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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

204. Freitagsbrief (vom 28. Juni 2010, aus dem Russischen von Karin Ruppelt).

Nikolaj Antonowitsch Grinschtschenkow
Moskau.

Sehr geehrte Herren Dr. Gottfried Eberle und Eberhard Radczuweit!

Ich danke Ihnen aufrichtig für Ihre materielle Unterstützung und Beachtung, für Ihr Bemühen, bei den einfachen Bürgern in Deutschland Mitgefühl für uns ehemalige sowjetische kriegsgefangene Soldaten zu finden.

Ihr Brief hat mich bis in die Tiefe meiner Seele erschüttert; ich habe ihn mit einem dreifachen Gefühl gelesen:
erstens – mit Freude.
zweitens – mit Schmerz und mit Tränen in den Augen.
drittens – mit Bitterkeit.

Ich erkläre das: mit Freude, weil in Ihrem Land eine Jugend heranwächst, in deren Herzen sich ein Plätzchen für fremden Schmerz und für Mitgefühl gefunden hat, und das bedeutet, dass eine solche Gesellschaft keine Wiedergeburt des FASCHISMUS erlauben wird.

Mit Schmerz und mit Tränen in den Augen – weil ich, als ich Ihren Brief las, mich unwillkürlich an den ganzen Alptraum erinnern musste: den Hunger und die Erniedrigung, die ich während der Zeit des Aufenthalts in den faschistischen Todeslagern durchmachen musste.

Mit Bitterkeit – weil Ihr Brief ein halbes Jahrhundert zu spät kam! (…)

Hochachtungsvoll Nikolaj Antonowitsch.

Ich warte auf eine Antwort.

****

(Im Antwortschreiben luden wir den 89jährigen Herrn Grinschtschenkow nach Berlin ein zu einer Veranstaltung am 22. Juni 2011, dem 70. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion. E. Radczuweit).

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