicken, dass ich die Seemannsschule besucht und als Schiffsfunker abgeschlossen hatte. Der Leiter des Fernmeldedienstes, Abramow, schickte mir ein Einschreiben nach Deutschland. Darin war das Nachweisdokument (auf Russisch und Englisch) und ein Brief, in dem er mich bat, zur Familie der Asowschen Seemänner und Funker zurückzukehren.

Im Mai 1946 wurde ich aus dem Armeedienst entlassen. Ich kehrte zurück in die Ukraine, ins Gebiet Donezk. Zwei Monate lang übte ich alleine an einem Summer, um mir das Morsealphabet wieder anzueignen.

Dann fuhr ich in Armeeuniform nach Rostow am Don und ging zum Leiter des Asowschen Fernmeldedienstes. Ich kam also in sein Büro und zeigte ihm Abramows Einladung. Da sagte er: „Ich bin jetzt der Leiter des Fernmeldedienstes. Abramow ist nicht mehr hier, er wurde nach Moskau versetzt, ins Volkskommissariat der Marine.“

Der neue Leiter wollte meine Papiere sehen, mein Arbeitsbuch und mein Abschlusszeugnis von der Seemannsschule. Er sagte, es sei sehr gut, dass ich gekommen sei, denn sie hätten viel zu wenig Funker. Außerdem fragte er mich, ob ich auf dem Schiff arbeiten wolle oder in den Funkstationen an Land. Ich sagte ihm, dass ich auf dem Schiff arbeiten wolle.

Dann wollte er mein Armeebuch sehen. Im Armeebuch stand, dass ich in der Gefangenschaft war. Und da sagte er: „Bitte lassen Sie Ihre Adresse hier und fahren Sie nach Hause. Wenn wir Sie brauchen, dann melden wir uns bei Ihnen.“

Ich kehrte nach Hause zurück und wurde Bergarbeiter.

So lief es also bei mir.

[…]

Morgunow.

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