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KONTAKTE-KOHTAKTbI

Verein für Kontakte zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

118. Freitagsbrief (vom 7. Oktober 2008, Übersetzung: Gesine Reinwarth).

6627 Moldawien
Transnistrische Moldauische Republik
Bezirk Kamenskij
Petr Iwanowitsch Worotylo.

An die Ukrainische Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ von dem ehemaligen Kriegsgefangenen des Großen Vaterländischen Krieges, Einwohner Transnistriens in Moldowa

Petr Iwanowitsch Worotylo

Erklärung:

Ich bitte Sie, mir die einmalige humanitäre Hilfe in Höhe von 300 € zukommen zu lassen.

(Unterschrift und Stempel)

Anfang 1940 wurde ich zur Armee einberufen, wurde zum Dienst in das 178. Artillerieregiment der 45. Schützendivision der 5. Armee einberufen, ich diente in der Westukraine am Bug, die Ortschaft Ljubomen. Am 22. Juni (1941) bei Sonnenaufgang war ich an den Kämpfen beteiligt. Wir kämpften und zogen uns bis zur Stadt Tschernigow zurück, am Übergang über die Desna. Die deutsche Luftwaffe vernichtete alles, und hier wurde unser Regiment zerschlagen. Die Kommandeure befahlen, die Technik zu zerstören und sich auf eigene Faust zu retten. Die Front war schon auf 20 km vor uns.

Am 10. September kam ich in Gefangenschaft zu den Deutschen, sie brachten uns nach Minsk. Im Oktober 1941 wurden wir dann nach Deutschland gebracht, in die Stadt Nürnberg [1] ins zentrale Lager. In Nürnberg durchliefen wir eine Sanitär-Behandlung und wurden zur Arbeit geschickt. Ich kam zur Arbeit bei der Eisenbahn in Thüringen bei der Stadt Meuselwitz. Dort arbeitete ich 2 Jahre von November 1941 bis 1943. Danach wurde ich 1943 zur Arbeit in den Tagebau Petsa [2] nach Sachsen geschickt, wo ich ein Jahr arbeitete. Wegen meiner großen Erschöpfung wurde ich schließlich zur Arbeit in der Landwirtschaft in die Gegend von Rochlitz in Sachsen geschickt. Dort war ich ein Jahr. Am 14. April 1945 wurde ich von der Sowjetarmee aus der Gefangenschaft befreit und sofort vom Kriegskommissariat in das 527. Schützenregiment „Bogdan Chmelnizkij“ eingereiht. Nach dem Krieg blieb ich dort noch 1 Jahr, dann wurde ich demobilisiert. Ich kam nach Hause und ging gleich auf einen Traktoristenlehrgang, um nicht mehr zu hungern und um immer Brot zu essen zu haben. 30 Jahre habe ich als Traktorist gearbeitet, dann ging ich in Pension.

Es ist schwer so allein – meine Frau ist gestorben, ich bin 91 Jahre alt, die Pension ist nicht hoch, gerade mal 85 Dollar. Ich bitte Sie, helfen Sie mir. Ich teile Ihnen meine Adresse und Kontonummer mit:

(…)

Pjotr Iwanowitsch Worotylo

****

[1] Stalag XIII D

[2] Petsa fiel dem Tagebau zum Opfer

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