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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

150. Freitagsbrief (vom 27. Januar 2009, Übersetzung: Kai Witzlack-Makarewich).

Ruben Romanozowitsch Twaradse
Ladschana
Georgien.

Erklärung.

Mein Name ist Ruben Romanozowitsch Twaradse. Ich wurde 1922 in Georgien im Kreis Zagerski geboren. Nachdem der Krieg ausgebrochen war, wurde ich am 10. Januar vom Wehramt in Zagersk zum Militärdienst eingezogen. Im Vaterländischen Krieg diente ich in der Sondereinheit 1178. Leider geriet ich sehr schnell, nämlich bereits im Januar 1942 in der Ukraine in deutsche Gefangenschaft und kam zunächst in ein Kriegsgefangenenlager in der Nähe von Riga. Dann kamen wir in ein Lager nach Deutschland, wo wir unter unmenschlichen Bedingungen gefangen gehalten wurden und von früh bis spät auf dem Bau oder auf dem Feld arbeiten mussten. Die Verpflegung war sehr schlecht, und wir konnten uns kaum auf den Beinen halten. Unter solchen Bedungenen konnten wir einfach nicht gut arbeiten, weshalb unsere faschistischen Aufseher ständig unzufrieden und verärgert waren. Unter diesen Bedingungen harrte ich bis zum Mai 1944 aus, als mir mit einem Mitgefangenen die Flucht gelang. Nach einem langen Leidensweg sah ich endlich meine Heimat wieder. Dann musste ich eine Sonderprüfung über mich ergehen lassen. Zum Glück wurde ich rehabilitiert und nicht als Verräter betrachtet, wie viele andere ehemalige Kriegsgefangene, denen dieser Abschnitt in ihrem Lebenslauf im Nachhinein das Leben zerstörte. Doch auch ich wurde im Laufe meines langen Lebens als „Kriegsgefangener“ stigmatisiert. Solche wie wir wurden in der Heimat nicht geehrt und Vergünstigungen erhielten wir auch keine.

Vor kurzem erfuhr ich von einem Bekannten während eines Gesprächs im Bus von der Tätigkeit Ihres Vereins und dass ich mich an Sie wenden kann, um eine Unterstützung zu erhalten. Dies teilte ich dem Verein „Druschba“ mit und mir wurde freundlich bei der Vorbereitung der erforderlichen Unterlagen und der Übersetzung meiner Erklärung ins Russische geholfen. Dafür ein großes Dankeschön! So möchte auch ich Sie bitten, mir eine Hilfe zukommen zu lassen. Vielen Dank für die Arbeit Ihres Vereins!

Hochachtungsvoll und vielen Dank,

Ruben Twaradse.

PS. Darüber hinaus möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich ein Flüchtling aus Abchasien bin, wo ich seit 1978 lebte. Nach den bekannten tragischen Ereignissen 1991, als Tausende Georgier flüchten mussten, um ihr Leben zu retten und ihr Hab und Gut ihrem Schicksal überlassen mussten, musste auch ich mein Haus verlassen und wohne heute unter der angegebenen Adresse.

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