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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

349. Freitagsbrief (vom Oktober 2012, aus dem Russischenvon Valerie Engler).

Sergej Fjodorowitsch Bulygin
Russland
Tschuwaschien
[Es schreibt die Enkelin Olga].

Guten Tag!

Ich schreibe Ihnen im Namen meines Großvaters Sergej Fjodorowitsch Bulygin, geb. 20.09.1917, der schon 95 Jahre alt ist! Ich habe gerade seine Unterlagen durchgesehen und dabei Ihren Brief vom 14.09.2010 gefunden, in dem Sie uns von der humanitären Hilfe schreiben, für die wir Ihnen noch sehr danken möchten! Außerdem habe ich einen Brief von der Stiftung für Verständigung und Aussöhnung gefunden, vom Jahr 2004, in dem man uns mitgeteilt hat, dass Großvater keine Entschädigung bekommt, weil er nur Kriegsgefangener war! Dabei hat er vier Jahre lang gegen seinen Willen geschuftet! Zuerst war er in einem Lager in Kirowograd, dort wurden die Soldaten als Arbeitskräfte gekauft-verkauft. Seine Kriegsgefangenennummer war 159538-IV-B [Stalag Mühlberg/Elbe]. In Köln mussten sie Wassereimer schleppen und in den Rhein ausleeren. Danach kam er in ein Lager in Alte Gribow [Stalag XI A (341) Altengrabow] oder so ähnlich. Im Mai 1942 wurde er nach Radeberg (Deutschland) gebracht, wo er bis Ende 1944 in einer Fabrik als Hilfsarbeiter arbeiten musste. Ab Ende 1944 war er im Lager Wolfen. Anfang 1945 kam er in die Nähe von Magdeburg, wo die Gefangenen einen Flugplatz bauen mussten. Im April 1945 kam er ins Lager Altengrabow. Am 4. Mai 1945 wurde er von Einheiten der Roten Armee befreit.

Mein Großvater ist ein sehr guter Mensch, und wenn er von dieser schweren Zeit erzählt, dann treten ihm immer die Tränen in die Augen … Natürlich ist es sehr bitter für ihn, dass um ihn herum alle irgendeine Unterstützung vom Staat oder aus Deutschland bekommen, er aber nie etwas bekommen hat … bitte helfen Sie uns! […] Voller Ungeduld erwarten wir Ihre Antwort.

Mit den besten Grüßen,

Olga.

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