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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

132. Freitagsbrief (Übersetzung aus dem Ukrainischen: Ludmila Shnyr).

Ukraine
Gebiet Ternopol
Bezirk Schumskij
Andrej Wassiljewitsch Bednarskij.

Sehr geehrte Mitarbeiter der Gesellschaft KONTAKTE.

Ich, ehemaliger Kriegsgefangener Bednarskij Andrej Wassiljewitsch, wende mich an Sie mit herzlichem Dank. Aus vollem Herzen möchte ich mich bei Ihnen für die Unterstützung in Höhe von 300 Euro bedanken, die Ihre Vereinigung mir überweisen hat. Ich bin fast 87 Jahre alt. Trotzdem habe ich lebendige Kriegsbilder, die Wunden des Krieges immer noch in meinem Gedächtnis. Ihrer Bitte zufolge, möchte ich einige Kriegserinnerungen niederschreiben.

Im Herbst 1941 haben die Deutschen meine Militäreinheit bei Pskow eingekesselt. Auf diese Weise geriet ich in Kriegsgefangenschaft. Wir wurden mit einem Güterzug nach Deutschland gebracht. Obwohl es schon im Herbst passierte, wurden wir unter freiem Himmel untergebracht. Selbstverständlich gab es auch einen Stacheldrahtzaun. Es regnete sehr oft. Wir saßen ganz eng beieinander, erwärmten unsere Körper mit der Wärme des Nachbarn. Wir schliefen auf dem Boden. Danach haben wir Erdlöcher ausgegraben, wo es etwas weniger kalt war.

Später bekamen meine Kameraden aus dem gleichen Regiment und ich einen Arbeitseinsatz in einer Zuckerfabrik. Als die Arbeit in der Zuckerfabrik zu Ende war, wurden wir in die „Stadt des KDF Wagens“ (gemeint ist Wolfsburg d.Ü.) überführt. Hier arbeitete ich im Militärwerk. Ich musste an der Drehbank in der Mechanikwerkhalle stehen. Die Arbeit war schwer. Wir aßen in der Betriebskantine. Die Nahrung war sehr schlecht. Ich hatte ständig Kopfschmerzen vor Hunger. Viele Kameraden kamen ums Leben. Hier arbeitete ich bis zum Kriegsende.

1946 kehrte ich in die Ukraine zurück. Die Erinnerung an die Kriegsgefangenschaft lebte im Herzen weiter. Dort habe ich meine Jugendjahre verbracht.

Zum Andenken lege ich zwei Fotos bei.

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