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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

213. Freitagsbrief (vom Februar 2009, aus dem Russischen von Valerie Engler).

Iwan Illarionowitsch Birjukow
Russland
Gebiet Rjasan.

An die Stiftung für Verständigung und Aussöhnung vom ehemaligen KZ-Häftling Iwan Illarionowitsch Birjukow, geb. 1921, wohnhaft in Russland, Rjasanskaja oblast, (…).

Ich, I. I. Birjukow, wurde Anfang Juli 1941 im Gebiet Lwow (Ukraine) von deutschen Truppen gefangen genommen. Im Sommer 1942 kam ich nach Deutschland ins Lager Nr. 326. Im Herbst 1942 schickten sie mich zur Arbeit nach Bad-Riburg [Bad Driburg] in eine Holzfabrik, wo ich ein halbes Jahr gearbeitet habe. Von dort kam ich zur Arbeit ins Bergwerk, wo wir Kohle fördern mussten. Leider kann ich nicht sagen, wo sich das Bergwerk befand, ich weiß nur, dass ich durch die Städte Dortmund, Essen und Wuppertal gefahren bin.

Im Bergwerk habe ich drei Monate lang gearbeitet, dann war ich schwer krank, wurde untersucht und geröntgt und dann brachten sie mich in ein Lager für Kranke in Hemer [Kgf.-Lazarett Hemer]. Dort kam ich in die Baracke für Tuberkulosekranke. Ich blieb zwei Monate in Hemer. Von dort brachten sie mich wieder ins Konzentrationslager Nr. 326 [Stalag Stukenbrock], dort war ich dann etwa drei Monate. Aus dem Lager 326 brachten sie mich, krank und ausgezehrt, nach Düren, nicht weit von Belgien und Frankreich. Ich und einige andere Kameraden mussten in der Nähe von Düren auf den Feldern arbeiten, für einen reichen Grafen. Wir arbeiteten dort bis zum Umfallen von Sonnenaufgang bis -untergang, erledigten alle anfallenden Feldarbeiten.

Im Sommer 1944, als die englischen und amerikanischen Truppen in der Normandie landeten und Holland, Belgien und Frankreich befreiten, evakuierten uns die Deutschen Richtung Osten, auf die andere Rheinseite. So kam ich wieder zur Sklavenarbeit ins Bergwerk und war dort noch von September 1944 bis März 1945. Am 1.4.1945 wurden wir Gefangenen aus dem Bergwerk in Kolonnen nach Nordosten getrieben.

Am 15.4.1945 wurden wir in der Nähe von Hannover von amerikanischen Truppen befreit. Nach zwei Monaten brachten sie mich von Hannover nach Magdeburg zu unseren Truppen (Ich war Invalide für mein ganzes Leben.).

Meine Kameraden aus der Zeit in der Gefangenschaft haben eine Entschädigung aus Deutschland bekommen, zwar eine mickrige, aber ich habe aus irgendeinem Grund nichts bekommen. Das kränkt mich sehr. Warum hat man mich vergessen? Deutschland hat einen Krüppel aus mir gemacht. Ich habe meine Gesundheit dort bei Ihnen verloren.

Verzeihen Sie bitte, Iwan Birjukow

25.2.2009

Ende 1941 bin ich im Gebiet Lwow (Ukraine) aus der Gefangenschaft geflohen. Im März 1942 haben mich deutsche Häscher im Gebiet Tschernigow gefasst und ins Gefängnis in Neshen gebracht. Dort wurde ich gefoltert und geschlagen. Nach der Folter im Gefängnis (3 Wochen lang) brachten sie mich nach Kiew-Darniza in ein Lager für Kriegsgefangene [Stalag 339], dort grassierte Flecktyphus. Ich erkrankte auch an Typhus, später an der Ruhr, alles zusammen war ich dort zwei Monate lang krank. Danach wurden alle, die am Leben geblieben waren, nach Deutschland gebracht (im Sommer 1942).

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