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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

314. Freitagsbrief (vom Juni 2011, aus dem Russischen von Norbert Ehle).

Russland
Kalmykien
Bezirk Ortjabr´skij
Mutljajew Erendshen Chasykowitsch.

Lebenslauf der Kriegszeit des Kriegsveteranen Mutljajew Erendshen Chasykowitsch.

Am 11. Dezember 1940 wurde ich zur Ableistung des Militärdienstes in die Rote Armee einberufen. Den Dienst habe ich in Tschernowzy in der Ukrainischen SSR an der Grenze zu Rumänien aufgenommen. Ich kam in das 2. Ausbildungsbataillon des 77. Panzerregimentes der 33. Panzerbrigade des Kiewer Besonderen Militärbezirkes. Den Dienst habe ich in T-26 Panzern aufgenommen.

Die Feuertaufe erhielt ich an der Grenze am Fluss Seret (linker Nebenfluss der Donau). Der Panzer T-26 schützte nur vor Gewehrkugeln, großkalibrige Maschinengewehre jedoch, schon gar nicht zu reden von Geschützen, durchschlugen die Panzerung. Die Soldaten nannten diesen Panzer „Sarg mit Musik“. Nach zahlreichen Kämpfen, nachdem aller Treibstoff und Munition verbraucht waren, trat der Rest der Panzerbesatzungen und der Soldaten den Rückzug an. Die Gesamtzahl der Rückzügler betrug mehrere Tausend. Man muss in Betracht ziehen, dass in den ersten 3–4 Monaten etwa 3,5 Millionen Soldaten in Gefangenschaft gerieten, weil alle Militärlager mit Waffen, Verpflegung und Munition den Deutschen zufielen, so dass wir zu dritt (ich und zwei Kriegskameraden) ein Gewehr mit wenigen Patronen hatten, es keinerlei Versorgung mit Essen und Munition gab, wegen dieser ruhmlosen Führung durch die Kommandeure.

Wir wurden in der Ukraine gefangen genommen, gingen zu Fuß bis Winniza [Stalag 329]. Zum Sommeranfang 1942 verbrachte man uns mit einem Militärzug nach Polen. Aus dem einem Lager kamen wir ins andereLager in Sedlice (Polen) [Stalag 316 Siedlce]. Im August 1942 brachte man uns nach Nautsi (Nordfinnland) zum Flugplatzbau. Wir waren etwa 2500 Mann. Im Mai 1943 wurde ein Teil der Gefangenen, darunter ich, zu Fuß nach Kirkenes [Stalag 322] (Norwegen) getrieben. Dort arbeiteten wir bis 1944. Zum Ende des Krieges wurden wir nach Vardufas (Norwegen) überführt, wo uns im Frühjahr 1945 die verbündeten Engländer befreiten.

Von 11 Kalmyken, die gemeinsam mit mir in Gefangenschaft waren, überlebten vier. Das sind Buwajew Baasr (Charba), Konstantin Nimgirow (Lagan), Mandshi Gorjajew (Wolga-Kreis), Karschow Dordshi (Schinmer). Von 5 Burjaten überlebte nur einer – Tschombejew Wassilij, der sich den Kalmyken anschloss.

Nach der Befreiung wurden wir nach Port Saraisa (Norwegen) gebracht, von dort mit dem Dampfer nach Murmansk. Von dort brachte man mich, zusammen mit Mandshi Gorjajew nach Vyschnij Volotschok (Gebiet Twer) ins Filtrationslager. Nach langen Überprüfungen schickte man uns nach einem Monat mit dem Zug, in Begleitung zweier MP-Schützen, nach Sibirien in die Stadt Nowosibirsk, wo wir zusammen mit den Kalmyken in der Verbannung blieben..

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