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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

162. Freitagsbrief vom 8. Juli 2009, aus dem Russischen von Valerie Engler (Die Übersetzung ins Russische erfolgte durch unsere georgischen Partner).

Georgien
Zageri
Grigorij Konstantinowitsch Achwlediani.

Erklärung.

Ich, Grigorij Konstantinowitsch Achwlediani, wurde am 17. Januar 1918 in Laschana, Bezirk Zageri / Georgien geboren.

Zum aktiven Armeedienst wurde ich im November 1939 durch das Gebietskriegskommissariat Zageri einberufen. Ich diente im 514. Infanterieregiment in Bogorodiza im Moskauer Gebiet. Ab 1941 leistete ich meinen Dienst als Unteroffizier im 388. Schützenregiment in Moskau ab. Sofort nach Beginn des Großen Vaterländischen Krieges wurde unser Regiment in das Gebiet um die Stadt Mogilew verlegt, wo wir gegen den Feind kämpften. 1941 wurde ich am Kopf und am Bein verletzt. Ich wurde im Lazarett behandelt und kam dann wieder an die Front. Im Januar 1943 wurde ich am Bein verletzt, war bewegungsunfähig und wurde von den Faschisten in Gefangenschaft genommen. Ich wurde an Händen und Füßen gefesselt und ins Lager für Kriegsgefangene in Mogilew [Dulag 185] gebracht, wo es sehr viele Gefangene gab und die Toten einfach im Hof herumlagen. Die Deutschen dachten, ich sei Jude und befahlen mir, mich auszuziehen. Als sie sich davon überzeugt hatten, dass ich kein Jude war, waren sie verärgert und nannten mir einige Foltermethoden, unter denen ich selbst auswählen sollte – Verprügeln mit einer Eisenstange oder mit einem Gummiknüppel. Von den Schlägen verlor ich das Bewusstsein und kam erst wieder im Karzer zu mir. Zu Essen gab es irgendeine dünne Suppe (Balanda), die nur ausreichte, um nicht zu sterben. Alle Gefangenen mussten im Lager arbeiten, es gab dort Russen, Weißrussen, Usbeken, Georgier. Als ich im Lager war, kam ein deutscher Offizier zu mir, er hieß Hans Klei, er wählte mich aus den übrigen Kriegsgefangenen aus und brachte mich zur Zwangsarbeit im von den Deutschen besetzten Bezirk Mukaschewitschi. Dort musste ich die Pferde versorgen. Bis Anfang 1945 arbeitete ich im Pferdestall Die ganze Zeit über wurde ich geschlagen und bekam fast nichts zu essen, schlafen musste ich bei den Pferden. Im April 1945 gaben sie mir irgendeine Fracht, von der ich nicht wusste, was sie enthielt und schickten mich mit einem Pferdewagen Richtung Königsberg. Auf dem Weg wurde ich von unseren Truppen „aufgegriffen“ und von einem sowjetischen Offizier verhört. Er hatte Mitleid mit mir, weil ich von den Schlägen so entkräftet war, und schickte mich ins Hauptquartier der sowjetischen Truppen. Ich durfte in der Einheit bleiben und diente dort bis Ende 1945. Danach ließ man mich zurück in meine Heimat, nach Georgien.

Ich möchte Sie bitten, mir als ehemaligem Kriegsgefangenen Deutschlands humanitäre Hilfe zukommen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen,

Grigorij Achwlediani

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