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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

280. Freitagsbrief (vom Juli 2009, aus dem Russischen von Valerie Engler.

Georgien
Samtredija
Kristafor Iljitsch Simonischwili.

Erklärung

Ich, Kristafor Iljitsch Simonischwili, wurde am 21.7.1923 in Samtredija/Georgien geboren.

Zum aktiven Armeedienst in der sowjetischen Armee wurde ich im Januar 1942 durch das Gebietskriegskommissariat Samtredija einberufen. Ich kämpfte auf russischem Gebiet gegen die Faschisten. Im Juli 1942 geriet ich bei Nowotscherkassk im Gebiet Rostow in deutsche Gefangenschaft. Ich kam in ein Lager für Kriegsgefangene, das sich im Gebäude des ehemaligen städtischen Krankenhauses befand. Ich blieb dort nicht lange, das Lager war überfüllt, es kamen massenweise neue Gefangene dazu und es gab nicht genügend Platz für alle. Etwa nach zwei bis drei Wochen wurden wir in Güterwaggons geladen und nach Deutschland gebracht. In Deutschland kam ich ins Lager Nummer V bei Stuttgart, von dort aus brachte man mich ins Lager Bad Schandau [Stalag IVA Hohnstein-Bad Schandau] bei Dresden in Sachsen, wenn ich mich richtig erinnere. Das Lager dort war auch mit Kriegsgefangenen überfüllt. Ich musste bei der Erweiterung des Lagers mitarbeiten. Ein Jahr später brachte man mich ins Kriegsgefangenenlager Stalag IXB [Bad Orb] in Hessen. Dort gab es viele Georgier, Russen und Gefangene anderer Nationalitäten. Gegen Ende des Krieges kamen auch amerikanische Gefangene dazu. Wir mussten jeden Tag bis zur völligen Erschöpfung arbeiten: Wir führten Bauarbeiten im Lager aus, besserten die Baracken aus, transportieren die Baumaterialien. Bei der geringsten Verzögerung bei der Ausführung eines Befehls wurden wir geschlagen und ohne Essen in die Isolierzelle gesperrt.

Anfang Mai 1945 wurde ich von amerikanischen Truppen aus dem Lager befreit und unserer Vertretung übergeben, so viel ich weiß, im Austausch gegen einige amerikanische Gefangene.

Ich möchte Sie bitten, mir als ehemaligem Kriegsgefangenen Nazi-Deutschlands humanitäre Hilfe zukommen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen,

Kristafor Simonischwili.

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